Musikverkäufe 2014

Drei grosse rote Pfeile, die abwärts zeigen bringen in einem Hypebot-Post1 zum Ausdruck, was 2014 mit den Musikverkäufen passiert ist. Sie fielen weiter.2
Das ist allerdings KEINE Katastrophe, denn Musikverkäufe, wie wir sie vor der digitalen Revolution als Verkauf physikalischer Tonträger kannten, werden weitgehend verschwinden. Auch der Markt für MP3-Dateien hat wenig Zukunft. Dass diese Verkaufszahlen sinken ist ganz natürlich und keine Katastrophenmeldung wert. Ich weiss nicht, warum sich die Musikindustrie und der Musikjournalismus dermassen auf diese fallenden Zahlen kaprizieren. Es ist wie in der Politik und der Gesellschaft: Man hat sich seit geraumer Zeit in der Krise, den Systemzwängen und einer umfassenden Perspektivenlosigkeit eingerichtet, um Vorteile zu erlangen, um Steuern zu sparen (Banken zum Beispiel) oder in der Eile entlassen zu können, ohne dabei den Anstand zu bewahren. Nach aussen befindet man sich in der Krise und hinten herum sahnt man ab. Nur so kann die Schere zwischen Arm und Reich so schnell wieder grösser werden. Aber ich will daraus gar kein moralisches Problem machen. Ich denke nur, dass die Musikindustrie sich selber im Weg steht, ein gesundes Mass zu finden und dort zu funktionieren, ohne ständig die Krise auszurufen oder die Konsument/-innen zu kriminalisieren.

Wakeupcall: «Fellers, it’s 2015, time to open your eyes!» Für mich sind fallende Verkaufszahlen ein Zeichen des Fortschritts auf unserem Weg zum funktionierenden digitalen Musikmarkt. Die Zahlen wären eigentlich eine Erfolgsmeldung, denn die «Overall On-Demand (Audio+Video) Streams» – so heissen Angebote wie Spotify und Deezer in der Marktforschung – stiegen von 106 Milliarden (2013) auf 164 Milliarden.

Eine kleine für Musikliebhaber/-innen nicht unwesentliche Nebengeschichte ist diejenige der Vinyl-Verkäufe, die 2014 weiter angestiegen sind – um sage und schreibe 52%! Somit machen Vinyl-Verkäufe nun schon 6% aller Tönträgerverkäufe aus.3

Die am meisten verkauften Alben von 2014 sind:
– Taylor Swift: 1989 (3’660’000)
– Frozen Soundtrack (3’530’000)
– Sam Smith: In The Lonely Hour (1’130’000)
– Pentatonix: That’s Christmas To Me (1’140’000)4

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