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Musikzimmer Blog Post: Darryl W. Bullock: The Velvet Mafia. The Gay Men Who Ran The Swinging Sixties

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Darryl W. Bullock: The Velvet Mafia. The Gay Men Who Ran The Swinging Sixties

Die populäre Musik der 1960er Jahre wurde oberflächlich besehen von Leuten aus dem unteren Mittelstand geprägt: John Lennon, Mick Jagger oder Pete Townsend, um ein paar Namen zu nennen. Sie waren mehrheitlich heterosexuell orientiert. Homosexuelle Rock-Acts kamen erst in den 70er Jahren auf (Elton John und Queen mit ihrem Frontmann Freddie Mercury). Homosexuelle Männer indes haben in den 1960er Jahren hinter der Bühne gewirkt, vor allem als Manager und Produzenten. Larry Parnes, Manager zahlreicher britischer Teenager-Stars wie Tommy Steele, Brian Epstein, Manager der Beatles und vielen weiteren Interpret*innen, Sir Joseph Lockwood, der Vorsitzende des britischen EMI Labels, Simon Napier-Bell, Manager der Yardbirds, Kit Lambert Co-Manager der Who, Robert Stigwood, Manager von Cream und den Bee Gees, Tony Stratton-Smith, Gründer des Charisma Labels, usw.
Auch in den USA war viele homosexuelle Männer als «Executives» in der Pop- und Rockmusik tätig: Clive Davis A&R des Columbia Labels, Danny Fields, der die Stooges und die MC5 für das Elektra Label entdeckte, David Geffen, der z.B. Joni Mitchell managte und später vie seinem Asylum Label zu einem der grössten Plattenbosse aufstieg, Seymour Stein vom Sire Label.
Es gab auch freilich viel weniger weibliche Antipodien, z.B. Vicki Wickham, die Managerin von Dusty Springfield oder LaBelle und die Produzentin von Ready Steady Go.
«The Velvet Mafia» thematisiert die britischen Männer. Warum sich Darryl W. Bullock nicht auch eingehend mit Wickham beschäftigt, ist nicht so recht einzusehen. Mich irritiert eine Welt in der Schwule nur über Schwule schreiben und Lesben über Lesben. Autor*innen sollten m.E. ein wenig über ihren Tellerrand und ihr Eigeninteresse hinausschauen und nicht nur in ihrem und für ihren Bubble schreiben. Zur Verteidigung von Bullock muss man sagen, dass immerhin ein Kapitel Ready Steady Go gewidmet ist.
Abgesehen davon behandelt «The Velvet Mafia» die Lebensgeschichte und das kulturelle Umfeld, in dem diese Männer agierten. Bis 1967 war Homosexualität in Grossbritannien illegal. Das trieb Schwule an den Rand der Gesellschaft. Sie wurden inhaftiert, z.B. wenn sie auf öffentlichen Toiletten Sex hatten, sie wurden erpresst, zusammengeschlagen oder in den Selbstmord getrieben. Auch diejenigen von denen im Buch die Rede ist. Das Buch läuft – wie der Untertitel es andeutet – darauf hinaus, dass schwule Männer die Musik der «Swinging Sixties» prägten. Sie waren lose untereinander vernetzt und man sprach von ihnen als der «Velvet Mafia».

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