Winstons für «Amen, Brother» endlich bezahlt – aus Fundraising-Kampagne

Wo das Gesetz systematisch versagt, Gerechtigkeit zu schaffen, können beizeiten verantwortungsvolle Menschen etwas kompensieren. Eine schöne Geschichte: Der nach dem Funk-Stück genannte «Amen-Break» ist die Mutter aller Breakbeats. Dieser Drum-Break wurde gesampelt und im Hip-Hop und in der englischen Breakbeat-Musik abertausende Male verwendet – ohne dass Tantiemen an Band oder Drummer geflossen wären. Das Stück war selbst ein instrumentales Cover und auf Drum-Breaks besteht sowieso kein Recht auf Autorschaft und auf die damit verbundenen Verwertungsrechte.

Man wusste schon lange von dieser Ungerechtigkeit und so haben die beiden britischen DJs Martyn Webster und Steve Theobald eine Fundraising-Kampagne (Gofoundme) geschaltet, durch die die Band, bzw. das einzige überlebende Gruppenmitglied, der im Stück nicht singende Sänger Richard Spencer endlich, endlich 24’000£ erhielt. Der Drummer Gregory Cylvester ‚G. C.‘ Coleman verstarb leider zu früh für diese kompensatorische Genugtuung.


Winstons: «Amen, Brothers». Text und Musik: Gregory Coleman & Richard Spencer. Nachweis (Album): Metromedia MD 1010, 1969.