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Anzeige aller Musikzimmer Rezensionen von 2003 geordnet nach Monat

Rezensionen Dezember 2003

Maher Shalal Hash Baz [x>] [D]: Blues Du Jour [F] [P]

CoverLabel: Geographic GEOG 24
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 12 02
Genre: Postrock, Alternativerock - Lo-Fi-Rock - J-Rock


Schräge Kreationen, Entwürfe schon irgendwann mal gehörter Songs - Dylan, Herp Alpert usw. usw. - protoplastischer Folk, Rock, Pop mit dem sichersten Gespür für die Nonchalance - sowas hast du noch nie gehört und du rätselst, ob dies in deiner Geschichte eine langfristige Rolle spielen wird oder ob dies nur eine vorbeigehende Laune ist. Wirklich nicht. Aber was es auch immer ist - es ist als solches gelungen!

Trackliste:

1. Sunrise - 1:54 2. Open Field - 1:23 3. The King Of North - 0:54 4. His Banner Over Me Was Love - 1:10 5. Pelican Of Wilderness - 2:09 6. White Dream (To K. Miwa In Hagi) - 2:03 7. Post Office - 1:48 8. You Keep Saying In Your Heart - 1:58 9. Remember My Labour Of Love - 0:52 10. Good Morning - 1:47 11. Blues Du Jour Bb 7/8 22.4.02 - 0:25 12. Tokyo Okinawa Scotland - 0:49 13. What's Your Business Here Elijah - 3:21 14. Soldier Of Lead - 2:23 15. From A Summer To Another Summer - 2:09 16. Futility - 1:26 17. 31st December - 0:46 18. Peter Says - 1:18 19. Interview - 1:41 20. Golden Gulf - 0:40 21. For A Recorder And A Euphonium - 1:00 22. Firing Results - 0:55 23. Molecular Structure Of Clay - 0:53 24. Fern On The Slope - 0:05 25. Muddy Water - 0:15 26. Hang Around In The Mall - 0:21 27. Highway - 1:57 28. Cockerel - 0:19 29. No Sheep - 0:24 30. Apple Glazed Vase - 0:54 31. Iyomanzai - 0:18 32. Psalm 136 - 0:10 33. Blow A Horn - 0:54 34. Apple Glazed Vase II - 1:21 35. Coregians - 0:14 36. Blues Du Jour Am 8.6.01 - 0:52 37. Blues Du Jour Cm 5.02 - 4:18 38. Yagi Otalaryngologist - 0:55 39. I Have Run The Course To The Finish - 0:29 40. Bus - 0:28 41. Cheap Clothes - 0:29

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Rezensionen Novemeber 2003

Boy Robot [x>] [D]: Glamorizing Corporate Lifestyle [F] [P]

CoverLabel: City Centre Offices TOWERBLOCK 016
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11 17
Genre: &ndash


CCO haben eine goldene Hand beim Releasen. Hut ab! Boy Robot ist die europäische Antwort auf John Tejada. IDM-tracks, die nach vielen Seiten offen sind, zu Pop, zu Dub oder zu Ragga hin. Musik für uns alle

Trackliste:

1 Likely Silly And Waterful (5:41) 2 Glamorizing Corporate Lifestyle (5:37) 3 Set It For Me (5:01) Vocals - Barrington 'Faithful' Bisumber 4 Don't Panic It's Organic (5:17) 5 Loving You Makes Me Nervous (4:32) 6 Just My Reflection And Me (6:25) Vocals - Hanif Sabzevari 7 Old Habits Die Hard (6:56) 8 The Last Dance (4:47) 9 My Heart's Still Beating (5:51) 10 When Broken Consider It Sold (4:08)

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Dean Roberts [x>] [D]: Be Mine Tonight [F] [P]

CoverLabel: Kranky KRANK 063
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11 17
Genre: Postrock

Einer der interessantesten Improvisers der Zeit überrascht dich mit einem Postrock-Album – nicht sein erstes. Greif dir mal And The Black Moths Play The Grand Cinema heraus, vor drei Jahren auf Ritornell erschienen. Eine CD, die zu jenen Rückwärtsentdeckungen gehört – wenn sie erscheinen, erscheinen sie im Schatten der Aufmerksamkeit der Zeit (das war keine typische Ritornell-Musik, die CD war kaum greifbar) und jetzt hat Dean Roberts sich den Erfolg erarbeitet.
Wir kommunizieren mit seinem Werk, wir nehmen Anteil, wir stellen es in unser Archiv. Wenn du Tortoise, Jim O'Rourke und David Grubbs auf der einen nicht vom Blues her kommenden Postrock-Seite und die späten Talk Talk auf der anderen schätzt, dann wirst du das hier mögen. Vom Blues blieb bei dieser Postrock-Spielart noch etwas mehr als die Textzeile: here comes lonely here comes the blues. Meine nachdrückliche Empfehlung!

Trackliste:

1. All Pidgins Sent To War, Palace Of Adenaline V and E.E. - 9:18 2. Disappearance On The Grandest Of Streets - 9:56 3. Smash The Palace And What Nerves You Got - 5:07 4. Letter To Monday - 10:43

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V. A. (Rune Grammofon) [x>] [D]: Money Will Ruin Everything [2 CD Compilation, Begleitmedium zu Buch] [F] [P]

CoverLabel: Rune Grammofon RCD 2032
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11 10
Genre: Electronica, Improvisation, Electronica - Jazztronica - Futurejazz


Rune Grammofon ist das Label aus Oslo von Rune Kristoffersen, das Musik veröffentlicht, solange durch sie eine wirkliche Persönlichkeit spricht. Mit seinen am Ende gar nicht mal so disparaten Releases schreibt dieses Label seit dem ersten Release Musikgeschichte. Dieser erste Relase mit der Katalognummer RCD 2001 war nämlich Supersilent 1–3 und der zweite Release RCD 2002 Arne Nordheims Electric. Seitdem hat Rune Grammofon 30 weitere CDs im Digipac herausgebracht – allesamt mit einem bezaubernden Artworks von Kim Hiørthoy. CDs von Biosphere, Deathprod, Spunk, Jazzkammer, Phonophani, Alog, Food und vielen mehr. Die Verpackung von Kim Hiørthoy lässt sich nur mit anderen grossen Labels wie Blue Note, Factory, Warp, Touch, 4AD, ECM, Raster-Noton oder Mego vergleichen, deren Produkte du siehst und sofort als Releases dieser Label zu identifizieren vermagst. Wie schreibt Adrian Shaughnessy so schön: Hiørthoys sleeves are like Rorschach tests to the visually astute. Es stimmt: Mit jedem Rune Grammofon Cover bist du auch als visuell mit allen Wassern gewaschener Mensch hin und weg. Mit Money will ruin everything RCD 2032 kommt nun ein Buch, das die Artworks der bisherigen CDs enthält, einen Aufsatz von Rob Young bzw. Adrian Shaughnessy (The Wire), ein Gespräch zwischen Kristoffersen und Hiørthoy und zwei CDs mit teils bereits veröffentlichtem und teils neuem Material. Auf dieses Buch, das ein Recordcover ist, wie eine der ersten Seiten verrät, kannst du nicht verzichten, wenn du dich von dieser Musik auch so verzaubern lassen kannst wie ich. Ein Zeitzeugnis und ein Beweisstück. An ihm sehen wir, dass gute Musik, die zu uns spricht, auch aus einem kleinen Land an der Peripherie Europas kommen kann, wenn ein paar Leute mit einer Vision zusammenarbeiten und andere anzustecken vermögen. Weiter so, Ihr Nordländer, ihr habt ja die langen Nächte im Winter! Nützt sie!

Trackliste:

CD 1 1. Alog - St. Paul Sessions II (6:47) 2. Food - Daddycation (4:06) 3. Skyphone - Kinamands Chance (3:58) 4. Jaga Jazzist - Two Things (3:43) 5. Biosphere - Colpa Mia (5:10) 6. Svalastog - Pine Solution (5:25) 7. Monolight - Still Light (6:55) 8. André Hardang Borgen - Aiibaka (3:37) 9. Spunk - Kamelmusikk (6:35) 10. Jono El Grande - Tango On The Crest Of Reality (3:57) 11. Isak Anderssen - 3rd Wilderness Song (3:20) 12. Arne Nordheim - Hovering (3:06) 13. Luigi Archetti / Bo Wiget - Stück 22 (5:49) 14. Supersilent - C - 5.1 (9:46) 15. Tove Nilsen - Fingerprint (1:55)
CD 2 1. Arve Henriksen - Sanmyaku (4:18) 2. Nils Økland - Hertervig Skisse (6:59) 3. Kim Hiorthøy - Wait (7:53) 4. Lasse Marhaug - Fauske (4:38) 5. Strønen / Storløkken - Japan (4:50) 6. Phonophani - Animals (4:20) 7. Information - Stacking Of Different Natures II (3:53) 8. Fe-mail - Jacob's Leketøy (3:20) 9. Øivind Idsø - Masker (6:10) 10. Andreas Meland - Eplesky (6:20) 11. Maja S. K. Ratkje - Intro (4:22) 12. Martin Horntveth - For Luca (7:02) 13. Scorch Trio - Taajus (4:54) 14. Deathprod - Deerstalker (4:25) 15. Susanna And The Magical Orchestra - Believer (3:20)

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Einóma [x>] [D]: Milli Tonverka [F] [P]

CoverLabel: Vertical Form VFORM 031
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11 10
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Eine neue Einoma für alle Freunde von Autechre-Tracks, also für dich und mich. Wieder bietet Einoma Aufnahmen von kalten Chromstahl-Oberflächen, die als würden sie durch Glasfaserkabelschrott übertragen neu zu n-dimensionalen Räumen zusammengesetzt werden &ndahsh; vermittelst neuester Algorithmen natürlich. High-Tech-Musik für High-Tech-Minds.

Trackliste:

1. Á Floti (6:30) 2. Khanin (6:12) 3. Eindir (4:09) 4. Öldugangur (5:38) 5. Vetravélin (2:45) 6. Ã?r Áföngum (5:13) 7. Sókn (6:11) 8. Líður Og Leðist (5:40) - Vocals - Hildigunnur Einarsdóttir 9. Blindheðin (6:55)
Alle Tracks: Bjami Þór Gunnarsson und Steindór Grétar Kristinsson.

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Jan Jelinek & Triosk [x>] [D]: 1+3+1 [F] [P]

CoverLabel: ~scape sc 020
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11 10
Genre: Electronica - Jazztronica - Futurejazz

Diese Rechnung geht auf! Die Eins steht für Jan Jelinek, die Drei für Triosk, ein Jazztrio aus Sydney. Das Plus steht für die Schnittstellen im Entstehungsprozess dieser CD.
Von J. J. gingen Soundentwürfe nach Australien, Triosk strickten diese zu Tracks und sandten sie nach Deutschland zurück, wo J. J. seine Produzentenhand anlegt und die CD fertigstellt. Mit Triosk hat J. J. nun seine Jazzband gefunden, die er in seinem letzten Release Trackliste:

1. Mis-Leader (4:17) 2. On The Lake (5:14) 3. Track 2 (5:31) 4. Munmorah (5:25) 5. Theme From Trioskinek (5:42) 6. Vibes/Pulse (5:28) 7. Neckless (5:08) 8. Distant Shore (3:42)

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Lawrence [x>] [D]: The Absence Of Blight [F] [P]

CoverLabel: Dial [Hamburg] dialCD 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11
Genre: Electronica - House - Minimalhouse

Ein Cover wie eines einer Tim Hecker-CD: Viel Wetter, Wolken wie oft über der regnerischen Hansestadt, Melancholie erzeugt durch eine Perspektive von weit unten nach weit oben schauend mit von der Seite ins Bild ragenden winterschlafenden oder abgestorbenen Pflanzenstengeln - als möchten sie in Wolkenbäuchen neue Wurzeln schlagen.
Ich verbinde die Hihat-Klänge, die ich auf der CD höre mit diesem Blick, dieser Perspektive, denn gross ist die Kluft zwischen ihnen und den Klangflächen. Eine unglaubliche Klanglandschaft, die sich langsam vor deinen Ohren entwickelt und verändert – wie Wolkenbäuche ihre Form verändern! Hihat-Klänge strukturieren die Sound-Zeit und sorgen dafür, dass überhaupt Zeit vergeht. Tracks für das Ende aller Parties, wenn die letzten Körper noch karg und ausgetanzt, seiltänzerisch mit den Armen rudernd, um den Stand zu behalten, mehr andeutungsweise ihre letzten Bewegungen an die Nacht verschenken.

Trackliste:

1. Fifteen Minutes With You (5:57) 2. Shelter (5:09) 3. If You Can't Understand (6:17) 4. - (6:30) 5. Last Friday (5:26) 6. Colts Foot (7:19) 7. Neighbourhood (5:48) 8. Thieltes (5:42) 9. Winter Green (5:36) 10. Somebody Told Me (7:01)
Alle Tracks: Peter M. Kersten.

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AGF [x>] [D]: Westernization Completed [F] [P]

CoverLabel: Orthlorng Musork ORTH 18
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 11
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Antye Greie in ihrer digitalen Welt, in der aus jedem Klang die Rhizome austreiben, dich einmal von links, dann von rechts, einmal von vorn und einmal von hinten umschlingen. Eine äusserst private, ja intime Stimmung, die diese CD vor deinen Ohren ausbreitet. Hierfür musst du bereit sein. Bereit für die Gedichte der ePoetin, die sie an sich selbst richtet. Dabei hörst du nicht zu, du hörst nur mit!

Trackliste:

1. Let's Make Our Movies (2:24) 2. Ambient Trust (2:53) 3. Private Birds (5:10) 4. Re Fail (5:21) 5. Chorizon (3:39) 6. Leaving With Hope (3:32) 7. My Patch (3:27) 8. In Between Movies (2:24) 9. Poem Producer (5:42) 10. You Stop (3:50) 11. Contemporary Westernized (4:54) 12. Pipe Dream Voices (4:31) 13. Let's Go! (2:22)
Alle Tracks: Antye Greie.

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Rezensionen Oktober 2003

Plaid [x>] [D]: Spokes [F] [P]

CoverLabel: Warp 114
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 20
Genre: Electronica - IDM

Laut Pressetext soll die neue CD von Plaid eher an die Musik von Black Dog anschliessen. Es stimmt leider und ist ein Schritt zurück vor Rest Proof Clockwork.Aber Plaid verstehen es nach wie vor, (Listening-)Techno mit flauschig-warmen Melodien zu machen.

Trackliste:

1. Even Spring - 5:24 2. Crumax Rins - 6:00 3. Upona - 5:07 4. Zeal - 6:01 5. Cedar City - 5:47 6. B Born Droid - 5:31 7. Marry - 6:47 8. Get What You Gave - 5:16 9. Buns - 6:40 10. Quick Emix - 6:10

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Plastikman [x>] [D]: Closer [F] [P]

CoverLabel: M_nus, Novamute NoMu 100
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 20
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno

Das Konzept ist bestechend einfach: 1) Sei so minimalistisch wies nur geht. Nimm ein paar Schnipsel einfachen Soundmaterials! Nimm wenig! Mach wenig aber genug! 2) Forme die Sounds möglichst weich, bearbeite sie bis sie so flexibel wie Gummi klingen.
Dies in etwa das Konzept Richie Hawtins für sein Plastikman-Projekt. Dieses Konzept könnte mittlerweile langweilig sein, doch Hawtin hat ein sicheres Gespür für das Narrative. Die Musik erzählt etwas, der Meister singt sogar. Sein Gespür für die richtigen Sounds zur richtigen Zeit schafft die Gratwanderung zwischen Repetition und Variation. Wäre er ein ebenso guter Redner, er könnte mit wenigen und einfachen Worten das wesentliche sagen. Manchmal klingt Closer wie Filmmusik, meist erstaunlich futuristisch. Gelungen, wirklich gelungen.

Trackliste:

1. Ask Yourself - 8:46 2. Mind Encode - 5:39 3. Lost - 4:35 4. Disconnect - 4:56 5. Slow Poke [Twilight Zone mix] - 7:49 6. Headcase - 9:53 7. Ping Pong - 9:28 8. Mind in Rewind - 10:19 9. I No - 3:40 10. I Don't Know - 10:06

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Joseph Suchy [x>] [D]: Calabi.Yau [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 043
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 13
Genre: Electronica

Joseph Suchy macht mit Calabi.Yau einen Ausflug in die moderne Physik. Wir sind gespannt, wie das klingt ?
Was heisst Calaby.Yau? Calaby und Yau sind Mathematiker. Eugenio Calabi hat 1954 eine Vermutung über Eigenschaften von bestimmten Mannigfaltigkeiten aufgestellt und Shing-Tung Yau hat diese Vermutung 1977 bewiesen. Mannigfaltigkeiten sind so etwas wie vieldimensionale Elipsen. Wie so etwas aussieht, zeigt der entsprechende Wikipedia-Artikel. Da wird also ein n-dimensionaler gekrümmter Raum zweidimensional gerendert. Damit man sich das vergleichsweise vorstellen kann. Mit Calabi.Yaus lässt sich vielleicht verstehen, wie die Dimensionen der Superstring-Theorie zusammenspielen – so die Hoffnung einiger Physiker und Mathematiker. Wenn Joseph Suchi ein Album Calabi.Yau nennt, dann muss das wohl mit musikalischen bzw. klanglichen Dimensionen zu tun haben. Auch hier bilden viele Dimensionen etwas konkret Hörbares, das aber in seiner Komplexität schwierig zu durchdringen ist. Suchy, bekannt von Burnt Friedmanns Nu Dub Players, verwendet Gitarre (sein Instrument), Perkussion (Stephan Barnickel), im Stück By-Baa Stimme (Stephanie Tiersch) und zahllose elektronische Elemente, die sich gegenseitig durchdringen und für viel Mannigfaltigkeit sorgen. Diese Klänge fliessen dahin, wandeln sich, bilden Gestalten, die alsbald wieder verfallen und mit anderen Ohren gehört bestimmt ganz anders aussehen. Erstaunlich konkret das Coverbild der CD: Eine Astronautin in ihrem dicken Anzug mit offenem Gesichtsglas. Sie befindet sich nicht im freien Weltraum. Vielleicht in einer Kapsel oder im Trainingszentrum. Und was tut sie? Die Augen geschlossen schläft sie nicht, sondern scheint sich etwas zum Mund zu führen – Nahrung, Sauerstoff? Du weisst es nicht. Ähnlich geht es dir mit der Musik: Sie ist konkret, aber schimmert, du hörst, was du hörst, aber die Dimensionen sind ungewohnt: Plötzlich, wie in ka-asam, geht die Zeit im Flug, als wärst du in ein Wurmloch eingetreten, um mal schnell in eine andere Dimensionen hinüber zu segeln. In moo-ay ist der Raum offen und weit, wo hingegen in Calbi.Yau, dem etwas über zehnminütigen Titeltrack alles nur Fläche ist.

Trackliste:

1. Calabi.Yau (10:30) 2. Su-Um (6:08) 3. Ka-Asam (3:24) 4. Moo-Ay (4:24) 5. By-Baa (1:09) Voice - Stephanie Thiersch 6. Soan-Ne (5:48) 7. Uum-U (3:19) 8. Kaalya (4:13) 9. Kao-On (3:18)

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Pluramon [x>] [D]: Dreams Top Rock [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 23
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 09
Genre: Postrock - Indietronica, Postrock


Ich stolpere beim ersten Anhören über die My-Bloody-Valentine-Ästhetik dieser CD. Das haben wir in den vergangenen zwei Jahren vom Morr-Label wieder und wieder gehört. Warum macht Markus Schmickler nun auch auf späte 80er Jahre - als müsste sich die elektronische Musik neu orientieren und als müsste diese Neuorientierung mit dem Rückgang auf das, was vor elektronischer Musik vor dem Summer of Love war, erarbeitet werden. Gitarren, Indiemusik, Melodien, sanft & rauh zugleich. Zu viele Musik funktioniert so und ist letztlich nichts anderes als retro. Nun, was auf der Oberfläche altbekannt klingt, braucht es nicht zu sein. Die Produktionsbedingungen und damit die Prozesse an der Basis haben sich seit den späten 80ern verändert. Stellenweise hört man das bei Pluramon: Hier und da werden Stimme oder Gitarre geschnitten oder auffällig geloopt. Ecken im Traum. Kiesel in der Suppe. Hört man darauf, befindet man sich in der Gegenwart und nicht in den 80ern. Aber ob dies reicht, um nicht retro zu sein? It's a beautiful time for a lie haucht Julee Cruise ins Mikrophon. Der Schlüssel zu dieser CD? Mir kommt In Dreams von Roy Orbison in Blue Velvet von David Lynch in den Sinn. Dort wird auf einen Schlag klar, wie alter Schmalz (aus den 50ern - meinetwegen auch aus den 80ern) einen doppelten Boden haben kann. Unter der Apparenz der Oberfläche können schaurige Wirklichkeiten liegen.

Trackliste:

1. oo4 (0:04) 2. Time For A Lie (4:49) 3. Noise Academy (5:07) 4. PS (1:25) 5. Flageolea (4:22) 6. Have You Seen (4:44) 7. Hello Shadow (3:55) 8. Difference Machine (4:28) 9. Time (Catharsia Mx) (4:54) 10. Log (5:55)

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Robert Wyatt [x>] [D]: Cuckooland [F] [P]

CoverLabel: Hannibal HNCD 1468
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 07
Genre: Newpop - Artpop


Nach sechs Jahren ohne Robert Wyatt-CD (damals Shleep) nun also gleich zwei Veröffentlichungen des musikalischen Masterminds, allen Marketing Regeln ins Gesicht schlagend. Wyatt gehört als Grenzgänger zwischen den Genres und Schulen definitiv zu den Grossen der Musikgeschichte in der Ära von Rock/Pop. Drei Releases dieses Jahr (diese zwei zusammen mit Soft Machines BBC Radio Release machen die Sache klar. Cockooland ist ein grosses, weites Land, ein eigener Kontinent, ein zwischen den alten Kontinenten, Europa und Amerika, wieder aufgetauchtes mythisches Atlantis, mit seinen wunderbaren Palästen, mit der schönen Königstochter, den singenden Vögeln, den weiten, fruchtbaren Feldern, mit den in allen prächtigen Farben blühenden Wiesen und den von Handelslauten belebten Häfen.

Trackliste:

1. Just a Bit - 5:09 2. Old Europe - 4:15 3. Tom Hay's Fox - 3:33 4. Forest - 7:55 5. Beware - 5:09 6. Cuckoo Madame - 5:20 7. Raining in My Heart - 2:42 8. Lullaby for Hamza/Silence - 5:00 9. Trickle Down - 6:47 10. Insensatez - 4:24 11. Mister E - 4:20 12. Lullaloop - 2:59 13. Life Is Sheep - 4:14 14. Foreign Accents - 3:48 15. Brian the Fox - 5:31 16. La Ahada Yalam (No-One Knows) - 4:16

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Ms. John Soda [x>] [D]: While Talking [EP] [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 040
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 06
Genre: Postrock - Indietronica

Die schönste und klügste CD von Morr Music seit Langem. Grosse Popmusik. Schade, dass nur eine EP mit fünf Stücken. Könnte man mehr von vertragen.
No. One ein Stück über's Vergessen, einem Thema, auf das wahrscheinlich auch der Titel der CD anspielt: While Talking. Während dem Sprechen, dem Produzieren von Zeichen vergisst der Zeichenoperator, die Memento-Maschine oder kurz: M-Maschine, was sie eben noch produziert hat. Natürlich. Muss sie ja. Denn sie muss bereits die nächsten Zeichen produzieren und kann logischerweise nicht gleichzeitig die von ihr selbst produzierten Zeichen speichern. Dafür muss ein Speichermedium her (beispielswesie eine CD, eine Fotokamera oder ein Blatt Papier). Anders gesagt: Die M-Maschine ist keine Universalmaschine. Ist deine Waschmaschine ja auch nicht. Oder benutzt du die etwa auch, um ein Loch in die Wand zu bohren? Eben.
Ein weiteres tolles Stück ist I Think It Could Work, Marylin. Sagt Elvis. Zu Marylin. Und was für wichtige Dinge Marylin zu Elvis sagt, das musst du einfach gehört haben. Aber wirklich. Mehr davon Leute, mehr davon!

Trackliste:

1. No. One - 4:49 2. Sometimes Stop, Sometimes Go - 5:39 3. I & #8217 - 4:01 4. If Someone Would Know - 7:36 5. I Think It Could Work, Marylin - 4:55
Videos 1. No. One - 4:49 2. I Think It Could Work, Marylin - 4:55
Alle Tracks: Micha Acher und Stefanie Böhm.

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Animal Collective [x>] [D]: Spirit The're Gone, Spirit They've Vanished / Danse Manatee [2 CD Mehrfachausgabe] [F] [P]

CoverLabel: Fat Cat Records Splinter FATSP 07
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10 06
Genre: Post-Millennial-Music - Freakfolk - Noisefolk, Post-Millennial-Music - Freakfolk - Psychfolk

Avey Tare, Panda Bear und Geologist bilden das Animal Collective, ein loses Kollektiv aus NY, das sich sit ein paar Jahren trifft, um zusammen zu improvisieren. Dabei haben die Musiker einen kollektiven Sound entwickelt, der an Syd Barrett, den ersten Songwriter, Sänger und Gitarristen von Pink Floyd, erinnert. Höre dir die Instrumente an, wie sie eingesetzt werden! Schräg, schräg, schräg. Ein Sound, der Privatwelten aufstösst, ein Traum, dessen Träumer im Halbschlaf die Regie über das, was geschieht, übernimmt.

Trackliste:

CD 1 - Spirit The're Gone, Spirit They've Vanished 1. Spirit They've Vanished - 5:35 2. April and the Phantom - 5:53 3. Untitled - 2:59 4. Penny Dreadfuls - 7:59 5. Chocolate Girl - 8:29 6. Everyone Whistling - 1:01 7. La Rapet - 7:52 8. Bat You'll Fly - 5:04 9. Someday I'll Grow to Be as Tall as the Giant - 3:11 10. Alvin Row - 12:40
CD 2 - Danse Manatee 1. A Manatee Dance - 1:03 2. Penguin Penguin - 2:16 3. Another White Singer (Little White Glove) - 1:58 4. Essplode - 3:23 5. Meet the Light Child - 8:45 6. Runnin the Round Ball - 2:07 7. Bad Crumbs - 1:44 8. The Living Toys - 7:49 9. Throwin the Round Ball - 1:35 10. Ahhh Good Country - 8:18 11. Lablakely Dress - 2:39 12. In the Singing Box - 5:36

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Baby Ford [x>] [D]: Basking In The Brakelights [F] [P]

CoverLabel: Force Inc. FIM-1-066
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno

Four to the floor. Minimal. Praktisch nur reiner Rhythmus. Killer in jedem DJ-Set.

Trackliste:

1. Crease Release (6:10) 2. Plaza (6:09) 3. Exopolis (5:53) 4. All Set (6:55) 5. Built In (7:34) 6. Cold Sweat (4:47) 7. All That Nothing (7:00) 8. NYC Slippers (5:50) 9. Parallel Life (6:02) 10. Glasshammer Time (3:45) 11. Satelitte Stroll (City Streets Mix) (6:23) 12. 3AM Gargoyle Requiem (7:17)
Alle Tracks: Peter Ford.

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V. A. (12k) & V. A. (Line) [x>] [D]: Two Point Two [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: 12k 1026, Line_016
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 10
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism

Eines der unangefochtenen Lieblingslabel von der Welt der Klänge. Die erste CD ist eine Werksammlung, für die die wichtigsten Acts des 12k-Labels, teils in Kollaborationen, neue Tracks gestrickt haben. Die zweite das Analogon des Line-Schwesterlabels. Empfehlung für 12k-Novizen.

Trackliste:

CD 1 - 12k Label Compilation 1. Sawako: Air.Aif (4:34) 2. Sébastien Roux: Villa E-1027 (5:47) 3. Taylor Deupree: Unnatural Template (5:53) 4. M Fell: Egg From A Fetus (5:16) 5. Ken'Ichi Itoi: 455 (3:18) 6. Komet: Looping 4 = D (6:23) 7. Sogar + Uison: Local Times (4:48) 8. Taylor Deupree + Richard Chartier: Specification.Fourteen (4:36) 9. Doron Sadja + Motion (2): 3small (3:48) 10. Ghislain Poirier: Les Pyromanes N'éteignent Pas Les Feux (3:42) 11. Kenneth Kirschner: June 8, 2003 (24:15) CD 2 - Line Label Compilation 1. Ælab: Induction Piece 1 (6:30) 2. Vend: Ten (6:45) 3. Steve Roden: For Thomas Wilfred (#3) (3:16) 4. Richard Chartier: Archival 1992 (8:16) 5. Asmus Tietchens + David Lee Myers: One (10:05) 5. Steinbrüchel: Eventuell (7:41) 7. Thom Kubli: Virilo-Cubes Soundtrack (4:53) 8. Skoltz_Kolgen: Ukliko (3:45) 9. William Basinski: Worry (6:14) 10. Coh: ..And Shuttled Across The Sky (6:04)

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Rezensionen September 2003

Dwayne Sodahberk [x>] [D]: Unfortunately [F] [P]

CoverLabel: Tigerbeat6 MEOW 091
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09 22
Genre: Electronica

Da spielt einer mit allen Instrumenten einer Band, arrangiert die Tracks im Sinne des Tigerbeat6 Labels von Kid606 und heraus kommt eine Hybride aus IDM, Breakbeat, Indierock und Pop, deren Wurzeln bis in die Folkmusilk zurückreichen. Musik zwischen allen Stühlen.

Trackliste:

1. Unfortunately (2:42) 2. No Fun (4:10) 3. Standards (3:49) 4. The Agreeing Song (2:51) 5. Blow (3:23) 6. On The Way Down (3:34) 7. Infernal Beige (4:00) 8. Christa (3:30) 9. Afternoon Shape (3:28) 10. Good Curse (3:48) 11. Quartet & Light (2:27) 12. If I Could Tell You (2:56) 13. Bird (4:00) 14. Scimitar (4:24) 15. Crumbs (3:15) 16. Set (3:35)

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Robert Wyatt [x>] [D]: Solar Flares Burn For You [Act-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Cuneiform Rune 175
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09 16
Genre: Newpop - Artpop, Rock - Progrock - Canterbury-Scene


Eine Compilation vom Grossmeister, der uns dieses Jahr gleich mit zwei Releases beehrt. Mit drauf gelangt sind Raritäten wie Wyatts Version vom Monkees-Hit I'm a believer. Die CD gibt ein breites Bild vom Schaffen dieses Exzentrikers mit dem grossen Herz und dem perfekten Musikgedächtnis. Die Legende will, dass Wyatt unterwegs im Auto zwischen Konzert A und Konzert B öfter mal alle Coltrane Solos auswendig durchgesungen habe. Da wäre ich gern dabei gewesen. Stattdessen höre ich mir Solar Flares Burn For You an und bin hingerissen. Eine liebevolle Auswahl als Einstieg für künftige Wyatt-Connaisseurs. Also für dich!

Trackliste:

1. Alifib - 3:17 2. Soup Song - 3:14 3. Sea Song - 8:12 4. I'm A Believer - 3:44 5. Blimey O'Riley - 4:23 6. Solar Flares Burn For You - 7:47 7. God Song - 5:12 8. Fol De Rol - 1:49 9. Little Child - 3:11 10. We Got An Arts Council Grant - 1:34 11. Righteous Rumba - 1:17 12. 'Twas Brillig - 5:06 13. The Verb - 3:28
Video 1. Solar Flares Burn For You - 8:23

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Casiotone For The Painfully Alone [x>] [D]: Twinkle Echo [F] [P]

CoverLabel: Tomlab tom 031
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09 09
Genre: Alternativerock - Lo-Fi-Rock, Postrock - Indietronica


Nomen est omen. Da macht einer, Owen Ashworth, mit dem Casio Musik, Lofi-Musik. Erinnerst du dich an die NDW-Band Trio: Da da da, ich lieb Dich nicht, Du liebst mich nicht, da da da. So ungefähr klingt die Musik von Casiotone - weniger minimalistisch vielleicht. Diese Vintage-Elektronik wäre ganz schön retro, wenn Casiotone diese feine Nase für perfekte Popsongs nicht hätte, die wir bereits von früheren CDs her kennen, beispielsweise von Answering Machine Music (2002, Tomlab 21). Toll, die Stimme, die wie durch ein Kohlemikrophon klingt, was das Verlorene, stellenweise verzweifelt Traurige dieser Lieder unterstreicht. Der Pathos, mit dem diese Popsongs vorgetragen werden, zerbricht an der miesen Qualität der Casiotones und dem Diktiergerätes oder Anrufbeantworter, in den hinein Owen Ashworth singt. Die Musik könnte einfacher kaum sein - das war grosse Popmusik oft! Die Ironie klopft an unsere Haustüre!

Trackliste:

1. To My Mr. Smith - 1:52 2. Jeane, If You're Ever in Portland - 2:28 3. Toby, Take a Bow - 1:59 4. It Wasn't the Same Somehow - 2:21 5. Hey Eleanor - 1:29 6. Half Ghost - 3:04 7. Calloused Fingers Won't Make You Strong, Edith Wong - 1:43 8. Blue Corolla - 2:03 9. Casiotone for the Painfully Alone in a Yellow T-Shirt - 2:18 10. Students for Scarves & Charm - 0:55 11. Roberta C. - 3:45 12. Attic Room - 3:08 13. Giant - 2:10 14. Twinkle Echo - 0:39

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So [x>] [D]: So [F] [P]

CoverLabel: Headz 12, Thrill Jockey thrill 130
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09 05 (J), 2003 09 09 (US)
Genre: Electronica - Ambient - Glitchambient

Markus Popp von Oval, der die Musik der Japanerin Eriko Toyoda prozessiert. Das Resultat klingt charmant: Zehn Tracks, A bis J betitelt, introvertierter anmutend als Ovalprocess. Eine Art Rückgriff auf die Anfänge von Oval als die Band noch zu dritt war und Gesang ein Teil des Konzepts. Eriko Toyodas Gesang schenkt dem eindeutig Popp zurechenbaren Sound eine individuelle Note.
So ist Interfacemusik, ein Gegenstück zur Kanalmusik von Ovalprocess. Dieses klingt nach Datenverkehr aus Glasfaser-Übertragungsleitungen, So klingt eher nach Mensch-Maschinen (bzw. Medien)-Interaktion. Nämlich so: Die Maschine prozessiert den wie immer klingenden Input in eigene Dimensionen, in unvorhersehbare Welten, die deshalb überraschend sind. Perspektivenwechsel von Datenverkehrs- zu Interfacemusik: Frage und Antwort, Problemstellung und Lösung werden nicht durch Kanäle transportiert, die Frage bzw. das Problem in der einen, die Antwort bzw. die Lösung in der anderen Richtung. Frage- bzw. Problemstellung richtet sich über das Interface an die Maschine und diese gibt wiederum via Interface Antworten, Lösungen aus. Die Antwort bzw. Lösung ist die Musik selbst. Du kannst ihr deshalb vorwerfen, sie sei nicht an dich gerichtet, sie zähle nicht mit dir, der Hörerin, dem Hörer. In der Tat braucht sie dich nicht, will dich nicht ansprechen, genügt sich gewissermassen selbst. Wenn dich diese Tatsache schmerzt, dann lass diese CD liegen!

Trackliste:

CD US Ausgabe (Japan Ausgabe hat 13 Tracks) 1. a - 4:13 2. b - 5:21 3. c - 4:14 4. d - 4:16 5. e - 4:26 6. f - 3:48 7. g - 3:06 8. h - 4:26 9. i - 4:31 10. j - 4:36
Alle Tracks: Eriko Toyoda und Markus Popp.

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V. A. (Intr_version) [x>] [D]: Saturday Morning Empires [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Intr_version INTR 008
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09
Genre: Electronica - IDM, Electronica - Postelectronica


Die Kanadier, speziell die Montreal-Szene hat viel von deutschen Labeln wie Kompakt oder Force Inc. abgekupfert: Den Laptop-Techhouse, dann Popambient. Jedesmal machen diese Kanadier aber etwas Eigenes daraus und deshalb möchte man diese Szene jedes jahr wieder mit einer neuen Musik füttern. Auf diese Black Box wäre Verlass. Doch vielleicht ist das Bild der Black Box etwas schief oder gar falsch. Es suggeriert, dass da nichts drin steckt ausser ein grosses Schwarz. Aber eigentlich ist die kanadische Musik-Szene seit Jahren sehr kreativ: Denke an GYBE!, A Silver Mt. Zion usw. Auf diesen beiden Intr_version-Cds kann man deren Einfluss durchaus hören. Berauschendes Klangmaterial, zu vertrackten Dreamscapes verwoben, Soundmonster, Moloche in Rosa. Ein Fest für die Ohren. Zu geniessen im Halbschlaf. Solange das Bewusstsein noch halbaktiv ist. Bist du nicht totmüde - du wirst bestimmt nicht einschlafen, sondern traumwandeln!

Trackliste:

1. Palomino Falls - Bruise Coloured Blue (5:09) 2. Tomas Jirku - Goojeratensis Version (6:02) 3. Vitaminsforyou - Luxury And Hope (6:36) 4. Mitchell Akiyama - Clouded Upon (3:10) 5. Joshua Treble - Leave Me On The Snares (5:58) 6. aMute - Aux Creux Des Vagues Mon Visage (8:18) 7. Loscil - The Grid (5:43) 8. Polmo Polpo - Dreaming (Is Real) (8:47) 9. Ghislain Poirier - 300,000 Enfants Soldats (Dans Le Monde) (4:37) 10. Avia Gardner - Urban Gravity (3:36) 11. Tim Hecker - Enima (4:19) 12. Beans - May 6th Expires (7:43)

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Martin Siewert & Martin Brandlmayr [x>] [D]: Too Beautiful To Burn [F] [P]

CoverLabel: Erstwhile 031
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09
Genre: Electronica - Elektroakustische-Musik - Elektroakustische-Improvisation, Improvisation - Kollektivimprovisation - Wiener-Szene

Die Musik von Siewert und Brandlmayr kommt monochrom daher wie die Musik von AMMs Keith Rowe. Es fehlen im Unterschied zur CD John Tilburys Pianoakkorde. Ein Meisterstück ist das Cover von Friederike Paetzold. Wasseroberflächen, Mövenschwärme und der von einem Brand eingefallene Jugendstil-Landesteg von Brighton. Ein untoter Geist aus der Zukunft.
Es gibt sie, diese Leute, die nicht auffallen, wenn sie etwas sagen, weil am Gesagten keinerlei Ecken zu finden sind, die stören, an denen man angreifen könnte, weshalb man erst einmal ihre grosse Leidenschaftslosigkeit augenfällig ist, ihre Athaumasie (Verwunderungsunfähigkeit) – erst nach einiger Zeit fällt auf, wie differenziert sie denken bzw. sprechen und erst jetzt beginnst du genauer hinzuhören; jetzt wächst dein Interesse; du fängst sie an zu schätzen, besonders jetzt, da eine Person mit besagtem Charakter leise, ganz leise spricht. So etwa ist die Musik Siewerts und Brandlmayrs.

Trackliste:

1. Form (6:45) 2. Source (11:50) 3. Is This Love? (6:05) 4. Axis (8:19) 5. Hold (12:03)

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Rhythm And Sound [x>] [D]: Rhythm And Sound w / The Artists [Act-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Burial Mix BMD 02
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09
Genre: Electronica - Techno - Dubtechno

Nicht speziell neu im Sound, nicht speziell herausragend - aber von klassischer Erhabenheit oder wie der Dichter sagen würde: edle Einfalt, stille Grösse.
Ob es das Griechische ist, ob das Jamaikanische - die Deutschen sind dafür zuständig, griechsicher als die alten Griechen zu sein, jamaikanischer als die Jamaikaner. Ich wunder mich und kann mich nicht entziehen.

Trackliste:

1. Rhythm & Sound w/ Cornell Campbell: King In My Empire - 6:26 2. Rhythm & Sound w/ Jennifer Lara: Queen In My Empire - 6:09 3. Rhythm & Sound w/ Paul St. Hilaire: Jah Rule - 5:55 4. Rhythm & Sound w/ Shalom: We Been Troddin - 7:03 5. Rhythm & Sound w/ Chosen Brothers: Mash Down Babylon - 6:19 6. Rhythm & Sound w/ Jah Batta: Music Hit You - 5:11 7. Rhythm & Sound w/ Love Joys: Best Friend - 6:46 8. Rhythm & Sound w/ Chosen Brothers: Making History - 6:26

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Lusine Icl [x>] [D]: Condensed [Act-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Hymen 734
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 09
Genre: Electronica - IDM

An dieser CD fällt die Detailliebe des Produzenten Jeff McIlwain auf, mit der er jedes Klangereignis im Raum platziert. Die Musik (Breakbeat, IDM) kommt dadurch unglaublich plastisch daher. Wo gab es in dieser Hinsicht Vergleichbares? Vielleicht bei Cristian Vogel oder Freeform. Diese CD stellt eine Compilation von Eps und Singles dar. Wer einen richtigen Release hören will, dem sei Iron City von 2002 empfohlen.

Trackliste:

1. In Flight (4:39) 2. Risa (5:02) 3. Chao (5:19) 4. Rabblerouse (4:57) 5. Dr. Chinme (6:58) 6. Shin (5:01) 7. Rushhour (6:31) 8. Chao (Crunch Remix) (4:50) 9. Cascade (6:40) 10. Vacate (6:32) 11. Mojave (6:34) 12. Lullaby (6:55) 13. Neon (4:58)
Alle Tracks: Jeff McIlwain.

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Rezensionen August 2003

Guido Möbius [x>] [D]: Klisten [F] [P]

CoverLabel: Klangkrieg KK 14
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 08 18
Genre: Postrock, Electronica - Folktronica

Einer von denen, die in die Fussstapfen eines Mike Oldfield treten und einen Instrumentenpark bei sich zu Hause anlegen, auf allem rumklimpern, was Schallwellen abgibt, und es verstehen, aus dem Geklimper hervorragende Sounds zu arrangieren. Die chymische Hochzeit von Analog und Digital. Die Quintessenz: Knister- oder Klip-Folk.

Trackliste:

1. Picknick (3:51) 2. Nelles (3:17) 3. Keit (3:00) 4. Omhoog (4:02) 5. Nachtschicht (4:10) 6. Montana Feldman (4:26) 7. Boss Bassa (3:06) 8. Wie Es Ist ... (Für Lars) (4:34)

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Rezensionen Juli 2003

Pole [x>] [D]: Pole [F] [P]

CoverLabel: Mute STUMM 208
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 07 15
Genre: Electronica - Dubtronica, Electronica - IDM - Glitch-IDM

Pole hat eine gute CD gemacht. Mehr nicht. Wenn du nicht zu viel erwartest, kannst du diese Tracks geniessen als das was sie sind: extrem laid back, kühl, intellektuell und grossstädtisch.
Leider schreibt diese CD keine Musikgeschichte wie die blaue Pole von 1998. Aber ein guter Producer ist und bleibt Pole. Der musikalische Inhalt bzw. die musikalischen Konzepte allerdings kommen wo anders her als von ihm. In dieser Hinsicht wäre beispielsweise Burnt Friedman und die Nu Dub Players mehr zu empfehlen.

Trackliste:

1. Slow Motion (feat. Fat Jon) - 4:44 2. Bushes (There Is a Secret Behind) - 5:14 3. Umbrella [Version] - 4:45 4. Arena (feat. Fat Jon) - 4:05 5. Round Two (feat. Fat Jon) - 5:30 6. Like Rain (But Different) - 4:56 7. Green Is Not Green-Yellow [Version] - 4:35 8. The Bell (feat. Fat Jon) - 4:30 9. Back Home - 4:45

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Kevin Blechdom [x>] [D]: Bitches Without Britches [F] [P]

CoverLabel: Chicks On Speed COSR 009
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 07 09
Genre: Electronica - Punktronica, Post-Millennial-Music - Antifolk


Digitaler Punk, Anarchismus, die schiere expressive Energie einer neuen Generation, die antritt, um gehört zu werden, dabei den sozialen Ungehorsam durch Verneinung gängiger Formate zelebriert … Darum geht es hier unter anderem. Kevin Blechdom (Ex Blectum from Blechdom) ist natürlich eine Frau namens Kristin Erickson. Kevin ist vernetzt mit Kid 606 und der gesamten Westküsten-Laptopgemeinde. Ich bin versucht zu denken, dass sie als Kristin das Banjo (auch andere Instrumente) spielt und Songs schreibt, dass es einen an Eugene Chadbourne erinnert oder die Musik aus dem Recommended Records-Umfeld (Slapp Happy zum Beispiel). Ich denke, dass sie sodann als Kevin alle Sounds digitalisiert und die Songs im Laptop verschreddert, bis diese durchgeknallten, theatralen Lieder entstehen. Vielleicht ist die Rollenaufteilung auch umgekehrt, kann sein. Jedenfalls entsteht aus diesem Verfahren Kunstliedmusik in the age of the laptop. Alternative Countryfolkpunkpop aus dem Silicon Valley: Brüche, Montagen, Tempowechsel und eine Reihe frecher Texte darüber, dass Kevin Nastay ist, dass sie auf Interspecies-Love steht und welche ganz praktischen Probleme sie damit hat …
Nun ist eine der beiden oder beide, weiss nicht, nach Berlin übergesidelt, der Homebase ihrer Vorgänger Brecht/Weill. Was dabei herauskommt kann nur in die Musikgeschichte eingehen.

Trackliste:

1. Use Your Heart As A Telephone (2:58) 2. Oh Oh Oh Oh Ah (2:48) 3. Binaca (2:00) 4. Always Frank (KevyB, Mephanie Stankins) - (2:20) 5. Gutterball (3:35) 6. Talkin' Tech (1:16) 7. I Am Nastay (6:20) 8. Why Am I (1:08) 9. Bucktoof Rebound (2:50) 10. Interspecies Love (3:40) 11. Boob-A-Q (3:20) 12. Private Dancer (Mark Knopfler) - (4:40) 13. I Done Usin' U's And Bees (3:06) 14. Mister Miguel (3:09) 15. The Architecture Of The Pretzel (3:26)

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V. A. (~Scape) [x>] [D]: Staedtizism 4 [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: ~scape sc 017
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 07 07
Genre: Electronica - Dubtronica, Electronica - Funktronica

Musikalisch interessanter als der Output von Pole selbst während den letzten drei Jahren ist die bei seinem ~scape-Label erschienene Reihe Staedtizism.
Diese Reihe dekliniert alle für die elektronische Musik aus Berlin wichtigen Formate durch: Dub, Hip Hop und nun Funk, versetzt diese Formate nach Berlin und erschafft den Sound dieser Stadt neu. Ausgangspunkt war natürlich der Sound von Acts wie Chain Reacton, Rhythm and Sound oder von Pole. Wo man heute angelangt ist, da gibt es eine Berliner Version von Luomo, ich möchte wetten, in der Staedtizism 5 wird es um Disco gehen ?

Trackliste:

1. Cappablack: Harder To Unravel (4:53) 2. Safety Scissors: Amnesia, I Need You To Remind Me (3:50) 3. Andrew Pekler: Timmy T (3:23) 4. Jan Jelinek: Fatback's Wicky Wacky (4:37) 5. Daniel Bell: Star Child (4:54) 6. Akufen: Theo's Theory (To Theo Parrish) (6:58) 7. Thomas Fehlmann: Andrea Is Delighted (6:43) 8. Deadbeat: Fun...K? (7:20) 9. Tadd Mullinix: Fascinated (4:52)

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Minamo [x>] [D]: Beautiful [F] [P]

CoverLabel: Apestaartje staartje 012
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 07
Genre: Electronica - Folktronica, Electronica - DSP

Ein japanisches Improvisationsquartett schenkt uns leise Töne aus dem Laptop, Töne, die an Gitarre und Piano erinnern, von wo sie mehrheitlich kommen mögen. Diese Töne und Klänge haben eine organische Substanz, sind fein aber robust, fliessen kontinuierlich, entwickeln sich. Es ist wie auf einer Zugreise. Du schaust aus dem Fenster. Landschaften ziehen vorbei, verwandeln sich, blau wird zu grün, zu rot, zu grau, ohne Brüche gehen Landschaften in Städte über, Städte in Weiden und Wälder. Die Zen-Plattitüde trifft zu: Alles, was ist, darf sein. Was auch immer kommen mag, wir heissen es willkommen!
Diese Musik kann an dir vorbei fliessen, dann ist sie wohltuend (wie die verschiedenen, einander abwechselnden Landschaften auf der Zugreise), wirkt sehr aufgeräumt, ruht in sich. Sie hält aber ebenso deiner gespannten Aufmerksamkeit Stand, die in die einzelnen Klangereignisse hinein geht. Dermassen stimmig ist das Verhältnis zwischen Dichte und Raum. Keines der beiden wird zugunsten des anderen aufgegeben. Ein erarbeitetes labiles Gleichgewicht, diese Musik! Und noch etwas fällt auf: Wie unglaublich diese Musik verschieden kontextualisierbar ist. Ich kann sie mir auf einer Insel wie Santorini vorstellen, wie ich über das weite blaue Meer blicke, ebenso auf einer Schweizer Alp, in einer tiefschwarzen Nacht fern der Städte und Dörfer mit ihren Lichtern, wo der Nachthimmel einem die Sterne zeigt, wie sonst nirgends. Und ja - auch als Weihnachtsmusik geht Minamo durch.

Trackliste:

1. Yarn (4:04) 2. Asa (6:07) 3. Conceal (11:08) 4. Appear (10:17) 5. Sym (13:16) 6. Clearing (10:27)

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Rezensionen Juni 2003

V. A. (Soul Jazz) [x>] [D]: New York Noise: Dance Music From The New York Underground 1978-1982 [Genre-Comp., Ort-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Soul Jazz SJR 077
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06 30 (Ed.), 1982-78 (Rec.)
Genre: Postpunk - Nowave, Disco - Postdisco - Mutant-Disco

Diese Compilation gehört zu drei Releases, die gegenwärtig in die Läden kommen (die andern beiden sind Mutant Disco und NY No Wave) und die eine der interessantesten und doch schwach dokumentierten Phasen der New Yorker Postpunk-Geschichte reflektiert: Die Stadt zwischen 1978 und 1981, die Zeit nach Punk und Disco, der Zeitpunkt, zu dem diese beiden Stile aufeinander treffen und seltsam lärmige, funkige und nihilistisch anmutende Blüten hervor bringt. Nie vorher gab es so viel melodische Monotonie in Songs, wie zu den Zeiten von Nowave und Postdisco. Von Nowave und Postdisco an war es dann nur noch ein Katzensprung von zwei, drei Jahren bis zu Sonic Youth, zu Hip-Hop oder zur Downtown-Improvisations-Szene. Die zeitweilige Freejazz-Expressivität von Saxophon und Gitarren verleihen dem Nowave-Sound ein zeitloses Gesicht.
Der Sound auf dieser Compilation ist nicht weit von dem der Talking Heads oder von Eno und Byrnes My Life in The Bush of Ghosts entfernt.

Trackliste:

1. Liquid Liquid: Optimo - 2:42 2. Konk: Baby Dee - 6:02 3. Dance: Do Dada - 3:08 4. Material: Reduction - 5:26 5. Lizzy Mercier Descloux: Wawa - 2:21 6. DNA: 5:30 - 1:10 7. Rammellzee Vs. K.Rob: Beat Bop - 6:32 8. Contortions: Contort Yourself - 4:23 9. Glenn Branca: Lesson No.1. For Electric Guitar) - 8:13 10. Bloods: Button Up - 3:05 11. Dinosaur L: Clean On Your Bean #1 - 6:38 12. Theoretical Girls: You Got Me - 4:00 13. Bush Tetras: Can't Be Funky - 2:43 14. Mars: Helen Fordsdale - 2:30 15. ESG: You Make No Sense - 2:20 16. Defunkt: Defunkt - 6:24

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V. A. (Sub Rosa) [x>] [D]: An Anthology Of Noise And Electronic Music, 2nd Chronology 1936-2003 [2-CD, Genre-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Sub Rosa SR 200
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06 16 (Ed.), 2003-1936 (Rec.)
Genre: Electronica

Tief in den Archiven dieser Welt gegraben haben die Leute von Sub Rosa und wieder nach dem ersten CD-Paar von letztem Jahr eine Anthologie mit meist unbekanntem Material von Acts und Komponisten wie Tod Dockstader, Luc Ferrari aber auch Laibach oder Autechre herausgebracht. Da sind einige Namen darunter, die du noch nie gehört hast. Macht aber nichts, denn das Booklet ist aufschlussreich verfasst und bietet zu jedem Act oder Namen eine Biografie und ein kurzes Werkverzeichnis. Eine ebenso liebevolle wie auch persönliche Musikauswahl.

Trackliste:

CD 1 1. Vladimir Ussachevsky + Otto Luening: Incantation For Tape (2:36) 2. Luc Ferrari: Visage V (10:36) 3. Tod Dockstader: Aerial > Song (12:56) 4. Johanna M. Beyer: Music Of The Spheres (6:00) 5. Morton Subotnick: Mandolin (7:02) 6. Daphne Oram: Four Aspects (8:14) 7. Scanner: Emily (4:53) 8. Hugh Davies feat. Gentle Fire: Quintet (12:11) 9. Alan R. Splet: Space Travel w/ Changing Choral Textures (4:04) 10. Kim Cascone: Zephirum Scan (4:49)
CD 2 1. Autechre: Bronchus One.1 (6:04) 2. Multiphonic Ensemble: On/Off Edit (9:10) 3. Meira Asher + Guy Harries: Torture - Bodyparts (3:42) 4. Choose: Purzuit Ov Noize (5:36) 5. Woody McBride: Pulp (6:11) 6. Arcane Device: Lathe (5:56) 7. Laibach: Industrial Ambients (9:58) 8. SPK: Slogun (6:15) 9. Percy Grainger: Free Music #1 (For Four Theremins) (1:28) 10. Sun Ra And The Arkestra: Imagination (2:00) 11. Captain Beefheart: She's Too Much For My Mirror / My Human Gets Me Blues (5:21)

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Ekkehard Ehlers [x>] [D]: Politik Braucht Keinen Feind [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 041
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06 16
Genre: Electronica - Postelectronica

Ekkehard Ehlers gehört zu denjenige Künstlern, die auf der konzeptuellen und der operativen Ebene gleichfalls zu überzeugen vermögen. Das gilt auch bei seiner neuen CD Politik Braucht Keinen Feind
Ausklappbares Schwarz-Weiss-Digipack-Cover plus darin verpacktes Faltblatt mit vielen feiernden Partypeople. Der Titel sagt: Politik braucht keinen Feind, was wir gerne glauben möchten. Die Musik Ekkehard Ehlers' steht allerdings in krassem Kontrast zu diesen Party-Bildern. Das liegt wohl mehr an unserer Erwartung, dem Kode unserer Zeit, denn an dieser CD. Sie stellt die Musik und das Feiern unter den Begriff des Politischen. Bei genauem Betrachten des Coverbildes siehst du, dass der feiernde Mann ein T-Shirt mit den Twintowers trägt. Der programmatische Geleittext von Ehlers lautet: Es geht um Zärtlichkeit. Demut vor der schieren musikalischen Freiheit. Zärtlichkeit ist ein Umgang mit dem Detail. Das Detail ist politisch, es ist eine Erinnerung an Zustände, die verschwinden (kurzer, selektiver Auszug).
Politik braucht keinen Feind versammelt neben der neuen Produktion Blind Auftragskompositionen für eine Ausstellung (Mäander) und für ein Ballett von William Forsythe (Wolf Phrase) – letzteres Stück ist bereits auf dem Whatness-Label unter dem Titel Music for William Forsythe erschienen. Ehlers präsentiert uns reorganisierte moderne Klassik. Der klangliche Ursprung liegt in geschriebener (vielleicht Schönberg, vielleicht Arvo Pärt, vielleicht andere Quellen) und improvisierter Musik (Bassklarinette von Burkhard Kunkel im Fall von Mäander und Cello von Anka Hirsch im Fall von Blind). Bemerkenswerte Ambientmusik aber anspruchsvoll, denn sie braucht deine Aufmerksamkeit und deine Liebe zum beschworenen Detail.

Trackliste:

1. Mäander (Für Bassklarinette) I 6:54 2. Mäander (Für Bassklarinette) II 3:50 3. Mäander (Für Bassklarinette) III 5:28 4. Blind (Für Celloquintett) I 7:37 5. Blind (Für Celloquintett) II 4:05 6. Blind (Für Celloquintett) III 4:17 7. Blind (Für Celloquintett) IV 6:51 8. Woolf Phrase 21:40
Alle Tracks: Ekkehard Ehlers.

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Tujiko Noriko [x>] [D]: From Tokyo To Naiagara [F] [P]

CoverLabel: Tomlab tom 028
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06 08
Genre: Post-Millennial-Music - Digital-Underground - Electronicpop, Post-Millennial-Music - Digital-Underground - J-Pop

Elektronifizierte Popsongs aus Japan. Die Klänge aus dem Laptop werden dezent eingesetzt, sind fast nie Selbstzweck, sie untermalen vielmehr die zurückhaltende Stimme von Frau Noriko, lassen ihr Platz. Sie tragen durchaus die Signatur fernöstlicher Musik.
Die CD wirkt vielleicht erst beim zweiten oder dritten Mal anhören. Gib ihr diese Zeit! Da du vielleicht genauso wenig japanisch verstehst wie ich, lass sie ruhig im Hintergrund plätschern, während du arbeitest, mit deinen Leuten eine gute Zeit hast, oder deiner Lieblingsbeschäftigung nachgehst. Nichts ist falsch. Lass die Musik dich einfach begleiten. Sei dir nur bewusst: Was aus Tomland zu uns hinüberklingt ist gut.

Trackliste:

1. Narita Made (5:06) 2. Zipper (6:56) 3. Rocket Hanabi (7:10) 4. Mugen Kyuukou (6:05) 5. Kiminotameni (5:17) 6. Tokyo (5:12) 7. Tokyo Tower (4:32) 8. Robot Hero (8:28)

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Minamo [x>] [D]: Shrine / Nest [Live CD-R] [F] [P]

CoverLabel: Mr. Mutt Live 03
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06
Genre: Electronica - Folktronica

Ein japanisches Improvisationsquartett schenkt uns leise Töne aus dem Laptop, Töne, die an Gitarre und Piano erinnern, von wo sie mehrheitlich kommen mögen. Diese Töne und Klänge haben eine organische Substanz, sind fein aber robust, fliessen kontinuierlich, entwickeln sich. Es ist wie auf einer Zugreise. Du schaust aus dem Fenster. Landschaften ziehen vorbei, verwandeln sich, blau wird zu grün, zu rot, zu grau, Ohne Brüche gehen Landschaften in Städte über, Städte in Weiden und Wälder. Die Zen-Plattitüde trifft zu: Alles, was ist, darf sein. Was auch immer kommen mag, wir heissen es willkommen!
Diese Musik kann an dir vorbei fliessen, dann ist sie wohltuend (wie die verschiedenen, einander abwechselnden Landschaften auf der Zugreise), wirkt sehr aufgeräumt, ruht in sich. Sie hält aber ebenso deiner gespannten Aufmerksamkeit Stand, die in die einzelnen Klangereignisse hinein geht. Dermassen stimmig ist das Verhältnis zwischen Dichte und Raum. Keines der beiden wird zugunsten des anderen aufgegeben. Ein erarbeitetes labiles Gleichgewicht, diese Musik! Und noch etwas fällt auf: Wie unglaublich diese Musik verschieden kontextualisierbar ist. Ich kann sie mir auf einer Insel wie Santorini vorstellen, wie ich über das weite blaue Meer blicke, ebenso auf einer Schweizer Alp, in einer tiefschwarzen Nacht fern der Städte und Dörfer mit ihren Lichtern, wo der Nachthimmel einem die Sterne zeigt, wie sonst nirgends. Und ja - auch als Weihnachtsmusik geht Minamo durch. K

Trackliste:

1. Shrine - Recorded Live At Suwa Shrine / Nishi-Nippori,Tokyo October 13, 2002 (31:28) 2. Nest - Recorded Live At On Air Nest / Shibuya,Tokyo November 10, 2002 (36:08)

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Vert [x>] [D]: Small Pieces Loosely Joined [F] [P]

CoverLabel: Sonig 30
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06
Genre: Electronica - Postelectronica

Adam Butler nennt sich Vert. kürzlich habe ich ihn Live gesehen. Adam steht neben seinem Laptop an seinem Control Panel und schraubt im Takt der Musik an den Parametern herum. Sein Körper dehnt und verschiebt sich wie die Klänge in seinen Stücken es tun. Das sieht etwas wie das Luftgitarrenspiel von Rockliebhabern aus. Ist also ganz und gar lächerlich. Erlaubt nur zu Hause und auch nur dann, wenn die Freundin nicht zusehen kann. Bei Vert allerdings drücken wir ein Auge zu und hören stattdessen auf die Musik, die mit einer Rolle Notenpapier unter dem Arm daher kommt - klassizistisch und akademisch nämlich. Diese klassischen Vorlagen werden dann aber im Laptop bis zur Unkenntlichkeit prozessiert, die Noten zerschunden und zerrissen. Dauernd verändern sich die Geschwindigkeiten von Rhythmen, das Klangarsenal ist zum grossen Teil perkussiv bzw. verzerrt. Nichts für verzärtelte Röschen. Aber immer noch mit einer klassizistischen Anmutung.

Trackliste:

1. Pattern Matching (2:41) 2. I Always Lie (6:11) 3. Everything From Shells (5:19) 4. The Ten Thousand Things (2:02) 5. 2 5 1 (00:58) 6. Octatone Rag (6:43) 7. Always Both (2:41) 8. Sprung (5:31) 9. Against The Diagram Makers (6:56) 10. Turn Right & Straight On Til Morning (34:37)
Alle Tracks: Adam Butler.

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Chris Watson [x>] [D]: Weather Report [F] [P]

CoverLabel: Touch TO:47
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 06
Genre: Electronica - Soundart - Fieldrecording, Electronica - Ambient - Concrete-Ambient


Die Natur ist alles was klingt. Jeder Ort der Welt klingt. Landschaften klingen, Städte klingen. Doch selten hörst du hin. Hinhören, wie die Natur klingt, geht nur als willentlicher Akt, denn dein Gehör unterdrückt den Klang, drängt ihn in den akustischen Hintergrund. Ganz anders dieser Mechanismus, wenn du ein Mikrophon in die Landschaft hältst. Das Mikro gibt alle Klänge unerbittlich ans Aufzeichnungsgerät weiter, so dass das Natürlich plötzlich wie surreal oder gar monströs sich aufbäumt, vor dich hinstellt und mit ganzer Kraft klingt.
Weather Report sendet dir drei 18-minütige Klangberichte aus drei Gegenden, aus der kenianischen Savanne, dem schottischen Hochland und aus der isländischen Gletscherlandschaft. Wie die einzelnen Wettermessungen (Temperaturen, Druckverteilung, Feuchtigkeit) kartografiert werden, so hat auch Watson seine Feldaufnahmen nach bearbeitet und in eine konkis aussagekräftige Form gebracht. Field-Recording-CD des Jahres!

Trackliste:

1. Ol-Olool-O (18:06) 2. The Lapaich (18:06) 3. Vatnajökull (18:00)

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Rezensionen Mai 2003

Cabaret Voltaire [x>] [D]: Methodology '74 / '78. Attic Tapes; [3 CD Compilation] [F] [P]

CoverLabel: Grey Area CABS 17 & Mute 9211
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05 19
Genre: Postpunk - Industrial

Richard Kirk hat sich die Bänder aus den dunkeln Kellern aller drei Cabaret Voltaire Mitglieder (Chris Watson, Stephen Mallinder und aus dem eigenen) vorgenommen, die damals mitte der Siebziger zu Uranfangszeiten der Industrial Music in Sheffield entstanden sind. Er hat sie zusammengestellt und als dreifache CD beim Mute-Label herausgegeben, einige Jahre nachdem bereits einmal eine einzelne CD mit 10 Tracks der Early Works der Cabs erschienen ist (Cabaret Voltaire 74-76, Industrial Records 1978, als CD bei Mute 1992 wiederaufgelegt).
Dies sind also die ersten Resultate der De-/Re-Konstruktion der Popmusik, die diese drei Visionäre vorgenommen haben. Es handelte sich um nichts weniger als um die literarische Avantgardestrategie des Cut-Ups, die die Cabs auf die Popmusik angewendet haben. Damals konnte solche Musik nur im Schatten von Punk veröffentlicht werden - nahezu niemand hörte sich so etwas an. Dabei hat diese Weise, mit Tapeloops umzugehen (zerschneiden, die Stücke bearbeiten, sie neu zusammensetzen) die 90er Jahre-Ästhetik elektronischer Musik um Jahre vorweggenommen. Hörst du mit heutigen Ohren zu, so entdeckst du trotz der alten Technologie einen anziehenden Charme. Manchmal etwas düster, manchmal geradezu humoristisch. Du rufst aus: Es lebe das Zeitalter des Tonband- und Effektgerätes! Recht hast du. Es lebe Cabaret Voltaire!
Ich kann nicht anders als in Lobgesänge ausbrechen, wenn der Name Cabaret Voltaire fällt, deshalb schreibe ich noch einen Nachtrag zu dieser Rezension, damit es ein für allemal gesagt ist: Ich bekenne mich zu den Cabs als den Grössten. Sie sind natürlich anders gross als es die Beatles es sind, weil: die Beatles sind soziale Praxis, die kann ich auflegen und alle singen, summen, tanzen glücklich mit. Während man, wenn ich die Cabs auflege, sich die Ohren zuhält, sich mit der Hand verstört in den Haaren herumfährt oder eine Diskussion über den Sinn von Popmusik beginnt, den man bestimmt nicht darin erkennt, dass Musik anstrengend sein soll - im Gegenteil. Die Cabs sind gross als kompromisslose Künstler, die an der Popmusik als kulturellem Faktor gearbeitet haben, indem sie als erste die Mythen, die mit Pop einhergehen (Liebe, Sex und Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen, das nach Westen Unterwegssein usw.) durch andere ersetzten. Ersetzt wurde vor allem das Leit-Medium Verkehrsweg und Verkehrmittel durch die Leitmedien der elektronischen Rezeptoren, Speicher, Prozessoren und Übermittler. Die Musik der Cabs reflektiert die Situation von dir und mir in der Mediengesellschaft. Die verwendeten Mythen heissen Information-Overflow, Digital-Warfare, Conspiracy Theories usw. Damit positionieren sich die Cabs als Band zwischen moderner Avantgarde (genauer: eine Moderne, die sich auf die Pop-Moderne bezieht und sie transformiert) und Postmoderne (insofern als der Gegenstand des Widerstands ästhetisch affirmiert wird, man spielt mit dem feindlichen Element, den Kameras, der Informationstechnologie und zwar mit den Mitteln dieser Technologie). Die Cabs habe ich zwar nicht zu jeder Zeit geniessen können, aber wenn ich sie genossen habe, dann stets mit diesem verschwörerischen Wissen, zum auserwählten Kreis von Leuten zu gehören, die dieses Lebensgefühl teilen, inmitten einer Medienwelt zu stehen, in die man sich geworfen fühlt, in der man sich aber zu bewegen gelernt hat, in der die Haut robust und die Sinne beliebig steuerbar geworden sind, steuerbar zwischen sensibler Empfänglichheit und hartgesottener Durchlässigkeit. Während die dort, die anderen von den Medien überwältigt, von ihnen blind unterworfen werden oder sie als Übel (Hindernis zwischen Mensch und Mensch, Entfremdungsmaschinen usw.) ablehnen müssen. Die Andern: die armen Irren und der Klassenfeind! Wenn man den einen einen Bildschirm hinstellt, dann schauen sie mechanisch wie dressierte Laborratten darauf. Und die andern haben eh noch nichts begriffen, aber gar nichts. Oder sie haben es begriffen und kaschieren ihr Wissen, indem sie von einer Welt ohne Medien erzählen. Der Typ Leute, die in die Oper gehen, ohne die Illusionsmaschine auch nur zu bemerken. Nein, diese Leute kennen und mögen die Cabs nicht. Und das ist gut so.

Trackliste:

CD 1 - 1974 und 75 1. Exhaust (4:46) 2. Synthi Aks (Piece One) (3:38) 3. Synthi Aks (Piece Two) (2:59) 4. Jet Passing Over (1:10) 5. Sad Synth (1:47) 6. Treated Guitar (3:01) 7. Treated Clarinet (4:49) 8. Treated Drum Machine (5:25) 9. Possibilities Of A Bum Trip (2:39) 10. Space Patrol (0:39) 11. Jack Stereo Unit (1:06) 12. Magnet (8:01) 13. Counter Reaction (1:20) 14. Capsules (Version) (5:26) 15. Makes Your Mouth Go Funny (4:39) 16. Dream Sequence Number Three (Short Version) (2:52) 17. Reverse (Piece One) (2:36) 18. Stolen From Spectra (4:08) 19. She's Back (Part One) (2:47) 20. Jive (4:15) 21. The Single (3:45) 22. Speed Kills (2:03) 23. Fascist Police State (0:30)
CD 2 - 1975 und 76 1. Synth Aks (Part Three) (1:39) 2. Data Processing Instructions (4:54) 3. Fuse Mountain (4:27) 4. Calling Moscow (4:21) 5. Dream Sequence Number Two (Ethel's Voice) (5:19) 6. The Attic Tapes (3:55) 7. Treated Speech (3:55) 8. Dream Sequence Number Three (Long Version) (7:00) 9. Henderson Reversed (Piece Two) (7:38) 10. Bed Time Stories (6:11) 11. Loves In Vein (3:26) 12. Do The Mussolini (Head Kick) (They Kill Him Dub) (3:35) 13. She's Back (Part Two) (2:44)
CD 3 - 1977 und 78 1. It's Not Music (4:36) 2. Slo Change (5:26) 3. Original Voice Of America (3:41) 4. Heaven And Hell (5:40) 5. Do The Mussolini (Head Kick) (3:20) 6. Here She Comes Now (4:09) 7. Capsules (5:13) 8. Oh Roger (4:44) 9. Havoc (3:04) 10. Talkover (3:20) 11. No Escape (3:59) 12. Photophobia (6:04) 13. The Set Up (5:52) 14. A Minute Is A Life Time (5:45) 15. Baader Meinhof (3:23) 16. Nag Nag Nag (4:47) 17. It's About Now (2:19)

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Kuchen & Mapstation [x>] [D]: Kuchen Meets Mapstation [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 20
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05 19
Genre: Postrock - Indietronica, Postrock


Meriel Barham (von den ehemaligen Pale Saints) und Stefan Schneider von to rococo rot in einer Zusammenarbeit. Die unterschiedliche musikalische Provenienz dieser beiden Leute ergänzt sich hervorragend. Aus der Wärme von Kuchen und der Kälte der flachen Sounds von Mapstation wird nichts einfach Lauwarmes! Da neutralisiert sich nichts, es fügt sich.

Trackliste:

1. Primary (5:17) 2. Rosso Pieno (3:10) 3. Your Bonjours (4:29) 4. Piano Neighbours (3:20) 5. St.Tropez (4:01) 6. Bound (3:54) 7. Rebound (2:39) 8. Frauen Balance (3:39) 9. Kmm (1:39) 10. Felt Piece (2:14)
Alle Tracks: Meriel Barham und Stefan Schneider.

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I'm Not A Gun [x>] [D]: Everything At Once [F] [P]

CoverLabel: City Centre Offices TOWERBLOCK 011
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05 17
Genre: Electronica - House


John Tejada hat zusammen mit Takeshi Nishimoto den Surfsound des neuen Jahrtausends erfunden. Gitarren surfen mit einer Leichtigkeit über die Wellen deiner vielschichtigen und weiten Welt. Das Elektrische des Surfsounds wurde unter den Vorzeichen der Musik aus dem Computer noch einmal neu erfunden. Der Raum geht auf und zu, wie wenn du auf den Wellen reitest und manchmal die Kuste siehst, manchmal nur die nächste Welle.
Ich verspreche dir: Lege diese Musik am Morgen ein und dein Tag ist ein guter Tag.

Trackliste:

1. Jet Stream (4:50) 2. Frequent Syndrome (4:48) 3. These Thoughts Break (5:00) 4. Long Division (4:46) 5. Monovision (4:24) 6. Make Sense And Loose (4:33) 7. Search For Sleep (4:59) 8. Drunken Anecdotes (5:12) 9. Dazed In The Moment (4:34) 10. Vacant Sky (3:33) 11. Flash Bang Imagery (4:48)

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Keith Rowe & John Tilbury [x>] [D]: Duos For Doris [F] [P]

CoverLabel: Erstwhile 030
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05 06
Genre: Improvisation - Elektroakustische-Improvisation, Akademica - Elektronische-Musik - Elektroakustische-Improvisation

Drei insgesamt über 130 Minuten dauernde Improvisationen von den beiden Altmeistern Keith Rowe und John Tilbury, die seit den 80ern zusammen musizieren und zusammen mit Eddy Prévost zu AMM gehören.
Drei Tage vor der Aufnahme verstarb John Tilburys Mutter – ein Ereignis, das der Musik eine melancholische Farbe und der CD ihren Titel gibt. Cathnor, das mit seinen 70 Minuten Dauer die ganze erste CD ausfüllt, ist eine bewegende Hörerfahrung. Der Tabletopgitarist Rowe schafft mit seinen Sounds einen unglaublich stillen, flachen (wie er das nennt) Background für die bedachtsam gesetzten Piano-Akkorde von Tilbury, die an Morton Feldman erinnern. Das geht so hin über Minuten und Minuten - freilich ohne dem, der gespannt hinhört, jemals langweilig zu werden - bis dann nach etwa 40 Minuten ein hoher Piano-Akkord wiederholt wird, persistent wiederholt, dabei lauter und lauter wird, dann wechselt, noch immer im Rhythmus bleibt, bis sich der Wohlklang (Glocken?) zu Brutalität (Donnergrollen?) kehrt: Der Akkord ist nun tief, die Lautstärke schier unerträglich. Eine Art Totenmarsch von Menschen mit tränenüberströmten und zugleich verkniffen-wütenden Gesichtern. Danach finden die beiden Musiker wieder ihre anfängliche Ruhe, wobei Tilbury die Piano-Saiten auch mit Händen und Gerätschaften zu spielen beginnt. State of the art in improvising music.

Trackliste:

CD 1 1. Cathnor (70:14)
CD 2 1. Olaf (45:32) 2. Oxleay (17:29)
Aufgenommen im Studio CCAM in Vandoeuvre-les-Nancy, am 7. Januar 2003

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Désormais [x>] [D]: IambrokenandremadeIambroken [F] [P]

CoverLabel: Intr_version INTR 007
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05 06
Genre: Electronica, Postrock


Die Kanadier, speziell die Montreal-Szene hat viel von deutschen Labeln wie Kompakt oder Force Inc. abgekupfert: Den Laptop-Techhouse, dann Popambient. Jedesmal machen diese Kanadier aber etwas Eigenes daraus und deshalb möchte man diese Szene jedes jahr wieder mit einer neuen Musik füttern. Auf diese Black Box wäre Verlass. Doch vielleicht ist das Bild der Black Box etwas schief oder gar falsch. Es suggeriert, dass da nichts drin steckt ausser ein grosses Schwarz. Aber eigentlich ist die kanadische Musik-Szene seit Jahren sehr kreativ: Denke an GYBE!, A Silver Mt. Zion usw. Auf diesen beiden Intr_version-Cds kann man deren Einfluss durchaus hören. Berauschendes Klangmaterial, zu vertrackten Dreamscapes verwoben, Soundmonster, Moloche in Rosa. Ein Fest für die Ohren. Zu geniessen im Halbschlaf. Solange das Bewusstsein noch halbaktiv ist. Bist du nicht totmüde - du wirst bestimmt nicht einschlafen, sondern traumwandeln!

Trackliste:

1. From Now On (5:51) 2. No Mysteries Can Be Tolerated (4:37) 3. To Say Before Going To Sleep (3:23) 4. Broken Images & Packets Of Folded Light (5:03) 5. Brief Lights, Broken Compass (6:56) 6. Under A Watching Sky (5:43) 7. To Sing Before Going To Sleep 8. Iambrokenandremadeiambroken... (7:00) 9. Lullabye For Those Too Scared To Sleep (6:50)

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David Sylvian [x>] [D]: Blemish [F] [P]

CoverLabel: Samadhisound SOUND ss 0001
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 05
Genre: Electronica - DSP

Leise CD mit acht Songs, die aus der Kälte kommen - aber die Wollmütze ist auf, der warme Pullover an, es sind nur die Sounds, nicht wir, die in der Kälte stehen. Die Sounds sind wie aus der kalten Luft ausgefallene Feuchtigkeit, die als Wassertropfen ein Glas beschlägt und mit der Zeit fragile Eisblumen bildet. Sylvians Stimme verträumt & präzis zugleich, seine Gitarre spielt diese im Raum stehenden und in meinem Kopf kreisenden Klänge und alles ist sachte, sachte elektronisch bearbeitet, verarbeitet zu Ambientmusik auf der Höhe der Zeit. Prägend auch die zwei Mitmusiker Derek Bailey (Stücke 2, 5 und 7) und Fennesz (8. Stück).

Trackliste:

1. Blemish (13:42) 2. The Good Son (5:25) 3. The Only Daughter (5:28) 4. The Heart Knows Better (7:51) 5. She Is Not (0:45) 6. Late Night Shopping (2:54) 7. How Little We Need To Be Happy (3:22) 8. A Fire In The Forest (4:14) - Electronics - Fennesz

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Rezensionen April 2003

Niobe [x>] [D]: Tse Tse [F] [P]

CoverLabel: Sonig 27
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 28
Genre: Postrock - Indietronica

Frau Yvonne Cornelius unterwegs zwischen Tomlab- und Sonig-Label. Nach Radioersatz nun Tse Tse. Tropische Fliege. Exotik plus Leichtfüssigkeit. Schnell laufen die Samples. Zu schnell. Strukturen sind mehr Andeutungen als Institutionen. Exotik entsteht durch gepitchte Samples. Struktur wird vorgeschlagen, bevor du sie erkannt hast und auf deren Wiederholung wartest, bereits wieder abgebaut. An den Samples werden sofort wesentliche Teile abgeschnitten (du liebe Schere!), doch das abgeschnittene Teil arbeitet an der Textur mit (wie das immer ist), wirkt subkutan weiter. Weiter. Am Text. xt. mit. Tse. Tse. Ze. Ze. C. C.

Trackliste:

1. Prolog (1:09) 2. Out of Limbo (7:10) 3. Good Old Owl (3:00) 4. Black It Out (2:28) 5. Tic Tac (3:07) 6. Always Pointing Skywards (1:44) 7. Virgin de Guadalupe (6:13) 8. Nachtsendung (3:05) 9. Little Things of Frenzy (3:18) 10. Sanoukiki (7:57) 11. Untitled (3:42)
Alle Tracks: Janeta Schude [Lyrics] und Yvonne Cornelius [Music].

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Takeo Toyama [x>] [D]: Hello 88 [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 19
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 28
Genre: Electronica


Dieser Release kommt aus Köln, der Musiker aber tatsächlich aus Japan. Es gilt, was unter Colleen geschrieben steht. Als nächstes in von Takeo Toyama eine obskure Interpretation von Peter und der Wolf zu erwarten.

Trackliste:

1. Hello Porno (4:26) 2. Hello Tuner (2:58) 3. Hello Bricks (3:36) 4. Hello Friends (8:11) 5. Yawn (0:21) 6. Hello Kettle (3:15) 7. Hello Nancy (4:00) 8. Hello Years (6:38) 9. Lumbago (1:28) 10. Hello Birds (4:25) 11. Dance (1:49) 12. Lithium (3:36)

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Burnt Friedman & Nu Dub Players [x>] [D]: Can't Cool [F] [P]

CoverLabel: Nonplace NON 13
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 25
Genre: Electronica - Dubtronica, Electronica - Jazztronica - Futurejazz


Jazz, Funk, Dub. Alleszusammen. Abstrakt. Dynamisch. Die Sounds stehen transparent im Raum, so dass sie dir buchstäblich um die Ohren fliegen. (Welt-)Musik im Zeitalter der Digitalität muss genau so klingen. Gross und nach vorne offen.

Trackliste:

1. Fuck Back (4:27) 2. Fly Your Kite (3:48) 3. Pater Noster (3:51) 4. Dublab Alert (3:18) 5. Life Is Worth Dying For (2:55) 6. Get Things Strait (3:48) 7. Real Abstraction (2:48) 8. Someday My Blues Will Cover The Earth (2:58) 9. Designer Groove (3:29) 10. Get Things Strait Dub (2:39) 11. Five Star Group Travel (3:44) 12. Consider A Bigger Wallet (4:22)

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The Bug [x>] [D]: Pressure [F] [P]

CoverLabel: Rephlex CAT 134 (UK), Tigerbeat6 MEOW 076 (US)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 15
Genre: Post-Millennial-Music - Trap - Dubstep


Es gibt sie, diese Typen, die zwischen den Stilen unterwegs sind wie dereinst Odysseus zwischen Häfen, Inseln und Klippen. Immer wenn sie den musikalischen Stil ändern, kleiden sie sich in ein neues Image, geben sie sich einen anderen Namen. Das Marketing für diesen Namen beginnt dann natürlich auch von vorn. Der jeweils angenommene Name von Odysseus muss in der gerade besuchten Stadt bekannt gemacht werden. So Kevin Martin, der God ist, der Techno Animal ist, der Ice ist und der The Bug ist. Mutiger als ich der Schreiber ist Martin der Musiker. Ich muss die Verbindungen zwischen den verschiedenen Identitäten immer wieder auf den Namen Martin zurückführen, damit meine Synapsen funken. Während Martin darauf zählt, dass jedes seiner Verkleidungen und Identitäten für sich funktioniert, so dass diese supergeile Ragga-Tech-Scheibe sich verkauft, wie es sich gehört. Chapeau für den Wagemut des Odysseus.

Trackliste:

1. Politicians And Paedophiles (4:31) 2. Beats, Bombs, Bass, Weapons (3:18) 3. Executor (3:45) 4. Live And Learn (4:43) 5. Thief Of Dreams (5:20) 6. Superbird (4:09) 7. Run The Place Red (4:50) 8. Night Steppa (5:27) 9. Some Days (4:57) 10. Fuck Y-Self (4:32) 11. Killer (3:36) 12. Living Dub (5:50)
Alle Tracks: The Bug.

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Donna Summer (Moniker) [x>] [D]: This Needs To Be Your Style [F] [P]

CoverLabel: Irritant 30
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 15
Genre: Electronica - Breakbeat - Breakcore

Superhorrorsamplewahnsinn. Viele erkennbare Elemente zu einem Hochgeschwindigkeits-Arrangement à la Kid 606 verarbeitet.

Trackliste:

1. The Magnanimous (4:54) 2. What You Tuly Need (4:12) 3. Prog's Not Dead (2:58) 4. The Sternberg Brothers (1:09) 5. We Call It The Box (3:04) 6. Accept The Cheap (3:23) 7. Heels Over Head (3:00) 8. Melodrama In Transformation (2:14) 9. Possibly Useless (3:39) 10. Vancrashing (4:22) 11. Time And Its Other (8:35) 12. The Man Who Was Thursday (5:49)

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Kammerflimmer Kollektief [x>] [D]: Cicadidae [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 040
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 14
Genre: Electronica - Jazztronica - Futurejazz

Angenehm warme, leichte Klänge aus Karlsruhe. Ein Kammerorchester mit ungewohnter Besetzung: Schlaginstrumente, Saxophon, Bass und Violine. Dazu Soundprocessing, das aus der Kollektiefimprovisation einen stimmigen, jazzigen Ambient-Sound schafft. Ich glaube, ich höre die deutschen Supersilent.

Trackliste:

1. Neumond Inselhin (6:08) 2. Sie Tranken Regen (0:51) 3. Über Die Wasserscheide (4:31) 4. Blood (1:20) 5. ... Denn Nacht Ist Jetzt Schon Bald! (4:57) 6. Sie Tranken Regen (Version) (5:12) 7. Mantra (4:52) 8. Eiderdaunen (Gerupft) (6:22) 9. Irgendwann: Frühling (6:51) 10. There's A Weight On You, But You Can't Feel It (1:30)

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Set Fire to Flames [x>] [D]: Telegraphs In Negative / Mouths Trapped In Static [2 CD] [F] [P]

CoverLabel: Alien8 ALIENCD 039, 130701 13-03
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 08, 2003 04 07
Genre: Postrock - Chamberrock - Montreal-Postrock, Electronica - Postelectronica - Neo-Klassik


Das hier kommt aus dem selben Umfeld wie Godspeed You Black Emperor (GYBE!), Fly Pan Am oder A Silver Mt. Zion. Elegischer Postrock, der mit Samples aus Medien oder Feldaufnahmen statt mit Gesang arbeitet. Diese Gruppen haben einen ganz eigenen Stil innerhalb des Postrock-Genres geschaffen. Set Fire to Flames ist Hrsta bzw. Mike Moya von GYBE!. (wo immer sich das Ausrufezeichen genau befindet, hängt vom Release ab). Etwas zum Entdecken.

Trackliste:

CD 1: Telegraphs in Negative 1. Déjà, Comme des Trous de Vent, Comme Reproduit - 6:43 2. Small Steps Against Inertia/Echo of a Dead End - 3:01 3. Measure de Mésure - 4:45 4. Holy Throat Hiss Tracts to the Sedative Hypnotic - 3:38 5. When Sorrow Shoots Her Darts - 3:11 6. Kill Fatigue Frequencies - 1:28 7. In Prelight Isolate - 15:11 8. Tehran in Seizure/Telegraphs in Negative - 5:56
CD 2: Mouths Trapped in Static 1. Your Guts Are Like Mine - 2:15 2. Fukt Perkusiv/Something About Bad Drugs, Schizophrenics and Grain Silos... - 8:11 3. Sleep Maps - 11:52 4. Something About Eva Mattes in the Halo of Exploding Street Lamps... - 1:47 5. Buzz of Barn Flies Like Faulty Electronics - 3:39 6. And the Birds Are About to Bust Their Guts with Singing - 4:52 7. Rites of Spring Reverb - 3:33 8. Mouths Trapped in Static - 2:27 9. This Thing Between Us Is a Rickety Bridge of Impossible Crossing/Bonfires for Nobody... - 5:33

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Christian Wallumrod [x>] [D]: Sofienberg Variations [F] [P]

CoverLabel: ECM 1809
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 04 08
Genre: Jazz


Gewiss verstehe ich dich. Du kannst ECM-Veröffentlichungen nicht ab. Ich in der Regel auch nicht. Genau so wenig wie der ganze Weltmusik-Schrott bei dem Authentizität verkauft wird, obwohl die Reverb-Effektgeräte auf volle Kraft voraus eingestellt sind, um der furchtbaren Langeweile eine würdevolle Weite zu verleihen. Doch Langeweile bleibt Langeweile. Naturmystik-Falschheit bleibt Naturmystik-Falschheit, Ästhetik von Konditionstrainer/-innen. Furchtbar. Das Falsche an sich. Lüge. Diese CD allerdings gehört nicht in diese Kategorie. Nein, gar nicht.Es ist eine stille Musik drauf, eine tief traurige Musik. Sie eignet sich gut, um an Winterabenden bei Schneegestöber oder klirrender Kälte die warme Stube zu verlassen, Discman auf, und mit gemässigtem Trauergang durch die Strassen zu schreiten.

Trackliste:

1. Sarabande Nouvelle - 2:52 2. Memor - 5:18 3. Edith - 5:23 4. Alas Alert - 5:07 5. Small Picture #16 - 1:31 6. Sarabande Nouvelle Var.1 - 4:26 7. Psalm (Arve Henriksen, Traditional, Christian Wallumrød, Nils Økland) - 5:45 8. Liturgia - 5:06 9. Small Picture #310 - 1:31 10. Small Picture #211 - 1:38 11. Small Picture #3 1,2 - 2:18 12. Edith Var. - 2:02 13. Memor Var. - 1:50 14. Sarabande Nouvelle Var.2 - 3:13 15. Losing Temple - 5:27
Alle Tracks: Christian Wallumrød, ausser wo anders vermerkt.

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Rezensionen März 2003

Mount Vernon Arts Lab [x>] [D]: The Séance At Hobs Lane [F] [P]

CoverLabel: Via Satelite Astra 007, Ghost Box GBX 009
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03 08, 2007 05 (Reed.)
Genre: Electronica - Synthtronica - Analogelectronica, Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground

Das Ghost Box Label bringt einen Release des Glasgowers Drew Mulholland aus dem Jahr 2003 neu heraus. Thematisch passt diese Musik wunderbar in die Ghost Box Diskografie, doch die Expressivität der Sounds auf The S?ance At Hobs Lane ist unvergleichlich: Analogelectronica klingen meist irgendwie lieb, schrullig und verstaubt, nicht so Mount Vernon Arts Lab. Stell dir Freejazz mit elektronischen Instrrumenten vor!
Die Instrumente, die Drew Mulholland verwendet, sind Analogsynthesizer wie Theremin, Moog oder VCS3. Er spielt sie am liebsten an verlassenen Orten wie Atombunkern, U-Bahn-Stationen ausser Betrieb, an Orten, wo es angeblich spukt, und an solchen, wo alte Geschichten noch als schwacher Duft in der Luft liegen. Mulholland glaubt an eine psychischen Energie, die an solchen Orten erhalten bleibt. Der Track The Mandrake Club spiele auf eine historische Geheimgesellschaft an, lese ich. Aber was heisst das für die Musik? Höre dir beispielsweise The Vauxhall Labyrinth an. Ein einsames Saxophon spielt irgendwo in einem U-Bahn-Schacht. Es improvisiert zu einem elektrischen Puls, der den Rhythmus der fahrenden Züge in sich enthält. Percy Toplis, das fast eine Viertelstunde dauert, ist ähnlich gemacht, steigert aber den Expressivivtätsgrad ins Unerbittliche. Ich wette, so etwas hast du noch nie gehört. (21. Juni 2009)

Trackliste:

1. The Fog Detonator (0:57) 2. Hobgoblins (Remix: Coil) - (5:48) 3. The Mandrake Club (Norman Blake) - (2:37) 4. Dashwoods Reverie (John Cavanagh) - (3:59) 5. The Black Drop (3:13) 6. Sir Keith At Lambeth (6:07) 7. The Submariners Song (Remix: Barry 7) - (1:20) 8. The Vauxhall Labyrinth (5:22) 9. While London Sleeps (5:28) 10. Warminster 4 Adrian Utley - (3:24) 11. Percy Toplis (14:43)

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Barbara Morgenstern [x>] [D]: Nichts Muss [F] [P]

CoverLabel: Monika Enterprise monika 33
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03 03
Genre: Postrock - Indietronica - Wohnzimmer-Musik, Postrock - Indietronica - Singer-Songwriter

Menschen bilden einen Stern auf dem Cover. Eine sensible und selbstbewusste Stimme führt dich durch diese CD, erzählt dir Geschichten, teilt dir Beobachtungen mit und führt dir Poesie vor.
Barbara Morgenstern schreibt ihre Songs selbst, spielt Keyboards und singt. Eine Singer-Songwriterin, deren Instrument nicht die Gitarre, sondern das Keyboard ist. Sie klingt ganz zeitgemäss, etwas nach Ms. John Soda oder Notwist – ist aber karger und wirkt intimer. Morgenstern steht ästhetisch bzw. stilistisch Thomas Fehlmann nahe – fliessende minimale Sounds zwischen Kinderzimmer und Lebensernst. Gemastert hat die Aufnahmen Stefan Betke (Pole). Ein Versprechen, eine CD mit der du leben kannst – sie verbraucht sich garantiert nicht so schnell.

Trackliste:

1. Aus Heiterem Himmel (4:25) 2. Nichts Und Niemand (3:57) Programmed By [Bass] - Michael Mühlhaus 3. Ohne Abstand (3:54) Drums, Percussion - Christian Obermaier 4. Nichts Muss (8:06) Guitar - Sven Janetzko 5. Merci (Dass Es Dich Gibt) (4:30) 6. Kleiner Ausschnitt (3:21) 7. Move (3:05) 8. We're All Gonna Fucking Die (3:33) Guitar - Sven Janetzko 9. Is (3:05) Drums, Percussion - Christian Obermaier Programmed By [Bass] - Michael Mühlhaus 10. Gute Nacht (3:44) 11. Reset (5:44)

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Iso68 [x>] [D]: Here / There [F] [P]

CoverLabel: Hausmusik hm 063
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03 03
Genre: Postrock - Indietronica, Postrock, Electronica - Postelectronica

Zwischen München (Florian Zimmer) und Hamburg (Thomas Leboeg) wurden Soundfiles hin und her gesandt. Musik, die im Netz entstanden ist. Hier und Dort. Im Zwischen. Zwischen Kante und Lali Puna. Sehr akustisch im Ganzen.
Der Laptop / die Laptops schaffen als ein Instrument neben dem anderen Rockinstrumentarium - Klavier (Synthi), Gitarre, Bass, Schlagzeug (einfache Perkussion), Gesang (Stücke 2 und 4) - Texturen, die sich in songähnliche Strukturen fügen. Ebenso karg und nüchtern wie traumwandlerisch diese Musik. La vie est plus jolie qu'on pense. Oui, Messieurs Dames!

Trackliste:

1. Cosmic Bones 2. Stoppages/Est Plus 3. Diffusion Capricc. 4. Vom Weg Zur Sonne 5. Moontrain/Here There 6. Stargardt 7. Zwei Engel Korrigiert
Alle Tracks: Florian Zimmer und Thomas Leboeg.

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Doron Sadja [x>] [D]: A Piece Of String, A Sunset [F] [P]

CoverLabel: 12k 1023
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism, Electronica - Soundart

Doron Sadja ist ein junger Musiker, seine CD ein Versprechen für die Zukunft. Ein eigener Ansatz: Musik von den Grenzen her zu fassen, von sehr hohen und sehr tiefen Tönen, die, fliessend, den Hintergrund für rhytmisch eingesetzte Klänge und für Strings (Violine und Gitarre) bilden. Diese CD klingt ebenso zugänglich, wie sie vom Ansatz her intellektuell ist. Neue Musik, Digitales Sound Processing (DSP), Soundart, Postrock, das ganze Spannungsfeld scheint Doron Sadja zu beherrschen.

Trackliste:

1. Untitled (11:49) 2. Untitled (12:51) 3. Untitled (2:46) 4. Untitled (5:04) 5. Untitled (9:39)
Alle Tracks: Doron Sadja.

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Taylor Deupree & Kenneth Kirschner [x>] [D]: Post_Piano [F] [P]

CoverLabel: Sub Rosa SR 208
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03
Genre: Electronica - Postelectronica, Electronica - DSP - Digitalminimalism, Electronica - DSP

Diese CD ist ein Paradebeispiel für das, was elektronische Musik im besten Fall sein kann: Bevor die Musik klingt, muss der Musiker ein virtuelles Instrument bauen und wenn der Bau gelingt, klingt die Musik aus ihm nach nichts, was du schon einmal gehört hast. An Post-Piano verbindet Technologie und Ästhetik bis zur Perfektion.
Kenneth Kirschner geht von einem Piano-Sample aus, das er bei 22kHz filtert. Dieses nicht hörbare (!) Sample stretcht er nun so viele Male, wie es Taste auf denm Klavier gibt, so dass er jeder von ihnen ein (in tiefere Tonlagen transponiertes) gestrechtes Sample zuordnet, das wiederum die richtige, d.h erwartete Tonhöhe bzw. Frequenz hergibt. So rekonstruiert er den Klang eines der bekanntesten Instrumente und lässt es dadurch wie ein Alien oder ein Geist klingen. Genug weit weg vom reinen Pianoklang hat Kirschner so ein neues Instrument geschaffen - ein virtuelles Klavier, mit dem sich auf eine neue Weise spielen lässt. Das Spiel ist geisterhaft: Das Unhörbare (das Ausgangs-Sample) ist nun hörbar. Es klingt irgendwie wie andere Geisterpianos, beispielsweise dem von einem bereits verstorbenen Meisterinterpreten auf schon oft abgespielter Schallplatte oder gar Schellackplatte. Die Resultate seines Spiels sandte Kirschner an Deupree, den New Yorker König des Minimalismus und des Glitches, der diese atemberaubende CD im 12k-Idiom für sub rosa produziert hat.
Mit der wärmstmöglichen Empfehlung aus der Welt der Klänge!

Trackliste:

1. 02.07.02 2. 02.11.02 3. 03.19.02 4. 02.15.02 5. 03.21.02 6. 04.18.02 7. 04.03.02 8. 02.09.02 9. 03.24.02 10. 03.23.02

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Campfire Songs [x>] [D]: Campfire Songs [F] [P]

CoverLabel: Catsup Plate (US), Fat Cat Records SP07 (UK)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 03
Genre: Post-Millennial-Music - Freakfolk - Noisefolk, Alternativerock - Lo-Fi-Rock

Schirm aufspannen und unters Zelt stehen. Es regnet. Unter dem Zeltdach spielt eine verquere Band bisher Nichtgehörtes. Vielleicht sind die Regengeräusche auf der CD ein Schreibfehler. Sicherlich rezensiere ich hier eine defekte CD, arbeite an ihrer Kanonisierung mit. Dabei hat jedes Exemplar dieser CD einen ganz eigenen Lesefehler, der sich einmal als Regnen und einmal als wilder Wasserfall darstellt. Die inszenierte Lagerfeuerromantik als gemeinsamer Nenner.

Trackliste:

1. Queen in My Pictures - 9:58 2. Doggy - 4:39 3. Two Corvettes - 4:58 4. Moo Rah Rah Rain - 11:01 5. De Soto De Son - 11:35

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Rezensionen Februar 2003

Pulseprogramming [x>] [D]: Tulsa For A Second [F] [P]

CoverLabel: Aesthetics AST 26
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 18
Genre: Postrock - Indietronica

Pulseprogramming kommen aus Chicago, dem Land des Postrocks, und besingen nun irgend so eine Stadt in Amerika, die Tulsa heissen und irgendwo zwischen Oklahoma oder Yokohama liegen soll. Vier Personen sind in dieses Projekt involviert, ein Videokünstler, zwei Art Directors und ein Poet. Ein multimediales Kollektiv, deren Art Directors nicht untätig geblieben sind, während die Musiker die Sounds aufnahmen: Das bemerkenswerte Cover lässt sich zu einem Haus aufklappen.
Auch auf Tulsa wird gesungen. Allerdings nicht auf jedem Stück. Und nicht ist der Sänger ein Pulsprogrammer, sondern ein anderer von einem anderen Projekt, das sich L'Altra nennt. Hier erwartet dich bester Moll-Pop. Beeindruckend ist der Gebrauch der Stimmen über der abstrakten und minimalen elektronischen Textur. Anspieltipp: Stylophone Purrs and Mannerist Blossoms, bei dem ein kontrastreiches Duett zwischen einer mehr sprechenden Frauen- und einer mehr singenden Männerstimme inszeniert wird. Tolle Musik für die Sommertage, die sich dir in ein paar Monaten vielleicht schenken. Absolut traumwandlerische Musik zwischen Force Inc und Morr Music bzw. CCO.

Trackliste:

1. Blooms Eventually (5:25) 2. Here Give It Here I'll Show You (3:56) 3. Stylophone Purrs And Mannerist Blossoms (5:58) 4. All Joy And Rural Honey (3:42) 5. Off To Do Showery Snapshots (4:11) 6. Don't Swell Up Your Glass Pocket (4:02) 7. Within The Orderly Life (4:31) 8. Largely Long-Distance Loves (4:45) 9. Bless The Drastic Space (7:40)
Video 1. Don't Swell Up Your Glass Pocket (4:02)
Alle Tracks: Joel Kriske und Marc Hellner.

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The Soft Pink Truth [x>] [D]: Do You Party? [F] [P]

CoverLabel: soundslike SL 07
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 17
Genre: Electronica - House - Leftfieldhouse

Ich hab schon immer geahnt, dass die Wahrheit etwas weiches, pinkfarbenes ist. So offensichtlich auch die Herren Matthew Herbert und Drew Daniel (die eine Hälfte des Duos Matmos), die überein gekommen sind, dass es endlich eine CD mit diesem Namen geben muss, eine CD, die diese Überzeugung in die Welt hinaus trägt.
Drew Daniel, der bekanntlich gerne schneidet (A Chance To Cut Is A Chance To Cure, nicht wahr), trat an sein Schallplattenregal und schnitt aus seiner Hörgeschichte den gesamten kickenden Wahnsinn heraus und bastelte diesen zu zehn abgefahrenen Microhouse-Tracks zusammen. Unterstützung hat er von einigen Verwandten im Geiste erhalten. Mit von der Partie waren - nein, das brauche ich nicht zu berichten, denn das verrät Track 11. Supersexy, das alles.

Trackliste:

1. Everybody's Soft - 4:25 2. Gender Studies - 5:10 3. Promo Funk - 4:22 4. Make Up (Susan Moonsie) - 3:23 5. Coat Check - 4:19 6. Soft on Crime - 4:59 7. Satie (Grey Corduroy Suit) - 5:05 8. Soft Pink Missy - 4:31 9. Big Booty Bitches - 4:31 10. Over You (No Love) - 7:55 11. I Want to Thank You - 2:21
Alle Tracks: Drew Daniel, ausser wo anders vermerkt.

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Freaks [x>] [D]: The Man Who Lived Underground [F] [P]

CoverLabel: Music for Freaks MFFCD 005
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 14
Genre: Electronica - House - Leftfieldhouse

Trifft den Nerv der Zeit. Kann Super_Collider knapp das Wasser reichen. Die Freaks haben genau zugehört und doch ihre eigene Mixtur von Techno und Funk gefunden. Es werden wieder Geschichten erzählt. Und darum wird es in diesem Jahr vor allem gehen: Um Geschichten, um Texte, um Lieder. Das Narrativ wird zurückgewonnen, sei es auf die coole Tour wie bei Jan Jelinek, der singt als wäre er gar kein Sänger, als singe er nur vor sich hin, mehr für sich selbst als für dich. Oder sei es auf diese heisse Weise, bei der die Geschichte erzählt wird, während die Musik sie unterstreicht und begleitet. Höre dir das zweite, das Waschmaschinenstück an, dann weisst du, was ich meine … Dieses Ding verdreht dir deinen Kopf, so sehr dreht es.

Trackliste:

1. The Man Who Lived Underground - 1:31 2. The Washing Machine [Short Spin Excerpt] - 5:40 3. Weaver - Lude - 1:37 4. Telefunken - 1:34 5. Where Were You When the Lights Went Out? (Attar, Harris, Solomon) - 3:57 6. Hang Up Your Hang-Ups (Harris, Solomon, Washington) - 2:26 7. Fix It (Harris, Solomon, Washington) - 3:16 8. The Creeps (You're Giving Me) (Attar, Harris, Solomon) - 3:48 9. Psycho - Delia - 1:28 10. Switchin Channels - 2:20 11. Evolhate - 3:12 12. 80's Throwback - 3:49 13. Nyce and Slo (Evans, Louis) - 4:00 14. He's Angry (Harris, Solomon, Washington) - 3:17 15. What's the Point? - 2:17 16. Time (Attar, Harris, Solomon) - 2:12
Alle Tracks: Harris, Solomon, ausser wo anders vermerkt.

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Jan Jelinek And The Exposures [x>] [D]: La Nouvelle Pauvreté [F] [P]

CoverLabel: ~scape sc 016
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 07
Genre: Electronica - Dubtronica

Scape hat dem Berliner-Sound (Techno plus Dub) eine Prise Clicks und eine Prise Jazz hinzugegeben. Du hörst dies bei Pole, Nolte oder Jan Jelinek. Du hörst die Nähe zu System (die Dänen Thomas (Opiate) Knak, Anders Remmer und Jesper Skaaning) und zu Burnt Friedmann. Du hörst aber auch die Jelinek eigene Handschrift, die alle seine Releases als Gramm, Farben und unter dem eigenen Namen plus oder minus imaginierte Begleitband Exposures durchzieht. Es ist die filigrane Handschrift eines coolen Jazzers, die Linien schwungvoll und leicht hingezeichnet, die Buchstaben in ihren wesentlichen Zügen, den distinktiven Merkmalen, mehr angedeutet als wirklich ausgeführt. Digital ist ein treffendes Wort hierfür.

Trackliste:

1. Introducing (1:51) 2. Music To Interrogate By (6:08) 3. Facelift (5:36) 4. There Are Other Worlds (They Have Not Told You Of) (4:13) 5. My Favourite Shop (4:54) 6. Trust The Words Of Stevie (3:57) 7. If's, And's And But's (6:16) 8. Davos S (Trio 'Round Midnight) (6:46) 9. A Waste Land (2:34)

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Contriva [x>] [D]: If You Had Stayed [F] [P]

CoverLabel: Monika Enterprise monika 30
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 03
Genre: Postrock - Indietronica - Wohnzimmer-Musik

Die Intensität dieser Gitarrenband lässt sich überhaupt nicht mit derjenigen klassischer Rock-Entwürfe vergleichen. Kein Tempo wie unter Strom, kein Backbeat, der die Weichteile massiert, keine Stimme, die Bilder mt Landstrassen in Richtung Westen evoziert. Dass nach der Weglassung dann noch von Rock übrig bleiben kann, hörst du auf dieser CD. Unprätentiöse aber charmante Harmonien und Akkordläufe, die eine relaxte Stimmung verbreiten, eine fast unauffällige aber stets liebliche Soundtapete, die an keiner Stelle rosa ist.

Trackliste:

1. Never Show Again (Contriva, Punktezahl) - 4:32 2. Connected (Contriva, Hett, Qrella) - 5:12 3. Presentiment (Contriva, Lehmann) - 4:44 4. Dust (Contriva, Schuberty) - 4:52 5. Self-Service (Contriva, Punktezahl) - 4:27 6. Shadow (Contriva, Punktezahl) - 5:38 7. Instead (Contriva, Qrella) - 5:18 8. Forget About Nightshifts Contriva, Lehmann - 1:54 9. Deceiving Trace (Contriva, Schuberty) - 4:17 10. Pipeline (Contriva, Hett, Lehmann) - 2:51 11. After Work Club (Contriva, Qrella) - 3:55 12. Seaside (Contriva, Lehmann) - 7:24
Alle Tracks:, ausser wo anders vermerkt.

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Nick Cave And The Bad Seeds [x>] [D]: Nocturama [F] [P]

CoverLabel: Mute STUMM 207
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02 03
Genre: Alternativerock - Singer-Songwriter

Nick Cave ist unser Elvis. Nick Cave brennt (noch immer). Burn on, man, live on and pray forever. My soul will sing along with you, forever, man, forever ?
Komm herein, Baby, über lila Felder ins wunderbare Leben der Bad Seeds. Die Songs von Nick Cave, die mich von Anfang an durch mein verglichen mit seinen Songs wunderbares Leben begleitet haben, sind und waren immer Gebete von einem auf dem Scheiterhaufen, von einem, dem nicht mehr viel Zeit gegeben ist, der es aber auf wunderbare Weise geschafft hat, wieder vom Scheiterhaufen herunter zu steigen, dem Feuerteufel die schaurige Hitze schelmenhaft zu stehlen und in seine Tasche zu stecken. Dieses teufliche Feuer trägt er nun mit sich herum, weshalb er es versteht, dieses Feuer jederzeit wieder zu entfachen. Dabei ringt er weiterhin um sein Leben und um die Songs, die er mit seinen Freunden ungefähr alle zwei Jahre auf CD und Live vorträgt, weisse Gospellieder, manchmals im Walzertakt und immer schaurig schön. Nick Cave verströmt seine Energie für dich und für mich.

Trackliste:

1. Wonderful Life (6:49) - Percussion - Mick Harvey 2. He Wants You (3:31) - Organ - Mick Harvey 3. Right Out Of Your Hand (5:15) 4. Bring It On (5:23) - Vocals [Chorus] - Chris Bailey 5. Dead Man In My Bed (4:41) 6. Still In Love (4:44) 7. There Is A Town (4:59) 8. Rock Of Gibraltar (3:00) - Bass - Mick Harvey 9. She Passed By My Window (3:20) - Organ - Mick Harvey 10. Babe, I'm On Fire (14:47)
Alle Tracks: Nick Cave.

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Nurse With Wound [x>] [D]: Salt Marie Celeste [F] [P]

CoverLabel: United Dairies UD 104
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02
Genre: Postpunk - Industrial - Industrialambient

Ein Geisterschiff weit draussen auf See, treibt unter Einwirkung von Wind und Wellen einsam dahin. Auf einer deiner Überfahrten steuert dein Schiff daran vorbei. Zuerst siehst du in der Ferne ein Etwas, dann entschliesst du dich, es von nahem zu untersuchen. Du steuerst dein Schiff in Richtung von diesem Etwas. Beim Näherkommen zeigt es sich als das Geisterschiff, das in deiner Phantasie schon lange existiert. Dieses Geisterschiff ist real. Es wurde bisher weder an einen Strand gespühlt noch ist es untergegangen. Es schwebt als realer Geist zwischen Wassern und Himmeln dahin. Die Erfahrung ist überwältigend: Du begegnest nicht jeden Tag einem solchen Zwischenwesen. Die Elemente arbeiten noch an ihm (lässt sich damit das Realsein definieren?), Wind und Wellen. Dies erzeugt eine geisterhafte Musik, die dich rührt. Du verweilst aus interesse und mit der selben Gewohnheit, nach der du auf einer Bergwanderung bei einer Kappelle eine Pause einlegst. nach einiger Zeit beschliesst du, es noch nicht mit diesem Zwischenwesen aufzunehmen und segelst weiter in Richtung Diesseits.

Trackliste:

1. Salt Marie Celeste (62:00)

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Markus Guentner [x>] [D]: Audio Island [F] [P]

CoverLabel: Ware 09
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 02
Genre: Electronica - House - Minimalhouse


Haben wir das hier etwa schon einmal gehört? - Ja, schon. - Wird das hier nicht langsam langweilig, dieses Minimal-Techhouse-Ding? - Nein, warum? - Soll das hier denn ewig so weiter gehen? - Ja, warum denn nicht? - Ohne dass es dich langweilt? - Ja, ewig weiter, solang es Spass macht und dermassen gut gemacht ist.

Trackliste:

1. Lost Paradise - 9:07 2. Sleep Well - 8:48 3. So Well (Acid Maria, Markus Guentner) - 7:50 4. Separate Digits - 6:46 5. Sunset - 10:57 6. Droid Ships - 7:43 7. Hooked On Monkey Phonics - 7:51 8. Such A Shame - 8:22 9. Tears In Rain - 6:22
Alle Tracks: Markus Guentner.

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Rezensionen Januar 2003

Terre Thaemlitz [x>] [D]: Lovebomb [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 117
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 01 28
Genre: Electronica

Tauche ein in den Raum zwischen dem letzten und dem ersten Buchstaben der beiden Samples aus dem Lexikon, die den Titel dieser CD ausmachen! Zwischen den e und dem b, im Spiel zwischen den Worten triffst du die Sounds einer CD, die, wie immer, wenn sie von Terre Thaemlitz stammt, mit einer geballten Ladung Theorie daherkommen.
Die Liebe als das Verbindende wird selbst wieder verbunden mit einem Repräsentanten einer Art Gegenwelt, der Bombe, dem Gewaltobjekt. Dies ist wie die Verbindung zweier (unbekannter) Flugobjekte oder als würde Liebe mit Sex verbunden, nur dass dies dauernd geschieht, wo das andere, Liebe und Bombe, einige Irritation zurücklässt. Vor etwa 25 Jahren hat Roland Barthes sein Buch Fragmente einer Sprache der Liebe geschrieben. Darin finden sich keine Bomben, einzig von der Gewalt ist die Rede, die die Liebe über den Liebenden ausübt. Bei Thaemlitz scheint es mehr um die kulturelle Praxis der Liebe, denn um die Sprache der Verliebten zu gehen. Um Politik, die sich gerne im Vorraum der Liebe aufhällt. Alles Politik eben. Und die in alle Richtungen ausfransende und wuchernde Musik - das Rezept zu dem wie Politik sein könnte … Diversity instead of unity. Nicht: Wir sind alle gleich, weil wir den selben Gegenstand lieben. Vielmehr: Wir sind jede von jedem verschieden, weil wir je teils das selbe und teils etwas anderes lieben.

Trackliste:

1. Welcome (Time Has Left Us) - 3:56 2. Between Empathy And Sympathy Is Time (Apartheid) - 5:18 3. SDII - 3:20 4. SD - 0:33 5. Lovebomb - 10:08 6. Sintesi Musicale Del Linciaggio Futurista (Musical Synthesis Of Futurist Lynching) - 9:12 7. Signal Jamming Propaganda (Just Another Fucking Love Song) - 5:05 8. My Song Of Peace, Friendship And Solidarity - 1:04 9. Anthropological Interventionism - 2:23 10. Ai No Bakudan (Between Empathy And Sympathy Is Time) - 8:28 11. Love Theme From Ai No Bakudan - 4:35 12. Welcome (Reprise) - 0:20 13. Main Theme From Lovebomb - 4:06 14. Chng Yourlove - 6:06

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Loose Fur [x>] [D]: Loose Fur [F] [P]

CoverLabel: Drag City 203, Domino WIGCD 119
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 01 28
Genre: Postrock

Hier machen drei Leute, die sich extrem gut mögen zusammen Musik. Rock-Musik des neuen Jahrtausends, allerdings ohne jede Pretentiosität.
Nichts Besonderes, einfach gute Musik. Kein Insignificance von Jim O'Rourke und kein Yankee Hotel Foxtrot von Wilco, jene Alben, auf denen die selbe Besetzung bereits zusammen gearbeitet hat. Aber Rock, der Spass macht und vor Ideen sprüht. Don't miss this!

Trackliste:

1. Laminated Cat (lyrics by Jeff Tweedy) - 7:18 2. Elegant Transaction (lyrics by Jim O'Rourke) - 6:15 3. So Long (lyrics by O'Rourke) - 8:59 4. You Were Wrong (lyrics by Tweedy) - 3:33 5. Liquidation Totale (instrumental) - 5:37 6. Chinese Apple (lyrics by Tweedy) - 7:34
Alle Tracks: Jim O'Rourke, Jeff Tweedy.

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Lou Reed [x>] [D]: The Raven [F] [P]

CoverLabel: Reprise 48372
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 01 28
Genre: Alternativerock - Singer-Songwriter

The Raven als Bühnenwerk ist bereits vor einiger Zeit entstanden und nun erscheint die CD dazu. Kauf unbedingt die limitierte Version mit zwei CDs, erwarte keinesfalls das, was du von Lou Reed bereits kennst, und richte dich für einen Hörspiel-Abend ein: eine Flasche Wein, einen bequemen Sessel und Snacks nicht vergessen!
Lou Reed, der ehemalige Lehrling der Beatpoeten. Lou Reed, das Mitglied der legendären Velvets, Vorbild jeder Band, die ich in den 80er Jahren gemocht habe. Lou Reed, Mitschöpfer unzähliger Platten und CDs, die es auf meine Ewigbestenliste geschafft haben, Lou Reed, ja der. Hat eine neue CD gemacht, eine Kollaboration mit vielen anderen grossen Menschen, vorab mit dem Schriftsteller Edgar Allen Poe, mit dem Theatermacher Robert Wilson, mit dem Produzenten Hal Willner, mit den Sprecher/-innen Amanda Plummer und Willem Dafoe, mit den Musiker/-innen Laurie Anderson, David Bowie und Ornette Coleman, um nur einige prägende zu nennen. Lous Gittarre klingt schwer und spielt wie zwei oder drei Gitarren spielen. Hal Willners Soundeffekte sind unglaubliche Stimmungszaubereien.

Trackliste:

CD 1 - Act 1 1. Overture (1:05) 2. Edgar Allan Poe (3:20) 3. Call On Me (2:07) - with Laurie Anderson 4. The Valley Of Unrest (2:26) 5. A Thousand Departed Friends (4:58) 6. Change (2:18) 7. The Bed (3:32) 8. Perfect Day (3:27) 9. The Raven (6:30) - Willem Dafoe 10. Balloon (1:01)
CD 2 - Act 2 1. Broadway Song (3:12) - with Steve Buscemi 2. Blind Rage (3:25) 3. Burning Embers (3:22) 4. Vanishing Act (5:23) 5. Guilty (4:54) - Ornette Coleman (sax) 6. I Wanna Know (The Pit And The Pendulum) (6:58) - with The Blind Boys Of Alabama 7. Science Of The Mind (1:36) 8. Hop Frog (1:46) - with David Bowie 9. Tripitena's Speech (2:19) 10. Who Am I? (Tripitena's Song) (4:31) 11. Guardian Angel (6:51)

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Supersilent [x>] [D]: 6 [F] [P]

CoverLabel: Rune Grammofon RCD 2029
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 01 20
Genre: Electronica - Jazztronica - Futurejazz, Improvisation - Kollektivimprovisation

Das Improvisationsquartett aus Norwegen Der erste Track klingt als würde Tomita schräg eine neoklassizistische Komposition aus dem 20. Jahrhundert intonieren. Dann aber gerät die Komposition mehr und mehr aus den Fugen und stattdessen wird ein Rhizom daraus. Dieser Track führt dir vor Ohren, wie Struktur zu Textur verwandelt werden kann. Der zweite Track vermengt sodann Triphop und Modaljazz zu etwas Angenehmen, ja Heilsamen. Das ist die perfekte Filmmusik für deinen eigenen Film, da findest Du mehr als genug Raum für eigene Stimmungen und Vorstellungen. Der dritte Track ist noch einmal Filmmusik. Ein achtzig Jahre alter surrealer Gruselfilm in Schwarzweiss wird gegeben. Darin spielen der Vollmond, die Wolken, die letzterem verdecken und wieder zeigen, der Weg durch den Wald, das alte, verlassene Schloss usw. usw. Track vier gibt uns Postrock wie aus Chicago, dessen Textur dichter und dichter wird, wiederum ein Rhizom am Ende. Sag mal, gibt es den Begriff der Post-Drohne schon? Nein? Dann muss ich ihn erfinden, um das fünfte Stück beschreiben zu können. Der letzte Track schließlich besteht aus allerlei Ennio Morricone-Remineszenzen, nur die Landschaft hat sich verändert, statt wilder Westen nordische Tundra.
Ich meine: Eine der CDs des Jahres!

Trackliste:

1. 6.1 (11:06) 2. 6.2 (9:57) 3. 6.3 (13:32) 4. 6.4 (9:30) 5. 6.5 (5:03) 6. 6.6 (8:40)

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Dorine_Muraille [x>] [D]: Mani [F] [P]

CoverLabel: Fat Cat Records Splinter FATSP 05
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003 01 20
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Die Franzosen haben, wenn sie keine Chansons singen, entweder einen Hang zum Opernhaften (du hörst dies bei Jean-Michel+Jarre oder bei Hector Zazou) oder dann ist die französische Musik brutal plastikpoppig (Les Ritas Mitsouko). Ausnahmen kommen vor: Stereolab, Air und ? Dorine Muraille.
Dorine Murailleist der Musiker Julien Locquet und die Poetin / Sängerin Chloe Delaume. Mani schließt an Oval und Fennesz an. Im Laptop wird eine sehr ethnisch geprägte Musik zerstückelt und verklickt, bis nur noch Fragmente eines Songs als Track übrig bleiben. Die gälische Sprache und Musik scheint einen mächtigen Einfluss auf Dorine Muraille zu haben, was dieser CD ihre eigene Sprache verleiht, die noch einige Monate lang ein Rätsel bleiben wird. Nein, das ist keine CD, die du dir täglich rein ziehen kannst, dieses Biest ist zu sperrig. An ihm wirst du dich abarbeiten müssen. Also hopp, an die Arbeit!

Trackliste:

1. Le Supplice De La Baignoire (4:45) 2. Dopées (3:36) 3. Se Flinguer / Piquer Une Porsche (5:47) 4. Bbraallen (3:54) 5. Madrague, Retour (4:21) 6. Perdre (3:09) 7. Muraille_1 (0:39) 8. Triviana, Nuire (2:08) 9. Techniques Du Lexo (3:04) 10. Muraille_2 (1:19) 11. 50actionexpress (3:58) 12. Muraille_3 (0:51) 13. La Règle (3:51) 14. Dans Ton Doki (1:59) 15. Alexia (2:19)

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Rezensionen ohne Monatsangabe aus dem Jahr 2003

Dill [x>] [D]: WYHIWYG [F] [P]

CoverLabel: Flyrec FLYCD 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003
Genre: Electronica - Postelectronica

Der Japaner Yuji Inoue hat eine superbe Electronic Listening CD mit zehn Tracks und gerade mal 37 Minuten Laufzeit produziert. WYHIWYG ist einer der Geheimtipps der Saison.
Yuji Inoue gab seinem Werk einen Titel, auf den irgend wann einmal ein Musiker kommen musste: What You Hear Is What You Get. Zum Glück hat nicht irgend jemand Unbedeutender danach gegriffen, sondern dieser junge Japaner, der alles andere produziert als Massenware und uns eine total atemberaubende Tracksammlung vorlegt. Track 1, Crocked Pastor, ist ein zeitgenössische Klavierkomposition ohne jeden Einsatz elektronischer Mittel. Dieses Stück ist für WYHIWYG nicht typisch, macht aber deutlich, dass diese Musik eine akademische Signatur trägt und nicht Pop sein will. Schon Nummer zwei, Qwerty Uiop, geht in eine andere Richtung, indem es Autechre ähnlich klingt. Mit diesen beiden ersten Tracks ist ein Spannungsfeld zwischen instrumentaler und elektronischer Musik aufgebaut, dass grösser nicht sein könnte. WYHIWYG funktioniert daher wie eine Sonate, die in der Form eines Albums komponiert ist: Zwei Tracks eröffnen das Album als Gegenpole und der Verlauf des Werks (hier des Albums, in der Sonate des Satzes) wird diese Spannung erfahrbar gemacht und vermittelt. Denn die anderen Tracks auf WYHIWYG bringen diesen Gegensatz zwischen Klassik und Elektronik mehr und mehr zusammen. Musst du gehört haben!

Trackliste:

1. Crocked Pastor 2. Qwerty Uiop 3. Rotude 4. Up Down To There 5. Tena 6. Entrap Brain Myself 7. Onpotts 8. Lreil 9. Quinquen 10. Won Noefte Jam
Alle Tracks: Yuji Inoue

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V. A. (Lucky Kitchen) [x>] [D]: Audiolab [2 CD Compilation] [F] [P]

CoverLabel: Lucky Kitchen LK 021
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2003
Genre: Electronica - Soundart, Electronica - DSP, Electronica - Ambient - Concrete-Ambient

Das ist digitale Laptopmusik für den Kunst- und Museumskontext. Audiolab bietet einen Einblick in den State-of-the-art dieser Musikrichtung und ist damit einer der Compilationen des Jahres.
Ein spannendes Lineup quer durch alle Labels und Genres der zeitgenössischen elektronischen Popmusik verstreut. Mit am Start sind Monolake, AGF (Antye Greie), Vladislav Delay, To Rococo Rot, Dorine Muraille oder Curd Duca. Audiolab versammelt 17 DSP-Tracks zu einer in Karton und Papier verpackten 2-CD-Box. DSP steht für Digital Sound Processing. Die Musik auf diesen zwei CDs ist permanenten Metamorphosen unterworfen. Es handelt sich durchaus um eine Art Ambientmusik – eben Ambientmusik für's Museum. Sie hat wenig bis gar keine erkennbare Form, kaum einen Haken, kaum ein Riff, kaum eine Melodie. Pantha Rei – alles fliesst, so wie der Strom, aus dem diese Musik gemacht ist. Die Geschichte rund um diese CD, die von einem Festival für zeitgenössische elektronische Musik stammen könnte, ist folgende: Junge französische Designer/Architekten haben einen Hörraum als Installation entworfen, für dem diese Tracks produziert wurden. Die Installation eröffnet in Paris und geht über europäische Stationen schliesslich nach Tokyo. Mein Lieblings-Track aus Audiolab noch als Anspieltipp: Intentions von Rebecca Bournigault. Das etwas über zehn Minuten lange Stück ist verstörend und verträumt zugleich. Es hat ein Tempo, man könnte fast sagen, einen subkutanen Rhythmus, der in der innermonologischen Erzählung der Stimme liegt, aber auch in den sorgsam platzierten Glitches. Hervorragend!

Trackliste:

CD 1 1. Alejandra & Aeron - Pueblos Asolados. Underwater Villages (Somewhere Between Superscription And Depopulation) (8:50) 2. Monolake Idle_Time (3:22) 3. Laetitia Bénat Tahl (AA Edit) (3:51) 4. Rupert Huber A Movement In The Waiting Room (12:43) 5. Rebecca Bournigault Intentions (10:42) 6. Radio Mentale feat. David Toop. Thousands Of Records (Walking Tree Mix) (11:37) 7. Henrik Plenge Jakobsen Plasmatic Prisms (9:53) 8. Vladislav Delay Stand-Alone (11:44)
CD 2 1. To Rococo Rot Untitled (13:22) 2. Dorine_Muraille Branleuse, With Attitude (9:59) 3. AGF DownBYtheLAKE (13:09) 4. Doug Aitken & Steve Roden Time Can't Stop Now Part 1 (2:40) 5. Doug Aitken & Steve Roden Time Can't Stop Now Part 2 (4:39) 6. Doug Aitken & Steve Roden Time Can't Stop Now Part 3 (6:43) 7. Cameron Jamie Spook House Field Recording (7:35) 8. Curd Duca Digitalanalog Suite (10:41) 9. Xavier Veilhan & David Artaud - Dourdan (6:44)

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