Arcade Fire – Reflektor

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7E0fVfectDo[/youtube]

Mit „Reflektor“, dem vierten Album der kanadischen Band Arcade Fire, hat die Band ein zugängliches Doppel-Album kreiert, das ungefähr gleich viele Unterschiede wie Gemeinsamkeiten mit ihrem bisherigen Schaffen aufweist.

Eine entscheidende ungewohnte Nuance erhält das Album zunächst durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten James Murphy, dem Frontmann von LCD-Soundsystem, der seine Handschrift in der besonderen Rhythmik der Discobeats erkennen lässt, was einigen Tracks des Albums einen potenziellen Platz auf der Tanzfläche ermöglicht1. Eine weitere hörbare Inspiration für „Reflektor“ scheint eine Reise von Frontpaar Régine Chassagne und Win Butler nach Haiti gewesen zu sein, woher die Familie von Chassagne stammt2. Die Erfahrung mit der Musik einer anderen Kultur, führte dazu, dass sich diese exotischen Elemente auf eine ganz eigene Art und Weise in die Musik integrierten3, was beispielsweise in Awful Sound ansatzweise durch die verwendeten Trommeln zu hören ist.

Der einst opulente Auftritt der Band, der in „The Suburbs“ noch von epischen Orgel- und Bläserarrangements gekennzeichnet war, weicht nun durch diese Modifikationen treibenden elektronischen Arpeggi und Synthesizern4. Dies führt jedoch nach wie vor keineswegs dazu, dass Arcade Fire ihrer Eigenart beraubt werden.

Thematisch dreht sich das Werk um den titelgebenden Begriff „Reflektor“. Die Band erfasst in diesem Album den Geist einer Generation, in der aufgrund ihrer komplexen Umwelt der Grad zwischen Wirklichkeit und Sinnestäuschung oft verschwommen bleibt. Das Album verliert sich mit Phrasen wie „it’s just a reflection of a reflection“ in den Weiten und führt dann auf einem teils beschwerlichen Weg zurück in die Wirklichkeit und zu einem in sich geschlossenen Ende.

Kommentare sind geschlossen