S.Y.P.H. mit „Zurück zum Beton“

„Ich glaub ich träume!“ erkling es melodiös. Der einfache Rhythmus der E-Gitarre untermalt den Sprechgesang: „Ich seh nur Bäume, […] ich bin ein Tier hier, ein scheiss Tier hier.“ Dabei wandelt sich die anfänglich erzählende Nüchternheit der Stimme zum trotzigen Unterton und endet mit den akrobatisch schnellen Wortverbindungen „auf-ein-mal, ein-Tier-hier“.

Die anschliessende musikalische Pause wird durch einen kurzen Ausruf durchschnitten: „Da bleibt mir nur eins!“ Und Stille kehrt kurz zurück.

Wieder leiten die E-Gitarren ein und beschleunigen sofort. Das einsetzende Schlagzeug treibt die zwei Gitarren weiter. Auch die Stimme kehrt zurück, kämpft jedoch gegen das anziehende Tempo und singt schleppend den bodenständigen Text: „Zurück zum Beton, zurück zum Beton, zurück zur U-Bahn, zurück zum Beton!“

S.Y.P.H. spielen nie nur mit Instrumenten, sondern immer auch sprachlich mit „kulturell verfestigten weltanschaulichen Gegensätzen“[1]. Diese äussern sich im Lied „Zurück zum Beton“ indem die unberührte Natur und die städtische Baukultur einander gegenüber gestellt und als Gegenteile polarisiert werden. Als Novum kombinieren S.Y.P.H. diese Gegensätze ironisch mit „Negation“[2]: „Da ist der Mensch noch Mensch, da gibt’s noch Liebe und Glück. Zurück zum Beton.“ Weiter provozieren sie verbal populistisch: „Ekel, Ekel, Natur, Natur; ich will Beton puuuur!“ Trotz eintöniger musikalischer Untermalung schwingt sich das Lied gegen Ende mit „blauer Himmel blaue See, hoch lebe die Beton Fee“ in prosaische Höhen. Schliesslich grenzen sich S.Y.P.H. als Menschen von anderen Lebewesen ab und wollen „keine Vögel, Fische, Pflanzen. Ich will nur im Beton tanzen.“ Dabei werden die Köpfe geschüttelt und Mähnen vermischen sich hüpfend bis der (Beton)-Boden bebt.


[1] Rauen 2010, 40.

[2] Rauen 2010, 40.

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