Musikzimmer Blog Post: Adam Neely: They Teach AI Music at Music School Now...

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Adam Neely: They Teach AI Music at Music School Now...

In diesem Video setz sich der Jazz-Bassist und Video-Essayist Adam Neely kritisch mit der Einführung von generativer KI an Musikhochschulen auseinander. Er kritisiert seine Alma Mater, das renommierte Berklee College of Music dafür, Kurse wie «Bots, Beats, AI and the Future of Songwriting» anzubieten, der ein Anlass für Studierendenproteste war. Neely beleuchtet die Hintergründe, deckt finanzielle Verstrickungen auf und nennt vier Kernprobleme, warum die Lehre von KI-Musik (insbesondere Tools wie Suno) an Musikschulen seiner Meinung nach verfehlt ist.

  1. Sunos CEO, Mikey Schulman, argumentiert, Musikmachen sei anstrengend und unangenehm – Artifcial Intelligence-Plattformen wie Suno mache Musizieren indes zu einem Spass, vergleichbar mit einem Videospiel. Neely kontert: Genau das Gegenteil sei die Basis von Musikschulen: Menschen zahlen Schulgeld in den zehtausenden von Dollars, weil sie lernen wollen, wie man Musik komponiert, spielt oder produziert.
  2. Der Kursprogramm von Berklee wirke stets veraltet, sagt Neely. Da würden heute immer noch Kurse angeboten zum Metaverse, das von Facebook mittlerweile aufgegeben worden ist.
  3. Viele Studierende und Alumni protestieren, weil der Kurs generative KI-Tools wie Suno nutzt. Sie sehen darin eine Entwertung ihrer Ausbildung: Warum teures Studium zahlen, um zu lernen, wenn KI das Handwerk übernimmt und besser als 80 % der Studenten sein soll? Studierende wollen über Ethik und Recht informiert werden, aber nicht selbst mit KI Songs generieren.
    Ausserdem gibt es andere Tools als Suno, die man lehren könne (Stem Separation, Machine Learning etc.). Dagegen sei nichts zus sagen. Hingegen wirke es seltsam, dass Kursausschreibungen von ben Camp das Anfertigen von Deepfakes angepriesen würde. Das Problem für Neely ist, dass Suno nicht einfach ein weiteres Tool in dieser Linie ist, sondern eine Maschine, die den Wert aus menschlicher Musik extrahiert («Wealth Extraction») und sie mit einem Abonnement an die Kund:innen verkauft. Es geht um kapitalistische Appropriation. Suno trainiert seine Modelle auf urheberrechtlich geschützter Musik («Scraping») ohne Erlaubnis oder Vergütung.
    Hinzu komme, dass Suno zunehmend ein Synonym für KI im Feld der Musik werde. Das sei gefährlich.
  4. KI-Musik werde von der Öffentlichkeit grösstenteils als «Slop» wahrgenommen und das sei schlecht für das Prestige einer Elite-Schule wie Berklee.
Hintergründe & Verstrickungen
Neely deckt auf, dass hinter den Kulissen enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Universitätsleitung und der Tech-Industrie bestehen. Dozent Ben Camp ist bezahlter Berater bei Suno. Berklee-Präsident Jim Lucchese, ein ehemaliger Exec von The Echo Nest, hat enge Verbindungen zu denselben Venture-Capital-Gebern (z.B. Matrix Partners / Antonio Rodriguez), die Suno finanzieren. Derselbe Investor sitzt heute im Vorstand von Suno und äusserte öffentlich, dass er froh sei, Suno ohne die Fesseln von Lizenzdeals mit Labels aufgebaut zu haben. Rodriguez brüstet sich über die grösste Copyright Verletzung der Geschichte, seit Napster.
Der Dozent des besagten Kurses, Ben Camp, geriet in die Kritik, weil er behauptete, KI sei besser als 80 % seiner Studierenden. Das ergibt für Neely Sinn, wenn man über die Verflechtungen der Dozierenden mit der neuen KI-industrie weiss.
Laut Studierenden verstösst die Nutzung von Suno im Unterricht gegen Berklees eigenen Verhaltenskodex bezüglich Plagiaten, da das Tool ungefragt mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert wurde.

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