Musikzimmer Blog Post: Fleetwood Mac: Rihannon

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Fleetwood Mac: Rhiannon (Will You Ever Win)

Rhiannon ist ein übernatürliches Wesen, eine Hexe, eine Stutengöttin, die der walisischen Mythologie (dem Mabinogion) entstammt. In den Sagen reitet sie auf einem strahlend weissen Pferd, das so schnell ist, dass niemand es einholen kann – selbst wenn es so aussieht, als würde es nur friedlich traben. Die Bewunderung für sie bleibt ambivalent:

Would you stay if she promised you heaven?
Will you ever win?
Thema ist die Schrecklichkeit des Erhabenen. Der Song präsentiert diese Ambivalenz ähnlich wie Rainer Maria Rilkes die Anwesenheit eines Engels in den «Duineser Elegien» (1923):
Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel
Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem
stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.

Rihannon ist aber kein Engel, sondern eine Hexe. Eine Frau, die ihr nacheifert, wird von ihr in Besitz genommen.
Die Musik besteht aus auf- und absteigenden, vertikal tanzenden Arpeggios: komplexes Gitarrenriff, an Glocken im Wind erinnernde Keyboardklänge der Fender Rhodes und dazu ein Schlagzeug wie ein synkopierter Herzschlag.
Stevie Nicks kannte den Stoff aus dem Roman «Triad» von Mary Bartlet Leader (1973). In diesem Roman steht die Hauptfigur Branwen unter dem Bann von Rhiannon.
Musikalisch läuft, wie Paul Davids in seinem Videofeature zeigt, viel ab: Lindsay Buckingham spielt seine Gitarre im Hybrid Picking Stil, d.h. Bassnote mit Plecktrum, Akkorde mit den Fingern. Eine hohe akkordbildende Melodielinie hat er im Overdub-Verfahren eingespielt.
Links, Quellen
– Paul Davids: The Iconic Riff That Sounds Like 2 Guitars (23. Juni 2026)

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