Jamie Cullum: Momentum (Island, 2013).

Momentum (Album Cover)

Momentum (Album Cover)

„Momentum“ ist das sechste Studioalbum von Jamie Cullum. Der englische Jazz-Pop Singer-Songwriter beschreibt das Album folgendermassen: „The album is all about that crossover period from youth into adulthood where you still have one foot in each.“[1]

Inwiefern äussert sich dieser Übergang ins Erwachsenenleben konkret? Bereits in der Vorgehensweise der Komposition des neuen Albums gibt es Unterschiede. Cullum wechselt label und verwendet erstmalig DIY home demos sowie I-Phone Apps. Eine Brücke zu seinen älteren Alben schlägt der erste Song „The Same Things“. Die energetische Rhythmusgruppe gibt diesem Song den „drive“, welcher sich als ein typisches Stilelement des ganzen Albums entpuppt. „When I Get Famous“ ist in einem parodistischen autobiographischen Zusammenhang zu betrachten. Der Song beginnt mit einer dramatischen, fast fanfarenartigen Intro aus Brassband, begleitenden Vocals und dem Leadgesang und gibt einen retrospektiven Blick auf die Zeit vor dem Ruhm des Künstlers. „Edge Of Something“ handelt davon nicht vor den wichtigen Dingen des Lebens wegzulaufen, enthält aber trotzdem den Abenteuergeist und die Lebhaftigkeit der Jugend. Somit stellt dieser Song den Übergang ins Erwachsenenleben exemplarisch dar.

„Momentum“ könnte mit der „Eigendynamik“, die das ganze Album umrahmt, übersetzt werden. Es ist voll von schlagkräftigen Songs. Hör Dir „Momentum“ ganz aktiv an, trau Dich von der Dynamik mitziehen zu lassen und versuch Dich so frei wie der Interpret selbst zu fühlen. (ys)

[1] Jamie Cullum: http://www.jamiecullum.com/biography (Abgerufen: 22.10.2013)

Frontin’ – Jamie Cullum

Frontin’ – Jamie Cullum

Record label: Universal Music Classics & Jazz

Produced: Phil Stocker, Piers Bradford, Andy Rogers, Kevin Rumble

Recorded: BBC Radio 1, London, England

Released: 2004

Chart peaks: 12 (UK)

Personnel: Sebastian de Krom, drums, Martin Shaw, trumpet, Jamie Cullum  vocals/piano

Track listing: These are the days, Frontin’ (BBC Radio 1 Live Lounge Version), Frontin’ (BBC Radio 1 Live Lounge – Radio Edit), High & Dry (Live At Brecon)

Running time: 5.39

Current CD: Momentum (2013)

Further listening: Twentysomething (2003)[1]

Further reading: http://www.jamiecullum.com/

Download: iTunes


(Abgerufen: 21.10.2013).

http://www.youtube.com/watch?v=fw0wE5Kzq3Y
(Abgerufen: 21.10.2013).

Jamie Cullum zählt auf drei, haut in die Tasten und richtet sich nach dem Rhythmus des Kontrabasses. Nach wenigen Takten setzt Cullums Stimme ein und singt: „Don’t wanna sound full of myself or rude, but you ain’t looking at no other dudes, cause you love me.“ Es folgen einige Takte auf dem Piano, bevor er weiter singt: „You think about a chance, you find yourself trying to do my chance, because you love me.“ Erst jetzt beginnt der Swing von Kontrabass und Schlagzeug zu tragen und treibt Cullum voran zu berichten, wie sehr er eine Frau will und dass er bereit ist alles zu riskieren. Doch weil diese nur ihre Fassade aufrecht hält, leidet Cullum und konfrontiert: „Ich will dich Baby!“

Seinen Gefühlen, die sich während des Gesangs immer mehr anstauten, macht er in einem langen Pianospiel Luft. Hier kommt eine Verzweiflung ans Tageslicht die sich Worten entzieht. Und plötzlich tut sich ein Loch auf, das Piano setzt aus. Die Nüchternheit des Kontrabasses und des Schlagzeuges pochen im Offbeat wie das Herz eines Mannes der sprachlos am Boden liegt. Dann, zuerst ganz leise, kehrt das Piano zurück, schliesslich die leidenschaftliche Stimme als letztes Aufbäumen: „I know, that I’m carrying on…“

Jamie Cullum, der bekannt für sein virtuoses Klavierspiel ist, veröffentlichte bereits eine Reihe gelungener Aufnahmen. Seine an Verrücktheit grenzende Leidenschaft zur Musik erlebt man jedoch am bewegendsten an Konzerten, wenn er Klavier spielend und singend gebückt an seinem Flügel steht oder auf den Deckel klopft.

Das Lied Frontin’ wurde 2004 von Jamie Cullum gecovert, nach dem es von Pharell 2003 geschrieben und von the Neptunes produziert wurde.[2] Beide Versionen sind ein auditiver Genuss.

 

 


[2] Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Frontin‚ (Abgerufen: 2. Oktober 2013).