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Christian Schorno [D]: Zürcher Populäre Musik der Hippie-Ära: Eine neue Ästhetik und ihre Wirkungen   [PDF]

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Datum (JJJJ MM TT)
– 2018 01 02 [D]
Verlag
– Chronos (Zürich)
Nachweis
– Erika Hebeisen, Gisela Hürlimann und Regula Schmid (Hrsg.): Reformen jenseits der Revolte Zürich in den langen Sechzigern. Reihe: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich (AGZ), Bd. 85
Behandelte Acts Behandelte Acts
Jimi Hendrix [D], Rolling Stones [D], Les Sauterelles [D], Hardy Hepp [D], Krokodil [D], Düde Dürst [D], Lise Schlatt [D], Toni Vescoli [D], Minstrels [D], Bee Gees [D], Monica Morell [D], John Covach [D]
Tags
– Musik aus der Schweiz [Tag]
– Zürich [Tag]
– 1968 [Tag]
– Agitpop [Tag]
– Jugendrevolten [Tag]
– Psychedelischer Untergrund [Tag]
– Krautrock [Tag]
– Dialektrock [Tag]
– Singer-Songwriter [Tag]
– Schweizer Hitparade [Tag]
– Babybommers 1940-1970 [Tag]

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Der Beitrag behandelt den ästhetischen Bruch zwischen Beat- und Rock-Musik in Zürich. Dieser Bruch oder die Ablösung einer musikalischen Ästhetik durch eine andere ist ein Beispiel für eine Reform jenseits der 1968er Revolte – worum es im Sammelband der Antiquarischen Gesellschaft geht. Diese «ästhetische Revolution» kam mit der angelsächsischen Musik nach Zürich und war nicht vom politischen Geschehen, dem Globuskrawall im Juni 1968, motiviert gewesen.
Der Begriff Hippie-Ästhetik stammt vom amerikanischen Musikwissenschaftler John Covach. Eine Ästhetik gibt die Grundsätze wieder, nach denen Musik produziert und rezipiert wird. Die Ästhetik ist in der Populären Musik nichts Überzeitliches oder Allgemeingültiges, sondern hochgradig von sozialen Praktiken oder – wenn man so will – von den Moden einer Epoche abhängig. Die Hippie- oder Rock-Ästhetik entsteht in den Jahren zwischen 1965-68 und ist, bis Disco und Punk sie Mitte der 70er-Jahre weitgehend ablösen, verantwortlich für den wichtigsten Teil der Popmusik der Zeit: für klassischen Rock, Hardrock, klassischen Metal, Blues-, Folk- und Country-Rock, Psychedelischen Rock, Progressiven Rock, Singer-Songwriter und auf dem Kontinent Dialektrock oder Krautrock.
Die Hippie-Ästhetik entsteht im psychedelischen Untergrund in San Francisco, Los Angeles und London und kommt via angelsächsische Musik nach Zürich. Wichtige Einflüsse sind Schallplatten und Konzerte mit englischen Bands wie den Kinks (1966), den Rolling Stones (1967) und dem Lineup des Monsterkonzerts von Ende Mai 1968: Jimi Hendrix, Eric Burdon And The Animals, Traffic (mit Steve Winwood) und The Move.
1967 wird auf der Zürcher Allmend ein Love-in nach dem Vorbild des Human Be-ins in San Francisco veranstaltet. Danach bricht auch in Zürich musikalisch eine neue Zeit an: Rockbands wie Krokodil werden gegründet, die die Hippie- oder Rock-Ästhetik leben und ihre Musik möglichst unabhängig von Label und Management entwickeln. Neben diesem «schweizerischen Krautrock» entsteht mit Lise Schlatt auch eine Zürcher Variante des Mundart- oder Dialektrocks.
Am 2. Januar 1968 geht auch die Schweizer Radiohitparade «on air». In ihr widerspiegelt sich zum einen der gesellschaftliche Konflikt, der 1968 auf der Strasse ausgetragen wird, zum anderen zeigt sich im internationalen Vergleich, dass der Schweizer Popmarkt weit weniger vielfältig ist als die angelsächsischen Märkte.
In Zürich wurden auch Schlager produziert. Der erfolgreichste war Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an von Monica Morell. Dieser neue Schlager liebäugelt mit der Hippie-Ästhetik, freilich ohne sie als Ganze zu übernehmen.

Zusätzliche Materialien und Texte
– Christian Schorno: Zürcher Populäre Musik der Hippie-Ära: «Outtakes» – weitere Musiker und Bands
– Musikzimmer: Kommentierte Playliste, die die Vielfalt der Zürcher Musik jener Zeit zwischen 1966 und 1981 wiedergibt.
Timeline
Chartruns der Schweizer, Britischen und Amerikanischen Hitparade im Jahr 1968 (Spreadsheet)

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Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.