Musikzimmer Blog Post: London Records: Hit That Perfect Beat: The London Records Story

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V. A. (London): Hit That Perfect Beat: The London Records Story

London Records (oft einfach London Label genannt) gilt bis heute fälschlicherweise oft als Indie-Label. Tatsächlich war London zu keinem Zeitpunkt der 1980er Jahre unabhängig. Nach dem Niedergang der Traditionsfirma British Decca im Jahr 1979 wurde London Records 1980 vom Major-Label-Riesen PolyGram geschluckt und zum hippen Label für Newpop gemacht.
Dass der Eindruck eines Indie-Labels entstand, liegt an einer Mischung aus der musikalischen Ausrichtung des Labels am popkulturellen Zeitgeist und am klugem Marketing. Das Label-Roster bestand aus einigen Acts, die zur Speerspitze des New Wave und Synth-Pop gehörten. London Records nutzte das Geld, die marktmacht und die Vertriebswege von PolyGramm, liess aber seinen Künstlern und A&Rs (Talentsuchern) die kreative Freiheit eines Independent-Labels.
In den 80ern definierten Bands den Begriff «Indie» vor allem über die Vertriebswege, aber auch über den Sound und die Attitüde der Acts. London Records hatte Acts unter Vertrag, die genau das verkörperten: Bananarama, Bronski Beat und die Communards brachten einen frischen, oft queeren oder politisch aufgeladenen Synth-Pop-Sound mit, der perfekt in die damalige Post-Punk- und Independent-Landschaft passte. Es war gerade die Zeit, als einige Postpunk-Acts in den Mainstream durchbrachen.
/Später im Jahrzehnt kamen Bands wie die Fine Young Cannibals hinzu. Für den Hörer fühlte sich London Records nach verwegener Subkultur an, nicht nach seelenloser Major-Etage.
London Records operierte extrem geschickt, indem es echte, kleine Indie-Labels als Tochtergesellschaften (Subsidiaries) lizenzierte oder aufkaufte. Der wohl wichtigste Deal war die Partnerschaft mit Slash Records, einem waschechten Punk- und Alternative-Label aus Los Angeles (mit Bands wie Faith No More, Blasters oder Los Lobos), deren Platten in Europa über London Records erschienen.
Mitte der 80er Jahre holte London Records den DJ Pete Tong ins Boot, der das Sub-Label FFFR Records (Full Frequency Range Recordings) gründete. FFRR wurde zur absoluten Kaderschmiede für die aufkommende House-, Acid- und Club-Musik (mit Acts wie Salt-N-Pepa, Orbital und Lil Louis). Da die Club-Szene per Definition eine Underground- und Indie-Bewegung war, färbte dieses Image direkt auf das Mutterlabel London ab.
Querverweise
– zum Podcast Hit That Perfect Beat: The London Records Story. 1: There was nothing fake and contrived about us
– zum Podcast Hit That Perfect Beat: The London Records Story. 2: We will spend a million dollars on marketing
– zum Podcast Hit That Perfect Beat: The London Records Story. 3: We got in a lot of trouble
– zum Podcast Hit That Perfect Beat: The London Records Story. 4: We basically drank the entire profit
– zum Podcast Hit That Perfect Beat: The London Records Story. 5: They were up for that fight

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