Ohne Zweifel eine Mischung aus Nostalgie und Ironie: No Doubt

Ungleich der unzähligen Grunge- und Indiebands der Neunzigerjahre bevorzugte No Doubt1 positive, poppige Musik und kreierte so eine eigene Mischform aus New Wave, Metal-Gitarrenriffs, Ska-Revival, kalifornischem Sonnenschein und Retrosounds aus den Fünfzigern und Sechzigern kombiniert mit sarkastischen Lyrics und kokettem Auftreten.

„JUST A GIRL“ (1995)

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Der musikalische Durchbruch gelang der Band 1995 mit der Single „Just a Girl“2; ein Song, der die Genderproblematik in den Neunzigern behandelt. Gwen Stefani, die Leadsängerin, beschreibt in ihrem selbst geschriebenen Song die Ambivalenz der Geschlechter und wie Frauen behandelt werden. Sie zeigt dies durch einen verzerrenden Spiegel auf, indem sie sich selbst anfänglich ‚nur’ als Mädchen darstellt „I’m just a girl, all pretty and petite – so don’t let me have any rights“3 und fordert Rechte, obwohl sie diese vermeintlich als Mädchen nicht haben dürfte. Der sarkastische Unterton ist bereits im Songtitel enthalten und wird durch ihre Intonation bekräftigt.

No Doubt, Tragic Kingdom, 1995, Coverart

No Doubt – Tragic Kingdom (1995)

Mit ihrem Erscheinungsbild nimmt die Sängerin Referenz auf die Pin-up-Girls der Fünfzigerjahre, was beispielsweise auf dem Album „Tragic Kingdom“4, zu sehen ist und kombiniert diesen Look mit Sportklamotten der Neunzigern. No Doubt vereint somit (durch dieses Album) ein altes (sexistisches) Frauenbild mit einer befreienden (Anti-)Mädchen-Sein-Hymne, wie „Just a Girl“.

 

 

 

 

  1. Bush, John: http://www.allmusic.com/artist/no-doubt-mn0000341672/biography (Abgerufen: 14.11.2013).
  2. Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Just_a_Girl (Abgerufen: 14.11.2013).
  3. MetroLyrics: http://www.metrolyrics.com/just-a-girl-lyrics-no-doubt.html (Abgerufen: 14.11.2013).
  4. Erlewine, Stephen Thomas: http://www.allmusic.com/album/tragic-kingdom-mw0000179531 (14.11.2013).