Print-Factsheet: Paul Ott: «Die Behäbigkeit löst sich an den Rändern» (Artikel_Print)

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Paul Ott [D]: Die Behäbigkeit löst sich an den Rändern   [PDF]

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Datum (JJJJ MM TT)
– 1981 12 [D]
Verlag
– RoRoRo (Reinbek)
Nachweis
– Klaus Humann (Hrsg.) & Carl-Ludwig Reichert (Hrsg.): EuroRock. Länder und Szenen. Ein Überblick.
Behandelte Acts Behandelte Acts
Les Sauterelles [D], Toni Vescoli [D], Minstrels [D], Island [D], Toad [D], Tea [D], Krokodil [D], Rumpelstilz [D], Lise Schlatt [D], Span [D], Polo’s Schmetterding [D], Ursi Baur Band [D], Nasal Boys [D], Sperma [D], Mother’s Ruin [D], Stephan Eicher [D], Grauzone [D], Kleenex [D], Liliput [D], Crazy [D], Rudolph Dietrich [D], Mutterfreuden [D], Le beau lac de Bâle [D], Sozz [D], City Vibes [D], Maloo [D], Yello [D], Krokus [D], Bitch [D], Steve Whitney Band [D], NH3 Band [D], Trampolin [D], Flame Dream [D], Whipping Post [D], Infra Steffs Red Devil Band [D], Crown [D], Joker [D], Magic Spell [D], Nautilus [D], Carol Vinci [D], Why Blood [D], Hanery Ammann Band [D], Circus [D], Bruno Spoerri [D]
Tags
– Musik aus der Schweiz [Tag]
– Dialektrock [Tag]

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Der Autor war der Mitherausgeber des zweiten schweizerischen Punk-Fanzines Punk Rules aus Bern. Beschreibung eines Stephan Eicher- und Grauzone-Konzerts in einem Berner Kellerclub im Oktober 1980. Der Club wird kurz nach dem Konzert geschlossen, weil das Haus abgerissen oder umgebaut wird. Diese Situation sei exemplarisch: Das Kapital, die Spekulation verdränge den letzten Rest Leben, den es gäbe. Deshalb müsse «Grönland vom Packeis befreit werden». Es gehe nicht ums Leben, sondern ums Überleben, so der Autor. in Zürich fanden im Sommer und Herbst 1980 eine ganze Serie von Krawallen statt, mit teils heftigen Sachschäden und zahlreichen Verhaftungen. Junge Bands haben keine Auftrittsmöglichkeiten. Die Forderungen nach Autonomen Jugendzentren sei dringlich.
Im November 1980 steigt der Blick bei Good News mit einer Mehrheitsbeteiligung ein. Doch die neue Punkszene braucht keine Konzerte in grossen Hallen für 25.– Eintritt. Sie zieht kleine Veranstaltungen vor, von denen es fast keine gibt.
Es folgt ein Exkurs zu Beat und Rock –«Die frühen siebziger Jahre waren das langweiligste, was der Rockmusik passieren konnte». Rock sei gut gespieltes Importgut gewesen. Das erste Wetterleuchten sei entstanden, als Bands schweizerdeutsche Texte zu schreiben begannen.
1976 wird lakonisch kurz als Jahr, in dem in England Punk entstand abgehandelt.
1977 kommt Punk in der Schweiz an. Es gibt die Fanzines No Fun (Zürich) und Punk Rules (Bern). Die Zürcher Nasal Boys treten als Vorgruppe beim Clash Konzert auf. Das Konzert war der Urknall für den Schweizer Punk. [Geniale Dilettanten] gründeten reihenweise Bands: «Endlich mal besteht die Schweizer Rockszene nicht aus technisch guten aber langweiligen Instrumentalisten, sondern aus musikalisch ungebildeten jungen Typen voller Ideen» (S. 316). Bands wie Sperma, Mother's Ruin<(a> und Kleenex/Liliput folgten mit Plattenproduktionen. Letztere hatten mehr als lokalen Erfolg und schlugen mit ihrer ersten EP in London ein. Es folgte der erste Sampler Swiss Wave, worauf allerdings Bands aus der Romandie nicht vertreten waren. Erste Indie-Produktionen machten Crazy, Rudolph Dietrich und Le beau lac de Bâle. Die Punk Szene bringt heterogene / vielfältige Musik hervor: SOZZ, City Vibes, Maloo oder Yello. Dann wird die Industrie darauf aufmerksam und versuchte Kapital aus Bands wie Expo (aus den Nasal Boys entstanden), Tickets oder Beau Katzmann zu schlagen.
Derweil Krokus im Mainstream die ersten Erfolge in den USA feiern konnten und in der Folge andere Schweizer Bands einen Schallplattenvertrag erhielten: Bitch, Steve Whitney Band, NH3 Band, Trampolin, Flame Dream, Whipping Post, Infra Steffs Red Devil Band, Crown, Joker, Magic Spell, Nautilus, Carol Vinci, Why Blood. Einen internationalen Touch hätten die Hanery Ammann Band und Patric Moraz. Führend im Jazzrock seien Circus und Bruno Spoerri gewesen. Mainstream Bands kämen übers Mittelmass nicht hinaus, weil ihnen die Infrastruktur fehle und sie deshalb von den Konzernen abhängig seien.
Zu den Medien: Die SRG, die staatliche Radio- und TV-Gesellschaft, kontrolliert die Programme. Für die Jugend sei peinlich wenig ausgestrahlt worden. Positiv einzig: «Sounds», 45 Minuten pro Tag. Die Fachpresse bestand aus Pop, das keine kritische Distanz mehr einnehmen könne. Eine positive Neugründung war Music-Scene Schweiz, das seit 1979 erschien. Punk und Wave Fanzines hingegen hatten eine eigene Infrastruktur, die sich mit derjenigen von Urban Gwerders Hotcha in den 60ern vergleichen lasse.
Indie-Labels sind zu verzeichnen: Off Course Records und Voxpop. Sie konkurrieren mit Turicaphon.
Mainstream-Konzertveranstalterin ist die Good News. Ein Indie-Festival findet in Wetzikon bei Zürich statt: das No Wave Festival am 21. Juni 1980.
Der Artikel endet mit einer Beschreibung der Berner Szene.
Als Anhang folgen Verzeichnisse von Clubs, Festivals, Platten (lange und kurze), Fazines, Büchern, Radio/TV-Gefässen und autonomen Jugendzentren.

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