Stil-Discog: Chillwave

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Musikzimmer Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground - Chillwave Diskografie

Beschreibung
Ein Genre, das unter verschiedenen Namen ab 2009 und 2010 als Hype durch die Blogosphäre ging. Der Psychtronica-Sound von Caribou oder Four Tet fungierte als Vorbild für eine neue Generation von Bedroomproducern und Indiebands aus den USA. Chillwave ist entspannte elektronische Musik mit ausgewaschenem Sound (Instagramm-Ästhetik), etwas verträumt und entschieden Lo-Fi (nicht unähnlich wie bei Analogelectronica), zuweilen mit Tanzbeat, zuweilen auch ohne. Der Vintage-Sound wird elektronisch emuliert. Der Laptop ist ein selbstverständliches Instrument der Chillwave-Acts, die als Band, Duo oder Solokünsler auftreten. Die Macher/-innen zeigen eine Vorliebe für rezyklierte 80er-Sounds, zum Beispiel Synthpop, New Age Kitsch oder radiofreundlichen Mainstreampop.
Ebenso wichtig wie «Chillwave» ist der Begriff «Hypnagogicpop».

Namensalternativen und Abkürzungen: Hypnagogicpop, Glo-Fi, Glo-Fi Pop, Downtempo Pop, Hipstergogic Pop

Taxonomische Beziehungen
– Genrestufe: Stil
– Genre: Post-Millennial-Music [D]
– Sparte: Lo-Fi-Underground [D]
– Stil: Chillwave

Genealogische Beziehungen
Vorgänger
– Newpop - Synthpop [D]
– Newpop - Artpop - Dreampop [D]
– Indiepop - Lo-Fi-Pop [D]
– Electronica - IDM [D]
– Electronica - Analogelectronica [D]
– Electronica - Psychtronica [D]
– Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground - Nugaze [D]

Nachfolger
– Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground - Witchhouse [D]
– Post-Millennial-Music - Digital-Underground - Vaporwave [D]

Wichtige Acts
John Maus [D], James Ferraro [D], Ariel Pink's Haunted Graffiti [D], Panda Bear [D], Pocahaunted [D], Ducktails [D], Beach House [D], Delorean [D], Neon Indian [D], Washed Out [D], Toro Y Moi [D], Memorytapes [D], School of Seven Bells [D], Gold Panda [D], Emeralds [D], Zola Jesus [D], Sun Araw [D], LA Vampires [D], Puro Instinct [D], Spencer Clark [D], Sun Arraw [D], Tennis [D], Memoryhouse [D], Wild Nothing [D]

Exemplarische Releases

Relevante Quellen
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Labels
Not Not Fun [D], Ghostly International [D], Tri Angle [D], RVNG Intl. [D], Hippos In Tanks [D]

Weblinks
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Name
Der Begriff stammt von Carles, einem Blogger, der in einem Artikel Stücke von Bands zusammenstellte, die irgendwie ähnlich klangen (Hipster Runoff). Seine Beschreibung lautete: Chillwave klingt wie etwas aus dem Hintergrund einer alten VHS Kassette, die sich auf einem Dachboden der späten 80er/90er findet. (zitiert nach dem Blog von Kilian Schoenberger Bildraum).
Der alternative Begriff «Hypnagogicpop» wurde vom Wire-Journalist David Keenan geprägt (The Wire, 306 (2009), p. 26 ff.). Veröffentlicht wird die Musik auf raren bis ultrararen Kassetten- und Vinylreleases. Blogs und Youtube sind die Promotionskanäle.
Der Begriff hypnagogisch bezeichnet den Zustand zwischen Wachen und Schlafen, diesen träumerischen Halbschlaf, in dem man in die eigenen Träume (Erinnerungen an Popnummern aus den 80ern, als die Musiker jung waren) eingreifen, sie sanft steuern (elektronische Instrumente, die Samples steuern) kann. Die Träume werden dann zu Halluzinationen. Die Musik zu haluzinatorischem, hypnagogischem Pop.
Wo die Kunst des 20. Jahrhunderts mit dem Traum gearbeitet hat, entstand surreale Kunst. Wo indes der Hypnagogicpop mit dem Traum arbeitet, entsteht hyperreale Kunst.

Entstehung
Hypnagogischer Pop ist in Südkalifornien entstanden, unter dem Einfluss der Gegend, des Wetters (verwitterte Sounds, betonte Geräusche der Trägermedien), der Filmindustrie (exzessive Träume) und Shoppingmalls (synthetische Künstlichkeit). Hypnagogicpop avant la lettre ist Don Henleys Boys Of Summer (siehe David Keenan).

Medien
Das Genre lebte in Foto- oder Musikblogs. Fotos und Coverart sind ausgebleicht (Instagramm-Effekt). Die Musik wurde vielfach auf Audiocassetten herausgebracht, was auch Ausdruck der 80er-Revival-Ästhetik war.Ein weiterer ästhetischer Einfluss waren Videocassetten oder alte Super-8-Aufnahmen.
Simon Reynolds postete auf seinem Blog die Collagen von Sammy Slabbinck. Sie würden ihn an die Cover-Art von Hypnagogicpop-Releases erinnern.

Instrumente
Die 80er-Jahre-Synthsounds werden mittels Vintage-Equipment, Samples oder Emulationen gespielt.


Songs (176)

Releases (310)

Medien (201)