Bossa n‘ Stones

Albumcover Bossa'n Stones II

Illustration mit Anlehnung ans Sticky Fingers (1971) Albumcover

Als ich letzten Sommer bei meinem Vater abends auf Besuch war, spielte im Hintergrund statt der üblichen Rhythm and Blues eine Musik, die ich nur mit den Worten „Lounge“ beschreiben kann. Ich dachte mir: „Vielleicht ist er mit dem Alter nun doch etwas ruhiger geworden“, und lies es mit einem Achselzucken auf sich beruhen. Kurz darauf ertappte ich mich jedoch beim mitsummen. Ich war verwirrt und begriff vorerst nicht, dass es „Honky Tonk Woman“ (Video) von den Stones war! Und zwar eine Bossa-Version davon. „Das hört man dort in jeder Bar!“, klärte er mich stolz über seinen letzten Urlaub auf. Derzeit gibt es bereits zwei Alben mit Bossa n’Stones (I & II).

Auf alte Weise neu oder auf neue Weise Alt? Die in den späten 50er Jahren in Brasilien entstandene Musikrichtung, welche sich aus dem Portugiesischen ungefähr mit „Neue Welle“ übersetzen lässt, erlebt seit einigen Jahren ein Revival. Das hier ausgestellte Album „Bossa’n Stones“ aus dem Jahre 2006 von verschiedenen Interpreten verdankt seinen Erfolg dem Prinzip der Synthese: Indem einige der bekanntesten Rocksongs der Rolling Stones einen neuen musikalischen Anstrich erhalten, findet der fetzige Sound von damals seinen Weg nun bis in Chill-Out-Lounges von heute. Inzwischen gibt es bereits viele weitere Alben wie z.B. Bossa n’Beatles, Bossa n’Ramones, Bossa n’U2, Bossa n’Roses.

(mwu)

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