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Anzeige aller Musikzimmer Rezensionen von 2012 geordnet nach Monat

Rezensionen September 2012

Maria Minerva [x>] [D]: Will Happiness Find Me? [Netaudio] [R] [F] [P]

CoverLabel: Not Not Fun NNF 269
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 09 04
Genre: Electronica - Lo-Fi-Underground - Hypnagogicpop

Maria Minerva ist in Talinn (Estland) als Tochter von Mart Juur, einem Komiker, aufgewachsen. Seit einiger Zeit lebt sie in London und besucht die Goldsmiths University of London. Musikalisch gehört sie in die Lo-Fi-Electronica-Ecke; ihr Hypnagogicpop arbeitet sich an einer erträumten Discomusik ab. Minerva ist einer der Vorzeigeacts in besagtem Genre. Hält ihr Album Will Happiness Find Me? der grossen Spannung um die Person Minerva stand?
In der August-Ausgabe von The Wire erschien unter dem Titel Divine Styler ein zweiseitiger Artikel über Minerva, der einen Hinweis auf die Wahl ihres Künstlernamens Minerva gibt: Hegel, der deutsche Philosoph, hat die berühmten Zeilen geschrieben: Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug. Das heisst: Weisheit, Klugheit und Philosophie kommen immer nach dem Fest und können es nicht noch einmal aufleben lassen. Sie können es nur noch feststellen, reflektieren, erkennen. So funktioniert die Retromusik von heute: Sie will sich nur noch auf das, was früher war, beziehen, sie kann es nicht wiederbeleben. Jeder Anspruch von Retro an Revival ist müssig.
Will Happiness Find Me? kam auf dem Lo-Fi-Label Not Not Fun heraus. Es könnte das Album sein, von dem man, sobald ein noch gelungeneres und wichtiges herausgekommt, sagen wird: «Hier hört man es schon!» Die Eule der Minerva fliegt noch nicht, aber schlägt ihre mächtigen Flügel schon an.
Anspieltipp: Der Track Fire ist mit der Stimme des Rappers Chase Royal entstanden, der einen interessanten Kontrast zum Reverb-reichen Sound hinein bringt. (veröffentlicht: 2012 09 14)

Trackliste:

1. The Sound - 3:53 2. Heart Like A Microphone - 3:50 3. I Don't Wanna Be Discovered (Will Happiness Find Me?) - 3:48 4. Alone In Amsterdam - 3:36 5. Sweet Synergy - 3:40 6. Fire (feat. Chase Royal) - 3:01 7. Coming Of Age - 4:42 8. Perpetual Motion Machine - 3:37 9. Never Give Up - 6:49 10. Mad Girl's Love Song - 4:50 11. The Star - 2:38
Alle Tracks: Maria Minerva.

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Rezensionen August 2012

Sylvain Chauveau & Stephan Mathieu [x>] [D]: Palimpsest [Netaudio] [R] [F] [P]

CoverLabel: Schwebung ∫∂ I Æquinoktium MMXII
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 08 26
Genre: Electronica - Dronetronica

Abstrakte elektronische Musik ist kalt und nur etwas für Nerds. Wenn Sie so denken, bitte weiterlesen, damit ich Sie möglicherweise vom Gegenteil überzeugen kann. Der Komponist und Soundartist Stephan Mathieu hat elektronische Dronen mit einer Farfisa Orgel, mit Phonoharfe, Virginal, Viols, Piano, Radio, French Horn und Cymbals aufgenommen. Chauveau sollte oder wollte ursprünglich Gitarren- und Piano-Klänge hinzufügen, kam aber dann zur Überraschung von Mathieu mit der Idee, Texte von Bill Callahan (von Smog) hinzu zu fügen. Das Resultat ist ergreifend: Die Musik eröffnet einen weiten Raum, in den hereingestellt die Stimme von Sylvain Chauveau geradezu existentialistisch klingt. Der kleine Mensch im unendlichen Raum ganz gross. (veröffentlicht: 2012 09 18)

Trackliste:

1. Palimpsest (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 3:50 2. Chosen One (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 6:50 3. Wild Love (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 3:43 4. Soaking The Pages In Tea (Stephan Mathieu) - 7:00 5. a) The Floating World (Stephan Mathieu) - 2:00, b) Your Wedding (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 4:00 6. Prince Alone In The Studio (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 8:55 7. I Break Horses (Bill Callahan, Stephan Mathieu) - 6:15
Alle Tracks: Bill Callahan (Lyrics), Stephan Mathieu (Musik).

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Rezensionen Mai 2012

Cold Specks [x>] [D]: I Predict A Graceful Expulsion [R] [F] [P]

CoverLabel: Arts & Crafts A&C 070, Mute STUMM 342
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 05 21
Genre: Alternativerock

Doomsoul, nennt die kanadische Singer-Songwriterin Al Spx ihre Musik. Der AMG-Rezensent schreibt, sie klinge als wäre sie aus einer alten Dust-Bowl-Ära Photographie hinausgetreten, hinein in eine neue Depression. Der Pitchfork Rezensent schreibt: Die Songs haben eine irritierende und schwer fassbare Qualität; sie rühren eben so viel auf wie sie beruhigen. Die Stimme von Al Spx ist deutlich besser als ihre Songs, hinter denen offenbar eine familiäre Tragik versteckt liegt. Wenn diese nicht mehr beisst wird man sehen und hören, ob auch echte Begabung im Spiel ist. (veröffentlicht: 2012 06)

Trackliste:

1. The Mark - 2:16 2. Heavy Hands - 2:29 3. Winter Solstice - 4:04 4. When the City Lights Dim (Peter Roberts, Al Spx) - 3:20 5. Hector - 2:34 6. Holland - 3:49 7. Elephant Head - 4:13 8. Send Your Youth - 3:48 9. Blank Maps - 3:11 10. Steady - 4:01 11. Lay Me Down - 3:11
Alle Tracks: Al Spx, ausser wo anders vermerkt.

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Rezensionen April 2012

Dean Blunt & Inga Copeland [x>] [D]: Black Is Beautiful [R] [F] [P]

CoverLabel: Hyperdub HDBCD 012
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 04 16
Genre: Electronica - Lo-Fi-Underground

... skizzenhaft, hier ist alles skizzenhaft, der Name der Künstler heisst gestern Hype Williams, heute so, morgen anders, die Tracks des Albums haben mit einer Ausnahme (natürlich!, sonst gäbe es ja eine Regel) keine Namen, die Tracks fangen mit dem Ende an oder gar nicht an, werden unterbrochen, was vielleicht ein Fehler des Mediums ist, ein Softwareabsturz oder ein künstlerisches Manifest, es gibt Gesang, dann geht es instrumental weiter, hier gibt es kaum etwas, woran du dich halten kannst und doch sind manche der musikalischen Skizzen ein Geschenk, eines, das du aber verlegst, ein Moment, kaum fassbar, ...
Interessanter Artikel von Lauren Martin FORM, FREEDOM AND HOW CURRENT ELECTRONIC MUSIC IS RESHAPING THE LP. Thoughts on how the radical transcendence of Actress and Hype Williams change our understanding of the album (Dummy, 4. Juli 2012), in dem es darum geht, wie diese Lo-Fi-Electronic-Tracks, die wie Skizzen sind, die schnell ins Internet gestellt werden und ebenso schnell wieder von dort verschwinden in ihrer Gesamtheit doch wieder das Bewusstsein für die Form des Albums, des Releases schärfen. Das Album ist im digitalen Zeitalter nicht tot, es lebt als Vinyl-Release fort. (veröffentlicht: 2012 07 05)

Trackliste:

1. 1 (Venice Dreamway) - 2:32 2. 2 - 2:14 3. 3 - 0:48 4. 4 - 2:26 5. 5 - 2:42 6. 6 - 0:35 7. 7 - 0:50 8. 8 - 2:39 9. 9 - 5:17 10. 10 - 9:24 11. 11 - 1:50 12. 12 - 2:38 13. 13 - 1:04 14. 14 - 1:13 15. 15 - 3:16
Alle Tracks: Dean Blunt und Inga Copeland.

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Rezensionen März 2012

Fort Romeau [x>] [D]: Kingdoms [R] [F] [P]

CoverLabel: 100% Silk SILK 022
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 03 06
Genre: Electronica - House - Deephouse, Electronica - House - Brooklyn-House

Fort Romeau ist der britische Producer Mike Norris, dessen Musik vom amerikanischen Hipsterhouse-Label 100% Silk vertrieben wird. Dieses in Los Angeles ansässige Label ist spezialisiert auf Lo-Fi-Electronica (es handelt sich um ein Sublabel von Not Not Fun und die Labelchefin ist LA Vampires). Nun ist Kingdoms ein Minialbum voller recht polierter Deephouse-Musik. Die Tracks muten klassisch an, sind eingängig und die Produktionsleistung von Norris ist sanft an den zeitgenössischen Dubstep angelehnt. Lo-Fi ist daran, dass Norris offenbar mit einem DX7-Sythi (der Digitalsynthi, der den Klang der 80er Jahre bestimmt hat) und einem sieben Jahre alten Laptop produziert. Musikalisch mag es sich hier um alten Wein in neuen Schläuchen handeln, indes finde ich es bemerkenswert, dass kalifornische Hipster diese rafiniert-coole Art von Housemusik entdecken und dass das junge Label und der junge Produzent in der amerikanischen Blogsphäre so viel Resonanz erhalten. (veröffentlicht: 2012 03 23)

Trackliste:

1. Jack Rollin' - 5:21 2. Kingdoms - 5:07 3. Say Something - 3:56 4. Some Of Us Want For Nothing - 3:49 5. Nights Bridge - 2:54 6. I Need U - 5:02
Bonustracks der CD Ausgabe von 2012 1. One Night - 4:07 2. Theo - 5:40
Alle Tracks: Michael Norris.

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Black To Comm [x>] [D]: Earth [Soundtrack] [R] [F] [P]

CoverLabel: De Stijl Records IND 098
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 03
Genre: Electronica - Dronetronica

Earth von Back To Comm (Marc Richter) ist ein Soundtrack zum gleichnamigen Stummfilm vom Singapurer Regisseur Ho Tzu Nyen. Die ausgesprochen düstere Musik besteht aus Loops von Schellack- und Vinyl-Platten, akustischen und elektronischen Instrumenten und dem Gesang von Vindicatrix. Die Musik ist auf schmerzlindernden Medikamenten entstanden. Film und Music handeln von der Langsamkeit und vom Zerfall, von Bewusstlosigkeits-Zuständen, von Schlafen und Aufwachen, Sterben und Wiedergeburt, so der Pressetext des Labels. Earth ist ein Tilt (Album von Scott Walker) unserer Zeit. (veröffentlicht: 2012 03 29)

Trackliste:

1. Stickstoff II 2. Water 3. Thrones 4. The Children 5. Mirror
Alle Tracks: Marc Richter.

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Rezensionen Februar 2012

Gareth Dickson [x>] [D]: Quite A Way Away [R] [F] [P]

CoverLabel: 12K 1070
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 02 21
Genre: Folk - Freakfolk - Spacefolk, Folk - Guitarfolk, Electronica - Folktronica

Gareth Dickson klingt mit seiner nach Innen gerichteten Stimme wie ein zeitgenössischer Nick Drake. Dickson spielt auf der Gitarre schimmernde Folk-Texturen und erschafft damit einen interessanten Kontrast zwischen dieser einsamen Stimme und dem weiten, unfassbaren Raum, aus dem Gitarre erklingt. Erhaben und trotzdem ganz menschlich. (veröffentlicht: 2012 03 17)

Trackliste:

1. Adrenaline 2. Noon 3. Get Together 4. Quite a Way Away 5. This Is the Kiss 6. Happy Easters 7. Nunca jamás 8. Jonah
Alle Tracks: Gareth Dickson.

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Rezensionen Januar 2012

Alex Chilton [x>] [D]: Free Again. The '1970' Sessions [Act-Comp.] [R] [F] [P]

CoverLabel: Omnivore OVCD 13
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2012 01 10 (Ed.)
Genre: Rock - Powerpop

Nach der Auflösung der Box Tops und vor der Gründung von Big Star ging der eben volljährig gewordene Alex Chilton ins Studio, um eigene Tracks aufzunehmen. Nun war er zum ersten Mal frei vom Druck der Industrie auf einen jugendlichen Popstar, der einem Bild, das an ihn herangetragen wurde, entsprechen sollte, anstatt dass er sein Talent hätte frei entfalten können. So kamen diese wunderbaren Aufnahmen zu Stande, landeten aber in den Archiven, um erst 1996 das Licht der Welt zu erblicken. Ardent brachte sie damals mit dem wenig sagenden Titel 1970 auf den Markt. Nun kommen die Tracks mit teilweise Mono-Mixen neu heraus, unter einem angemessenen Titel: Free Again.
Dieses Album reflektiert den Einfluss, den die Beatles und andere Brit-Invasion-Bands auf einen jungen südstaatlichen Rockmusiker-Aspiranten gehabt haben. (Chilton covert hier Jumping Jack Flash von den Rolling Stones.)
Vielleicht klingen diese Aufnahmen beim ersten Hören etwas veraltet, man kommt aber rein und entdeckt nichts weniger als ein perfektes Rock Album. So hätten wahrscheinlich die Beatles geklungen, falls sie nach Memphis zum Aufnehmen gegangen wären. (veröffentlicht: 2012 01 15)

Trackliste:

1. Free Again [Original Mono Mix] - 2:38 2. Come On Honey - 3:34 3. Something Deep Inside - 2:41 4. I Can Dig It - 3:49 5. The EMI Song (Smile for Me) (Chilton, Terry Manning) - 4:02 6. All I Really Want Is Money - 4:56 7. The Happy Song - 2:05 8. Jumpin' Jack Flash (Mick Jagger, Keith Richards) - 4:07 9. Every Day as We Grow Closer/Funky National (Chilton, Terry Manning, Richard Rosebrough) - 3:16 10. I Wish I Could Meet Elvis - 3:16 11. Just to See You - 3:50 12. All We Ever Got from Them Was Pain - 3:23 13. Sugar, Sugar/I Got the Feelin' (Jeff Barry, James Brown, Andy Kim) - 6:20 14. Free Again [Stereo Remix with Alternate Vocal] - 2:58 15. Every Day as We Grow Closer [Original Mono Mix] - 2:27 16. Come On Honey [Original MonoMix] - 3:34 17. The EMI Song (Smile for Me) [Original Mono Mix] - 3:58 18. All I Really Want Is Money [Original Mono Mix] - 4:44 19. If You Would Marry Me Babe [Demo] - 1:49 20. It Isn't Always That Easy [Demo] (Chilton, Gary Talley) - 2:32

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