Media-Factsheet: Suede: «Hit Me» (Musikvideo)

Playliste

Streams

Act Navigation

last.fm artist pic

Suede   :


Suede: Hit Me

Datum (JJJJ MM TT)
– 2013 05 30  [D]
Genre(s)
– Alternativerock - Poprock - Post-Britpop [D]

«Destruction and reckless vandalism inside a museum». So lautet die Beschreibung des neuen Suede Videos, Hit Me, auf Youtube lakonisch. Kunstwerke werden zerstört, entheiligt und es sieht aus als geschehe es aus Langeweile, Unverständnis und im Spiel einer - von den Schauspielern hervorragend gespielten! - Liebeswerbung. Das Überraschende dabei ist, dass die junge Frau, dem Mann die Spraydose entreisst, nicht um das Kunstwerk zu retten, sondern um ihm ihre Handschrift auch noch aufzudrücken. Die Provozierte, Umworbene steigt ins Spiel mit ein und die Sache eskaliert vollends. Im gemeinsamen Vandalismus-Akt, der von niemandem gestoppt wird, was schon mal recht unrealistisch wirkt, zerstört das Paar nicht nur klassische Kunstwerke, sondern auch moderne. Es geht also nicht um eine antiklassizistische Haltung. Am Ende sieht man, dass der Vandalismus-Akt selbst ein Kunstwerk im Museum ist, das von Museums-Besuchern mit Audioguide betrachtet wird. Aus dem Off hört man die lakonische Erklärung des Audioguides, dass es in diesem Kunstwerk (und damit dem Suede Video) darum ginge, die museale Kunst als bourgeoise Praxis zu hinterfragen.
Vielleicht führt das Video letztlich vor, was mit der Kunst und der Musik heute los ist. Sie stellt sich - natürlich! - radikal in Frage zerstört aber nur das, was in einen Rahmen gestellt worden ist, um zerstört zu werden. Zerstörung als Kunst und nicht als Wirklichkeit, so die vielleicht zu platte Formel. Man provoziert und diese Provokation heisst Kunst.
Mittlerweile interessiert mich diese Art der spielerischen oder Pseudo-Provokation nicht mehr so wie früher. Politisch braucht Kunst meiner Meinung nach auch nicht zu werden (das hatten wir schon und es hat die Welt nicht verbessert, oder?). Das In-Frage-Stellen macht meines Erachtens nur Sinn, wenn es neue Spielräume eröffnet, Spielräume in denen man weiter arbeiten kann, um Neues zu schaffen. Das Problem der Gegenwartsmusik und -kunst ist vielleicht, dass man es beim In-Frage-Stellen belässt statt aus- und aufzubrechen. So gesehen ist das Video ein Symptom für einen grossen Teil der Gegenwartsmusik.

Listenzugehörigkeit: Listenzugehörigkeit
Musikzimmer: Beste Videos und Songs von 2013 [L] [<<] [>>]

Embedcode
Kopieren Sie diesen Code, um ihn bei Ihnen einzubetten.

 

Citation Text
Kopieren Sie diesen Code, um das Video zu zitieren.