Clemencic Consort & René Clemencic: Carmina Burana | Release-Factsheet

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Release «Carmina Burana» von Clemencic Consort & René Clemencic.

Fakten

Veröffentlichungsdaten: 1990 10 08 (Ed.)
Label: Harmonia Mundi France HMA 190336.38
Produktion:
Genre: Akademica - Mittelalterliche-Musik

Annotationen

Die «Carmina Burana» ist ein Manuskript von ca. 1230, das etwa 318 Gedichte und dramatische Texte enthält, hauptsächlich in mittellateinischer Sprache, einige in Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch. Nur neuen der 254 Lieder haben eine musikalische Notation in Form von adiastematischen Neumen beigegeben (ohne Linien, die genaue Tonhöhen angeben). Diese Neumen sind jedoch oft nicht durchgehend. Ohne Linien oder andere präzise Tonhöhenangaben sind sie schwer zu entschlüsseln, da sie eher als Gedächtnisstütze für Sänger dienten, die die Melodien bereits kannten.
Für die Aufführungspraxis der «Carimina Burana» ist die genaue musikalische Rekonstruktion daher eine schwierige Aufgabe, Für die grosse Mehrheit der Texte fehlt sowieso jegliche Notation.
Der Clemencic Consort, unter der Leitung von René Clemencic, ist bekannt für seine historisch informierten Aufführungen mittelalterlicher Musik. Im Gegenatz dazu ist Carl Orffs) «Carmina Burana» eine moderne Komposition, die nicht auf den ursprünglichen mittelalterlichen Melodien aufbaut.
Eine möglichst authentische Aufführung beruht auf Vergleichen mit parallelen Quellen. Da die Neumen in der «Carmina Burana» oft nicht ausreichen, um die Melodien eindeutig zu rekonstruieren, greifen Ensembles auf andere zeitgenössische Manuskripte zurück. Zum Beispiel werden Melodien aus anderen Manuskripten der Zeit herangezogen: Solche Manuskripte aus der Notre-Dame-Schule, der St.-Martial-Schule, aus Florenz, St. Gallen oder Wolfenbüttel enthalten ähnliche Texte mit besser lesbarer Notation. Etwa 45 der 254 Lieder der Carmina Burana konnten durch solche parallelen Quellen musikalisch rekonstruiert werden.
Instrumentierung und Improvisation: Mittelalterliche Musik war oft improvisatorisch, und die Instrumentierung war nicht immer festgelegt. Der Clemencic Consort verwendet daher Instrumente, die für die Zeit typisch waren, wie Laute, Vielle, Schalmei, Krummhorn oder Perkussion wie Handtrommeln. Diese Instrumente werden genutzt, um die Atmosphäre der Lieder zu unterstreichen, die Themen wie die Liebe, das Trinken, die Satire auf die Kirche oder den Frühling behandeln. Die genaue Auswahl und der Einsatz der Instrumente basieren auf dem, was über die Aufführungspraxis des 12. und 13. Jahrhunderts bekannt ist.
Der Clemencic Consort legt Wert auf die korrekte Aussprache des mittellateinischen und mittelhochdeutschen Textes. Sie verwenden eine standardisierte germanische lateinische Aussprache , um die Texte authentisch zu präsentieren. Dies unterscheidet sich von der italienischen oder kirchlichen Aussprache und spiegelt die regionale Praxis wider, in der das Manuskript entstand (vermutlich Südtirol oder Kärnten).
Da nur etwa ein Viertel der Lieder mit Neumen versehen ist und selbst diese nicht immer präzise sind, erfordert die Rekonstruktion viel musikwissenschaftliches Wissen und kreative Entscheidungen. Der Clemencic Consort kombiniert daher wissenschaftliche Analyse mit stilistischer Intuition, um Melodien zu schaffen, die dem mittelalterlichen Geist treu bleiben.

Personen und Querverweise


Clemencic Consort
René Clemencic

Trackliste

CD 1: Carmina Gulatorum Et Potatorum 1. Bacche, Bene Venies (CB 200 ) - 3:02 2. Virent Prata Hiemata (CB 151) - 1:50 3. Nomen A Solempnibus (CB 52) - 2:17 4.1. Alte Clamat Epicurus (CB 211) - 5:14 4.2. Nu Lebe Ich (CB 211a) - 1:55 5. Vite Perdite II (CB 31) - 1:35 6. Vacillantis Trutine (CB 108) - 4:44 7. In Taberna Quando Sumus (CB 196) - 2:46 *CD 1: Carmina Lusorum (Officium Lusorum) CB 215 Et 215a 8. Introitus: Lugeamus Omnes In Decio - 3:05 9. Epistola: Lectio Actuum Apopholorum - 4:05 10. Sequentia: Victime Novali - 4:34 11. Evangelium: Sequentia Falsi Evangelii - 4:17 12. Oratio: Ornemus! - 3:34 *CD 1: Carmina Moralia Et Divina 13. Dic, Christi Veritas - Bulla Fulminante (CB 131 Et 131a) - 7:56 14. Licet Eger II (CB 8) - 5:46 15. Si Vocatus Ad Nupcias I (CB 26,3) - 1:58 16. Nomen A Solempnibus II (CB 52) - 3:21 17. Fas Et Nefas Ambulant (CB 19) - 1:53 18. Flete Flenda (CB 5) - 1:09 19. Homo Qui Vigeas (CB 22) - 2:37 20. Procurans Odium II (CB 12) - 2:56 21. Crucifigat Omnes (CB 47) - 3:14 ^CD 2: Carmina Moralia 1. Deduc, Syon, Uberrimas (CB 34) - 2:54 2. Ecce, Torpet Probitas (CB 3) - 2:18 3. In Terra Sumus Rex (CB 11) - 3:04 *CD 2: Carmina Veris Et Amoris 4. Tempus Transit Gelidum (CB 153) - 3:43 5. Bacche, Bene Venies II (CB 200) - 2:01 6. Licet Eger (CB 8) - 3:09 7. In Gedeonis Ara (CB 37) - 3:20 8. Exiit Diluculo Rustica Puella (CB 90) - 1:04 9. Clauso Chronos (CB 73) - 3:13 10. Olim Sudor Herculis (CB 63) - 19:56 11. Virent Prata Hiemata (CB 151 Et 151A) - 8:09 12. Veris Dulcis In Tempore I (CB 159) - 6:18 13. Vacillantis Trutine II (CB 108) - 9:41 14. Michi Confer, Venditor I (CB 16*) - 2:50 15. Veris Dulcis In Tempore II (CB 159) - 2:51 ^CD 3: Carmina Divina 1. Ave Nobilis Venerabilis Maria (CB 11*) - 5:50 2. Fulget Dies Celebris (CB 153) - 1:16 *CD 3: Plaintes Mariales Du Jeu De La Passion 3. Ave, Domina Mundi (CB 18*) - 3:11 4. Ave Maria, Gratia Plena (CB 15*) - 1:18 5. Deus, In Nomine Tuo (CB 15*) - 2:08 6. Ludus De Passione (CB 16*) - 32:24 7. Regali Ex Progenie Maria (CB 18*) - 1:29 8. Sanctissima Et Gloriosissima (CB 18*) - 0:31 *CD 3: Carmina Amoris Infelicis 9. Iste Mundus Furibundus (CB 24) - 1:41 10. Axe Phebus Aureo (CB 71) - 2:56 11. Dulce Solum Natalis Patrie (CB 119) - 8:29 12. Procurans Odium (CB 12) - 2:43 13. Vite Perdite I (CB 31) - 1:07 14. Sic Mea Fata Canendo Solo (CB 116) - 3:26 15. Ich Was Ein Chint So Wolgetan (CB 185) - 3:42