Print-Factsheet: Matthew Phillips: «2015: The Neofuturist Aesthetic Technology And Counterfuture In The Electronic Avant-garde» (Artikel_Online)

Autor Navigation

last.fm artist pic

Matthew Phillips   :


Matthew Phillips [D]: 2015: The Neofuturist Aesthetic Technology And Counterfuture In The Electronic Avant-garde   [PDF]

Cover

Datum (JJJJ MM TT)
– 2015 12 10 [D]
Verlag
– Tiny Mix Tape (Blog)
Links
– Logo
Behandelte Acts Behandelte Acts
Filippo Tommaso Marinetti [D], Kraftwerk [D], Arca [D], Lotic [D], Oneohtrix Point Never [D], Holly Herndon [D], M.E.S.H. [D], Amnesia Scanner [D], Elysia Crampton [D], Container [D], Chino Amobi [D], Prurient [D], Jlin [D]
Tags
– Avantgarde [Tag]
– Futurismus [Tag]
– Accelerationismus [Tag]
– Transhumanismus [Tag]
– Artificial Intelligence [Tag]
– Singularity [Tag]
– Ereignis [Tag]
– Gegenzukunft [Tag]
– Eskapismus [Tag]

Cover

Der Artikel stellt in der elektronischen Musik des eben vergangenen Jahres 2015 eine neue neofuturistische Ästhetik fest. Die behandelten Acts sähen Technologie nicht als Quelle von Entfremdung, sondern als neue Möglichkeit des menschlichen Seins, das sie explorieren. Hier wird der Mensch als etwas verstanden, das die Technologie beherrschen und die Zukunft deshalb prägen kann, statt der technologischen Entwicklung ausgeliefert zu sein.
Die neofuturistische Ästhetik wird von drei anderen futuristischen Positionen abgehoben,
1) vom avantgardistischen Futurismus: das ist der historische Futurismus der 10er-Jahre: Dieser erklärt den Lärm/«noise» zur Musik und hat Sympathie für den Faschismus,
2) vom technokratischen Avantgardismus: das ist der blonde Glaube, dass Technologie sich weiterentwickelt und dass der Mensch sich daran anzupassen habe/gar nicht anders könne als sich anzupassen und
3) vom transhumanistischen Futurismus: das ist der Glaube an eine Transzendenz des Menschen, nachdem der oft beschworene «bass-drop of the singularity» (siehe Ray Kurzweil) eine neue post-humanistische Ära provoziert, eine transformation des Menschen.
Phillips stellt fest, dass der Neofuturismus weder utopisch noch völlig dystopisch sei und keine einheitliche künstlerische Bewegung darstelle. Auch der Neofuturismus bejahe die Beschleunigung, setze allerdings Momente der Entschleunigung, des Stillstands in die Musik ein, was gleichsam ein Korrektiv sei und die Krise/Kritik eingebaut habe. Dem Accelerationismus setzt diese Ästhetik das temporale Motiv des Ereignisses entgegen: Die Vorwärtsbewegung in der Zeit bringe nicht nur Fortschritt mit sich, sondern auch eine Serie von Ereignissen, durch die der Fortschritt in neue Richtungen zu lenken vermocht werde (das sind «breaks in continuity»).
Die neofuturistische Ästhetik biete eine Gegenzukunft an («counterfuture») und diese sei nicht notwendig eine eskapistische (obwohl einige der Künstler hierzu tendierten).

Widget Embed Code
Kopieren Sie diesen Code, um ihn auf einer Webseite oder in einem Blogpost einzubetten:

Zitierhilfe
Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.