Snoop Lion – Reincarnated

Snoop Lion – Reincarnated

Der Hund „Snoop Dogg“ ist gestorben und wurde als Löwe „Snoop Lion“ wiedergeboren, vom Strassenköter zum König der Tiere könnte man meinen. Doch kann man einen Löwen mit einem Köter vergleichen? Und wie viel  Hund steckt denn noch im Löwen?

Soviel zu den Tieren, nun zur Musik: Das Album wurde oft kritisiert, es wolle ein Reggae-Album sein, was es aber nicht halten könne. Dabei war es für viele Fans und Kritiker schwer zu verstehen, warum ein Rapprolet plötzlich in der Lage ist über Liebe und Frieden zu singen. Dabei hat sich auf textueller Ebene  gar nicht so viel getan: Maryjane, Gin n’ Juice und Sex sind immer noch zentral, was wegfiel ist die Verherrlichung von Waffen und Gewalt, was dazu kam ist die Liebe. Die Themen haben sich nicht verschoben, sie wurden lediglich neu konnotiert: Snoop ist jetzt einfach gegen Waffen, für Sex mit Liebe und er prahlt nicht mehr mit seiner unglaublichen Fähigkeit Beutel voller Grünzeug in Rekordzeit zu vernichten, sondern preist – ganz dem Klischee entsprechend – den spirituellen Gewinn der Wunderpflanzen an. Es hat also auf textlicher Ebene durchaus eine Art Reinkarnation stattgefunden oder zumindest eine Transformation auf die eher positiven und sonnigen Seiten des Lebens. Eben diese Aspekte möchte ich von einem Reggaealbum aufgetischt bekommen und genau dies bekommst du ebenfalls auf der musikalischen Ebene des Albums. Von langsamen Tracks wie “Tired of Running“, „So long“ oder „La la la“ bis zu Tracks mit pumpendem Beat wie „Torn appart“ oder „Get away“ bietet das Album eine grosse Bandbreite. Auf Diskussionen über die Reinrassigkeit des wiedergeborenen Reggaelöwen möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn Snoop’s Stimme verbreitet unabhängig der Tierart gute Laune. Er weiss ganz genau wie man Tracks schreibt (oder wer dazu im Stande ist dies für ihn zu tun), die eine breite Masse ansprechen können und sich schon lange nicht mehr ausschliesslich an HipHop orientieren. An dieser Stelle sollten  „Black n’ Yellow“, „Drop it like it’s hot“ oder „Young wild and Free“ als Beispiele ausreichen. Viel wichtiger noch: er tut sich stets mit den richtigen Künstlern zusammen um den grösstmöglichen Erfolg einzufahren, doch stets mit einem sehr guten Händchen für ein letztes Fünkchen Authentizität, welches ihm erlaubt, aus der Masse herauszustechen. So hört sich dieses Album sehr flüssig an und transportiert genau dieses Sommerfeeling, das man in diesen Tagen so schmerzlich zu vermissen beginnt. Da stört es auch nicht weiter, dass die zur Zeit etwas nervende Miley Cyrus ein Featuring hat, man nimmt sie kaum wahr.

Das erste Lied der Platte möchte ich dir ans Herz legen, vor allem wenn du irgendetwas vor dir her schiebst, denn es beginnt mit den fast schon hymnische anmutenden Zeilen: „You can’t run away, you gotta face this…time is moovin’ fast!“ Nimm diesen Schwung mit und pack es an, denn spätestens ab Track acht wirst du explizit ermutigt, Substanzen  aufzunehmen, die eben diesen Schwung unter Umständen etwas dämpfen könnten.

1. Rebel Way 4:44

2. Here Comes the King (feat. Angela Hunte) 3:24

3. Lighters Up (feat Mavado & Popcaan) 3:46

4. So Long (feat. Angela Hunte) 3:40

5. Get Away (feat. Angela Hunte & Elan Atias) 3:27

6. No Guns Allowed (feat. Cori B & Drake) 3:31

7. Fruit Juice (feat. MrVegas) 2:37

8. Smoke the Weed (feat. Collie Buddz) 3:28

9. Tired of Running (feat. Akon) 4:10

10. The Good Good (feat. Iza Lach) 3:54

11. Torn Apart (feat. Rita Ora) 3:30

12. Ashtrays an Heartbreaks (feat Miley Cyrus) 4:06

13. Boulevard (feat. Jahdan Blakkamoore) 3:12

14. Remedy (Busta Rhymes & Chris Brown) 3:00

15. La La La 3:27

16. Harder Times (feat. Jahdan Blakkamoore) 3:32

 

Erschienen: 23. April 2013

Genre : Reggae, dancehall, reggae fusion

Label: Berhane Sound System, Mad Decent, Vice, RCA

Produzenten: Diplo, Major Lazer, 6Blocc, Ariel Rechtshaid, Dre Skull, John Hill,  Jus Bus, Kyle Townsend, Supa Dups, Terrace Martin, Zach Condon, Zion I Kings.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.