The Band: „Music from Big Pink“ (1968)

Music from Big Pink

Das Album „Music from Big Pink“ kam 1968 als schockierende Überraschung mit einer radikal vom damaligen Mainstream divergierenden musikalischen Aussage auf den darauf unvorbereiteten Markt. Während „The Weight“, die einzige Single des Albums, gerade mal Platz 63 der US Billboard Charts erreichte, erhielt der Song international wesentlich mehr Beachtung (Kanada: #35, England: #21). Mit dem Hintergrund des Vietnamkriegs, der Ermordung von Bobby Kennedy und Martin Luther King sowie des Kent-State-Massakers singen The Band in einer subtilen und knappen Erzählweise über Familie, Glaube, rurales Leben und das Gefühl der Entfremdung durch die damalige politische und sozio-kulturelle Situation. Mit biblischen Anspielungen, rätselhaften Zeilen und kultigen Charakteren zugleich haben The Band einen Song mit postmodernem Handwerksgeschick geschaffen, der in keinem amerikanischen Gesangsbuch fehlt. Doch trotz der damals geringen Rezeption in den Charts, beeinflusste das Album damalige Künstler wie Eric Clapton, George Harrison von den Beatles oder Aretha Franklin grundlegend: Roger Waters (Pink Floyd) beschrieb „Music From Big Pink“ gegenüber der „Dallas Morning News“ als eine für ihn alles verändernde Platte:

„After Sgt. Pepper, it’s the most influential record in the history of rock and roll. It affected Pink Floyd deeply, deeply, deeply. Philosophically, other albums may have been more important, like Lennon’s first solo album. But sonically, the way the record’s constructed, I think Music from Big Pink is fundamental to everything that happened after it.“1

Obwohl die Band aus bescheidenen Neben-Männern bestand, wurden sie zu einem der kreativsten und massgebendsten Vertreter des Root Rocks. „Music from Big Pink“ fühlte sich nicht nur wegen der erfrischenden Akkordfolgen wie eine ‚kulturelle Entgiftung’ der Exzesse von „Sgt. Pepper’s“ und „Are You Experienced“ an2, sondern gilt als Pionier der back-to-the-Rock-’n’-Roll-roots-Bewegung. Eine Neuausrichtung war nach der Hippieära dringend nötig und zwar nicht nur als schamloser Rückgriff auf bereits durchgekautes musikalisches Material, sondern als neuartige Fusion von Gospel, Blues, Country, Soul und Rock Musik. (el)


Literaturhinweise:

  1. Bowman, Rob: http://theband.hiof.no/history/part_5.html (Abgerufen: 27.10.13)
  2. Perusse, Bernhard: http://o.canada.com/entertainment/music/grace-potter-on-ghostbusters-rock-n-roll-and-not-wearing-pants/ (Abgerufen: 27.10.13)
  3. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture′s Addiction To Its Own Past. London: Faber and Faber Ltd, 2011, 282-283.
  4. rollingstone.com: http://www.rollingstone.com/music/lists/500-greatest-albums-of-all-time-20120531/the-band-music-from-big-pink-20120524#disqus_thread (Abgerufen: 27.10.13)
  5. Ruhlmann, William: http://www.allmusic.com/album/music-from-big-pink-mw0000189052 (Abgerufen: 27.10.13)
  6. Wikipedia.org: http://en.wikipedia.org/wiki/Music_from_Big_Pink (Abgerufen: 27.10.13)
  7. Wikipedia.org: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Band#Music_from_Big_Pink_and_The_Band (Abgerufen: 27.10.13)
  8. Wikipedia.org: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Weight#cite_note-autogenerated1-5 (Abgerufen: 27.10.13)

Weiterführende Medien:

  1. TV-Dokumentation auf Youtube: The Band Documentary 1: HOSHINOBUTA さんのチャンネル: „The Band Documentary of 4 – Clapton, Ringo, Harrison, Harris react to The Band“ 08.05.2012. http://www.youtube.com/watch?v=_RVBeQn9C7I (Abgerufen: 15.06.2014)

Fussnoten:

  1. http://www.progarchives.com/forum/forum_posts.asp?TID=48181 (Abgerufen: 27.10.13).
  2. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction To Ist Own Past. London: Faber & Faber 2011, 282.