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Musikzimmer - News und Archiv für moderne Musik

News-Blog: Am Puls der modernen Musik [–> mehr Musik hören]

Musikraten in Zürich [N]

Am kommenden Montag, dem 4. Juli um 20 Uhr, findet in der Bar Rossi das monatliche Musikraten statt. Durch den Abend führen Martin & Eke.
Facebook Veranstaltungsbild

Es gibt auf Facebook die öffentliche Gruppe Musikraten von A–Z. Hier sind Musikraterinnen und -rater miteinander befreundet und zu ihnen zählen nicht nur die «LeistungssportlerInnen», sondern auch diejenigen, die aus Spass am Fieber mitmachen. Die Gruppe wartet auf das hundertste Mitglied ...

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Mojo Collection Überarbeitet [N]

Listen
Musikzimmer verwendet folgende Klassifikation von Listen: Listen werden eingeteilt in thematische Listen (Songs mit einem Thema, z.B. Party-Songs), Bestenlisten (Listen mit Songs oder Alben mit exemplarischem Wert (z.B. Jahresbestenlisten, Ewigbestenlisten, Generebestenlisten, beste Alben aus Montreal usw.) und erhobene Listen wie Charts/Hitparaden (Listen, die auf Verkaufszahlen beruhen) oder Polls (Listen die auf Leserumfragen beruhen). Bei den Bestenlisten werden solche von Experten unterschieden und von Kanonlisten, an denen mehrere Experten mitarbeiten und die Liste intersubjektiv validieren. Neben allen diesen einzelnen Listen gibt es noch Metalisten, das sind Listen die aus einzelnen Listen errechnet wurden, zum Beispiel die Meta-Bestenlisten von Acclaimed Music. Analog kann man auch Meta-Themenlisten und Meta-Charts errechnen (zum Beispiel TSort.info).

Mojo Collection (2007) Mojo Collection (2003) Mojo Collection (2000)Bedeutung der Mojo Collection
Die Mojo Collection ist die früheste Kanonliste, die in Buchform erschien. Vor der Mojo Collection kamen solche Listen nur in Musikmagazinen heraus. Auf sie folgende vergleichbare Unternehmungen stellen die Rolling Stone's 500 Greatest Albums Of All Time (2003 in der Zeitschrift, 2005 in Buchform) oder die 1001 Albums You Must Hear Before You Die (2005) dar. Ein noch früheres Beispiel eine Expertenliste in Buchform ist Soundcheck des deutschen Musikjournalisten Karl Bruckmaier von 1999. In Buchform fallen die Texte, die zu jedem Album geschrieben werden, meist länger aus als in Magazinen. Geschrieben wird über die Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte, die Bedeutung des Albums im historischen Kontext und über alles, was sonst noch interessant ist.

Der Umfang der Liste von Mojo ist mit 592 Alben (Erstausgabe 2000, Bild links) etwas grösser als derjenige von Rolling Stone und um einiges kleiner als die 1001 Albums. Sie kommt in der dritten Auflage mit ihren 722 Alben ziemlich genau in die Mitte der beiden anderen Listen.
Die Mojo Collection enthält mehr britische bzw. europäische Musik als vergleichbare amerikanische Unternehmungen. Der Amzon Rezensent Michael Smith stellt polemisch fest: «This is a book for British folk-rock aficionados, punk rock lovers, art critics, and snobs.» Wenn man offen ist, kann man durch die Mojo Collection viel Überraschendes entdecken.

Editionsgeschichte
google spreadsheet logoDie Liste wurde zwei Mal aktualisiert, 2003 (dritte Ausgabe, Bild mitte) und 2007 (vierte Ausgabe, Bild rechts). Die Redaktion hat bei der Überarbeitung Titel ausgemustert und neue Alben ergänzt. Die Entwicklung dieser Kanonliste kann einem Google-Spreadsheet von Musikzimmer nachvollzogen werden.

Repräsentation als Musikzimmer-Liste
Die Mojo Collection in ihren drei Varianten mit den jeweils erfolgten Ergänzungen und Streichungen wird wie folgt in 15 Teillisten abgebildet: Zwölf Listen geben die Ursprungs-Version aus dem Jahr 2000 wieder. Zwei Teillisten enthalten die Ergänzungen der dritten und eine Teilliste diejenigen der vierten Ausgabe. Damit sind alle Alben, die je in der Mojo Collection enthalten waren, verzeichnet.

Neue Liste: Treble: 10 Essential Triple Albums [N]

Titelbild von 10 Essential Triple Albums: George Harrison: All Things Must Pass Cover
Album Cover 1Album Cover 2Album Cover 3Album Cover 4Album Cover 5Album Cover 6

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Louis Armstrong And The Hot Five: Heebie Jeebies - der erste Scat-Gesang auf Schallplatte [N]

Diese Aufnahme von 1925 ist das erstes Beispiel von Scat-Gesang auf Schallplatte und es ist vermutlich der erste Song mit improvisiertem Gesang. Heebie Jeebies heisst so viel wie Gänsehaut, aber im Song ist ein bestimmter Tanzstil damit gemeint.
Eine Legende will, dass Louis Armstrong den Scart-Gesang bei der Aufnahme dieses Titels erfunden hätte, wofür es historische Zweifel gibt. Es handelt sich um eine von vielen Geschichten, die Musiker über andere Musiker erzählen. Wir wissen oft nicht, ob solche Geschichten urbane Legenden sind, mit denen die Musiker die Musik und sich selbst feiern, oder ob etwas Wahres dran ist. (Dies ist das Grundproblem der «Oral History», die im Gegensatz zur modernen philologisch ausgerichteten Geschichtsschreibung keine schriftlichen Quellen untersuchen kann.) Es ist aber in technologiegeschichtlicher Hinsicht eine gute Geschichte, deren Clou man in Wikipedia, wo sie verkürzt wiedergegeben wird, nicht wirklich versteht. Es heisst, dass Louis Armstrong das Papier mit den Lyrics aus der Hand gefallen sei und dass er deshalb die Worte nicht mehr ablesen konnte und improvisieren musste.
Wir schreiben das Jahr 1926. Damals wurde Musik noch mechanisch aufgenommen. Das hiess, alle Musiker in einen engen Raum mit dem Aufnahmegerät pferchen, das einen grossen Trichter zum Auffangen der Schallwellen hatte. Alles musste laut sein, um auf die Platte aufgenommen zu werden: Damals wurden keine Gitarren, nur die lauteren Banjos aufgenommen, die Sänger hatten alle Opern oder Theater-Stimmen. Man muss sich nun vorstellen, dass wenn Louis Armstrong das Notenblatt oder die Lyrics aus de Hand fallen, er sich nicht bücken kann, ohne dass er an einem Instrument anstösst oder den Trichter berührt, in dessen Nähe er singt.
Aufnahmesession aus der Zeit der mechanischen Schallaufzeichnung
Aufnahmesession aus der Zeit mechanischer Aufnahmen (Quelle grammophon-platten.de)

Von diesen aufnahmetechnischen Details her ist die Geschichte der Erfindung des Scats plausibel. Weniger plausibel ist, dass Armstrong die Lyrics nicht auswendig kannte - es war ja nicht irgend ein Song, den die Hot Five da aufnahmen, sondern Repertoire.

Zeitreise zu einem fast vergessenen Formatkrieg [N]

Vor dem Streaming war MP3, vor MP3 die CD, vor der CD war Vinyl, vor Vinyl, Schellack. In den Anfangszeiten von Schellack-Platten lagen zwei Hersteller mit ihren Geräten und Platten miteinander im Wettbewerb – sie befanden sich in einem «Formatkrieg» wie das etwas martialischer heisst. Edison, der taube Purist, setzte mit seinen Geräten, dem Edison Diamond Disk, auf wissenschaftliche Wiedergabepräzision, die Victor Grammophone Company, setzte mit ihrem Victrola auf das, was sich später durchsetzen wird: a) der Lateralschnitt: die Nadel wird durch den aufgezeichneten Schall horizontal nicht vertikal wie bei Edison ausgelenkt, b) 78 Umdrehungen pro Minute Abspielgeschwindigkeit nicht mit 80 RPM wie bei Edison. Der Formatkrieg tobte mehr als zehn Jahre. Kunden, die ein Gerät kauften, konnten nur die zugehörigen Platten damit abspielen. Erfolgreiche Popsongs wurden von beiden Anbietern aufgenommen, manchmal mit den selben SängerInnen, meist allerdings mit denen, die bei der je hauseigenen Schallplattennfirma unter Vertrag standen.
Victrola (links) und Diamond Disk (rechts) Geräte
Victrola (links) und Diamond Disk (rechts) Geräte (Details)
Der Formatkrieg wurde im zweiten Teil der 20er-Jahre beendet. 1925 wurden 10'' Platten, die bei 78 RPM laufen und lateral geschnitten sind, Standard. Die Elektrifizierung der vorher mechanischen Geräten, speziell der bei 50 Hz Wechselstrom betriebene Elektromotor, der von nun an den Plattenteller bewegte, war der Geburtshelfer dieses Standards. Ab 1929 wurde die Mehrzahl aller Platten nach diesem Standard gepresst. Diese Platten können wir noch immer auf Flohmärkten oder Antiquariaten relativ günstig kaufen. Die älteren Platten sind wegen ihrem Alter und der kleineren Auflage natürlich die wertvolleren Sammlergegenstände.
Vor bald zehn Jahren brachte das Dust-to-Digital-Label aus Atlanta Ausschnitte aus den Victrola-Disk-Sammlungen von Robert Millis und Jeffery Taylor heraus. Ein Youtube-Video zeigt den hervorragend produzierten Archivrelease, der Musik aus allen Teilen der Welt enthält:

Neue Liste: Dummy: The 10 Best Italo Disco Tracks, According To Anand Wilder of Yeasayer [N]

Titelbild von Dummy: The 10 Best Italo Disco Tracks, According To Anand Wilder of Yeasayer


zu den weiteren Songs

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Aus der Video-Datenbank: Giorgio: From Here To Eternity (Dokument) [N]

Im Zusammenhang mit Erfassungsarbeiten im Genre Italodisco stiess ich auf diesen Mitschnitt aus dem niederländischen TV. Giorgios Musik war offensichtlich sehr an Sci-Fi und Spacedisco orientiert. Manchmal geben solche Videos einen neuen, interessanten Blick auf eine bekannte Musik frei.



Der Mitschnitt stammt aus der niederländischen TV-Show Top Nonstop Pop.

Über Musikzimmer

Musikzimmer ist ein Online-Katalog für moderne Musik, der von Christian Schorno betrieben wird, einem Musikliebhaber, Kurator und Dozenten für Populäre Musik aus Zürich.

Die Frontseite von Musikzimmer berichtet regelmässig über aktuelle Musik und über musikgeschichtliche Zusammenhänge. Die Beiträge verweisen auf Inhalte im datenbankgestützten Katalog. Hier auf der Titelseite und auf der Schaufenster-Seite gibt es immer aktuelle und interessante Musik zu hören und Videos zu schauen.

Christian Schorno bietet verschiedene Dienstleistungen im Zusammenhang mit Musik an, z.B. Popquishows oder Vorträge.

Schreiben Sie Christian Schorno gerne eine Mail, wenn Sie Musikzimmer spannend finden oder über seine öffentlichen Popquizzes informiert werden möchten. Falls Sie auf Facebook, Google+ oder Twitter unterwegs sind, folgen Sie Christian Schorno bzw. Musikzimmer: Facebook-Logo Google+-Logo Twitter-Logo. Und natürlich: Sprechen Sie über Musikzimmer! Vielen Dank für jede Form der Unterstützung.

Leitbild

Der Kern des Musikzimmer-Projekts besteht im Aufbau und der Pflege der Datenbank. Die Datenbank enthält Informationen zu Populärer Musik, aber auch zu ihren Einflüssen, Grenzbereichen und Auswirkungen: zu Jazz, Blues, Folk, Country, moderner Klassik oder Improvisation – kurz, zu allem, was man als moderne Musik bezeichnen kann. Populäre Musik ist eine historisch und kontextuell bedingte künstlerische Ausdrucksform. Die enthaltene Musik soll möglichst weite Teile der Geschichte der Populären Musik wiederspiegeln. Da gehört Pop für die Massen (Abba oder Backstreet Boys) genauso dazu wie Musiker/-innen und Bands, die in Nischen leben (Focus Group oder Deafheaven), Musik der Zentren (New York, Los Angels, Nashville, London, Berlin) genauso wie Musik der Peripherie (Missisippi Delta, Seattle, Bristol), Musik, die bei kleinen und unabhängigen Labeln («Indies») verlegt wird und Musik von den drei weltweit operierenden «Majors».
Ein zweites Projekt besteht darin, die Musik digital zu archivieren, die in der Datenbank erfasst ist. Dieses Archiv für Moderne Musik soll der Zielgruppe der Forschenden und künstlerisch tätigen Personen zugänglich gemacht werden. Hierfür gibt es zur Zeit aber noch keine erschwinglichen und administrativ bewältigbaren Lizenzmodelle. Deshalb ist das Archiv vorläufig privat.

Zweck des Projekts

Die Musikzimmer-Datenbank dient zuerst der Systematisierung der Musiksammlung von Christian Schorno und damit letztlich seiner Tätigkeit als DJ, Kurator von Popquizshows oder Dozent. Die Stärke der Internet-Technologie besteht darin, dass die private Arbeit stets öffentlich sichtbar ist. Ein privater Nutzen ist damit zugleich der Nutzen der gesamten interessierten Öffentlichkeit.

Musikzimmer hat viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Musikdatenbanken (z.B. Discogs, AllMusic, Rate Your Music). Zunächst sind die Daten nicht in sich geschlossen: Es gibt in der Musikzimmer-Datenbank zahlreiche Verweise zu anderen Datenbanken, zu Rezensionen und zu schriftlichen sowie audiovisuellen Quellen. Auch zwischen Videos, Songs und Veröffentlichungen gibt es eine gegenwärtig rasch steigende Zahl von Verlinkungen. Schliesslich ist die Musikdatenbank mit dem digitalen Archiv verknüpft (diese Funktion kann allerdings aus urheberrechtlichen Gründen nicht öffentlich gemacht werden).

Aktuelle Rezensionen aus andern Musikblogs

Rezensionen neuer Alben (Quellen: Pitchfork, TinyMixTapes, DustedMagazine, NoRipCord, Metacritic). Das Widget stammt von Surfing-Waves.