Seasick Steve

Seasick-SteveSeinen Namen verdankt er seiner Neigung zur Seekrankheit. Trotzdem blieb er auf Kurs – ein Leben lang. Er musste über 60 Jahre alt werden und dem Tod nur knapp entrinnen, dann erst kam der Erfolg.

Einigen Quellen zu Folge[1][2] wurde Seasick Steve 1941 als Steve Wold in Oakland (Kalifornien) geboren. Er selbst gibt an, sein genaues Alter nicht zu kennen[3]. Fest steht, dass er früh auszog, um den Misshandlungen seines Stiefvaters zu entkommen. Von nun an führte er das Leben eines klassischen amerikanischen Hobos. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, verdiente sich zwischendurch etwas Geld als Strassenmusiker und reiste als blinder Passagier auf Güterzügen durchs Land.
In den 60ern begann er mit befreundeten Musikern wie Janis Joplin oder Joni Mitchel zu touren und arbeitete als Session-, Studiomusiker und Tontechniker. Obwohl er auf den frühen Alben der heutigen Szenelieblingen Modest Mouse als Produzent verzeichnet ist, blieb ihm der wirkliche Erfolg verwehrt. Der Erzählung nach bat ihn seine Frau, nachdem er einen Herzinfarkt nur knapp überlebte, ihm einige Songs aufzunehmen, damit ihr etwas von ihm bleibe, wenn er stirbt.
Seinen Durchbruch erlebte er 2006, als er in Jools Holland’s BBC Neujahrsshow[4] gleich drei Stücke aufführen durfte. Er spielte auf einer dreisaitigen Gitarre, begleitet von seiner „Mississippi Drum Machine“, einer Kiste, auf der er mit dem Fuss den Takt klopfte. Von da an war er ein gefragter Festivalmusiker. 2008 erreichte sein Debut „Dog House Music“ Platz 2 der britischen Independent Charts. Seine Musik ist ein erfrischend roher Mix aus Blues, Folk, Country und Rockabilly. Seine Texte handeln vom Leben als Landstreicher – von den Geschichten, die er erlebt hat. Und die erzählt der zufrieden wirkende bärtige Mann mit so viel Charme, dass es schwer fällt, sich ihm zu verschliessen.
(MR)


Quellen:

[1]http://en.wikipedia.org/wiki/Seasick_Steve (engl. Wikipedia, abgerufen 08.12.2013)
[2]http://de.wikipedia.org/wiki/Seasick_Steve (dt. Wikipedia, abgerufen 08.12.2013)
[3]http://www.zeit.de/2009/49/M-Seasick-Steve (Artikel in Zeit Online, abgerufen 08.12.2013)
[4]http://www.youtube.com/watch?v=pNoPNC3ebYQ
(Durchbruchshow: Jools Holland 2006)