Media-Factsheet: May Spils: «Zur Sache, Schätzchen» (Kinofilm)

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May Spils: Zur Sache, Schätzchen

Regie
– May Spils [>] [D]
Datum (JJJJ MM TT)
– 1968 01 04  [D]
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Tags
– Babybommers 1940-1970 [Tag]
– Gammler [Tag]

Ein Tag im Leben von Martin, einem schwabinger Schlagertexter mit Gammler-Attitüde. Cool und unberührbar, aber mit einem Mundwerk ohne Punkt und Komma geht der Anti-Held durch diesen Film. Er erfindet wie beiläufig Wörter, die seither in die deutsche Sprache eingegangen sind, und er begegnet Barbara (Uschi Glas), mit der er im Zoo eine Ziege im Kinderwagen entführt und die für ihn einen Striptease auf der Polizei hinlegt. «Zur Sache ..» ist eine sympathische aber auch groteske Komödie über das Jungsein in Mitteleuropa der mittleren oder späten 60er-Jahre.
Dafür, dass der Film 1968 in Deutschland gedreht wurde, ist er zahm, aber erfrischend anders, als das, was man erwartet. Die männliche Hauptfigur ist ein Verweigerer, hat aber wenig von dem Feuer, mit dem die junge Generation die Welt auf den Kopf stellen wollte. Er erinnert eher an einen Helden der Generation X, intelligent, beredt aber im Grunde unsicher. Die Kopf- und Mundarbeit, die Martin leistet, macht ihm die Welt zum Problem. 68 würde eigentlich anders funktionieren, nicht wahr? Die Welt ist das Problem und die Helden suchen wissend, dass es wie bisher nicht weitergeht, nach Lösungen. Endlose Diskussionen, todernst. Und hier: Improvisierter feinsinniger Humor.
Der Film war anfangs erfolgreich, ein Erfolg des Jungen Deutschen Films. Dann ging er vergessen.
Ein Vorbild des Films war A bout du souffle und Martin sollte in der Schlussszene eigentlich vom Polizisten erschossen werden. Als dann aber Benno Ohnesorg umgebracht wurde, änderte Spils das Drehbuch.

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