Print-Factsheet: Christina Späti & Damir Sekenderovic: «Die 1968er-Jahre in der Schweiz. Aufbruch in Politik und Kultur» (Sachbuch)

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Christina Späti   :


Damir Sekenderovic   :


Christina Späti [D] & Damir Sekenderovic [D]: Die 1968er-Jahre in der Schweiz. Aufbruch in Politik und Kultur   [PDF]

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Datum (JJJJ MM TT)
– 2012 09 25 [D]
Verlag
– Verlag Hier + Jetzt (Baden)
Tags
– Babybommers 1940-1970 [Tag]
– Schweiz [Tag]
– Columbia University Protests 1968 [Tag]

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Mit dem Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit entsteht in den USA und dann auch in Europa ein früher kaum gekannter Wohlstand. Dieser brachte ein Überangebot an Waren, Massenkonsum, Autos, Eigenheime für den Mittelstand, Haushaltsmaschinen, Supermärkte, Freizeit, Ferien für alle, Radio und Fernseher. Der Wohlstand bringt es mit sich, dass junge Leute eine eigene Merktkraft haben: Es gibt Produkte, die eigens für junge Leute hergestellt und von ihnen konsumiert werden: Kleider, Motorroller und Motorräder, Schallplatten und Medien, Bücher usw. Jugendlich haben Zeit und Geld genug, einen (Konsum-)Stil zu kultivieren.
Die Schallplattenindustrie verzeichnet Branchengewinne, die zwischen 1955 und 1973 dan der aufkommenden Rockmusik von 277 Millionen auf 2 Milliarden Dollar steigen. In Frankreich ist 1967 jeder dritte Einwohner jünger als 20 Jahre. Studierten in den 50er Jahren nur eine kleine Elite von deutlich weniger als einem Prozent, waren es gegen das Ende der 60er Jahre ein Vielfaches davon.
Babyboomer wuchsen zum einen mit den konsumversprechen der wachsenden Industrie auf, aber auch mit Eltern, deren Moralvorstellungen vor dieser neuen Zeit geprägt wurde. Vor allem im Zusammenhang mit Sexualität und Autorität (McCarthyismus, unkonsequente Entazifizierung) entstanden heftige Konflikte zwischen den Generationen. Die Jugend beginnt folglich, sich Gehör zu verschaffen. Revolten und Proteste entstanden. Jugendliche, die ihre Haltung besonders offen zur Schau stellten oder vehement vertraten, wurden kriminalisiert. Die erste Jugendbewegung waren die Halbstarken (Teddy-Boys, Blousons-noirs, Treppisti), die zumeist mit Jugenddelinquenz in Zusammenhang gebracht wurden. Etwas vorher und zeitgleich sorgten Provos und Beatniks für Schlagzeilen, da sie wilden Jazz hörten und mit Rauschgift experimentierten. Jugendgruppen bedienten sich bei den Strategien der europäischen Avantgarde (den Dadaisten, Situationisten, Lettristen usw.), die mit teils witzigen Störungsaktionen lokale Revolten veranstalteten.

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Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.