Elsa Popping: Delirium In Hi-Fi | Release-Factsheet

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Release «Delirium In Hi-Fi» von Elsa Popping.

Fakten

Veröffentlichungsdaten: 1957 (F), 1958 (US)
Label: Fontana 680.201 ML, Columbia WL 106
Produktion:
Genre: Pop - Orchestralpop - Spaceagepop

Annotationen

«Delirium in Hi-Fi» ist ein Album, das 1957 vom französischen Komponisten André Popp und dem Soundeffekt-Künstler Pierre Fatosme unter dem Pseudonym Elsa Popping and Her Pixieland Band veröffentlicht wurde. Dieses Album wurde bekannt für seine ebenso ungewöhnlichen wie innovativen Soundeffekte und Aufnahmetechniken. Popp und Fatosme nutzten die Studiotechnologie der damaligen Zeit aus, um eine surreale und humorvolle Klanglandschaft zu schaffen. Effekte wie Tape-Echo, Variationen der Geschwindigkeit (Varispeed Effekt), Rückwärtsabspielen (Reverse tape effect), Reverb Effekte oder ungewöhnliche Mikrofonplatzierungen (Miking) wurden appliziert, um den Songs einen avantgardistischen Touch zu verleihen.
Das Album enthält hauptsächlich bekannte Melodien wie «La Paloma», «Beer Barrel Polka» («Lichetensteiner Polka»), «Jalousie» oder «La Cumparsita», die mit den genannten Effekten und auffälligen Arrangements interpretiert werden. Das wirkt über weite Stellen absurd und komisch, so überdreht, dass man hinhört.
Ein solches Album ist natürlich für die Geschichte der Sonologie und der der Aufnahmetechnologie interessant. Die Experimentierfreudigkeit und die Manipulation von Klängen nehmen vorweg, was später im Kontext der psychedelischen Pop- und Rockmusik gemacht worden ist (zum Beispiel die Beatles).
«Perles de cristal» ist ein Stück, das mit perkussiven Klängen und Hall-Effekten experimentiert. «Java des bombes atomiques» arbeitet mit skurrilen Verfremdungseffekten und ungewöhnlichen Tempiwechseln und klingt stellenweise wie eine besoffene Jahrmarktorgel. «Java Martienne» ist eine etwas andere Version des selben Stücks, das wie die Begleitmusik für einen Trickfilm klingt. «La Polka du Colonel» ist eine Polka mit grotesk-militärischer Anmutung, die durch den Einsatz von Soundeffekten einfach nur zum Lachen ist.
«Delirium In Hi-Fi» ist ebenso verrücktes wie faszinierendes Zeitdokument der 1950er Jahre, ein Beispiel wie abgedreht Novelty im Quadrat klingt und ein Paradebesipiel für Spaceagepop.

Personen und Querverweise


Elsa Popping

Trackliste

Seite A 1. Perles De Cristal (Georges Hamel) - 3:13 2. Java (Emil Stern) - 2:46 3. La Paloma (Sebastián de Yradier) - 2:58 4. Beer Barrel Polka (Jaromír Vejvoda, Lew Brown, Wladimir Timm) - 2:33 5. Java Du Diable (Charles Trenet) - 2:40 6. Jalousie (Jacob Gade) - 4:04 *Seite B 1. La Polka Du Roi (Charles Trenet) - 2:23 2. Java Des Bombes Atomiques (Alain Goraguer, Boris Vian) - 2:26 3. Adios Muchachos (Julio Sanders) - 2:47 4. La Polka Du Colonel (Gérard Calvi) - 2:30 5. Java Martienne (Alain Goraguer, Boris Vian) - 2:57 6. La Cumparsita (Gerardo Matos Rodríguez) - 2:35