Danger Mouse – The Grey Album (2004)

Danger Mouse – The Grey Album

„The Grey Album“ von Produzent und DJ Danger Mouse ist ein Mash-Up-Projekt der besonderen Art. Fast alle erfolgreichsten Mash-Ups funktionieren nach dem Muster des Kontrasts und der Kollision, erklärt Reynolds.1 So ist dies auch bei Danger Mouse der Fall.  Sein „Grey Album“ kombiniert nämlich das „White Album“ (1968) der Beatles mit dem „Black Album“ (2003) von Jay-Z, womit der Kontrast bereits in den Namen der beiden verwendeten Alben ersichtlich wird. Einen Kontrast bilden zudem die beiden unterschiedlichen Musikstile Rock und Rap, welche Danger Mouse auf seinem Werk kombiniert. Als Kollision ist die Mischung deshalb zu bezeichnen, weil nicht irgendwelche Künstler aufeinander treffen, sondern zwei der erfolgreichsten in der Geschichte der populären Musik.

Die meisten Mash-Ups sind nach dem Prinip der Superimposition arrangiert, wobei der Gesang eines Lieds über den Groove und die Melodie eines anderen Lieds gelegt wird.2 In „The Grey Album“ ist es jeweils Jay-Z’s rappende Stimme, welche mit den Melodien der Beatles-Songs kombiniert wird. So werden zum Beispiel „Encore“ und „Glass Onion“ oder „99 Problems“ und „Helter Skelter“ gemixt. Dass solche Kombinationen funktionieren, erscheint im ersten Moment fragwürdig. Hingegen gelingt es Danger Mouse auf beeindruckende und überzeugende Weise, das ältere Album mit dem neueren zusammenzubringen. Seine Errungenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass er die musikalischen Werke zweier Giganten der populären Musik neu interpretiert und einen modernen Sound aus ihrer Mischung kreiert. „The Grey Album“ befreit die Musik der Beatles von ihrer kanonischen Art und verleiht ihr mehr Schwung und Jay-Z’s kraftvolle Lyrics erhalten dabei jene ergänzende Hintergrundmelodien, die sie verdienen.3

(gi)


  1. Simon Reynolds (2011): Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. Faber & Faber, S. 149-150.
  2. Ebd.
  3. Spin (2004): Review Danger Mouse Grey Album. URL: http://www.spin.com/reviews/danger-mouse-grey-album-wwwdjdangermousecom/ (Abgerufen: 26.11.2013)

Girl Talk aka DJ Gregg Gillis

DJ Gregg Gillis aka Girl Talk

DJ Gregg Gillis aka Girl Talk

Gregg Gillis begann schon in der Highschool damit, mit Sampling und elektronischer Musik zu experimentieren. Als er an die Universität in Cleveland kam, versuchte er sich in verschiedenen Kollaborationen, die nicht zu Stande kamen. So gründete er schliesslich Girl Talk. Worauf der Name beruht, wird von Gregg Gillis in verschiedenen Verisonen erzählt. Zum Einen sagt er er hätte ihn von einem Gedicht von Jim Morrison (Sänger von The Doors), dann aber auch attributiert er es zur Band Tad. Vor allem bezeichnet er den Begriff jedoch als pop culture phrase, die für eine grosse Zahl verschiedene Dinge stehen kann. Bis heute hat er mit Girl Talk fünf LP’s veröffentlicht.1

In der Hälfte der 2000er-Jahre nahm der Hype um Mash-Ups nach einem vorgängigen Höhenflug rasant ab. Aber nicht für lange. 2008 trat DJ Gregg Gillis mit seinem Soloprojekt Girl Talk auf die Bühne, nach Simon Reynolds bracht er eine neue Art mit sich, wie man die Menge begeistern kann mit Tracks, die geschickt zusammengeschnitten werden und einer eindrücklichen Liveshow.2 Ebenfalls Reynolds bezeichnet die Musik von Gillis als neu in dem Sinne, dass sie unglaublich viele (nicht autorisierte) Samples in kurzem Zeitraum enthält, diese jedoch mit einer technischen Perfektion glatt aufeinander abgestimmt sind (Reynolds braucht hier den englischen Begriff „Slickness“). Gillis nimmt für seine Tracks Werke aus allen Epochen der Musikgeschichte und mischt sie neu zusammen. So kann jeder, der die Musik hört, Bekanntes heraushören und Neues entdecken.3 In einem Artikel der New York Times wird Girl Talk’s Musik so dargestellt, dass sie eine juristische Anklage herausfordern muss.4 Gillis nimmt in Anspruch das Prinzip des fair use.5

Obwohl die Mash-Ups von Girl Talk sehr unterhaltsam und technisch gesehen Meisterwerke sind, werden sie doch nicht zu einem späteren Zeitpunkt für weiterführende Mash-Ups verwendet werden, da sie selbst schon solche sind. Um Reynolds zu zitieren: „There are no ghosts in this machinery.“6

(nana)


  1. Wikipedia. http://en.wikipedia.org/wiki/Girl_Talk_(musician) (Abgerufen am: 25. November 2013)
  2. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. New York: Faber & Faber, 2011; 359.
  3. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. New York: Faber & Faber, 2011; 360.
  4. New York Times. http://www.nytimes.com/2008/07/20/magazine/20wwln-consumed-t.html?partner=rssnyt&emc=rss&_r=0 (Abgerufen am: 25. November 2013)
  5. Wikipedia. http://en.wikipedia.org/wiki/Fair_use (Abgerufen am 25. November 2013) Wikipedia. http://en.wikipedia.org/wiki/Girl_Talk_(musician) (Abgerufen am: 25. November 2013)
  6. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. New York: Faber & Faber, 2011; 360.