Musikzimmer Blog Post: Mark Mulligan: Fake artists are what happens when fandom dies

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Mark Mulligan: Fake artists are what happens when fandom dies

«Fake Artists» sind «Acts», die auf Streaming Plattformen Songs unter einem Pseudonym veröffentlichen. Sie verzichten überdies darauf, ein künstlerisches Profil zu entwickeln. Ein grosser Teil dieser Musik ist Library Music, also eine Form billiger Muzak – «billig» im Sinn von günstigen oder gar keinen Lizenzkosten. In seinem Post argumentiert Mulligan, dass nicht «fake artists» das Problem seien, sondern dass Streaming, wie es heute von den Plattformen gehandhabt und angeboten wird, Fandom vernichten würde.
Man meint ja in der Regel, Streaming habe die Nachfolge des Tonträgerverkaufs angetreten, aber es ist in Tat und Wahrheit eher eine Art Radio – Formatradio, allerdings nicht mit den alten Radioformaten, sondern mit so genannten «Moods». Musik zum Joggen ist eben Muzak, Hintergrundmusik. Sie ist es nicht wert, nachzufragen, wer die Künstler sind, oder sich dafür zu interessieren, was sie singen. Mulligan: «By becoming pervasive, music has lost some of its magic.» Streaming ist Musik, die konsumiert wird, nicht Musik, mit der man als Fan lebt. Es ist das Verhältnis zwischen Künstler*innen und Fans, das heruntergespült wird.
Fandom ist heute auf Bandcamp zuhause, auf Twitch und TikTok. Tik Tok, das in letzter Zeit am meisten Zulauf von Musikfans hatte, käme so Mulligan, for dem Konsum und nicht danach. Es ist eine Selektionsmaschine, ein Filter für künftige Playlisten. Wenn ein TikTok-Erfolg ins Streaming übergeht, bleiben die Fans auf TikTok und gehen nicht in die Streaming-Ökonomie über.
Chinesische Streamingplattformen wie Tencent Music Entertainment seien in dieser Hinsicht anders und würden auch als Fandom-Maschinen funktionieren, so Mulligan. Zwei Drittel des Umsatzes kämen von Fans, statt von Konsument*innen. Diese Plattformen verkaufen nicht nur Musik, sondern «Unterhaltung». Die Kommodifikation der Musik in unseren westlichen Streamingplattformen dient diesen, aber nicht der Musikindustrie. Die «Fake Artists» sind ein Symptom von dem, was falsch läuft. Und wenn das so weiter gehe, werde bald die gesamte Musik «fake» sein.

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