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Musikzimmer-Blog: Am Puls der modernen Musik

Treblezine: Fight The Power: The Top 50 Protest Songs

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Literaturhinweis: Beat Grossrieder: Warum 1967 das wahre achtundsechzig war. 50 Jahre Summer of Love (NZZ)

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(Zürich, 2017)

Der Artikel ist eine Chronik der Ereignisse in San Francisco, Berlin und Zürich.
Wenn man von der Hippie-Generation spricht, fokusiert man meist auf 1968, auf die Auseinandersetzungen und Krawalle. Die Gegenkultur manifestierte sich aber ein Jahr zuvor, 1967. «Warf man 1968 Pflastersteine aufs Establishment, dachte man 1967 im Yogi-Sitz über eine bessere Welt nach und genoss dabei das Leben unter Gleichgesinnten». 1967 war der «Summer of Love». Das Initialereignis war das Be-In im Januar. Die Wirkung der Ereignisse des Jahres waren: Es entstand eine massive Bewegung aus Personen aus diversen Gegenkulturen: «Bürgerrechtler, Feministinnen, Studenten, Künstler, Musiker waren da, dazu Avantgarde und Freaks [...] Es ging um Themen, die heute noch relevant sind: Individuum contra Kollektiv, Geschlechterrollen, globale Verantwortung, Meinungsfreiheit, Umweltschutz».
In der Schweiz findet im September das erste Love-In statt. Hardy Hepps Bonmot gibt den tenor dieses Artikels wieder: «Ich bin kein 68er; wenn schon, dann eher ein 67er.»

Krokodil: «Morning Dew». LP, Liberty LBS 83 306 I. 1969

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BBC Radio 6 Music: The Alternative Jukebox

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Eine Bestenliste mit 500 Songs aus den Jahren 1937 bis 2013, zusammengestellt von DJs bei «BBC Radio 6 Music», 2014 in Buchform erschienen. Die DJs sind unter anderen: Cerys Matthews, Craig Charles, Huey Morgan, Shaun Keaveny, James Stirling, Nemone, Chris Hawkins, Gilles Peterson, Mary-Anne Hobbs, Jeff Smith, Don Letts, Steve Lamacq.

Die Liste ist in Arbeit und wird in Portionen ausgerollt.


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Aus der Media-Datenbank: New York Times Popcast: Hip-Hop’s Elders And Youth Go To Battle (Again) (Podcast)

Jon Caramanica (Host), Miss Info (Minya Oh from MissInfo.tv), Craig Jenkins (New York magazine) und Max Weinstein (XXL hip-hop magazine) reden über den 19 Jahre jungen Atlanta-Rapper Lil Yachty, der für eine neue Genration Hip-Hop steht, die von der alten nicht mehr verstanden wird: Radio spielt neue Rapper wie Yachty, Lil Uzi Vert oder Big Baby D.R.A.M. nicht, aber junge Leute kennen sie über andere Kanäle. Dieser «genreation gap» ist nichts Neues. Es gab ihn zu Beginn von Goldenage, von Poprap (MC Hammer, Vanilla Ice) und als Eastcoast gegen Westcoast antrat bzw. Southernrap gegen Eastcoast.
Dauer 52 Minuten

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Literaturhinweis: Murièle Weber & Ana Sobral: «Ein wenig wie sprachliches Boxen». Gespräch über Gangsta-Rap (NZZ)

Buch-Cover (Zürich, 2017)

Interview mit der UZH-Assistenzprofessorin. Gespräch über die Entstehung von Rap/Hip-Hop, den Aufbau eines Rap-Songs, das «bragging», die Frauenverachtung und Gewaltverherrlichung. Rap sei die wahrscheinlich demokratischste Art des Musikmachens, die es jemals gab. Das mache ihn in unseren politisch instabilen Zeiten, in der jede und jeder über seine soziale und individuelle Identität reden muss (um sich ihrer zu versichern), so attraktiv.

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Treblezine: 10 Essential Late-Career Peak Albums

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Superterz: Insomnia-Sessions@Photobastei

Flyer Superterz Insomnia-Sessions Januar 2017Die zürcher Futurejazz-Formation Superterz spielt diesen Monat an 31 Abenden nacheinander in der Bar der Photobastei 2.0 – in der Wohnzimmer-Atmosphäre dieses wunderbarsten Ortes in Zürich seit der Schliessung der Dachkantine. An jedem Abend ist ein anderer Gast mit von der Partie. Unter anderen spielen Burnt Friedman (am 25.1.), Nils Petter Molvaer (am 27.1.) oder Mauro Pawlowski (26.1.) mit ihnen, letzterer Ex-Gitarrist von Deus aus Belgien. Superterz sind im Kern die Brüder Marcel und Ravi Vaid plus Schlagzeuger Simon Berz und Performance-Künstler Koho Mori-Newton.
Das Konzept, einen Monat lang jeden Abend mit verschiedenen Gästen in einer offenen Bandstruktur zu spielen, ist bemerkenswert. Es verlangt nach einem Publikum, das gewillt ist, mindestens zwei Mal hinzugehen, um wirklich zu erleben, was es mit dem Projekt Insomnia-Sessions 2017 auf sich hat. Die Erfahrung lohnt sich aus mindestens zwei Gründen:

erstens: Superterz machen auf neue Weise erlebbar, was es heisst, eine Band zu sein

Eine Band funktional betrachtet: Die einzelnen Musiker/-innen nehmen in der Regel im sonischen Raum sehr unterschiedliche Dimensionen ein. Das Schlagzeug sorgt für den Rhythmus, die Gitarre oder Tasteninstrumente für die melodische Dimension, die Rhythmusgitarre für die harmonische und rhythmische Dichte, ein Bass-Instrument gibt dem Stück Tiefe, einen Körper, der Gesang ergänzt den verbalen Ausdruck. Jedes Instrument (oder jede Section bei grösseren Formationen) hat ihre Funktion im Gefüge der Band. Die genannten Dimensionen machen zusammen das magische Ganze aus. Bei Powertrios wie Green Day oder Jimi Hendrix Experience und bei Powerpopbands (The Who, The Knack) als den funktional reduziertesten musikalischen Formationen wird dieser Sachverhalt offensichtlich: Beim analytischen Hören kann man, was man hört, klar einem der Instrumente bzw. einem der Spieler zuordnen.
Das ist bei Superterz nicht so einfach. Hier kann jeder Musiker im funktionalen Gehege des anderen spielen. Beats müssen nicht vom Schlagzeug kommen, Stimmen nicht vom Sänger/Performer. Das hat eine spezifische Wirkung auf die Hörer/-innen. Wir wissen nicht woher die Sounds kommen und lernen im Hören, dass es keine Rolle spielt. Die Band ist ein Ganzes in einem ausgezeichneten Sinn. Es kommt auch nicht darauf an, welches Instrument eine Mitmusikerin oder ein Mitmusiker spielt. Er, sie, es geht immer in den Bandsound ein, wird inkorporiert.


zweitens: Superterz machen live eine Grunderfahrung mit Archiven wie Spotify erfahrbar

Insomnia ist der Name des letzten Studio-Albums der Gruppe. Es erschien vor etwas mehr als sechs Jahren. Schon bei der Produktion des Albums ist so viel Material zusammen gekommen, dass es die Bandmitglieder geschmerzt hat, es auf ein Doppelalbum-Länge einzudampfen. Mit dem Insomnia-Projekt ist die Gruppe offenbar bei etwas angekommen, das grösser, sublimer ist als sie und mit dem sie nicht fertig werden können. (Sie machen Sessions für ein Album, das bereits erschienen ist!!!) Hier passt der Begriff der Muchness, die vor etwas mehr als einem Jahr vom damaligen New York Times Journalist Ben Ratliff verwendet worden ist, um musikalische Werke zu bezeichnen, die umfangreicher, länger sind als es bisherige Tonträgerformate zugelassen haben. Werke der «Muchness» erscheinen digital und behelfsmässig als Mehrfach-CDs. Exemplarische Beispiele sind The Epic, das Dreifachalbum von Kamasi Washington, das ebenfalls aus viel, viel mehr Material zusammengeschnitten worden ist, oder die letztjährige 5-fach-CD von Autechre: Elseq 1-5. Wohlgemerkt, als Muchness zählt nur ausgezeichnetes Material, nicht Füllmaterial, das jede und jeder zuhauf produzieren kann.
Das faszinierte Publikum erfährt, dass Insomnia zeitlich so ausgedehnt ist, dass es immer nur einen kleinen Ausschnitt daraus miterleben kann. Verfahren der «Muchness» lösen einmal mehr den klassischen Werkbegriff auf, dieses Mal in Richtung Archiv. Das Publikum versteht dies, weil es bei Spotify- oder Youtube täglich der Grunderfahrung ausgesetzt wird, dass das Hören nicht mehr zu einem Ende kommt. Superterz bringen diese Erfahrung an den Konzertort.

Die Musik von Superterz ist ein Spiel mit der Intensität von Klang-Texturen. Die Klänge, die von der Band in den Raum gesetzt werden, plätschern anfangs dahin und verdichten sich dann unversehens zu schierer Energie, die durch den Raum fliesst. Es entstehen überwältigende Momente als Manifestationen von etwas Umfassendem und Unfassbarem.



siehe: Artikel von Ueli Bernays (NZZ, 13. Januar 2017)

[Link]

Stereogum: 34 Essential Glam Songs

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Die Liste von Stephen Deusner hat fünf Abteilungen: The First Wave (Tracks 1–8), The Second Wave (Tracks 9–15), Bubbleglam (Tracks 16–19), The United States Of Glamerica (Tracks 20–27), Third, Fourth, Fifth Waves (Tracks 28–34) und ist innerhalb dieser Abteilungen chronologisch geordnet.

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Kostbarkeit aus dem Archiv: Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly (1966)

Pauline Oliveros, die im November 2016 verstarb, war eine amerikanische Pionierin der Elektronischen Musik. Sie war zusammen mit Terry Riley, Steve Reich und Morton Subotnick Mitbegründerin des San Francisco Tape Music Centers. «Tape music» nennt man das Komponieren am Tonbandgerät. Dieses Verfahren war 1966, als das Stück entstand, gerade noch avantgardistisch. Zur selben Zeit schon begannen sich in der Produktion von Populärer Musik Tonbandmontagen zu etablieren (z.B. bei den Beatles). Heute, 50 Jahre später, ist es wenigstens in der Populären Musik eine Selbstverständlichkeit, dass Musik nicht auf dem Notenpapier geschrieben wird, sondern in einem Gerät entsteht – Pro tools, Reaper, Logic und andere Digital Audio Workstations (DAWs) sind die Nachfolger der damals verwendeten Bandmaschinen.
Die in Bye Bye Butterfly aufgenommenen Klänge stammen von zwei Oszillatoren, Verstärkern und einem Plattenspieler, der Ausschnitte aus Puccinis Madamme Butterfly spielt – daher der Titel der Komposition.
Die Oszillatoren pfeifen anfangs atmosphärisch vor sich hin. Interessant sind die stereophonischen Effekte, die Oliveros mit ihrem Setup hinkriegte. Zeitweise dreht sie an den Oszillatoren herum und das klingt wie das Drehen an einem Radioknopf. Ein kontrastreicher Moment entsteht, wenn nach etwas mehr als drei Minuten Puccini einsetzt. Die Bandmaschinen erzeugen einen Hall und entrücken die Arie in einen abstrakten Raum, in dem die klassische Musik von einem nun aggressiveren Pfeifen der Oszillatoren gestört wird. In der Tat verstand Pauline Oliveros ihr Werk als Manifest gegen die klassische europäische Musik und gegen das überkommene Frauenbild, das in Madamme Butterfly zum Ausdruck komme.

Im Ohr ... – aktuelle Tracks

Playliste (Track zum Abspielen anklicken)

Aktuelle Rezensionen aus anderen Musikblogs

Rezensionen neuer Alben (Quellen: Pitchfork, TinyMixTapes, DustedMagazine, NoRipCord, Metacritic). Das Widget stammt von Surfing-Waves.