Johnny Cash

Nachdem seine Karriere Ende der 50er und zu Beginn der 60er-Jahre erreicht hatte, flachte die Beliebtheit von Johnny Cash stetig ab. Trotz der Produktion weiterer Alben wie zum Beispiel „Johnny 99″ (1983) und „Water from the Wells of Home“ (1988) rutschte Cash immer mehr in den Hintergrund und gerat in Vergessenheit.1 Zu Beginn der 90er Jahre war Cash laut dem Tages-Anzeiger Journalist Fellmann „ein abgehalfterter, erfolgloser Countrysänger, der auf zu viele Jahre mit Alkohol, Drogen und schlechter Musik zurückblickte.“2 In der Hälfte der 90er-Jahre begann Cash zusammen mit Rick Rubin (Produzent von u.a. Run-D.M.C und den Beasty Boys) eine neue Platte aufzunehmen. Diese trug den Namen „American Recordings“ und enthielt viele neuartige Tracks, doch trotzdem war der erste Track „Delia’s Gone“ sehr nahe an der Art von früheren Songs von Cash. Im Musikvideo zum Tack spielte Kate Moss die Hauptrolle und dies führte zu mehr Aufmerksamkeit, unter anderem eines jüngeren Publikums, gegenüber dem zu dem Zeitpunkt nicht mehr so beachteten Cash.3

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Die Wiedergeburt von Johnny Cash ist laut Fellmann wie ein Mythos inszeniert worden. Johnny Cash, von dem niemand mehr etwas wissen wollte, stellte sich quer gegenüber dem kommerziellen Popgeschäft und macht sein eigenes Ding, als „Man in Black“ kommt er aus der Versenkung hervor um mit der Musik als Waffe seine Rolle in der Musikgeschichte zurechtzurücken. Inszeniert wird dies unter anderem durch das Cover des Albums, auf dem Cash mit seinem Gitarrenkoffer einsam und zerzaust dasteht, flankiert von zwei Hunden, und in die Kamera blickt.4

Cover des Albms "American Records"

Cover des Albms „American Records“

Heute ist Johnny Cash beinahe jedem ein Begriff, aber es ist den meisten wohl nicht bekannt, dass er nicht immer das Idol, der Klassiker und die Legende war, als die er heute zumeist in Erinnerung bleibt. Somit lässt sich nur sagen, die Geschichte wurde korrigiert, zugunsten von Johnny Cash.


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