Musikzimmer von Christian Schorno: Inhaltsübersicht / Overview

Willkommen im Musikzimmer! Dies sind Hinweise auf Archivalien, aktuelle Themen, kuratierte Playlisten, neue Tracks, Alben, Bücher und Artikel.

Beatles: Tomorrow Never Knows

Der Cartoon zum Beatles-Song Tomorrow Never Knows war Teil der Zeichentrickserie «The Beatles» (auch bekannt als The Beatles Cartoon), die in den 1960er Jahren für den US-Sender ABC produziert wurde. Die Serie hatte drei Seasons mit insgesamt 39 Episoden. Jede Episode war ein so genanntes «Double Feature» mit zwei eigenständigen, nach Songs benannten Kurzcartoons. Damit gibt es insgesamt 78 einzelne Zeichentrick-Geschichten.
Produzent / Gesamtleitung: Al Brodax für die Produktionsfirma King Features Syndicate. Brodax war später auch der Kopf hinter dem berühmten Beatles-Film Yellow Submarine.
Regie (Animationsregisseur): Für diese spezielle Episode führte der britische Animator Reg Lodge Regie. Die Animationen selbst wurden von Partnerstudios im Ausland umgesetzt, hauptsächlich TVC London in Grossbritannien und Artransa Park in Australien.
Die Erstausstrahlung war der Episode mit «Tomorrow Never Knows» am 14. Oktober 1967 im US-Fernsehen (als Folge 5 der 3. Staffel, Episode 38 insgesamt).
Unpassende Stimmen, keine offizielle Veröffentlichung
Die Beatles waren vor allem mit den Stimmen der Figuren nicht zufrieden. Die Aussprache der Figuren ist in einem Englisch, wie sich Amerikaner die Sprache vorstellen, nicht wie die Fab Four wirklich sprachen. Es gab Verträge, die bestimmten, dass die Animationen in Grossbritannien nicht erscheinen durften. Die Episoden sind bisher nie als DVD erschienen und mit einer baldigen Veröffentlichung ist auch nicht zu rechnen.
Kinderprogramm
Obwohl «Tomorrow Never Knows» psychedelisch und avantgardistisch ist, wurde er für das morgendliche Kinderprogramm aufbereitet: Die animierten Beatles fallen in einen tiefen Brunnen und landen in einer «Unterwelt» (die an die Maya-Zivilisation angelehnt ist), wo der Häuptling die Bandmitglieder mit seinen Töchtern verheiraten will – woraufhin die Beatles die Flucht ergreifen.
Querverweise
– zum Song Tomorrow Never Knows
Quellen, Links
– Parlogram: The Story of The Beatles Cartoon Series | Why & How It Was Made (10. November 2024) – hervorragendes Feature über die Cartoon-Serie.

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Adam Neely: They Teach AI Music at Music School Now...

In diesem Video setz sich der Jazz-Bassist und Video-Essayist Adam Neely kritisch mit der Einführung von generativer KI an Musikhochschulen auseinander. Er kritisiert seine Alma Mater, das renommierte Berklee College of Music dafür, Kurse wie «Bots, Beats, AI and the Future of Songwriting» anzubieten, der ein Anlass für Studierendenproteste war. Neely beleuchtet die Hintergründe, deckt finanzielle Verstrickungen auf und nennt vier Kernprobleme, warum die Lehre von KI-Musik (insbesondere Tools wie Suno) an Musikschulen seiner Meinung nach verfehlt ist.

  1. Sunos CEO, Mikey Schulman, argumentiert, Musikmachen sei anstrengend und unangenehm – Artifcial Intelligence-Plattformen wie Suno mache Musizieren indes zu einem Spass, vergleichbar mit einem Videospiel. Neely kontert: Genau das Gegenteil sei die Basis von Musikschulen: Menschen zahlen Schulgeld in den zehtausenden von Dollars, weil sie lernen wollen, wie man Musik komponiert, spielt oder produziert.
  2. Der Kursprogramm von Berklee wirke stets veraltet, sagt Neely. Da würden heute immer noch Kurse angeboten zum Metaverse, das von Facebook mittlerweile aufgegeben worden ist.
  3. Viele Studierende und Alumni protestieren, weil der Kurs generative KI-Tools wie Suno nutzt. Sie sehen darin eine Entwertung ihrer Ausbildung: Warum teures Studium zahlen, um zu lernen, wenn KI das Handwerk übernimmt und besser als 80 % der Studenten sein soll? Studierende wollen über Ethik und Recht informiert werden, aber nicht selbst mit KI Songs generieren.
    Ausserdem gibt es andere Tools als Suno, die man lehren könne (Stem Separation, Machine Learning etc.). Dagegen sei nichts zus sagen. Hingegen wirke es seltsam, dass Kursausschreibungen von ben Camp das Anfertigen von Deepfakes angepriesen würde. Das Problem für Neely ist, dass Suno nicht einfach ein weiteres Tool in dieser Linie ist, sondern eine Maschine, die den Wert aus menschlicher Musik extrahiert («Wealth Extraction») und sie mit einem Abonnement an die Kund:innen verkauft. Es geht um kapitalistische Appropriation. Suno trainiert seine Modelle auf urheberrechtlich geschützter Musik («Scraping») ohne Erlaubnis oder Vergütung.
    Hinzu komme, dass Suno zunehmend ein Synonym für KI im Feld der Musik werde. Das sei gefährlich.
  4. KI-Musik werde von der Öffentlichkeit grösstenteils als «Slop» wahrgenommen und das sei schlecht für das Prestige einer Elite-Schule wie Berklee.
Hintergründe & Verstrickungen
Neely deckt auf, dass hinter den Kulissen enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Universitätsleitung und der Tech-Industrie bestehen. Dozent Ben Camp ist bezahlter Berater bei Suno. Berklee-Präsident Jim Lucchese, ein ehemaliger Exec von The Echo Nest, hat enge Verbindungen zu denselben Venture-Capital-Gebern (z.B. Matrix Partners / Antonio Rodriguez), die Suno finanzieren. Derselbe Investor sitzt heute im Vorstand von Suno und äusserte öffentlich, dass er froh sei, Suno ohne die Fesseln von Lizenzdeals mit Labels aufgebaut zu haben. Rodriguez brüstet sich über die grösste Copyright Verletzung der Geschichte, seit Napster.
Der Dozent des besagten Kurses, Ben Camp, geriet in die Kritik, weil er behauptete, KI sei besser als 80 % seiner Studierenden. Das ergibt für Neely Sinn, wenn man über die Verflechtungen der Dozierenden mit der neuen KI-industrie weiss.
Laut Studierenden verstösst die Nutzung von Suno im Unterricht gegen Berklees eigenen Verhaltenskodex bezüglich Plagiaten, da das Tool ungefragt mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert wurde.

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KYRBY: Miss Black America

Ein NPR-Interview von Ari Shapiro mit KIRBY, der afroamerikanische Southersoul Singer-Songwriterin. Ihr Album «Miss Black America» von letztem Jahr wurde nun mitgrosser Verspätung von der NZZ gereviewt.
Die in Mississippi aufgewachsene Singer-Songwriterin KIRBY (Kirby Lauryen Dockery) hat sich in der Musikwelt zunächst als gefragte Songschreiberin für Megastars wie Rihanna, Kanye West oder Beyoncé einen Namen gemacht. Mit ihrer eigenen Musik verbindet sie modernen Neo-Soul mit den musikalischen Wurzeln ihrer südstaatlichen Heimat. Ihre hohe Stimme wechselt nahtlos zwischen verschiedenen Techniken, Dynamiken und Texturen.
Im NPR-Interview geht es darum, wie die Geschichte von Mississippi und die Biografie von KIRBY ihre Musik prägt.

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Comeback-Album

Ein «Comeback-Album» ist ein Studioalbum, das nach langer Absenz eines Acts in der Öffentlichkeit, Jahre nach der Trennung einer Band oder nach langer kreativer Durststrecke eines Acts herauskommt. «Comeback-Alben» sind vielfach Alterswerke.
Gründe für eine Fortsetzung der Karriere nach längerer Pause sind:

  • Das Wiederaufflammen der kreativen Energie oder das Bedürfnis, neue Songs zu veröffentlichen.
  • Der Versuch, nach einem Karrieretief oder einem musikalischen Flop mit kreativer Neuausrichtung und verändertem Sound (oft mit neuem Produzenten) neuen Erfolg zu haben.
  • Kapitalisierung des Namens mit lukrativen Konzerten oder einer Tournee (plus Merchandising-Einnahmen).
  • Ein anhaltend starkes Interesse der Öffentlichkeit führt zu Druck von Seiten der Plattenfirmen oder Fan(clubs). Zuweilen passt ein Comback zu einer stattfindenenden Nostalgiewelle.
  • Die Versöhnung von Bandmitgliedern nach kreativen, persönlichen oder rechtlichen Konflikten.
Beispiele von Comeback-Alben
  • From Elvis in Memphis (1969) erschien nach Jahren minderwertiger Hollywood-Filme und musikalischer Irrelevanz.
  • The Next Day (2013) erschien ohne jede Vorankündigung nach zehn Jahren absolutem Rückzug aus der Öffentlichkeit und Gerüchten über einen schweren gesundheitlichen Verfall.
  • American Recordings (1994) holte die im Country-Mainstream vergessene Legende durch reduzierte Akustik-Songs ins Scheinwerferlicht zurück und gewann neue Fans aus der Ecke der Alternative- und Indie-Musik.
  • Voyage (2021) kam 40 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Studioalbum heraus, auch um die neue Avatar-Show anzukündigen.
  • Back in Black (1980) erschien nur wenige Monate nach dem tragischen Tod von Frontmann Bon Scott. Die Band formierte sich mit Brian Johnson neu und schuf eines der meistverkauften Alben aller Zeiten.
  • Private Dancer (1984) machte Tina Turner im Alter von 44 Jahren zum globalen Megastar, nachdem sie sich wegen häuslicher Gewalt von Ike Turner getrennt hatte und ein paar Jahre lang weg vom Fenster war.
  • Mit Permanent Vacation (1987) gelang der Band der Sprung ins MTV-Zeitalter. Sie liess die massiven Drogenproblemen und die häufigen Besetzungswechsel hinter sich.
  • Two Against Nature (2000) war das erste Album nach 20 Jahren Pause. Es gewann prompt vier Grammy Awards, unter anderem denjenigen für das «Album des Jahres».
  • Mit Believe (1998) landete die fast 52-jährige Cher den grössten Hit ihrer Karriere und erfand sich mit Autotune als Dance-Pop-Ikone neu.
  • Bat Out of Hell II: Back into Hell (1993) erschien 16 Jahre nach dem legendären ersten Teil. Meat Loaf konnte nach einem Stimmverlust, nach einer Pleiten und vielen Streitigkeiten an alte Zeiten anknüpfen.
  • Endless Wire (2006) war das erste Studioalbum der verbliebenen Mitglieder Pete Townshend und Roger Daltrey nach 24 Jahren.
  • Chinese Democracy (2008) ist nach 15-jähriger Produktionszeit, geschätzten 13 Millionen Dollar Kosten und einer komplett ausgetauschten Bandbesetzung um Axl Rose das vermutlich eindrpcklichste Comeback-Projekt der Rockgeschichte.
  • A Momentary Lapse of Reason (1987) war das erste Album nach Jahren mit rechtlichen Auseinandersetzungen über den Namen «Pink Floyd». Mit dem Album bewiesen die drei verbleibenden Bandmitglieder, dass sie auch ohne Songwriter Roger Waters Stadien zu füllen vermochten.
  • Mit No Exit (1999) kehrte die New-Wave-Band 17 Jahre nach ihrer Trennung zurück und landete mit der Single Maria gleich wieder einen weltweiten Nummer-1-Hit.
  • Californication (1999) erschien nach einem kreativen Durchhänger («One Hot Minute») und der Rückkehr des clean gewordenen Gitarristen John Frusciante. Das Album wurde das kommerziell erfolgreichste der Band.
  • Brave New World (2000) markierte die triumphale Rückkehr von Sänger Bruce Dickinson und Gitarrist Adrian Smith nach den von Fans kritisch gesehenen 90er-Jahren.
  • Beautiful World (2006) war das erste Album nach zehn Jahren Trennung – und das ohne Robbie Williams. Es wurde ein gigantischer Erfolg und startete ihre zweite, fast noch erfolgreichere Karrierephase.
  • 2001 (1999) erschien sieben Jahre nach Dr. Dres Meilenstein The Chronic. Das Album bewies die Relevanz von Dre für den Hip-Hop der 1990er Jahre (und darüber hinaus).
  • Supernatural (1999) nach einer Dekade ohne Plattenvertrag kam diese Zusammenarbeit mit jungen Popstars (u.a. Rob Thomas bei Smooth) heraus und verkaufte über 30 Millionen Einheiten und gewann 9 Grammys.
  • American Idiot (2004) erschien nach einer kommerziellen Durststrecke der Band um die Jahrtausendwende. Das Trio, das als Polit-Punk-Rocker startete, erfand sich neu und schuf eine der wichtigsten Punk-Rockopern des 21. Jahrhunderts.
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    Tasteninstrumente

    Tasteninstrumente lassen sich wie folgt klassifizieren (fast alle wesentlichen Felder sind interaktiv):

    Anmerkungen
    Digitale Pianos fehlen hier absichtlich, da sie gewissermassen zu den Synthesizern zählen. Der Ton wird synthetisch (Modell) oder durch Samples erzeugt. Wenn man will, kann man sie als weitere Untergruppe der Klaviere klassieren, da sie bei den Synthesizern auch nicht so richtig passen. Synthis modulieren Klänge. Digitale Pianos sind genau ein solcher Klang, also wie ein fest eingestellter Synthi.

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    Rust Britain: The Silent EMI Pressing Plant: How Britain’s Vinyl Empire Vanished

    Achtung, sie ist von KI verfasst oder wenigsten von einer KI-Stimme gelesen (sie macht den Fehler, «EMI» falsch auszusprechen (10:06).
    Das Video-Feature ist ein Dokumentationsfilm zur Geschichte des EMI-Werks in Hayes, West London. Die Doku erzählt Aufstieg und Fall des EMI-Industriekomplexes in Hayes, dem Art-déco-Fabrikgebäude, das von den Architekten Wallis, Gilbert and Partners erbaut wurde. Von den Anfängen der Tonaufnahme im späten 19. Jahrhundert bis zur Massenproduktion von Meilensteinen der Musikgeschichte (Beatles, Pink Floyd, Queen) war dieser Ort das Herz der britischen Musikindustrie. Der Film beleuchtet, wie technologische Umbrüche (die Einführung der CD), strategische Fehlentscheidungen des EMI-Managements und wirtschaftlicher Druck zur Stillegung des Werkes führten.
    Daten, Timeline

    • 1907: Erwerb des 58 Hektar großen Geländes in Hayes durch die Gramophone Company (Vorgänger von EMI).
    • 1911: Eröffnung des Cabinet Buildings (Grundsteinlegung durch Luisa Tetrazzini).
    • 1952: Beginn der Produktion von „Microgroove“-Schallplatten (Vinyl statt Schellack).
    • 1970er Jahre: Umzug der Pressvorgänge in ein neues, hochmodernes Werk innerhalb von Hayes (das „Middlesex Estate“).
    • 1990er/frühe 2000er: Niedergang des Standorts durch den Siegeszug der CD und den Verkauf von Unternehmensteilen.
    • 2001: Übernahme der verbliebenen Pressanlagen durch The Vinyl Factory, um die Schließung zu verhindern.
    Querverweise
    EMI (Electric and Musical Industries)
    Links, Quellen

    The Vinyl Factory Pressing Plant die Firma, die heute einen Teil der originalen EMI-Maschinen betreibt

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    Neil Diamond: The American Popular Song

    «American Popular Song» ist ein Song, der von sich selbst und seiner Wirkung aufs Publikum spricht. Die Lyrics des Songs nennen wesentliche Merkmale populärer Lieder. Es heisst: «It’s the tune of the day»: Damit ist die Mode angesprochen, die Vergänglichkeit der Songs. Diese Lieder haben zeitlich eingeschränkten Erfolg. «Here today, gone tomorrow». Heute erfolgreich und morgen vergessen oder zumindest abgelöst von anderen Songs dieser Art.
    Der Song ist ein Boogie-Rock-Stück, ein 4/4-Standard-Rhythmus, der mit leichtem Swing und dem charakteristischen Hüpfen daherkommt.
    Er führt das vor, wovon er im Text spricht:

    it grabs you 
    And it holds you 
    Feel it control you 
    Makes you want to clap your hands 
    Makes you want to stomp your feet 
    Makes you want to sing along 
    Der Song ist auf körperliche Wirkung bedacht. Er bleibt im Ohr hängen. Er entfaltet eine unmittelbare somatische Wirkung.
    Das «You» im Song ist nicht nur die Hörerin oder der Hörer am Mobilgerät mit Kopfhörern, es ist auch ein kollektives Publikum, das an einem Konzert mit einstimmt, mitklatscht, mittanzt, mitsingt.
    Dann heisst es: «It means business». Mit populären Songs wird Geld verdient. Je populärer sie sind, desto mehr!
    Der Chorus sagt auch: Die Tradition des amerikanischen populären Lieds gehe weiter und weiter: «The american popular song goes on and on and on.» Das nachgesetzte «and on» macht die Aussage zur Gewissheit. – Auch wenn wir zweifeln, ob es morgen noch Hits geben wird, versichert uns Neil Diamonds Song: Die Tradition bricht nicht ab. Wie bei den Banken gilt in der Unterhaltungsindustrie: Sie ist «too big to fail.»
    Der dritte Verse sagt: «A simple story, wrapped up in glory»: die Songs handeln meist von simplen Dingen: der Liebe in allen Facetten, ihrem Anfang und Ende, ihrer erhebenden und niederschmetternden Wirkung.
    Im letzten Verse heisst es «You got to hear it some more» Diese Songs sind im Erfolgsfall Ohrwürmer. Man hört sie wiederholt: beim Aufstehen, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, zu Hause ganz laut …
    «It's a popular song – an American popular song»: das Adjektiv «american» kann zweierlei heissen:
    1. jedes Land hat seine populären Lieder, Amerika hat seine – hier ist das Adjektiv klassifizierend
    2. Amerika hat den populären Song hervorgebracht – der populäre Song ist eine genuin amerikanische Musik – hier ist das Adjektiv qualifizierend
    Wir haben hier diesen glänzend produzierten Song: eine Jahrhundertstimme, eine Top-Produktion. Der Song wurde ziemlich genau 101 Jahre nach der Erfindung des Phonographen veröffentlicht. Zwischen der nicht erhaltenen ersten Zinnfolie, auf die Edison «Mary had a little Lamb» rezitierte, bestimmt eine sehr armselige Aufnahme, und «American Popular Song steckt eine hundertjährige Geschichte von technischer Vervollkommnung, wirtschaftlicher Verwertung und juristischer Optimierung. Diese werde ich in der Vorlesung «Populäre Songs im Wandel der Zeit. Die verborgenen Fäden von Medien, Recht und Wirtschaft» an der Universität St. Gallen nachzeichnen – bis in die Gegenwart, ins Zeitalter der Artificial Intelligence.

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    Musikzimmer: Populäre Songs im Wandel der Zeit: Die verborgenen Fäden von Medien, Recht und Wirtschaft

    Mit diesen acht Songs setzt sich die Vorlesung «Populäre Songs im Wandel der Zeit» an der Universität St. Gallen auseinander.

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    Rock Radar: 10 Psychedelic Songs That Accidentally Created Heavy Metal

    Black Sabbaths dunkler Doom kam nicht von nirgendwo. Diese psychedelischen (und progressiven) Songs waren Vorläufer von Hardrockmetal.

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    Player Piano

    Ein «Player Piano» ist ein selbstspielendes Klavier. Deutsch hiessen diese Instrumente meist «Pianola. EIn solches Instrument wird z.B. in der Feschen Lola von Marlene Dietrich) besungen.
    Ein Lochstreifen, die Notenrolle, steuert über pneumatische Mechanismen, später elektromechanisch die Klaviertasten. Nach einem Popularitätshoch um 1924 verdrängten elektrische Phonographen und Radios das Instrument. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 brachte die Produktion schliesslich fast vollständig zum Erliegen.
    Geschichte
    Das «player piano» wurde 1895 von Edwin Scott Votey in Detroit gebaut. Votey wurde von der «Aeolian Company», die wichtigste Herstellerin von «Player Pianos» in den USA engagiert, die das Instrument 1897 in den USA und 1899 in Europa auf den Markt brachte. In Deutschland entwickelte die Firma Hupfeld in Leipzig 1902 ein weiter entwickeltes System, das «Phonola», das in Europa den Markt beherrschte.
    Erweiterte Codierung
    1905 kamen von der Aeolian Company die ersten Künstlerrollen auf den Markt. Diese waren nicht mehr nur einfach von den Noten abgelesene und in die Notenrolle gestanzte Toninformationen, sondern wurden von leibhaftigen Pianisten eingespielt. Die Rollen gaben bereits die Tempoänderungen der Pianisten beim Klavierspiel wieder. Damit war das «Reproduktionsklavier» erfunden.
    Werk vs. Aufführung
    Die folgende Joplin-Aufnahme zeigt einen Pianolisten. Man hat den Eindruck, dass er mit Händen und Füssen bzw. den beiden Pedalen die Performance beeinflusst. Tatsächlich hat das Pianola zwei Pedale und vor der Klaviatur ein paar Regler oder Bedienelemente:

    • Die Pedale sind im Grunde die Luftpumpen (Bälge) des Systems. Da diese Instrumente meist mit Unterdruck arbeiten, erzeugst der Spieler durch das Treten den nötigen Sog, um die Papierrolle zu bewegen und die Hämmer zu aktivieren. Festes Treten: Erzeugt mehr Vakuum, was zu einem lauteren Anschlag führt. Sanftes Treten: Erzeugt weniger Vakuum und sorgt für ein leiseres Spiel.
    • Der Tempo-Hebel: Mit der rechten Hand steuert der Spieler die Geschwindigkeit der Papierrolle. Da die Musik auf der Rolle oft starr eingestanzt ist, bringt der Pianolist durch feine Bewegungen dieses Hebels das „Rubato“ (das emotionale Beschleunigen und Verzögern) in das Stück.
    • Der Sustaining-Hebel: Dieser ersetzt das rechte Pedal eines normalen Klaviers. Er hebt die Dämpfer an, damit die Töne nachklingen.
    • Der Soft/Loud-Schalter: Diese unterstützen die Fussarbeit, um bestimmte Abschnitte leiser oder kräftiger klingen zu lassen.
    Es ist bemerkenswert: Auch mit einem Pianola hat man ein Werk (die Rolle) und die Performance (Lautstärke, Anschlagdynamik, Rubato).
    Original für Werktreue Aufführung
    Eine Frage stellt sich im Zusammenhang mit Aufnahmen von Reproduktionsklavieren: Was fungiert nun als das Original, die Noten oder diese Aufnahme? In der Klassischen Musik ist die Frage nach dem Original deshalb wichtig, weil die Werktreue, der Aufführungen zu folgen haben, diesen Referenzpunkt braucht. Es wurde diskutiert, ob die Notenrollen von Debussys Kompositionen («Arabesques» und «Claire de Lune») das Vorbild für Aufführungen sein sollen. Das Tempo ist schneller als die Aufführungspraxis, die sich auf Noten stützt. Diese Tatsache könnte dem Medium geschuldet sein, denn eine Notenrolle hatte nur eine bestimmte maximale Dauer. Debussys Kompositionen mussten in dieses Format eingepasst werden (wie auch viele andere Kompositionen, die auf Wachszylinder oder Schallplatten aufgenommen wurden).
    Querverweise
    Notenrolle
    Quellen, Links
    – Peter Jost: Debussy in Urtext – Part 3: Debussy’s recordings of his piano music (Henle Verlag, 21. Mai 2018). "https://www.henle.de/blog/en/2018/05/21/debussy-in-urtext-%E2%80%93-part-3-debussy%E2%80%99s-recordings-of-his-piano-music/

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    Jack Harlow: Monica

    Alphonse Pierre von Pitchfork spricht von «coffee shop crooning». Er beklagt die Preisgabe der Sexyness zugunsten von Moodmusic.
    Für mich klingt dieses Album wie eine Bedroompop-Version von Nusoul. Sehr zeitgemäss. Die Ablehnung die es gegenwärtig triggert, könnte möglicherweise in Zukunft relativiert und korrigiert werden.

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    Universität St. Gallen: Populäre Songs im Wandel der Zeit

    Ab dem 14. April 2026 findet meine vierteilige Reihe im Rahmen der öffentlichen Vorlesungen der Universität St. Gallen statt. Der Titel lautet: «Populäre Songs im Wandel der Zeit. Die verborgenen Fäden von Medien, Recht und Wirtschaft».

    Diese Vorlesung taucht in den historischen Kontext von erfolgreichen populären Liedern ein und spürt den gesellschaftlichen Bedingungen ihres Erfolgs nach. Welche Rolle spielten die Medien, das Urheberrecht und die Geschäftsmodelle, die sie vermarkteten? Populäre Musik prägt uns meist in jungen Jahren – der Zeit, in der wir unseren ersten Musikgeschmack ausbilden. Doch welche gesellschaftlichen Faktoren bewirkten, wie diese Musik klingt?
    Anhand von acht Songs in der Zeitspanne zwischen 1893 und 2025 – u.a. von Fred Astaire, Elvis Presley, R.E.M., Sia und David Guetta – geht es um die Frage, welche wirtschaftlichen, juristischen, politischen und technologischen Faktoren sie hervorgebracht haben. Hast du gewusst, dass grosse stilistische Umbrüche wie der Rock 'n' Roll die Folge eines jahrelangen Streites über Lizenzabgaben war? Ohne diesen Streit wäre Elvis vielleicht Lastwagenfahrer geblieben. Als Edison den Phonographen erfand, sang er zwar «Mary Had a Little Lamb» auf die Zylinderwalze, auf die Idee, populäre Lieder auf Tonträger aufzunehmen und diese zu verkaufen, kam er allerdings nicht.
    Am Ende kommt die Geschichte in der Gegenwart und bei der Künstlichen Intelligenz an. Bedeutet die KI das vieldiskutierte Ende für Musikerinnen und Musiker? Gibt der Mensch das Musizieren an die Maschinen ab? Überlebt der populäre Song?
    Eckdaten
    Daten: Di. 14.04., 21.04., 28.04. und 12.05.2026
    Uhrzeit: 19:30–21:00 Uhr
    Kosten: ein Besuch gratis, ab zwei Besuchen mit Semesterpass für 20 Franken
    Ort: SQUARE, Raum Vadian
    Anreise ÖV: Ab Hauptbahnhof St.Gallen mit Bus 5 Richtung Rotmonten bis zur Bushaltestelle Universität/Dufourstrasse, oder mit Bus Nummer 9 bis zur Haltestelle Universität/Gatterstrasse, nahe dem Campus der HSG und SQUARE.

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