Print-Factsheet: Ilija Trojanow: «Einladung zur Weltliteratur: Runter vom Montblanc» (Artikel_Online)

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Ilija Trojanow   :


Ilija Trojanow [D]: Einladung zur Weltliteratur: Runter vom Montblanc

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Datum (JJJJ MM TT)
– 2017 05 26 [D]
Verlag
– NZZ (Zürich)
Nachweis
– NZZ, 26.5.2017, S. 38
Links
– Logo
Tags
– Kanon [Tag]
– Kanonisierung [Tag]
– Vorurteile [Tag]
– Werturteile [Tag]

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Über Aufmerksamkeitsdefizite gegenüber der Literatur nicht europäischer Länder und der daraus folgenden Verzerrungen des Kanons.
1999 wählten französische Leser die 50 wichtigsten Werke der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts aus einem Pool von 200 Titeln, erstellt von Literaturkritikern und Bibliothekaren. 14 Titel unter den ersten 20 sind auf Französisch geschrieben. In den Top 20 nur eine Frau, Anne Frank. Auf der Liste taucht ein einziger Autor aus dem Süden auf, Gabriel García Márquez auf Position 33 mit «Hundert Jahre Einsamkeit».
2003 erschien im «Guardian» die Liste «The 100 greatest novels of all time». Unter den besten 10 rangieren 8 britische Autoren (und ich meine «britisch» – kein Amerikaner versteckt sich unter ihnen). 41 der besten 50 Romane wurden auf Englisch geschrieben, ein einziger auf Deutsch, Franz Kafka auf Platz 49. Erst auf Position 76 taucht der erste nichtwestliche Schriftsteller auf, wiederum Gabriel García Márquez.
Als die BBC im selben Jahr die Hörer zur Wahl ihrer Lieblingsbücher aufrief, waren die ersten 19 Titel englischsprachig, und von diesen stammten immerhin 7 von Frauen. Und die grosse weite Welt? Wieder Gabo. Zusammengefasst: Der Bauer liest, was er kennt. Und Gabriel García Márquez.
um Vergleich das Ergebnis einer Umfrage von «litprom», einem Verein in Frankfurt, der entscheidende Pionierarbeit geleistet hat, die Literaturen der Welt in den deutschsprachigen Raum zu importieren: An erster Stelle Gabriel García Márquez, es folgen Nagib Machfus, Chinua Achebe, Salman Rushdie, Amadou Hampâté Bâ, Assia Djebar, Wole Soyinka, Ngugi wa Thiong'o und Nuruddin Farah.
Die Erweiterung des Kanons, so ein gängiger Einwand, bedeute seine Verwässerung, die Aufgabe von Qualitätsstandards. Dieser Verdacht verwechselt Qualität mit Privileg.

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Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.