Eminem: The Marshall Mathers LP 2

Cover des Albums

Cover des Albums „The Marshall Mathers LP 2″

Lange geplant und immer wieder verschoben wurde der Erscheinungstermin des neuen, mit Spannung erwarteten Albums des Rappers aus Detroit, an dem nicht weniger als 18 Produzenten beteiligt waren.1 Das Album trägt den selben Titel wie Eminems im Jahre 2000 erschienenes Album, soll jedoch gar kein Sequel desselben sein. Eminem hat diesen Titel nicht gewählt, um dieses Album zu einem Sequel zu machen, sondern aus Nostalgie. So erklärte er dem Rolling Stone: „To me, it’s more about the vibe, and it’s more about the nostalgia.“2

Der erste Track des Albums – „Bad Guy“ – stellt die Verbindung zu seinem früheren Hit „Stan“ her, die Atmosphäre ist aggressiv und geisterhaft, man spürt die Wut des Jungen, den Eminem in diesem Lied verkörpert. Der Chorus wird, wie auch auffällig in einigen der anderen Tracks wie „Survival“, „A**hole“ und „The Monster“, von einer Sängerin gesungen. Doch wer von Eminem nur frühere parodische, rebellische, aggressive kennt, findet auf diesem Album durchaus auch sanftere Töne. In „Stronger than I was“ wird der Rapper sentimentaler, besingt die Trauer die das Ende einer Beziehung bringen kann. Der Track geht unter die Haut, mit den fast schon gepressten Passagen, die Eminem gekonnt halb singt, halb rappt. Ebenfalls aus seinen früheren Mustern ausbrechend ist der Track „Headlights“, in welchem Eminem mit relativ ruhiger Stimme und der Begleitung von Nate Ruess (der Sänger von fun.) eine Versöhnungserklärung an seine Mutter, mit der er seit Jahren verstritten ist, richtet. Die Stimme von Nate Ruess gibt dem Track eine melancholische Note, die, zusammen mit Eminems Rap, eine Entschuldigung mit Nachdruck bildet.

Auf dem Album gibt es einige Tracks, in denen Eminem alte Songs samplet, wie z.B. in „Berzerk“, dem mit Rick Rubins produzierten Song, in welchem er Tracks von den Beastie Boys, Billy Squier und Naughty by Nature einflechtet. Insgesamt 8 Songs des Albums enthalten Samples aus anderen Tracks und in praktisch jedem arbeitet er mit anderen Sängern zusammen (u.a. mit Rihanna in „The Monster“).3

Auch wenn Eminem in seinem Album andere Töne anschlägt und uns Stoff zum Nachdenken gibt, zeigt er, dass der Junge aus Detroit reifer geworden ist, jedoch gibt es immer noch Spuren seines Alter-Egos Slim Shady und das ist auch gut so. Ein Kritikpunkt wäre jedoch, dass die Tracks (meist länger wie vier Minuten) zum Teil zu stark in die Länge gezogen werden. Alles in allem ist Eminem immer noch ein grossartiger Songwriter, kann einen mit seinen schnellen Raps (wie z.B. in „Rap God“) aus den Socken hauen und auch wenn einige behaupten mögen, er sei noch nicht in der heutigen Zeit angekommen, so ist dies vielleicht genau das, was er bezweckt und in seinem Song „Berzerk“ auch besingt: „Let’s take it back to straigt hip-hop and start it from scratch.“

(nana)

Lyrics von: http://rapgenius.com/albums/Eminem/The-marshall-mathers-lp-2 (Abgerufen Januar 2014)

http://juice.de/review-eminem-the-marshall-mathers-lp2/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://noisey.vice.com/de/read/die-marshall-mathers-lp-2-ist-das-album-auf-das-alle-eminem-stans-gewartet-haben (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://www.popmatters.com/review/176302-eminem-the-marshall-mathers-lp-2-take-two/ (Abgerufen am: 12. Januar 2014)

http://meinrap.de/2013/11/08/eminem-the-marshall-mathers-lp-2-review/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://pitchfork.com/reviews/albums/18733-eminem-the-marshall-mathers-lp-2/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Marshall_Mathers_LP_2 (Abgerufen: Januar 2014)

MellowHigh – MellowHigh

MellowHigh - MellowHighAlbum CoverWas geschieht wenn sich Domo Genesis zu den „MellowHype“ Mitglieder Hodgy Beats und Left Brain gesellt? Es entsteht ein Hiphop-Trio namens „MellowHigh[1] und dessen gleichnamiges Album. Am 31. Oktober 2013 veröffentlichten die drei Mitglieder des OddFuture-Kollektivs[2] aus Kalifornien ihr erstes gemeinsames Projekt.

Domo berichtet in der Mitte des ersten Songs, wie unglaublich dies alles ist: „This shit is amazing, i can’t believe it. It’s like unbelievably amazing.“[3] Er gibt schliesslich an und in diesen Zeilen ist auch zu erkennen, dass das Album ohne grosse Erwartungen aufgenommen wurde.[4] Das Ergebnis ist trotz oder vielleicht gerade wegen den geringen Erwartungen gut geworden. Das nicht vorhandene Konzept von MellowHigh hätte vor wenigen Jahren noch nicht gefruchtet. Erst das durch die Jahre gestiegene Selbstbewusstsein der Interpreten und deren Erfahrungen ermöglichen es ihnen, Spontanität in ihren Werken benutzen zu können – und nicht zu „müssen“.[5] Die Zuversicht ist vor allem in der Wahl der Beats von Left Brain zu erkennen.[6] So fächert „Goon’n“ das sphärische Klangspektrum des Albums langsam auf und in „Nobody“ ertönen recht unheimliche und fast hypnotisierende Klänge. „Roofless“ ist – anders als „Air“ – weniger von der klanglichen als von der rhythmische Ebene mit Schlagwerk geprägt.

Schliesslich haben „OddFuture“ auch mit der neuen Konstellation „MellowHigh“ ihr Ziel, interessante Musik zu schaffen, erreicht. Die Interpreten treiben sich in dieser neuen Zusammenstellung gegenseitig an und bringen durch ihre Erfahrungen erschreckend vertraute, aber gute Musik hervor.[7]

(YS)


[1] Wikipedia: MellowHigh http://en.wikipedia.org/wiki/MellowHigh_(album) (Abgerufen 9. Januar 2014)

[2] Wikipedia: OddFuture http://en.wikipedia.org/wiki/Odd_Future (Abgerufen 8. Januar 2014)

[3] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[4] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[5] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[6] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

J. Dilla – Donuts

J. Dilla, das einstige Slum-Village-Mitglied, schuf während seiner Karriere Hits, die immer noch in unseren Ohren herumgeistern: z.B. Janet Jacksons „Got Til It’s Gone“. 1 Dilla litt an der Immunkrankheit Lupus, hielt dies aber vor der Öffentlichkeit geheim. Bekannt für seinen unermüdlichen Ideenreichtum und seinen Arbeitswillen, produzierte der Musiker im Krankenhaus weiter.2 Drei Tage vor seinem Tod im Februar 2006 veröffentliche er das Album „Donuts“ . Die Platte fasst das ganze Können des Hip Hop-Musikers und Produzenten zusammen: Bassläufe, Boom Bap und die Samples die er ideenreich einsetzt .Das Album besteht aus Entwürfen, es hat eine Art Notizbuch-Charakter, die Songs wirken roh, unfertig.Dass J. Dilla ein Hang zu vergangener Musik hat, beweist er nicht zu Letzt mit dem vierten Track, da sampelt er ein afrikanisches Cover des „The Doors“-Klassiker „Light my Fire“ . Für Konventionen hatte er noch nie was übrig.3

Die Geister der vergangen Zukunft erscheinen aber in doppelter Hinsicht beim Song „Lightworks“: J. Dilla sampelt darin die Bendix Werbung „The tomorrow people“. Damit erinnert er auffallend an die UK-Hauntology-Bewegung mit dem Unterschied, dass Dilla sich an kommerzielle Quellen bedient.

Nach seinem Tod 2006 wurde J. Dilla selbst zum Geist der Vergangenheit. Flying Lotus benutzt seinen Song „Lightworks“ und veröffentlichte einen Remix. Dies bleibt aber nicht der einzige J.Dilla Tribute:  FlyLo remixt zusätzlich den Slum Village Song „Fall in Love“.4

Stones Throw: J Dilla – Lightworks (Donots) Official Video. 4.8.11. http://www.youtube.com/watch?v=xLf6hzkeXbg (Abgerufen am 26.11.13).

Damusiqlova: [Flying Lotus] LTWXRMX. 11.12.08. http://www.youtube.com/watch?v=3z0kssNGcJw (Abgerufen am 26.11.13).


  1. Engelen, Alexander, http://www.laut.de/J-Dilla/Alben/Donuts-11950 (Abgerufen am 26.11.13).
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/J_Dilla (Abgerufen am 26.11.13).
  3. Engelen, Alexander, http://www.laut.de/J-Dilla/Alben/Donuts-11950 (Abgerufen am 26.11.13).
  4. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction To Its Own Past. London: Faber & Faber 2011. 352ff.