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Paul Kingsbury & Michael McCall & John W. Rumble: Encyclopedia Of Country Music
Nachschlagewerk, herausgegeben von der Country Music Hall of Fame and Museum in Nashville. Es enthält zahlreiche alphabethische geordnete Biografien von Künstlern, Executives und Institutionen, vermischt mit Beiträgen zu Stichwörtern sowie Essays zu den historischen Wurzeln von Country, zum Songwriting, zur Musik, zur Plattenproduktion, zu den Medien, Am Ende gibt es dreissig Seiten mit Verzeichnissen mit den am meisten verkauften Country-Alben, Opry-Mitgliedern, Radiostationen, Inductees in die verschiedenen Halls of Fame oder Awards und ihre Träger:innen.
Bill Evans: Country Music as Music
Country funktional: Die Kreativität von Country besteht darin, die grösstmögliche emotionale Wirkung mit den einfachst möglichen musikalischen Mitteln zu erreichen (p. 349).
Country historisch: Die Musik hat sowohl afrikanische (melodische Modulation (im Text steht «variation», gemeint ist aber bending, sliding) und rhythmische Vitalität) als auch europäische Einflüsse (Balladen).
Instrumente: Das Banjo ist afrikanisch, die Fiddel kam aus Irland. Saiteninstrumente waren stets dominant.
Formal besteht Country hauptsächlich aus Songs mit zyklischen Verse-Chorus-Sequenzen. Balladen aus England waren die erste kodifizierte Form der Country Music. Die Lyrics sind aus vier Versen, die eine Stanze bilden, gebaut. Neben den Verses trifft man Turnarounds, Bridges und Interludes an. Turnarounds befinden sich in der Regel am Ende von Verses oder Chorussen als I–V–I-Kadenz.
Wie in anderen populären Song-Traditionen sind Melodie und Lyrics aneinander gekoppelt. Die Melodien bewegen sich meistens innerhalb einer einzigen Tonleiter, [die eine Solosängerin oder ein Solosänger ohne Stimmbildung beherrschen kann] (eine Ausnahme war Crazy).
[Harmonie spielt eine wichtige Rolle als mnemonisches Korsett der Songs.] Verwendet werden meistens Dur-Tonleitern und ihre Akkorde (eine Ausnahme ist 16 Tons). Modulation war in der Anfangszeit der Country Musik rar (Ausnahmen: I Walk The Line oder San Antonio Rose). Mit dem Einfluss von Pop und Rock auf Country hat sich das indes geändert. Die Harmoniesprache entspricht am Anfang dem «3-chord-stereotype» – den funktionalen Akkorden I, IV und V. Später werden daraus Harmoniefolgen. Der Text zeigt am Beispiel von «I'm So Lonseome I Could Cry», dass der Song sowohl als 3-Akkord-Sterotyp als auch als Harmoniefolge mit Slash-Akkorden und Übergangsakkorden funktioniert. Harmonische Verschönerung spielt in neuerer Zeit eine wichtige Rolle. [Wiederum dürfte die Anregung aus Pop und Rock stammen.]
Meter, Tempo, Rhythmus: Das Metrum ist douple oder triple, die Taktart 3/4 oder 4/4. Country Waltzer kommen in langsamem (He'll Have To Go) und schnellem Tempo (El Paso). Metrumwechsel/data> sind rar (Ausnahme 'Tis Sweet To Be Remembered). Das Tempo der Songs hängt oft mit Standards zusammen, die das ganze Genre bzw. Subgenre betrifft. Es ist geprägt von Tanzstilen und darf weder zu langsam noch zu schnell sein, so dass man die Lyrics versteht. Ein 4/4-Takt enthält abwechslungsweise zwei starke und zwei schwache Beats. Die Gitarre, wie sie Maybelle Carter spielte, sah vor, auf den betonten Noten den Bass und auf den unbetonten die Begleitung zu spielen.
Besetzung: Der Unterschied zwischen Rhythm-Section und Solo- oder Leadinstrument ist grundsätzlich. Das Leadinstrument spielt Backup zur Stimme: eine zweite ergänzende Melodie. Verschiedene Instrumente spielen so zusammen, dass sie sich gegenseitig zu einem integrierten Klangbild ergänzen, d.h. ein eizelnes Instrumen spielt auf einem ihm zugeordneten rhythmischen Muster, das den anderen Mustern nicht in die Queere kommt. Nur so ergibt sich ein Zusammenspiel im Ensemble, das allen Instrumenten einen hörbaren Ort gibt.
Stimmen: Der Gesang ist zentral. Er kommt als Solo- oder Gruppengesang vor, letzterer als Duo, Trio oder Quartett. Gesang in der afroamerikanischen und der Vaudeville-Traditionslinie neigt einem konversationellen Stil zu (Jimmie Rodgers), während Gesang in der europäischen Tradition melancholisch klagend ist (Carter Family). Die beiden Gesangsstile vereinigt haben Acts wie Hank Williams, Lefty Frizzell oder Dolly Parton.
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