Review: Pearl Jam „Lightning Bolt“ 2013

Gut Ding hat Weile… nach diesem Motto hat die Grunge-Band Pearl Jam gemeinsam mit dem Produzenten Brendan O’Brien nach über drei Jahren Produktionszeit ihr jüngstes und zehntes Album „Lightning Bolt“ veröffentlicht. Wie ein Blitz ist das neue Werk jedoch nicht eingeschlagen und musste einige Kritik einstecken. In der Überbrückungszeit zwischen den Neuveröffentlichungen gab es Re-releases von alten Werken und Sammelalben, was die Fans freute, nicht jedoch die Musikkritiker.

Pearl Jam, Lightning Bolt, Cover

Lightning Bolt Cover ©Pearl Jam

 

Hier nun einige Gründe, warum es sich dennoch lohnt, das Album ganz durchzuhören:

1. Eddie Vedders Stimme: Nur wenige Männer haben eine solch voluminöse und tiefe Stimme, selbst die Schreie tragen Melodien in sich! Trotz Lautstärke kann der Sänger stimmlich an die Emotionalität seiner Soloprojekte anknüpfen.

2. Gitarrensoli: Saiten klirren, schwingen und singen, wie in alten Zeiten. Trotz einiger Pianoriffs und Synthesizerklänge dominiert die Gitarre: Sie unterstützt das Leiden, den Ärger oder das Glück in der Stimme und übernimmt diese Emotionen oft in einem Solopart, bei ‚Sirens’ sogar im Doppel: elektronisch und klassisch.

3. Abwechslungsreiche Lautstärke: Das Album wirkt von A bis Z durchdacht. Es ist eine ideale Kombination von laut und leise. Mal sind die Songs wild, mal ruhig, mal beides. Laute Drums und harte Griffe in die Saiten werden von samtiger Stimme und klassischer Gitarre abgelöst. Obwohl das Album teils stark an kalifornischen Poprock erinnert mit Sonne, Sommer und Spass, wird es durch depressiven Dauerregen und bombastische Gewitter mit Blitz und Donner aufgelockert.

 

http://www.youtube.com/watch?v=jWQYYavheUA

 

„Lightning Bolt“ kann gut über Kopfhörer, auf voller Lautstärke im Wohnzimmer oder live am Konzert gehört werden. Das Konzept wirkt frisch: kombiniert werden alte Grungeelemente mit kalifornischem Rock, philosophischen Texten und einer tragenden Bassstimme. Pearl Jam hat zwar nichts neu erfunden, dafür Altes auf eine angenehme und clevere Weise aufgefrischt und wieder zusammengefügt.

Pearl Jam „Lightning Bolt“ | Monkeywrench | 2013 | Dauer: 47:14