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Musikzimmer Blog Post: Mylo: Destroy Rock & Roll

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Mylo: Destroy Rock & Roll

Der Track spielt ein ironisches Spiel mit verschiedenen gesellschaftlichen Kräften der Zensur in der populären Musik. Dabei werden die Feuerreden fundamentaler Christen aus den 1950er Jahren gegen den Rock 'n' Roll (vergleiche Preaching Against Rock 'n' Roll) und die Parental Advisory Kleber-Aktionen des «Parents Music Resource Centers» von Senatorengattin Tipper Gore (unter anderen) in den 1980er Jahren zu einem neuen esoterischen Gebräu vermengt. Dem Sinn nach übersetzt heisst es hier: «Alle Abnormitäten des dritten Auges / durch verzerrte und übertriebene Bilder / Perverse Körperbewegungen, Breakdance / und andere Formen des Tanzes / Insbesondere rufen wir in dieser Stunde zum Gericht auf / um die Zerstörung der Rockmusik zu inszenieren / Speziell um die Kinder (zu schützen) / vor Videos, die im Namen folgender Personen gezeigt wurden, / für die wir das Urteil des heiligen Feuers dieser Stunde / Vor dem Thron des allmächtigen Gottes fordern». Darauf folgt eine Liste von Interpretinnen und Interpreten, die sich schuldig gemacht haben und verurteilt werden sollen.
Die Acts auf der Liste sind solche, die in den 1980er Jahren erfolgreich waren, was etwas über die historische Orientierung von Electrohouse als 80er-Revival-Genre aussagt.
Der Liedtext mag herrlich absurd sein, aber sagt dennoch etwas über Zensur in der Zeit nach dem Millennial aus – oder sagen wir über die Zensur-losigkeit. Dieses Zeitalter brachte sowohl konservativ-verschwörerische Net-Communities hervor, von denen solche abstrusen Reden denkbar sind, als auch eine Party-Generation, die grenzenlos tun und lassen konnte, wonach ihr der Sinn stand. Entscheidend ist, dass der Text keine Stellung bezieht, wodurch seine Ironie eigentlich in Frage steht. Den Ironie-Marker findet man lediglich in der Aussprache von David Bowies Namen als «David Buhwie».

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