Musikzimmer Blog Post: Sia: Reasonable Woman

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Sia: Reasonable Woman

Sias zehntes Album «Reasonable Woman» schenkt uns 15 neue maximalistische Altpop-Songs, die die Songwriterin wie zuvor schon zusammen mit Jesse Shatkin und Greg Kurstin geschrieben hat. Sia hat es vollkommen drauf, Ohrwürmer zu schreiben, und sie ist am besten, wenn sie ihre imposant mächtige Stimme voll ausfährt. Das ist es, was sie auf ihrem neuen Album ausfürlich tut. Das bringt dem Album keine Rezensionen, die es abfeiern. Ganz im Gegenteil, es wird ihr formelhaftes Songwriting und die übertriebene Produktion vorgeworfen.
Fans, die sich nach Sias typischen Hymnen über Resilienz und Selbsterrmächtigung sehnen, werden in den Songs «Little Wing», «I Forgive You» oder «Immortal Queen» finden, was sie suchen.
Die Zusammenarbeit mit Kylie Minogue auf «Dance Alone» und mit Chaka Khan auf «Immortal Queen» gehören zu den stärkeren Songs auf dem Album. Dagegen wirken einige Songs auf «Reasonable Woman» zu uninspiriert und mit Elementen gestrickt, die man von Sia schon kennt. Die Lyrics von «Gimme Love» oder «Champion» arbeiten am von der Singer-Songwriterin okkupierten Thema der Überwindung von Widrigkeiten weiter, ohne allerdings die Tiefe oder den Witz von früher zu erreichen. Die Produktion ist zweifellos ausgefeilt, erstickt jedoch oft das Potenzial vielversprechender Ideen mit einem weiteren bombastischen Drop. Ener zuviel?
Letztendlich leidet «Reasonable Woman» unter einer übermäßigen Abhängigkeit von der Sia-Formel. Während es Momente unbestreitbarer Gesangsleistung gibt, mangelt es dem Album an der Innovation und künstlerischen Risikobereitschaft, die ihre früheren Arbeiten auszeichneten.
Teile der Rezension sind mit Gemini geschrieben, das mit den Rezensionen von Neil Z. Yeung (AllMusic), Caitlin Welsh (Guardian), Eric Torres (Pitchfork) und Moses Jeanfrancois (Beats Per Minute) gefüttert wurde.

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