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Release «Shri Camel» von Terry Riley.
Fakten
Veröffentlichungsdaten: 1978, 1990 10 25 (Reed.)
Label: CBS CBS 73929
Produktion: Terry Riley
Genre: Akademica - Minimalismus, Asiatica
Annotationen
Die postminimale Musik von «Shri Camel» besteht aus vier Suiten, die sich langsam entfalten wie klassische asiatische Hofmusik. Terry Riley lebte zur Zeit der Komposition der Stücke in der kalifornischen Wüste, wo er regelmässig morgens vor Sonnenaufgang meditierte. Die Musik reflektiert diese spirituelle und kontemplative Stimmung.
Wir hören repetitive Muster, die wohl komponiert sind, aber in der Aufführung stets improvisiert gespielt wurden. Das Werk steht unter dem Einfluss von Rileys Studien der indischen Musik bei Pandit Pran Nath, dem Hindustani-Sänger.
Instrument und Stimmung
Terry Riley verwendet eine modifizierte elektronische Yamaha YC-45-D Orgel, die (rein gestimmt und mit einer digitalen Delay-Unit ausgestatet war. Das digitale Delay-System lässt die Musik wie ein Klangbad wirken, ein meditatives und tranceartiges Erlebnis.
Die Verwendung der «Just Intonation» und die zyklische, meditative Struktur des Albums spiegeln Prinzipien der indischen klassischen Musik wider, insbesondere die Verwendung von Ragas mit ihren modale Skalen. Somit klingt diese Musik für westliche Ohren aus zwei Gründen exotisch, erstens weil sie indische Modi verwendet und zweitens weil sie mit einem rein gestimmten Instrument gespielt ist.
Just Intonation (reine Stimmung) ist ein Stimmsystem, bei dem die Frequenzverhältnisse der Töne auf einfachen ganzzahligen Verhältnissen basieren (z.B. 3:2 für eine reine Quinte oder 5:4 für eine reine Terz). Die Intervalle klingen «natürlich», d.h sind an die physikalischen Obertonreihen angelehnt, wie sie in der Natur vorkommen. Im Gegensatz zur Stimmung westlicher Instrumente wie dem Klavier erzeugt die reine Stimmung wohlklingende Intervalle, die aber für westliche Ohren ungewohnt wirken können.
Immersive Musik
Die Orgel wurde in noch einer Hinsicht für die Komposition angepasst: Riley konnte «Shri Camel» in Quadrophonie spielen, was bei Konzerten eine immersive Klanglandschaft schuf.
Im Gegensatz zur glatten Homogenität der New-Age-Musik wirkt «Shri Camel» bodenständiger.
Die Verwendung der modifizierten Orgel erzeugt schimmernde Texturen, die sich mit der Wahrnehmung des Hörers zu verändern scheinen, ähnlich wie Reflexionen auf Wasser oder eine Fata Morgana in der Wüste.
Personen und Querverweise
Trackliste
Seite A 1. Anthem Of The Trinity - 9:23 2. Celestial Valley - 11:30 *Seite B 1. Across The Lake Of The Ancient Word - 7:25 2. Desert Of Ice - 15:10 *Alle Tracks: Terry Riley.