Wooden Shjips: Back to Land (ma)

Wooden Shjips

Wooden Shjips

Wooden Shjips ist eine Band aus San Francisco, den USA, die zu den populärsten neuen Bands des Psychedelic Rocks zählt. Die Amerikaner haben ihr letztes Album Back to land im Oktober 2013 veröffentlicht. Es ist das erste Album, das ausserhalb von San Francisco entstanden ist. Der Umzug der Band nach Portland scheint seine Spuren hinterlassen zu haben. Das Sound-Reportoire der Band hat sich verändert.1

Untitled

Das Album: Back to Land

Das Musikalbum überrascht mit acht Songs, die auf der Grundlage von vorwärtstreibenden Schlagzeugsounds aufgebaut sind, sowie mit „verzerrten Fuzz-Gitarren mit langsamem Flanger-Effekt, repititiven Orgel-Linien und Gitarrensoli, die als kurze Einsprengsel wie Erinnerungsfetzen aufblitzen.“2 Back to Land wird von vielen Musikkritikern als perfekter Kompromiss zwischen Drone-Kunst und Hippie-Melodien bezeichnet. Zum ersten Mal trauen sich die vier Amerikaner aus ihrem düsteren Drogensound heraus und präsentieren einprägsamste Melodien.3 Obwohl Psychedelic- und Space Rock weiterhin das Grundgerüst der Songs bilden, erweitert die Gruppe auf dieser Platte ihr musikalisches Spektrum, indem sie sich teilweise an alternativen oder an klassischen Rock annähern.4 Im Vergleich zu früheren Platten wie z.B. West ist der Sound hier um einiges heller, klarer und harmonischer, wie bei dem Titeltracks des Albums Back to Land 5:

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[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=o5qddnGj3f0[/youtube]

Obwohl sich der Horizont des Quartetts musikalisch und geografisch deutlich erweitert hat, bleiben Wooden Shjips eine tolle Band, die interessante Musik für die zahlreichen Fans aktuelle psychedelischer Musik machen.[6]


Hush – ein Song reist durch die Zeit

KulaShaker Ist es möglich ein Stück zu schreiben, das so gut ist, dass es nicht nur ein Hit wird, sondern auch einer bleibt? Mit „Hush1 ist Billy Joe Royal 1967 genau das gelungen! Der typische Hippie-Rock-Song erreichte nicht nur Platz 52 der Billboard Hot 100, sondern wurde bereits in seinem Erscheinungsjahr mehrmals gecovert. Unter anderem von Kris Ife2 und auch von Russell Morris3, der ihn 1980 gleich nochmals coverte, allerdings in einer härteren Version4. Wie kaum ein anderes Stück durchlebte Hush im Laufe der Zeit unzählige Veränderungen und Neuinterpretationen, ohne aber dabei jemals seine Einzigartigkeit zu verlieren. Die mitreissende Rhythmik und die eingängige Melodie des „Na-nana-naa’s“ machen den Song unverwechselbar. Auch Rock-Grössen wie Deep Purple schreckten nicht davor zurück, den Song ebenfalls gleich zweimal zu interpretieren5. Auch hier wurde dem Geschmack der Zeit Rechnung getragen und im zweiten Anlauf eine härtere Gangart eingeschlagen. Als sich 1992 schliesslich Gotthard Hush vornahm6, war der Track definitiv in einer neuen Ära angekommen. Bei ihnen klingt Hush eher nach Bon Jovi oder Aerosmith und erscheint im für die Neunziger typischen Studiorock-Stil.
1994 schliesslich coverte die englische Psycedelic-Rock-Band Kula Shaker Hush ebenfalls. Sie wagten allerdings etwas Neues und interpretierten das Stück in klassischer Retro-Manier, sehr stark angelehnt an das Original. Obwohl sie Hush etwas schneller und energiegeladener umsetzen, ist die starke Anlehnung an das Original unüberhörbar. Bei ihnen sind die Instrumente, die Verstärker und das Drumset, ja sogar die Kleidung, die sie im Videoclip tragen, pure Sechziger! Und trotzdem – oder gerade deswegen – erreichte ihre Version7 nochmals Platz 2 der Charts8.

(MR)

Tim Buckley

File:Tim-Buckley.jpg

Den Namen Buckley würden viele Leute in der Musik wohl mit dem Vornamen Jeff ergänzen. In diesem Beitrag soll es jedoch nicht um Jeff Buckley, sondern um dessen Vater Tim Buckley gehen. Für viele ist er wahrscheinlich ein relativ unbekannter Sänger, welcher zu Lebzeiten keine besonders großen kommerziellen musikalischen Erfolge feiern konnte.

Beginnend in den Stilrichtungen Folk-Rock und Psychedelic Rock, wandelt sich seine Musik bald in Richtung Progressive Jazz.[1] Sein sich ständig verändernder musikalischer Stil wurde von vielen seiner Fans als zu extrem angesehen, weshalb sie sich eher von ihm abwandten. Tim Buckley konnte mit seiner Musik also nicht wirklich überleben, seine zahlreichen Alben, die in den 1960er und 70er erschienen, wurden alles andere als gut verkauft. Keiner seiner Songs schaffte auch nur annähernd eine zufriedenstellende Chartplatzierung.[2]
Im Jahre 1975 verstarb Buckley unerwartet an einer Überdosis Heroin. Zu diesem Zeitpunkt war er hoch verschuldet, was wohl daran lag, dass sein musikalischer Ansatz einem eher nicht-kommerziellen entsprach und es ihm mehr um das Schaffen von „abgefahrener“ Musik ging. Dies traf jedoch nicht wirklich den Geschmack der meisten Leute zu dieser Zeit.

Als 1980 die britische Band Cocteau Twins Buckleys „Song for the Siren“ coverte, führte dies zu einem Anstieg seines Berühmtheitsgrades. In den 1990er Jahren wurden noch zwei seiner Alben aus den späten 60ern veröffentlicht, welche seine Karriere nach seinem Tod ebenfalls ankurbelten.[3]
Allgemein lässt sich festhalten, dass Buckley fast 40 Jahre nach seinem Tod immer noch nicht in Vergessenheit geraten ist – im Gegenteil, seine Alben sind immer noch auf dem Musikmarkt zu finden und er wird als einer der besten Musiker der 60er/70er Jahre dargestellt, dessen Musik der damaligen Zeit einfach schon zu weit voraus war.

Viele seiner Songs wurden von anderen Künstlern aufgegriffen und noch heute werden immer neue CDs mit alten Songs von Buckley veröffentlicht.
Seine durch Kreativität und Improvisation geprägte Musik fand zu seinen Lebzeiten nur wenig Anklang, nun bekommt Buckley die längst überfällige Honorierung für seine Songs und ist in der Musikbranche präsenter denn je.

(Lh)

 

 

Quellen:

http://www.timbuckley.net/prime_page.shtml

http://www.allmusic.com/artist/tim-buckley-mn0000595101

 

 


[1] http://www.timbuckley.com/biography/

[2] http://www.timbuckley.com/biography/

[3] http://www.timbuckley.com/biography/

Syd Barrett – Echo eines Exzentrikers

Wer den Namen Syd Barrett hört, verbindet ihn unmittelbar mit „Pink Floyd“ und „Psychedelic Rock“. Der exzentrische Gründer der weltberühmten Band hob sich besonders durch seinen einzigartig experimentellen und verworrenen Darstellungsart von seinen Freunden ab. Obwohl er kaum ein Jahrzehnt aktiv in der Musikbranche mitmischte, erklingen Echoe seiner Einflüsse noch heute durch die Musikgeschichte.

Ganze acht der elf Pink Floyd Songs vom 1967 erschienenen Debut-Album „The Piper At The Gates Of Dawn“ schrieb er selbst.1 Seine experimentellen Ideen begrenzten sich jedoch nicht bloss auf die Musik: Sie schlugen sich ebenfalls in der visuellen Darbietung nieder, indem unter seiner Leitung die erste auf die Musik abgestimmte Lichtshow konzipiert wurde. „Diese ersten Pink-Floyd-Auftritte gehören somit zu den ersten Beispielen von Multimedia-Shows in der Rockmusik überhaupt.“2 Diese aus heutiger Sicht simplen Effekte waren damals jedoch wesentlich daran beteiligt, dass die Band es schaffte sich von anderen zu distinktieren, indem sie eine neuartige Faszination darbot. Diese multisensuell-fordernde Inszenierung zeigt sich beispielsweise bei „Astronomy domine“:

[youtube width=“420″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=ts-2lg5fpQ4[/youtube]

Diese Musik war enigmatisch, geräuschvoll und experimentell. Sie entführt dich in klangliche Sphären an den Rand deines rationalen Musikbewusstseins. Diese weltfremden, teils düsteren Sphären reflektieren sich oftmals in den Songtiteln, wie beim psychedelischen Paradebeispiel „Interstellar Overdrive“ oder des späteren Albums, an welchem er jedoch nicht mehr direkt beteiligt war: „The Dark Side of the Moon“.

[youtube width=“420″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=2iA7wdO00VI[/youtube]

Dann der abrupte Bruch: Syd Barretts psychischen Probleme in Verbindung mit seinem Drogenkonsum machte ihn untragbar für die Band: „Many report having seen him on stage with the group, strumming on one chord through the entire concert, or not playing at all.“3 Die Band trennte sich von ihm. Zwei Soloalben später, welche er beide im Jahr 1970 veröffentlichte, zog er sich bis zu seinem Tod (2006) aus der Öffentlichkeit zurück.

Pink Floyd widmete ihm die Songs „Comfortably Numb“, „Brain Damage“, „Wish you were here“ und „Shine On You Crazy Diamond“, welche u.a. die Entfremdung von der Realität thematisieren.4
Syd Barrett war damit das innovative Streichholz, an welchem sich jene psychedelische Musik von Pink Floyd entzündete, die zum zweiterfolgreichsten Album aller Zeiten führen sollte.5

[youtube width=“560″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=77n1mDf6Iqo[/youtube]

Obwohl seine bedeutsamen Einflüsse deutlich bemerkbar sind, wird er in seinem Nachruhm unfairerweise den anderen Bandmitgliedern von Pink Floyd gegenüber oftmals als das wahre (und einzige) Genie der Band verherrlicht.67

Ein anderer Zugang findet das Buch „The definitive visual companion to the life of Syd Barrett„, welches ihn primär als Künstler und nicht als Musiker per se thematisiert.
Einige Bands der 80er Jahre, u.a. Julian Cope, beziehen sich explizit auf Barretts (und nicht Pink Floyds) musikalische Eigenart

Eine Dokumentation, welche die bemerkenswerte Geschichte Syd Barrets durchleuchtet findet sich hier.
2001 erschien zudem die Dokumentation „The Pink Floyd and Syd Barrett Story“.

(mwu)

  1. Vgl. http://www.zeit.de/online/2006/28/nachruf-syd-barrett
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Syd_Barrett
  3. http://en.wikipedia.org/wiki/Syd_Barrett#The_Piper_at_the_Gates_of_Dawn
  4. http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-06/biografie-syd-barrett
  5. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_best-selling_albums
  6. http://sabotagetimes.com/music/temples-adam-smith-why-syd-barrett-was-a-true-british-genius/
  7. http://www.pink-floyd.org/barrett/timint.htm

Jimi Hendrix: Electric Ladyland (1968)

Cover EL  Bild: 1001albums.ericdumas.com (abgerufen: 22.10.2013)

Cover EL [1]

EL ist zweifellos eines der bedeutendsten und einflussreichsten Alben in der Geschichte des Gitarrenrocks. Hendrix‘ letztes Studioalbum zu Lebzeiten überzeugt vor allem mit grosser stilistischer Vielseitigkeit, einer ausgiebigen Instrumentierung und dem virtuosen Gitarrenspiel des Autodidakten.
Als „Einstieg“ – besonders für Hörer, die mit dem Werk von Hendrix noch nicht vertraut sind – eignet sich Track 15: All Along the Watchtower. Es handelt sich um eine Coverversion eines Dylan-Klassikers. Das Stück bietet einen etwas mehr mainstream-orientierten Gesamteindruck als die zumeist eher psychedelisch- oder bluesrockartigen restlichen. Hendrix setzt Dylans Song aber so gekonnt in Szene, verziert ihn mit virtuosen Soli und verleiht ihm eine völlig neue Grösse, sodass Dylan selbst diese Version als beste Interpretation seines Stückes überhaupt beschreibt.
Ganz anders, nämlich in typischer Hendrix-Manier präsentiert sich Track 4: Voodoo Chile. Mit diesem über 15 minütigen Epos zeichnet Hendrix die Geschichte des Blues nach. Der Anfang klingt wie ein Delta Blues dann folgen Einflüsse des elektrischen Blues von Muddy Waters und John Lee Hooker, der B.B. King Stil und schliesslich Elemente der Jazz Legende John Coltrane. Durch die teils psychedelischen, teils mythischen Lyrics wird diese Erfahrung noch verstärkt, so beginnt das Stück mit: „Well the night I was born – lord I swear the moon turned a fire red“ …
Ein weiteres Highlight ist Track 11: 1983… (A Merman I Should Turn to Be). Er besticht nicht nur dank technisch innovativer Produktionsdetails – so wurden Bandschlaufen geloopt und verfremdet um eine Geräuschkulisse zu erstellen – sondern auch durch psychedelische Lyrics. Diese beschreiben eine Vision, in welcher er sich für ein Leben unter Wasser entschliesst, obwohl dies für unmöglich und gegen Gottes Wille gehalten wird.
Track 3: Crossstown Traffic hingegen präsentiert sich als fast schon poppiger und durchaus tanzbarer Song mit rhythmischen Gitarrenriffs und charakteristischen Hintergrundgesängen.
In wunderbar vielseitiger Weise finden sich auf Electric Ladyland sämtliche hendrixtypischen Stilelemente. Sei dies sein gekonntes Spiel mit Rückkopplungen, sein virtuos eingesetztes Wah-Wah Pedal oder der typische verzerrte Gitarrensound. Auch diverse technische Spielereien, welche damals mühsam manuell realisiert werden mussten, prägen den einzigartigen Sound dieses Albums.
EL ist das Meisterwerk von Jimi Hendrix und der Höhepunkt seines Studioschaffens. Noch heute dient es zahllosen Gitarristen als Lehrstück und Musikfans aller Couleur als Referenzwerk in der Sammlung.
(MR)

 

[1] Bildquelle: 1001albums.ericdumas.com (Abgerufen 22.10.2013)