Print-Factsheet: Bazon Brock: «Haben wir gelebt? Schon gestern war vor tausend Jahren. Op, Pop und Hopp auf dem Laufsteg durch die Wohnlandschaft der 60er Jahre» (Artikel_Online)

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Bazon Brock   :


Bazon Brock [D]: Haben wir gelebt? Schon gestern war vor tausend Jahren. Op, Pop und Hopp auf dem Laufsteg durch die Wohnlandschaft der 60er Jahre

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Datum (JJJJ MM TT)
– 1984 [D]
Verlag
– Elefanten Press (Berlin)
Nachweis
– In: Jürgen Holtfreter (Hrsg.): CheSchahShit. Die Sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow. S. 9 ff.
Links
– [Quelle]
Tags
– Babybommers 1940-1970 [Tag]
– Waren [Tag]

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Die 60er brachten Aufrüstung in Politik, Massenproduktion und Konsum als Verbrauch in der Wirtschaft. Zitate aus dem teils sarkastisch geschriebenen Aufsatz. «Wegwerfen! Die entscheidendste Veränderung im kulturellen Verhalten der Deutschen während der 60er Jahre.» «Man stelle sich den Fortgang der Massenproduktion in erwartbarer Weise noch auf Jahre (exponentiell gesteigert) vor.» «Beseitigen und Platz schaffen. Volk ohne Raum sind Konsumenten ohne leere Stellflächen.» Empfohlen wurde von Popartisten, Happenisten, Action-teacher (zu denen sich der Autor zählt), den Feind mit dessen eigenen Waffen zu schlagen. Doc mit dieser Strategie blieb man «Hofnarren des Kapitalismus, Clowns, willfährige Werkzeuge in der Hand des Klassenfeindes».
Die 60er brachten die Pille. Damit veränderten sich «die Leibestechniken und ihr Genuß fundamental». Minis wurden Mode, wobei das Mass der Beinfreiheit als Indikator der Freizügigkeit gelten kann. «Mit Mary Quant (der Erfinderin des Minirocks) setzte zum ersten Mal die Unterschicht ihre Modevorstellungen gegenüber den ansonsten immer noch aristokratisch verbrämten und distanzierten Oberschichten der westlichen Welt durch.»
Die 60er brachten eine dezentralisation des Modezentrums Paris: Jetzt kam Mode auch aus Tokio, London, New York, Florenz, Mailand, Rom oder Berlin. Entwürfe der Haute Couture wurden auch an Fabrikanten von Massenkonfektion verkauft.Die Mode wird skandalisiert, weil sie unvorhersehbar ist.
«Massenkonsum ohne Auswahlfreiheit ist undenkbar – und Auswahlfreiheit ist immerhin eine Freiheit, die höhere Freiheitsansprüche ermutigt. Bezwang die Freiheit, die Eigentum der Kapitalisten geworden zu sein schien, womöglich gerade ihre Herren?»
«Die Pop-Programmatik war affirmativ. Dummerweise hatte der alte Marcuse das noch nicht mitgekriegt und versuchte immer noch, den jungen Leuten jenen Typus von Kulturkritik nahezulegen, den er als junger Mann in den 20er Jahren kennengelernt hatte.»

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Zitierhilfe
Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.