Musikzimmer von Christian Schorno: Inhaltsübersicht / Overview

Willkommen im Musikzimmer! Dies sind Hinweise auf Archivalien, aktuelle Themen, kuratierte Playlisten, neue Tracks, Alben, Bücher und Artikel.

Vorlesung von Christian Schorno: «Dolly Parton im Spiegel der Geschichte der Country Music» (VHS Zürich)

Intern hat diese Vorlesung den Titel: «Queens of Country» und ist eine Fortsetzung und ein Ergänzungsstück zu «Queens of Rock», der Vorlesung während der Pandemie im Frühjahr 2021, die als Serie von Videoclips produziert worden ist. Der offizielle Titel lautet wegen dem 80. Geburtstag von Dolly Parton im Januar: «Dolly Parton im Spiegel der Geschichte der Country Music».

Während die Medien den Lebensweg des Country-Ausnahmetalents feiern, beleuchtet diese Veranstaltung Partons einzigartige musikalische Reise im Kontext der Country-Musik-Geschichte. Wie spiegeln ihre Lieder die Tradition? Welchen Beitrag leistete sie zum Genre? Anhand von Analysen ausgewählter Songs von Country-Songwriterinnen und -Sängerinnen wird Partons Schaffen in Beziehung zur Kultur und Entwicklung dieser Musik gesetzt. Kommen Sie mit auf eine musikalische Entdeckungsreise in die amerikanischen Südstaaten.
Daten und Anmeldung
Daten: Montag, 21. Januar bis 4. Februar 2026 (3 Termine)
zur Anmeldung auf der Webseite der VHS
Kurskosten: 95.–

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Bob Dylan: The Bootleg Series, Vol. 18: Through the Open Window, 1956–1963

«Through The Open Window» bietet Einblicke in die formativen Jahre Bob Dylans. Der Titel inszeniert ein offenes Fenster, durch das wir dem Sänger bei frühen Konzerten, Radioauftritten und ersten Studioversuchen zuhören können. Er suggeriert eine private Begegnung mit Dylan in dieser Zeit des Aufbruchs, als sich Robert Zimmerman in Bob Dylan verwandelte
Als Archivrelease dokumentiert Dylans gesamte musikalische Metamorphose, vom Teenager-Rock'n'Roller zum Star der Folkszene im Greenwich Village. Dabei ist die schiere Fülle des Materials besonders eindrücklich 139 Tracks. Die acht CDs offenbaren bereits den jungen Zimmermann/Dylan als wahren Songster und lebende Jukebox der amerikanischen Musik. Er verkörpert schon hier das alternative amerikanische Songbook.
Die Aufnahmen stammen aus folgenden Quellen:

  1. Informelle Aufnahmen aus Privatbesitz (1956–1960): Die allerfrühesten Aufnahmen stammen nicht aus Studios, sondern sind Heim- und Party-Mitschnitte, als Dylan noch Robert Zimmerman hiess. Diese wurden oft mit einfachen Geräten bei Freunden oder Bekannten aufgenommen, zum Beispiel die früheste Aufnahme der Compilation, «Let the Good Times Roll» vom Heiligabend 1956. Diese Aufnahme, ein Cover von Shirley and Lee, entstand im Terlinde Music Shop in St. Paul, Minnesota, als Dylan 15 war. Sie ist für seine Biografie wichtig, weil sie zeigt, dass Dylan nicht zum Rock 'n' Roll kam als er im Juli 1965 begann, elektrisch zu spielen, sondern dass er von Anfang an von der Rock-Musik begeistert war.
    Weitere frühe Aufnahmen entstanden bei Freunden in Hibbing und Minneapolis (z.B. die «Informal Recordings» mit Jugendfreund Ric Kangas oder die Party-Aufnahmen von Minneapolis 1961/1962. Insgesamt dokumentieren diese informellen Aufnahmen die musikalische Entwicklung vom Rock’n’Roll-Fan zum Folk-Musiker.
  2. Live-Mitschnitte aus der Folk-Szene (1961–1963): Nach seinem Umzug nach New York City begann Dylan, intensiv in den kleinen Clubs des Greenwich Village aufzutreten. Dass diese Auftritte mitgeschnitten wurden, erstaunt vielleicht, aber offenbar wurden solche Club-Konzerte gerne von Tontechnikern, Freunden der Künstler oder von ambitionierten Sammlern auf Band aufgenommen, entweder zur Archivierung oder für private Sammlungen.
  3. Radioauftritte (ab 1961): Auch Aufnahmen von Radio- oder Fernsehauftritten sind Teil der Sammlung.
  4. Studio-Vaults von Columbia Records: Nachdem Dylan 1961 bei Columbia Records unterzeichnet hatte, begann er mit den Aufnahmen zu seinen ersten drei Alben. Davon sind hier Outtakes und alternative Versionen zu hören. Sie stammen aus den Columbia-Archiven.
  5. Professionelle Live-Aufnahmen: Die Deluxe-Ausgabe enthält als Highlight den kompletten, bisher unveröffentlichten Mitschnitt seines Auftritts in der Carnegie Hall vom 26. Oktober 1963. Dieses Konzert war ein wichtiger Meilenstein in seiner frühen Karriere und wurde professionell aufgenommen.
Nach wie vor beschäftigt mich das Bild des «offenen Fensters» im Titel der Compilation. Es suggeriert einen beiläufigen Einblick in Dylans privates Experimentieren und Üben – als ob wir zufällig ein unverschlossenes Fenster zur Vergangenheit finden. Doch diese Metapher ist irreführend. Die Wahrheit über diese Song-Sammlung enthüllt etwas Anderes: Bob Dylan gehörte zur ersten Künstlergeneration, deren gesamte kreative Entwicklung – vom ersten Jugendakkord bis zum finalen Durchbruch – lückenlos auf privaten Tonbändern und Club-Mitschnitten dokumentiert werden konnte und auch wurde. Diese allgegenwärtige Aufnahmebereitschaft, das Wissen um die ständige Dokumentation, könnte unbewusst zu jener gesteigerten Dringlichkeit beigetragen haben, mit der er seine frühen Songs vortrug und die wir heute noch auf diesen Aufnahmen spüren können.

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Eva Illouz: Der 8. Oktober: Über die Ursprünge des neuen Antisemitismus

«Am 7. Oktober 2023 verübte die radikalislamische Terrormiliz Hamas verheerende Anschläge in Israel. Doch am nächsten Tag dominierte nicht Mitgefühl für die Angegriffenen die öffentliche Meinung. Vielmehr wurden die Attacken in progressiven Kreisen von Berlin über Paris bis New York als Akt des Widerstands legitimiert, ja teilweise sogar bejubelt. Woher kommt dieser Hass, der sich selbst für moralisch überlegen hält? Die Ereignisse vom 7., aber auch die vom 8. Oktober haben Eva Illouz tief erschüttert. In ihrer kämpferischen Intervention zeichnet sie nach, wie Identitätspolitik und vom französischen Poststrukturalismus inspirierte Theorien zum Nährboden für ein Denken werden konnten, das historische Tatsachen und die ihnen innewohnende Komplexität ausblendet und Israel zum Inbegriff des kolonialistischen Bösen stilisiert.»
Am 8. Oktober lief etwas schief mit dem Mitleid, das linke Parteien üblicherweise für Opfer aufbringen. «Joseph Massad, ein Professor jordanischer Herkunft an der Universität Columbia, bezeichnete das Massaker als ‹atemberaubend›, ‹innovativ› und ‹eindrucksvoll›. Russell Rickford, Historiker an der Universität Cornell mit dem Forschungsschwerpunkt Black Radical Tradition, äußerte sich ‹begeister› über die Nachricht von dem Massaker. Im britischen Brighton pries eine Demonstrantin bei einer ähnlichen Versammlung die Attentate mit einem Megafon als ‹schön›, ‹inspirierend› und ‹geglückt›.» «Die postkoloniale Bewegung PIR (Parti des Indigènes de la République) feierte das Massaker als heldenhaften Akt des Widerstands.» «In dem US-amerikanischen Podcast Democracy now! sah Judith Butler, Professorin für Rhetorik und Komparatistik in Berkeley, in den Gräueltaten einen Akt des Widerstands.»
Israel gilt in Kreisen der postmodernen, postkolonialen Theorie als ein Siedlerstaat, ein imperiales und koloniales Unternehmen.
Judenhass, nahm man an, ging vor allem im 20. Jahrhundert von totalitären Regimes aus. Heute stimmt das nicht mehr.
Das postmoderne Denken oder die «Theorie» aus der der neue Antisemitismus hervorging, zeichnet sich laut Illouz durch vier Kriterien aus:

  1. Pantextualismus: Jacques Derrida: «Il n'y a pas de hors-texte». Die Kritik am Phonozentrismus, mit der die Dekonstruktion angefangen hat, schaffte das (politische) Subjekt ab bzw. wies es als eine Fiktion aus.
  2. Pouvoirisme (das ist die Nietzsche–Foucault-Linie dieses Denkens, der es um den Willen zur Macht bzw. um die Macht geht. Kombiniert mit dem Pantextualismus wird die Kritik von Texten so zu einer moralischen Praxis. Derrida hielt die Gerechtigkeit für nicht dekonstruierbar. Was das zeichentheoretisch heisst: Jeder Text besteht aus Selektionsleistungen. Alles, was geschrieben und gesagt wird, aktualisiert nur einen Teil der Möglichkeiten. Diese Wahl oder Selekton ist notwendigerweise Machtausübung.
  3. Superkritik: Israel wird dem Pinkwashing bezichtigt. Dass Israel tolerant gegenüber einer grossen eigenen LGBTQ-Community ist, täusche darüber hinweg, dass Israel ein kolonialistischer Staat sei.
  4. die umherwandernde Struktur: die Strukturen des Strukturalismus sind im Poststrukturalismus zu einem akteurslosen Konzept geworden. Nicht Subjekte und Institutionen schaffen diese Strukturen. Da sie keine empirische Existenz führen (nicht real sind), können sie a) nicht falsifiziert werden, was die Theorie zu einem Dogma macht und b) können sie von einer Disziplin auf eine andere und von einem Kontext auf einen anderen übertragen werden, ohne zu prüfen, ob das stimmt oder nicht.
«Über verschiedene kulturelle und intellektuelle Vermittlungen hinweg haben ‹Theorie› und Dekolonialismus den Zionismus in eine Struktur und eine Ontologie verwandelt, die Kolonialismus, Kapitalismus, Weisssein und Klimawandel zusammenspannen. Diese Mythologie und ihre semantischen Felder münden in einer der spektakulärsten Katachresen [..] der zeitgenössischen Geschichte.» Solche Katachresen sind politische Chancen: Sie relativieren den ursprünglichen Sinn von Begriffen und wenn dieser Sinn einmal verloren gegangen ist, «kann das Zeichen neu konfiguriert werden.» Juden waren immer wieder Ziel für phantasmatische Projektionen gewesen. Früher sollen sie Brunnen vergiftet und die Pest verbreitet haben. Heute trägt das Judentum und Israel schuld an den Verbrechen des Rassismus, des Kolonialismus, der Klimaerwärmung und des Kapitalismus.
Der Antizionismus ist eine intellektuell und moralisch respektable Version des Antisemitismus. Er verhilft zu kognitivem und identitärem Trost. Er reduziert die Komplexität der Welt. Die heutige Linke scheint nach dem 8. Oktober kein humanistisches Projekt mehr zu sein, denn den Humanismus hat sie dekonstruiert und abgeschafft.
Den Palästinensern wäre mit einem Wiederaufbau besser geholfen als mit Hass auf Israel. Um einen palästinensischen Staat Wirklichkeit werden zu lassen, müsste daran gearbeitet werden, dass die Juden sich nicht mehr für die Existenz Israels rechtfertigen müssen. Dafür müssen weiterhin Brücken im Namen umfassender Brüderlichkeit gebaut werden.

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Paul Kingsbury & Michael McCall & John W. Rumble: Encyclopedia Of Country Music

Nachschlagewerk, herausgegeben von der Country Music Hall of Fame and Museum in Nashville. Es enthält zahlreiche alphabethische geordnete Biografien von Künstlern, Executives und Institutionen, vermischt mit Beiträgen zu Stichwörtern sowie Essays zu den historischen Wurzeln von Country, zum Songwriting, zur Musik, zur Plattenproduktion, zu den Medien, Am Ende gibt es dreissig Seiten mit Verzeichnissen mit den am meisten verkauften Country-Alben, Opry-Mitgliedern, Radiostationen, Inductees in die verschiedenen Halls of Fame oder Awards und ihre Träger:innen.
Bill Evans: Country Music as Music
Country funktional: Die Kreativität von Country besteht darin, die grösstmögliche emotionale Wirkung mit den einfachst möglichen musikalischen Mitteln zu erreichen (p. 349).
Country historisch: Die Musik hat sowohl afrikanische (melodische Modulation (im Text steht «variation», gemeint ist aber bending, sliding) und rhythmische Vitalität) als auch europäische Einflüsse (Balladen).
Instrumente: Das Banjo ist afrikanisch, die Fiddel kam aus Irland. Saiteninstrumente waren stets dominant.
Formal besteht Country hauptsächlich aus Songs mit zyklischen Verse-Chorus-Sequenzen. Balladen aus England waren die erste kodifizierte Form der Country Music. Die Lyrics sind aus vier Versen, die eine Stanze bilden, gebaut. Neben den Verses trifft man Turnarounds, Bridges und Interludes an. Turnarounds befinden sich in der Regel am Ende von Verses oder Chorussen als I–V–I-Kadenz.
Wie in anderen populären Song-Traditionen sind Melodie und Lyrics aneinander gekoppelt. Die Melodien bewegen sich meistens innerhalb einer einzigen Tonleiter, [die eine Solosängerin oder ein Solosänger ohne Stimmbildung beherrschen kann] (eine Ausnahme war Crazy).
[Harmonie spielt eine wichtige Rolle als mnemonisches Korsett der Songs.] Verwendet werden meistens Dur-Tonleitern und ihre Akkorde (eine Ausnahme ist 16 Tons). Modulation war in der Anfangszeit der Country Musik rar (Ausnahmen: I Walk The Line oder San Antonio Rose). Mit dem Einfluss von Pop und Rock auf Country hat sich das indes geändert. Die Harmoniesprache entspricht am Anfang dem «3-chord-stereotype» – den funktionalen Akkorden I, IV und V. Später werden daraus Harmoniefolgen. Der Text zeigt am Beispiel von «I'm So Lonseome I Could Cry», dass der Song sowohl als 3-Akkord-Sterotyp als auch als Harmoniefolge mit Slash-Akkorden und Übergangsakkorden funktioniert. Harmonische Verschönerung spielt in neuerer Zeit eine wichtige Rolle. [Wiederum dürfte die Anregung aus Pop und Rock stammen.]
Meter, Tempo, Rhythmus: Das Metrum ist douple oder triple, die Taktart 3/4 oder 4/4. Country Waltzer kommen in langsamem (He'll Have To Go) und schnellem Tempo (El Paso). Metrumwechsel/data> sind rar (Ausnahme 'Tis Sweet To Be Remembered). Das Tempo der Songs hängt oft mit Standards zusammen, die das ganze Genre bzw. Subgenre betrifft. Es ist geprägt von Tanzstilen und darf weder zu langsam noch zu schnell sein, so dass man die Lyrics versteht. Ein 4/4-Takt enthält abwechslungsweise zwei starke und zwei schwache Beats. Die Gitarre, wie sie Maybelle Carter spielte, sah vor, auf den betonten Noten den Bass und auf den unbetonten die Begleitung zu spielen.
Besetzung: Der Unterschied zwischen Rhythm-Section und Solo- oder Leadinstrument ist grundsätzlich. Das Leadinstrument spielt Backup zur Stimme: eine zweite ergänzende Melodie. Verschiedene Instrumente spielen so zusammen, dass sie sich gegenseitig zu einem integrierten Klangbild ergänzen, d.h. ein eizelnes Instrumen spielt auf einem ihm zugeordneten rhythmischen Muster, das den anderen Mustern nicht in die Queere kommt. Nur so ergibt sich ein Zusammenspiel im Ensemble, das allen Instrumenten einen hörbaren Ort gibt.
Stimmen: Der Gesang ist zentral. Er kommt als Solo- oder Gruppengesang vor, letzterer als Duo, Trio oder Quartett. Gesang in der afroamerikanischen und der Vaudeville-Traditionslinie neigt einem konversationellen Stil zu (Jimmie Rodgers), während Gesang in der europäischen Tradition melancholisch klagend ist (Carter Family). Die beiden Gesangsstile vereinigt haben Acts wie Hank Williams, Lefty Frizzell oder Dolly Parton.

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Deutlichkeit

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik befindet sich auf einer Skala zwischen Vagheit und Präzision, je nachdem wie klar definiert und konturiert das Klangbild ist. Es geht darum, wie leicht oder schwer es ist, einzelne Elemente oder die gesamte Textur zu erkennen und räumlich zu verorten. «Vage» (unscharf, «blurred») heisst eine Textur, die verschwommen, unbestimmt oder diffus wirkt. Die Konturen sind weich, Details sind schwer zu fassen. Das Gegeteil ist eine Textur, die «präzis», klar, scharf umrissen und gut definiert ist. Jedes Element ist einzeln gut wahrnehmbar.
Akustische Ursachen von Vagheit sind Hall und lange Ausklangzeiten (Reverb/Delay), was die Präsenz bzw. Kontour des Klangs verwischt. Auch stark modulierte oder phasenverschobene Klänge verwischen die Deutlichkeit (z.B. durch Chorus oder Flanger).
Vage Klänge füllen den Raum, sind aber räumlich und temporal schwer lokalisierbar. Es entsteht eine atmosphärische oder traumhafte Qualität. Die Energie ist oft verstreut. Man kann das in Genres hören wie Ambient, Drone Music oder psychedelischer Musik.
Verwandt ist diese Dimension mit der Kohäsion (Dichte in der Zeit): lose vs. kompakt. Die Deutlichkeits-Dimension Vage/Deutlich bezieht sich primär auf die Klangschärfe und die Definition der Konturen der Klänge, während die Kohäsion Dünn/Dicht sich auf die Füllung der Zeitachse bezieht.
Deutliche Musik ist oft in Funk, Metal und den Electronica-Genres zu hören. Vage Grooves würden sich zum Tanzen nicht so eignen.

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Impact

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Jeder Song befindet sich auf einer Skala von direkt oder zurückhaltend. Direkt sind Songs, die von der Spielweise oder des Gesangs her auf die Hörerschaft abzielen («in yo face»).
Verwandt ist diese Dimension mit der Lautstärke. Dennoch gibt es leise Songs, die eindringlich sind (Candle in the Wind, Love Is a Losing Game, Hurt, Jolene), und laute, die reserviert wirken (Neil Young).

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Reinheit

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik befindet sich auf einer Skala zwischen rein (auch tonal) und lärmig, geräuschhaft.
Querverweise
Noise

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Dauer

Eine skalare Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik befindet sich auf einer Skala zwischen kurz und lang.
Querverweise
– siehe: Epic Songs
Fragment

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Kohäsion

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik befindet sich auf einer Skala zwischen lose und kompakt. Musikalische Kohäsion bezieht sich auf die Organisation der Musik. Hat ein Musikstück oder ein Song viele Pausen und ist möglicherweise noch lang, wirkt es lose, hat es eine überschaubare Anzahl von Elementen, die wohlorganisiert und kurz gehalten sind, so ist die Musik kompakt.
Man muss sich den Unterschied zwischen Dichte und Kohäsion klar machen, der sich möglicherweise nicht von selbst versteht: Dichte hat mit der Textur zu tun und Kohäsion mit der Organisation, dem Timing von Klangereignissen. Die Dichte bezeichnet eine hohe Anzahl gleichzeitig klingender Töne, Frequenzen und Instrumente. Sie bezeichnet die Dichte des Klanggewebes. Die Kohäsion hingegen bezeichnet die strukturelle Organisation und wie die Klangereignisse (gleichgültig von ihrer Dichte, ob es viele oder wenige sind) zusammenpassen. Es geht um die rhythmische Präzision eines Musikstücks. Nocheinmal anders: Dichte bezieht sich auf die vertikale, paradigmatische Dimension der Musik, das gleichzeitige Miteinander von Klängen, während die Kohäsion sich auf die horizontale Dimension, das Nacheinander von Elementen in der Zeit bezieht.
Querverweise
Alleatorik

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Dichte

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik befindet sich auf einer Skala zwischen dicht und dünn. Musikalische Dichte bezieht sich auf die Komposition und das Arrangement. Hat ein Musikstück oder ein Song wenige Elemente, Instrumente, Klänge ist es dünn und wirkt möglicherweise simpel, klar, aufgeräumt. Hat es viele solche Elemente, Instrumente, Klänge, so wirkt es massiv, überladen, unentwirrbar.
Zum Unterschied zwischen Dichte und Kohäsion siehe den Eintrag Kohäsion.
Querverweise
Wall Of Sound

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Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit oder das Tempo ist eine Dimension der Physikalität von Musik. Jede Musik, jeder Song befindet sich auf einer Skala zwischen langsam und schnell. gemessen wird die Geschwindigkeit in BPM («beats per minute»). Die unter diesem «Tag» geführten Songs fallen durch eine geringes oder hohes Tempo auf. Zum Teil sind sie Songs Ambivalent, weil sie half-time oder double-time verwenden (z.B. Space Oddity). Interessant sind auch Stücke, die das Tempo verändern.
Geschwindigkeit
Die Tabelle rechts zeigt, wie die italienischen Bezeichnungen der Notation sich in das heute im Pop gebräuchliche Mass der «beats per minute» (BPM) übersetzt.
Querverweise
Half-Time Breakdown
Rubato
Tempowechsel

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Lautstärke

Eine Dimension der Physikalität von Musik. Nun, jeder Song befindet sich auf einer Skala von laut bis leise. Laut sind Songs, die durch hohe Lautstärke auffallen. Leise sind Songs, die primär durch geringe Lautstärke und Intimität bestechen. Es gibt Songs, die wechseln zwischen laut und leise. Sie nennen wir «dynamisch».
Verwandt ist die Lautstärke mit anderen Skalen wie der Density (dicht korrelliert mit laut), der Reinheit (Verzerrung und Noise korreliert mit laut) sowie mit der Präsenz (dicht oder «fett» korrelliert mit laut).
Die folgende Songsammlung umfasst Songs, die durch Lautstärke, Stille/Intimität oder Dynamik auffallen.
Querverweise
Loudness war

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