FOReverly – Norah Jones und Billie Joe Armstrong singen Everly Brothers Lieder

Was haben Billie Joe Armstrong, seines Zeichens Frontmann der Punk-Band Greenday und die Jazz Lady Norah Jones gemeinsam? Dieses ungewöhnliche Duo hat ein Cover-Album der Everly Brothers aufgenommen und zu aller Überraschung bilden die Schöne und das Biest ein gutes Gesangsduo.

Die Everly Brothers veröffentlichten 1958 ihr Album „Songs Our Daddy Taught Us“ und haben das damalige Folk Revival der frühen sechziger vorweggenommen. Eigentlich ein Album das aus Zufall entstanden ist: Die Everly Brothers waren dem Rock’n’Roll verschrieben und schuldeten ihrer Plattenfirma noch ein letztes Album. Sie beschlossen ein Album nur mit alten Country Songs, die ihr Vater Ike Everly ihnen beigebracht hatte, aufzunehmen. So singen die Everly Brothers für ihren Vater in „That Silver haired daddy of mine“: „ If I could recall the heartaches ,dear old daddy I’ve caused you to bear, if I could erase those lines from your face, and bring back the gold to your hair“. Norah Jones und Billie Joe singen die gleichen Zeilen und versuchen möglichst nahe am Original zu bleiben, nur die Songabfolge wurde geringfügig geändert. Auf „Foreverly“ ertönt ein Klavier und leises Schlagzeug, was den Songs aber doch ihre eigene Färbung verleiht, die beiden Stimmen harmonieren überraschenderweise ausgezeichnet.1

Ein Cover kann sich authentisch anhören; die Flaming Lips haben es mit dem Cover von „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd vorgemacht: „Foreverly“ ist kein übliches Cover-Album. Es klingt echt, dank dem ungewöhnlichen Gesangsduo.


STroublemaker01 – Billie Joe Armstrong And Norah Jones – Silver Haired Daddy Of Mine, 14.11.2013, http://www.youtube.com/watch?v=mAlznVCacIg (Abgerufen am 20.03.2014).

Fleet Foxes – Fleet Foxes

Fleet Foxes Album Cover

Fleet Foxes Album Cover

Fleet Foxes bekennen sich stolz zu ihren musikalischen Ursprüngen: Die fünf Männer aus Seattle picken sich die Rosinen aus ihrem weiten Spektrum an Musikrichtungen wie Appalachian Folk, Classic Rock und Country und schaffen etwas Eigenes aus der Musik ihrer Grossväter oder Vorbildern wie „Crosby, Stills, Nash & Young“.1 Sie lassen verloren geglaubte Melodien wiederaufleben.

Das Debut der Band hört sich an, als ob es in den Wäldern von Seattle aufgenommen wurde. Der heraldische Opener „Sun it rises“ unterstützt dieses Gefühl: Beim Hören des Songs sieht man die Sonne hinter dem verschneiten Berg aufgehen. „Blue Ridge Mountains“ wartet mit einem einprägsamen Gitarren-Lick und sanften Stimmharmonien auf. In „heard them stirring“ ist die Stimme des Frontmanns Robin Pecknolds ohne Lyrics zu hören, dennoch scheint der Song seine eigene Geschichte zu erzählen.2 Harmonien spielen bei Fleet Foxes eine ebenso wichtige Rolle wie die Texte.
In „White Winter Hymnal“ singt Pecknold: I was following the pack/ All swallowed in their coats/ With scarves of red tied ‚round their throats/ To keep their little heads/ From fallin‘ in the snow“ Wie der Text interpretiert werden möchte, ist jedem selber überlassen, dennoch zeichnet der Song Bilder einer märchenhaften Welt.

Auf dem Albumcover ist das Pieter Bruegel Gemälde „Die niederländischen Sprichwörter“ zu erkennen, so ungewöhnlich dies für eine zeitgenössische Band ist, so klar sind doch die Parallelen zum Kunstwerk: Das Album weist immer wieder neue überraschende Wendungen auf und bietet eine Reihe an Stilen.3 Mit dem letzten Song „Oliver James“ kostet Pecknold jede verbleibende Sekunde aus und es scheint als wollte er uns nicht mehr in die Realität zurücklassen. Und wir – wir verbleiben gern in dieser Musik.

Subpoprecords, Fleet Foxes -White Winter Hymnal (OFFICIAL Video), 08.07.2008, http://www.youtube.com/watch?v=DrQRS40OKNE&feature=youtu.be (Abgerufen am 04.12.2013).