Musikzimmer Blog Post: Beth Gibbons: Lives Outgrown

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Beth Gibbons: Lives Outgrown

«Lives Outgrown» ist das erste Soloalbum von Beth Gibbons, der Sängerin der Trip-Hop-Band Portishead. Es erscheint 16 Jahre nach dem dritten und letzten Album ihrer Gruppe. «Lives Outgrown» ist ein musikalisches Ereignis von tiefgreifender Bedeutung. Inspiriert von persönlichem Verlust und einer Rückschau auf ihr Leben, markiert das Album eine bewusste Abkehr vom ikonischen Trip-Hop-Sound ihrer Band Portishead. Stattdessen entführt uns Gibbons in eine folk-inspirierte Klangwelt, die durch experimentelle Texturen und ungewöhnliche Instrumentalbesetzung besticht.
Gibbons' unverwechselbare Stimme, berühmt für ihre melancholische Schönheit und emotionale Intensität, bleibt das Herzstück des Albums. Doch die musikalische Landschaft ist dichter, vielschichtiger und explorativer als je zuvor. Unerwartete Klänge wie mit Metalllöffeln angeschlagene Klaviersaiten oder das Surren von wirbelnden Röhren erzeugen eine unheimliche, fast surreale Atmosphäre.
Thematisch taucht Gibbons tief in ihre persönliche Geschichte ein und reflektiert über Mutterschaft, Angstzustände und die Wechseljahre. Ihre Texte, stets geprägt von einer ergreifenden Tiefe, berühren durch ihre schonungslose Ehrlichkeit und ihre scharfsinnigen Beobachtungen über die Höhen und Tiefen des Lebens. Gibbons' Melodien sind von einer zeitlosen Schönheit, und Stücke wie «Floating on a Moment» und «Whispering Love» gehören zweifellos zu ihren stärksten Kompositionen.
Obwohl Gibbons' Stimme unweigerlich Assoziationen zu Portishead weckt, distanziert sie sich bewusst vom Sound ihrer ehemaligen Band. Anstelle von treibenden Snaredrums und Breakbeats setzt sie auf perkussivere Elemente wie Toms und Bass, die dem Album einen erdigen, organischen Charakter verleihen. Die Instrumentierung ist bemerkenswert vielfältig und reicht von Bassklarinetten über Gesangsröhren bis hin zu Streichsägen, was eine Klanglandschaft erzeugt, die sowohl vertraut als auch überraschend ist.
Die Arrangements, größtenteils von Gibbons und Produzent James Ford geschaffen, sind cineastisch und atmosphärisch dicht. Der Einsatz von Kinderchören und Blockflöten in einigen Stücken verleiht dem Album eine zusätzliche Dimension von beunruhigender Unschuld.
«Lives Outgrown» ist ein komplexes und tief bewegendes Werk, das Gibbons' künstlerische Entwicklung auf beeindruckende Weise widerspiegelt. Es ist ein zutiefst persönliches und introspektives Album, das sich mit Themen wie Verlust, Sterblichkeit und der Vergänglichkeit der Zeit auseinandersetzt. Die Instrumentierung und die Arrangements sind kunstvoll und experimentell und erschaffen eine einzigartige Klangwelt, die sowohl vertraut als auch überraschend ist. Auch wenn der melancholische Grundton des Albums nicht jedermanns Geschmack treffen mag, so zeugt es doch von Gibbons' außergewöhnlicher Kunstfertigkeit und ihrer Bereitschaft, musikalische Grenzen zu überschreiten. «Lives Outgrown» ist eine würdige Ergänzung ihres beeindruckenden Katalogs und ein absolutes Muss für alle, die ihre Musik schätzen. (Text erzeugt mit Gemini durch Eingabe der Rezensionen von Pitchfork, PopMatters, Lout and Quiet, Quietus und Treblezine.)

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