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Anzeige aller Musikzimmer Rezensionen von 2002 geordnet nach Monat

Rezensionen Dezember 2002

Sidsel Endresen & Bugge Wesseltoft [x>] [D]: Out Here. In There. [F] [P]

CoverLabel: Jazzland Recordings 017 368
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 12 04
Genre: Electronica - Jazztronica - Nujazz

Du kannst dich den Bildern auf dem Cover kaum entziehen. Kalte Winterstimmung. Leicht unterkühlt. Bäume zumeist. Und Stoffe als Ornamente. Cool. Cool und Still. Cool, still und gross.
Gesang und sachte, sachte Rhythmen, abstrakte Klangflächen, weit, so weit, wie die Tundra wohl sein muss. Sidsel Endresens Stimme, an sich grossartig, wird - hier und dort - von Bugge Wesseltoft aufgenommen, - sachte, sachte - digital verarbeitet und wieder in den Regelkrei eingespeist, ohne dass dieser auch nur einen Moment aus seinem Gleichgewicht fällt. Wie gesagt: Cool, still und gross.

Trackliste:

1. Truth - 5:25 2. Out Here. In There. - 5:46 3. Survival Techniques 1+2 - 5:03 4. Survival Techniques 3 - 2:14 5. Names, Numbers. - 5:30 6. Hav - 3:31 7. Birds - 3:55 8. Voices - 2:39 9. Heartbeat - 4:25 10. Ido - 3:58 11. Try - 3:59

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Data 80 [x>] [D]: Data 80 [F] [P]

CoverLabel: Force Tracks ft 52
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 12 02
Genre: Electronica - House - Microhouse, Electronica - House - Digital-Disco

Digital Disco Sound von Hakan Lidbo, dem Hansdampf in allen Gassen. Das ist Disco auf dem Laptop rekonstruiert. Digital der dichte und musikalische Sound, digital die Stimmen (ich denke, diese Stimmen sind kontrovers: sie können nerven oder gefallen), eine CD, die Ohrwurmqualitäten entfaltet.

Trackliste:

1. You Are Always On My Mind (Extended Mix) - 3:42 2. Baby, I Can Forgive (Extended Mix) - 3:42 3. No More Lies (Remix) - 4:00 4. Love Was Made For Two (Extended Mix) - 4:02 5. Open Skies (Extended Mix) - 4:10 6. The Boy Who Grew Up To Be A Boy (Extended Mix) - 3:30 7. Space Age Love - 3:10 8. The Boy Who Grew Up To Be A Boy - 3:33 9. Don't Believe Me - 5:27 10. Love Will Always Find You (Extended Mix) - 3:51 11. Every Pretty Girls Dilemma - 3:10 12. Faded Photographs (Extended Mix) - 4:15
Alle Tracks: Håkan Lidbo.

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V. A. (Apestaartje) & Minamo & I-Sound & Daniel Raffel & Jorg-Maria Zeger [x>] [D]: Colour And Pattern [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Apestaartje staartje 011
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 12
Genre: Electronica - Folktronica, Electronica - Ambient

Unglaubliches Ambient-Album mit vier Tracks zwischen Improvisation und musique concrète. Musique concrète? Aber halt! Das sind gar keine aufgezeichneten Grillen, die zirpen, keine aufgenommenen elektrischen Drähte in der warmen Sommernacht, das ist alles elektronisch konstruiert.

Trackliste:

1. Minamo: Hum 2. I-Sound + Daniel Raffel: Bottled Water 3. Jorg-Maria Zeger: Pohon 4. Jorg-Maria Zeger: I Kut

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Alva Noto & Ryuichi Sakamoto [x>] [D]: Vrioon [F] [P]

CoverLabel: Raster-Noton 050 (clear)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 12
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism, Electronica - Ambient

Eine intime Kollaboration zwischen alva noto (Carsten Nicolai) & Ryuchi Sakamoto (ex Yellow Magic Orchestra). Sechs Tracks mit konstruierten Titeln: uoon, duoon, trioon und noon. Klingt irgendwie nach Zahlen, klingt nach sehr weiter Klanglandschaft, klingt nach Harold Budd, nach Brian Eno und natürlich nach Raster-Noton. Die simplen Pioanoakkorde Sakamotos werden von alva noto mit knisternden und rhythmischen Klicksounds ergänzt. Dies ergibt einen Kontrast, der die gesamte CD durchzieht und stets spannend bleibt.

Trackliste:

1. Uoon I (13:51) 2. Uoon II (9:40) 3. Duoon (5:47) 4. Noon (10:13) 5. Trioon I (5:09) 6. Trioon II (9:57)

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Rezensionen Novemeber 2002

Son of Clay [x>] [D]: Face Takes Shape [F] [P]

CoverLabel: Komplott Escudre 02
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 26
Genre: Electronica

Diese CD aus Schweden klingt sehr nach improvisierter Musik, die sich Glitch oder Clicks & Cuts annähert. Klingt mal nach der digitalen Version jener Musik, die mit den Klapper- und Verschlusslauten der Luftklappen an Blasinstrumenten oder Orgeln arbeitet, mal nach Orgeln auf dem LSD-Tripp (Terry Riley lässt aus der Ferne grüssen). Erfrischend daran ist: das Ganze kommt garantiert rhythmusfrei daher.

Trackliste:

1. Face Takes Shape - 4:57 2. Little Wheel - 5:45 3. Bed On My Back - 3:53 4. New Garden - 4:43 5. NoteBook - 5:26 6. Back Pages Of Mine - 2:32 7. Trapped Like A Rat In A Pack - 4:26 8. Road Turn To Purple, You Turn To Me - 6:14 9. Okey Tone - 3:46 10. Two Polar Sleds - 5:47 11. For Astrid - 4:44
Alle Tracks: Andreas Bertilsson.

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Russell Haswell & Masami Akita [x>] [D]: Satanstornade [F] [P]

CoverLabel: Warp 666
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 25
Genre: Electronica - Noisetronica

Ein überwältigendes Lärmritual. Zwei Dinge werden exorziert: die Stille und der reine Sinuston. Vier Stücke auf vollem Pegel. Akustische Schwingungen, die Töne sein könnten, aber übersteuert und damit limitiert werden. Dadurch wird es eng in deinen Ohren, ständig schlägst du dir etwas an, den Kopf, den Ellbogen, dein Knie, du schlägst dir etwas an in diesem engen Kanal, in diesem Ungemach, in dem du dich nicht ausstrecken kannst, in dem du nicht einmal deine Arme zu Hilfe nehmen kannst, um die Beine zu positionieren. Dies ist die Hölle - und wie das so ist mit der Hölle: Du hast bisher kaum gewusst, wie vielgestaltig Lärm sein kann. Die Hölle ist zuweilen interessanter als jeder Engelsgesang.

Trackliste:

1. Fend Off Your Miserable Grief - 3:00 2. Unlock The Mysteries Of The Sun - 17:22 3. Track 5 - 13:50 4. Testicular Fortitude - 13:24

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Joni Mitchell [x>] [D]: Travelogue [F] [P]

CoverLabel: Nonesuch 79817
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 19
Genre: Newpop - Artpop - Chamberpop, Rock - Folkrock - Singer-Songwriter

Wunderschöne Arrangements alter Mitchell-Songs mit oppulenter orchestraler und exzellenter instrumentaler Begleitung. Ein 70-Personen-Orchester sowie Jazz- und Rockgrössen spielen mit, beispielsweise Herbie Hancock, Wayne Shorter, Kenny Wheeler oder Billy Preston. Travellogue soll Mitchells letztes Album sein. Bitte, bitte nicht, Joni!

Trackliste:

CD 1 1. Otis and Marlena - 3:54 2. Amelia - 6:48 3. You Dream Flat Ties - 3:48 4. Love - 5:40 5. Woodstock - 5:56 6. Slouching Toward Bethlehem - 7:11 7. Judgement of the Moon and Stars (Ludwig's Tune) - 5:22 8. The Sire of Sorrow (Job's Sad Song) - 7:09 9. For the Roses - 7:28 10. Trouble Child - 5:02 11. God Must Be a Boogie Man - 3:56
CD 2 1. Be Cool - 5:09 2. Just Like This Train - 5:04 3. Sex Kills - 3:57 4. Refuge of the Roads - 7:56 5. Hejira - 6:47 6. Chinese Cafe/Unchained Melody (Hy Zaret & Alex North) - 5:41 7. Cherokee Louise - 6:00 8. The Dawntreader - 5:38 9. The Last Time I Saw Richard - 4:58 10. Borderline - 6:23 11. The Circle Game - 6:50
Alle Tracks von Joni Mitchell; ausser wo anders vermerkt.

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Dictaphone [x>] [D]: M. = Addiction [F] [P]

CoverLabel: City Centre Offices TOWERBLOCK 010
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 15
Genre: Electronica - Soundart

Die nokturnal und europäisch klingende Musik fällt beim ersten Hören wenig auf. Sie hat was mit Jazz zu tun und mit improvisierter genreübergreifender Musik, arbeitet mit verschiedenen Stilen, mit Tango (Tango Doerell) oder mit Folk aus dem Recommended-Umfeld, ohne irgendwo anzubiedern.
Sehr eigenständig ist diese Kammermusik für Laptop und Instrumente (Saxophon, Klarinette, Akordeon) vom Belgier Oliver Doerell, der theatermusikerfahren ist, was an allen Ecken und Enden hörbar wird. Offenbar hat es drei Jahre gedauert, bis die Tracks zu dieser CD fertiggestellt waren und diese miusikalische Arbeit veröffentlicht werden konnte. Ich habe nicht gewusst, dass ich wartete, während ich wartete und stelle nun applaudierend fest: Das Warten hat sich gelohnt.

Trackliste:

1. M.=addiction - 3:27 2. Sonne Free - 2:25 3. The E.song - 5:35 4. Tempelhof - 4:10 5. Esc. Meetings - 3:01 6. Dictaphone - 3:24 7. Disconnected - 3:22 8. La Piscine - 3:32 9. Outside (wird geistvoll gefickt) - 0:56 10. Lügen - 4:54 11. Tango Doerell - 4:44
Alle Tracks: Oliver Doerell.

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V. A. (Mille Plateaux) [x>] [D]: Clicks & Cuts 3 [2-CD, Label-Comp., Genre-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 116
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 12
Genre: Electronica - Breakbeat - Cliphop

The Empire strikes back! Die Dritte Clicks & Cuts. Wieder recht umfassend mit SND, Bretschneider, Alva Noto, Tilliander, Stavöstrand, Costello, MRI, AGF, Luomo, Bizz.circuits (das ist mein Anspieltipp, dafür allein lohnt sich der Kaufen dieser CD), Rechenzentrum und vielen mehr. Die Musik der Gegenwart - bereits jetzt ein Zeitzeugnis. Clicks & Cuts, das ist Glitch in der Ausprägung des Frankfurter Label-Imperiums von Force Inc., Mille Plateaux und Force Tracks.
Im Unterschied zu den Releasen des Wiener Mego Labels oder noch zur ersten vagen Formulierung des Genres im ersten Sampler (Anfangs 2000) ist hier immer und überall entweder das Format zu spüren oder die Familienzugehörigkeit zu einem anderen Label-Sound aus der Glitchgemeinde. Dieser Sampler versammelt das gesamte Netzwerk der europäischen, ja internationalen Laptoptanz- und -programmmusik.

Trackliste:

CD 1 1. Palo Alto (SND) - 6:28 2. Risk (Frank retschneider) - 4:29 3. Nerdy South (Mri3) - 5:21 4. Painkiller (Mri3) - 5:21 5. Grace Under Fire (Bizz.circuits) - 6:31 6. Kleine Hausmusik No. 16 (Geeez 'N' Gosh) - 6:53 7. Transrapid (Alva Noto) - 4:40 8. Loving 'Ya (Rob Acid) - 5:35 9. Disarm the Police (Claudia Bonarellia) - 4:57 10. Difusse Daten in 5 Min (Boris Polonski) - 3:41 11. Bubble Queen (DAT Politics) - 5:13 12. Migrade (Deru) - 3:41
CD 2 1. Melt (Luomo) - 4:55 2. Lovers Inn (Antonelli Electr.) - 9:21 3. Onside (Mikael Stavöstrand) - 5:54 4. Don't Quit Please (Swayzak) - 6:49 5. Nine Blind Men (The Rankest Poison of Ignorance and Vice) (Donnacha Costello, David Donohoe) - 5:50 6. Box (Rechenzentrum) - 3:55 7. Rhizome (Robin Judge) - 5:34 8. Pianos (Agf) - 5:49 9. Brownwedding (Tim Hecker) - 4:51 10. The Bakes in the Woods (Ekkehard Ehlers) - 6:06 11. Holcimm Mmic (Pomassl) - 5:09

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Vitesse [x>] [D]: You Win Again, Gravity [F] [P]

CoverLabel: Hidden Agenda AHA! 040
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 05
Genre: Electronica - Poptronica

Die Schwerkraft gewinnt immer wieder und trotzdem kämpfen manche stets wieder gegen sie, trotz ihrer aussichtslosen Lage. Und kommen nicht vom Boden der Geschichte weg. Erinnerungen an Factory-Bands, an OMD und vor allem an Ultra Vivid Scene (eine 4AD-Band der späten 90er) werden wach, ein Kraftfeld aus synthetischen Rhythmen, Mol-Melodien aus dem Synthi bzw. der Gitarre und diese Stimme von Hewson Chem. Freunde, lasst uns mal wieder so richtig melancholisch werden heute ?

Trackliste:

1. Instrumental 2. Just For A Night 3. Hunch 4. In Time 5. Small Gift 6. Another Way 7. Out Under Stars 8. Not Forever 9. School Of Thought 10. Unsolvable 11. Of All The Things You've Done Wrong 12. It's Just Fine 13. What's Forgotten 14. Ride The Hook 15. Such Emotion 16. Green Eyes (Grant Hart)
Alle Tracks: Hewson Chen und Joshua Klein, ausser wo anders vermerkt.

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Godspeed You Black Emperor! [x>] [D]: Yanqui U.X.O. [F] [P]

CoverLabel: Constellation CST 024
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 04 (EU), 2002 11 11(World)
Genre: Postrock - Chamberrock - Montreal-Postrock

Ein unglaubliches Bild. Bomben beim Abwurf. Zwei fallen, eine ist noch an der tragfläche dran. Noch ist nichts passiert, aber bald schlagen sie ein. Fliegen könnte so schön sein, so leicht. Die Erde wäre kein Territorium, ein feindliches schon gar nicht, sie wäre die Schönheit betrachtet von oben, aus sublimer Position. Vielleicht müssten Politiker mehr aus ihren Jets raus und auf die Erde hinab schauen, wenn sie auf ihren Reisen sind, damit auch sie wüssten …
GYBE! wurde zu GY!BE. In der Musik ist diese Verschiebung des Ausrufezeichens aber kaum hörbar. Vielleicht ein wenig gefälliger als die Vorgängerin kommt diese CD daher, Steve Albini als dem Produzenten sei Dank. Sonst aber immer noch sanfte Gitarrensounds, die sich zu einer quasisymphonischen Klangwand auftürmen, nicht ohne gekonnte Dramaturgie. Die Makrostruktur klar als Rise Your Skinny Fists Like Antennas to Heaven erkennbar. Filigrane Riffs spielen anfangs zögerlich und scheu, werden dann lauter und lauter, bis sie von einer höheren Macht, die aus dem Lautsprecher, dem Monitor kommt, fortgetragen werden. Rise, brothers and sisters! Rise!

Trackliste:

1. 09-15-00 (Part One) - 16:28 2. 09-15-00 (Part Two) - 6:16 3. Rockets Fall On Rocket Falls - 20:43 4. Motherfucker=Redeemer (Part One) - 21:23 5. Motherfucker=Redeemer (Part Two) - 10:10

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Funckarma & Funkstörung & V. A. (Studio !K7) [x>] [D]: MAS Confusion [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Studio !K7 137
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 04
Genre: Electronica - IDM

Funkstörung haben die Tracks dieses Albums ausgelesen: Autechre-Ästhetik, zu einer Zeit, in der wir uns noch lange nicht satt gehört haben an diesen verschredderten Breakbeats vor dem Hintergrund mollgefärbter Chromstahlakkorde. Schön und gar nicht konfus. Beim Jubel des Herzens während dem Anhören bitte nicht vergessen, dass die besagten Autechre bereits einen massiven Schritt weiter sind. Nur nicht Retro werden, Herz, nur nicht Retro werden.

Trackliste:

1. Metamatics: Giant Sunflowers Swaying In The Wind - 6:19 2. Lusine Icl: Risa - 4:58 3. Stars As Eyes: Black Achievement - 6:37 4. Xela: Streetlevel - 4:07 5. Autophonic: Mind The Dot - 5:33 6. Adam Johnson: Anex - 5:42 7. Funckarma: Kobalt - 7:12 8. Adam Johnson: Baquelch - 1:15 9. Quench: Zane - 5:53 10. Tomato Weirdo: La Salle De Bain (Kadah/Vresky) - 3:33 11. Michael Fakesch: We Got A Generator - 3:53 12. Mr. Projectile: Less Math More Music - 4:32

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Fonica [x>] [D]: Ripple [F] [P]

CoverLabel: Plop Plip 3005, Tomlab tom 026
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 (J), 2003 04 08 (D)
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism

Fonica sind zwei Leute, Cheason und Keiichi Sugimoto, der auch bei Minamo spielt. Diese CD ist die europäische Wiederauflage eines 2002-Releases aus Japan. Fonica prozessiert Instrumente digital, vor alllem die Gitarre. So offen improvisiert wie Minamo klingt Ripple aber nicht. Und andere japanische Acts? Klingen nochmals anders.
Das ist kein eklektisches Spiel mit westlichen Zeichensystemen, ebensowenig ein radikal ästhetisches Spiel mit der Reduktion (Sachiko M) oder dem dichten Lärm (Merzbow), wie es sich nur die modernen Samurai einfallen lassen können. Ich bin versucht zu schreiben, dass sich diese auf CD gebannte akustische Schönheit mit Worten nicht beschreiben lässt. Das wäre dann aber die alte Leier von der Musik, die ihre eigene unmittelbare Sprache spricht, die sich nicht in die menschliche Verbalsprache übersetzen lässt. Die Leier der totalen Differenz. In Wirklichkeit bin ich wortfaul, vielleicht zu ideenlos. Zu sehr zieht mich die Musik in ihren Bann, während ich sie höre. Also, wie klingt Fonica? Auf jeden Fall digitaler als andere Tomlab Acts, befinden sich zum Teil nahe am 12k-Sound. Ich glaube, mein Scheitern spricht letztlich für diese Musik.

Trackliste:

1. Soar - 1:05 2. Twang - 4:11 3. Whirr - 5:56 4. Perch - 5:07 5. Fluid - 3:58 6. Coda - 6:14 7. Rusl - 6:05 8. Zephyr - 6:44
Alle Tracks: Cheason, Keiichi Sugimoto.

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V. A. (Gomma) [x>] [D]: Teutonik Disaster: Obscure German New Wave Funk, Trashdisko & Hobbyrock (1977-1983) [Genre-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Gomma 032
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11 (Ed.), 1983-77 (Rec.)
Genre: Electronica, Postpunk - Continental-NewWave - NDW

Diese Tracks graben die alten Knochen der Neuen Deutschen Welle aus den Gräbern und kleiden sie in schicke Klamotten. Dann gehen diese Knochlamotten in der Welt herum und machen Dich fürchten als die bösen Geister alter Zeiten. Noch funktioniert dieses NDW-Skelett bestens. Diese Tracks sind dermassen jung, dermassen frech und dermassen rotzig (kurz: sie sind ik hau Dir eine in die Fresse, Mann), wie das nur die NDW-Hits der alten Zeit vermochten. Geschichte wird verwertet, es geht zurück. 100% Retro. Aber voll getroffen!

Trackliste:

1. Explorer: Yellow Power (2:33) 2. Exkurs: Fakten Sind Terror (4:00) 3. Carmen: Schlaraffenland (3:43) 4. Scala: Irrsinn In Dub (4:03) 5. BBB: Tag (Munk Edit) (1:22) 6. Tanzdiele: MusikMusikMusik (2:23) 7. Schwarze Bewegung: Traumfrau (2:26) 8. Exkurs: Steril (3:25) 9. Reifenstahl: Je T'air (Ich Dich Luft) (4:22) 10. Explorer: Rabbits (3:39) 11. Klick: Blauer Lumumba (2:41) 12. Ampilla's Delight: Lover's Walkman (3:12) 13. Reiz Des Neuen: Gilda (1:04) 14. 50 Tabletten: Am Abend Im Land Der Träume (3:08) 15. Exkurs: Natur (3:37) 16. Geisterfahrer: Blumen (2:33) 17. (Unlisted 3 Second Track) (0:03) 18. Mythen In Tüten: Tortellini (1:57)

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Richard Davis [x>] [D]: Safety [F] [P]

CoverLabel: Punkt Music 13
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 11
Genre: Electronica - Minimaltechhouse

Noch mehr von diesem Punkt Music Minimaltechhouse, ein Killertrack nach dem anderen (all killer, no filler), solide CD, ohne Hänger, Happysadpopmusic für den Dancefloor, der dort ist, wo diese Musik erklingt, bei dir zu Hause zum Beispiel.

Trackliste:

1. More Of You (Sonja Spogk) - (6:32) 2. Breathe (7:30) 3. Meaning (6:54) 4. nbetween Thoughts (6:52) 5. n The Air (Sonja Spogk) - (6:57) 6. Those Moves (7:03) 7. Colours (Sonja Spogk) - (7:14) 8. Tell You Something (6:26) 9. Sure (7:04) 10. Fall (7:04)
Alle Tracks: Dennis Kensington, ausser wo anders vermerkt.

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Rezensionen Oktober 2002

Devendra Banhart [x>] [D]: Oh Me Oh My...The Way The Day Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit [F] [P]

CoverLabel: Young God YG 20
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 28
Genre: Post-Millennial-Music - Freakfolk


Lofi-Produktion mit Viertrackrecorder aufgenommen: Sei unterwegs! Die Stimme hätte Devendra gedoppelt aufgenommen, weil er keine Synthis dabei hatte. Dann die Gitarre, Händeklatschen statt ein Schlagzeug und die Umweltgeräusche mit dazu: vorbeifahrende Autos, Vögel, Wind - und natürlich das Rauschen des Recorders. Folk-Authentizität revisited.

Trackliste:

1. Tick Eats the Olive - 0:40 2. Roots (If the Sky Were a Stone) - 1:35 3. The Charles C. Leary - 2:49 4. Nice People - 3:17 5. Animals in My Play - 1:28 6. Cosmos and Demos - 3:35 7. Michigan State - 3:50 8. Lend Me Your Teeth - 1:58 9. Miss Cain - 3:23 10. Soon Is Good - 4:07 11. Tell Me Something - 1:12 12. Red Lagoon - 1:16 13. A Gentle Soul - 2:03 14. Happy Happy Oh - 1:30 15. Pumpkin Seeds - 4:34 16. Thumbs Touch Too Much - 2:07 17. Legless Love - 2:12 18. Marigold - 1:57 19. Make It Easier - 0:59 20. Ones - 2:25 21. Little Monkey - 1:54 22. Spirit Is Near - 1:30

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Suicide [x>] [D]: American Supreme [F] [P]

CoverLabel: Mute (US) 9196, Blast First BFFP 168
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 28
Genre: Post-Millennial-Music - Postpunk-Revival - Synthpunk, Postpunk - Electrobilly

Es ist natürlich ein Wagnis, als Legende unter dem selben Namen wie damals vor vielen Jahren wieder aktiv zu werden. Soft Cell haben es dieses Jahr gewagt und Suicide. Beide ohne ihre eigene Legende zu zerstören. Suicide allerdings bei Weitem interessanter. HipHop klingt durch, Funk, Disco, 80er und 90er Techno, viele Stile, die nach ihnen kamen, sind in den Suicide-Sound eingearbeitet und darüber schwebt immer noch erhaben die Psychobilly-Stimme Alan Vegas und im Hintergrund versteht es Martin Rev noch immer die Monotonie sequenzierter Rhythmen mit treffenden Junk-Sounds anzureichern, so dass die Suicide-Musik mit der Kraft einer Atombombe einschlägt.
Gearbeitet wird nach wie vor an amerikanischen Symbolen (die mutierte Flagge auf dem Cover), an Mythen rund um die amerikanische Musik, um den Blues (Misery Train), um Disco (Dachau, Disney, Disco, Death Machine) oder an Mythen um die amerikanische Kultur (Televised Executions, Child, it's a New World). Eines ist klar: Suicide haben uns ein grossartiges Roch'n'Roll-Album geschenkt - eine sarkastische Kritik an der derzeitigen Grossmachtpolitik der US.

Trackliste:

1. Televised Execution (6:11) 2. Misery Train (5:18) 3. Swearin' To The Flag (4:51) 4. Beggin' For Miracles (5:01) 5. American Mean (5:03) 6. Wrong Decisions (4:29) 7. Death Machine (4:16) 8. Power Au Go-Go (4:14) 9. Dachau, Disney, Disco (5:18) 10. Child, It's A New World (4:52) 11. I Don't Know (5:39)
Alle Tracks: Alan Vega und Martin Rev.

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Fennesz [x>] [D]: Field Recordings 1995:2002 [F] [P]

CoverLabel: Touch Tone 16
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 28
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - DSP

Ein richtiges Album, das Touch hier auflegt, mit verschiedenen Stücken aus Fennesz' Schaffen der letzten sieben Jahre. Ein Album als Sammelmappe. Zusammengestellt wurden 13 Tracks, ein ganz neuer (Good Man), alle vier Stücke der ersten Maxi Instrument von 1995 (Mego 004), der zweite Track Instrument 1 ist ein Anspieltipp (bitte laut anhören), dann zwei Remixe für Ekkehard Ehlers bzw. Stephan Mathieu und verschiedene Beiträge zu Various Artists Veröffentlichungen (Clicks and Cuts 2, rkk und Ash-Releases). Beeindruckend an dieser Sammlung von Tracks ist und bleibt, dass sie Varianten von Operationen einer Sound-Erzeugungs- und Verarbeitungs-Maschinerie darstellen, die ganz eigen und für die im Titel angegebene Zeitspanne repräsentativ ist.

Trackliste:

1. Fennesz: Good Man (4:05) 2. Fennesz: Instrument 1 (5:27) 3. Fennesz: Instrument 2 (6:05) 4. Fennesz: Instrument 3 (5:16) 5. Fennesz: Instrument 4 (5:05) 6. Ekkehard Ehlers: Betrieb (Remix) (3:55) 7. Fennesz: Menthol (3:51) 8. Fennesz: Surf (5:36) 9. Fennesz: Stairs (1:28) 10. Fennesz: Ivend00 (1:30) 11. Fennesz: Namewithnohorse (Version) (2:02) 12. Fennesz: Odessa (Version) (1:28) 13. Stephan Mathieu & Ekkehard Ehlers: Codeine (Remix) (5:17)

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Bizz Circuits [x>] [D]: The Very Best Of Bizz Circuits [F] [P]

CoverLabel: Deluxe DLX 014
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 22
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Eine CD, die hauptsächlich aus diesen elektronischen Geräuschen gemacht ist, die uns überall begleiten: Handys, Kontrolltöne an Maschinen (Computer, Kassen, Türen, Lesegeräte), in Autos, Uhren, Küchengeräten usw. usw.
Diese Junk-Sounds, die dich umgeben, beispielsweise wenn du in der Bibliothek in Ruhe ein Buch lesen willst, dann hat der Typ neben dir garantiert sein Handy nicht ausgeschaltet und es piept eine absolut blöde Melodie in die Stille hinein, eine Melodie die so blöd ist, wie der Typ, dem das Handy gehört, irgend so ein Live is live - na-na-na-nana oder ein We are the champions-Schrott, der dir fast das Gehirn zur Birne raus bläst. Oder die perfiden Piep-Sounds des Erfassungsgeräts bei der Ausleihe, womit das Erfassungsgerät jedesmal, wenn einer ein Buch ausleiht, dem verschlafenen Typen an der Ausleihe vermeldet, dass es von der Ausleihe Kenntnis genommen hat und Danke! Danke! denkst auch du und versuchst dich noch immer erfolglos zu konzentrieren, während schräg hinter dir eine Alarmanlage lospiepst, weil eine Tussi nicht gemerkt hat, dass sie dort nicht durch diese Schranke laufen darf mit diesen Büchern, die sie noch nicht ausgeliehen hat. Und dann verhängst du dich in eine dialektische Auseinandersetzung mit dir selbst über die nicht unwesentliche Frage, ob nun die Junk-Sounds von der penetrant lauten Sorte gegenüber denjenigen von der perfiden leisen Sorte vorzuziehen seien - eine Frage über der du schier verzweifelst, während du eigentlich lesen wolltest.
Sebastian Meissner alias Bizz Circuits konnte sich wahrscheinlich auch nirgends mehr konzentrieren, da hat er das Bonmot von John Cage ernst genommen, der einmal gesagt hat, dass ihn die Kofferradios lange Zeit sehr gestört hätten, die von allen Seiten in die Stille und die natürlichen Geräuschkulisse hinein blubbern würden, aber dass er diese Irritation damit bekämpft hätte, dass er ein Stück für Kofferradios geschrieben hätte. Das Problem sei seither verschwunden. Für Bizz Circuits nun definitiv auch. Dabei ist eine atemberaubende CD entstanden, die bald als Background-Muzak auch in deiner Bibliothek läuft. Bestimmt!

Trackliste:

1. Connecting Circuits (1:33) 2. Gilles Deleuze Meets Rockers Downtown (Edit) (5:19) 3. Drueben (4:13) 4. Fantasias Animadas (4:27) 5. Blinded With Science (Snowblind) (4:07) 6. The Blues (4:06) 7. The Breaking Hands (3:48) 8. Up On The Sun (3:59) 9. Can't Get No Satisfaction (Thank God) (5:07) 10. She's Hit (3:17) 11. Living In Vain (3:39) 12. Black Candy (3:43) 13. Fade Out (Acieed) (10:28)

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Triple R [x>] [D]: Friends [Mix] [F] [P]

CoverLabel: Kompakt 021
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 22
Genre: Electronica - Minimaltechhouse, Electronica - House - Microhouse

Nach Tobias Thomas und Michael Mayer macht nun Triple R seinen grossen Mix mit den Platten aus den Fächern des Kompakt-Ladens. Musik zum Abfeiern. Ein Geschenk an unsere Welt.
Musik für uns, die Freunde. Wir sind die Freunde. Wir kennen einander. Wir verlassen uns aufeinander. Wir leben in der selben Stadt. Wir gehen zusammen aus. Wir sind an den besten Parties in den besten Clubs zu finden. Wir feiern zusammen. Wir lieben gute Musik, Musik, die ist, wie wir sind. Wir kleiden uns geschmackvoll. Wir lieben unsere neuen Frisuren. Unsere Sonnenbrillen aus Mailand. Und wir tragen Sneakers aus der Schweiz. Je nach Laune. Wir sind kreativ. Wir sind jung. Alles fällt uns leicht. Die Welt liegt uns zu Füssen. Besonders in der Nacht. Dann ist unsere Welt der Dancefloor. Diese Musik erzählt davon. Und deshalb lieben wir sie.

Trackliste:

1. Metaboman: Easy Woman (Robag Wruhme Mix) (6:28) 2. Dialogue: Gigolistic (4:07) 3. Ada: Blindhouse (5:00) 4. Luciano feat. Lea: Franky (6:24) 5. Process: Pelican (Oliver Hacke Remix) (6:44) 6. Broker/Dealer: Boots And Pants (6:16) 7. Jeff Samuel: Double Yum (3:52) 8. Sami Koivikko: Byrthe (3:36) 9. Psychick Warriors Ov Gaia: Kind Of Prayer (M. Mayer Mix) (7:08) 10. Schaeben & Voss: Tanz Mit Mir (+Elodie) (5:47) 11. Dntel: (This Is) The Dream Of Evan And Chan (Superpitcher Kompakt Remix) (6:44) 12. Oxtongue: Delight (8:24)

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Maja S.K. Ratkje [x>] [D]: Voice [F] [P]

CoverLabel: Rune Grammofon RCD 2028
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 21
Genre: Improvisation - Vokalimprovisation

Frau Ratkje zuerst: Sie ist ein Mitglied von Spunk, lehrt Komposition an einer Norwegischen Universität und hat von den Sirenen die Gabe geerbt. Voice exploriert die menschliche Stimme als Klangquelle für Soundeditoren. Statt ein Plug-in verwendet Maja Ratkje schlicht ihre eigene Stimme, die so unglaublich flexibel ist, dass sie wahlweise nach Meredith Monk, Björk, Phil Minton oder Amanda Steward (von Machine for making sense) klingt, dass sie mal wehklagt, mal schmerzschreit, mal schlafsummt, mal kratzbürstet, mal gottverkündet, mal schlürfschmatzt, mal geisterverkündet, mal flüssiggurgelt, mal zungenredet, mal carcrasht, mal feuerspuckt - je nach Schalterstellung. Ein Geschenk für starke, mutige Herzen und offene, unvoreingenommene Ohren.

Trackliste:

1. Intro 4:20 2. Joy 2:22 3. Trio 4:45 4. Octo 0:59 5. Vacuum 12:02 6. Dictaphone Jam 3:06 7. Voice 6:16 8. Chipmunk Party 2:24 9. Interlude 0:11 10. Acid 1:34 11. Insomnia 9:46

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Sinéad O'Connor [x>] [D]: Sean-Nós Nua [F] [P]

CoverLabel: Vanguard VSD 79724
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 08
Genre: Folk - Traditional-Folk - Celtic-Folk, Folk - Traditional-Folk - Irish-Folk, Folk - Newfolk

Am Anfang der Zeiten schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war eine Scheibe, silbrig spiegelnd, noch nicht gebrannt. Der Geist Gottes schwebte wahrscheinlich als Laser über der Scheibe. - Wir unterbrechen den Schöpfungsmythos an dieser Schlüsselstelle und setzen hier eine Marke, damit wir später darauf zurück kommen können. Weiter mit dem Mythos: Der Geist langweilte sich sehr und sprach: Es werde Licht!, der Laser emmitierte einen roten Strahl durch die Dunkelheit hindurch. Die Scheibe wurde in nur sieben Minuten gebrannt. Seither ist Musik und höre, sie ist gut!
Vor Jahren hat sich Sinead O'Connor vom Showbusiness verabschiedet. Erinnere ich mich richtig? Habe damals vergessen eine Marke zu setzen. Ihren Entschluss, keine CD mehr einzuspielen hat Frau O'Connor aufgeschoben. Gut so, bei ihrem Talent. Sean-Nós Nua versammelt dreizehn Songs aus dem keltisch-irischen Liedgut-Archiv, diese Songs werden allesamt sehr stimmungsvoll eingespielt, ganz im Zentrum natürlich diese glasklare Stimme, die jeden Hauch von Emotion sichtbar werden lässt. Beispielsweise im Refrain von Paddy's Lament: Here's you boys, now take my advice - To America I'll have ye's not be going - There is nothing here but war, where the murderin' cannons roar - And I wish I was at home in dear old Dublin. Da scheint einige Wut durch die Stimme hindurch und rekontextualisiert den Song in der politischen Tagesaktualität.
Zurück nun aber zum gesetzten Index, zurück zur Schlüsselszene mit dem Geist über der spiegelnden Scheibe! Die Soundproduktion dieser CD lässt keinen Zweifel, dass es genau um diesen Geist geht. Du hörst laufend Geisterstimmen des Gesangs. Dies sind keine Echos, dies sind Spiegelungen, akustisches Blendwerk magst du sagen, überflüssiger Postproduktions-Firlefanz. Andererseits geht es genau um diese Spiegelungen des Geistes über der Silberscheibe, über den grossen und öden Wassern, über dem Medium, über unendlichen von der Reling aus gesehenen Wasserflächen, über den Schnapsgläsern in dunkeln Ecken düsterer Pubs, über denen die Lieder entstanden sind usw. Von Geistern handelt diese CD, deren Interpretin selbst als Geist fungiert, fürs Geschäft gestorben, für den Gesang wiedergekehrt, ebenso sind die Figuren und Erzähler dieser Lieder Geister: Die schöne Molly Mallone schwebt als Geist durch die Strassen Dublins, Lord Baker, der ins Unbekannte hinaussegelt, in der Türkei landet, eingekerkert sich in die Tochter des Königshauses verliebt, ihr 2 mal 7 Jahre Treue schwört (und hält), falls sie ihn befreit. Nach vierzehn Jahren dann wird die neue Braut entlassen, weil die Braut aus dem Orient im Hause Lord Bakers erscheint - natürlich als Geist (was nicht dem Wortlaut der Geschichte entnommen ist, sondern dem Sound der Interpretation). Auch Paddy wird von einem Geist nach Amerika getrieben - der Geist der Hoffnung auf ein besseres Leben. Im Amerikanischen Bürgerkrieg verliert er statt seinem Leben (was der Mutter zu Hause eine Rente eingebracht hätte) nur ein Bein und geht geldmässig leer aus. Was ihm bleibt ist der phantomschmerz des verlorenen Beins - ein Geist. Und seine Geschichte. Die Geschichten entstehen, wenn der Geist sich in der Anspannung der Langeweile befindet, während er das leere Medium betrachtet. Probier es aus! Mit einer leeren CD, mit einem leeren Blatt Papier, mit der Wasseroberfläche, mit einem Spiegel ?

Trackliste:

1. Peggy Gordon - 5:45 2. Her Mantle So Green - 5:42 3. Lord Franklin - 5:05 4. The Singing Bird - 4:34 5. Ã?ró Sé Do Bheatha 'Bhaile (sung in Irish) - 3:25 6. Molly Malone - 3:38 7. Paddy's Lament - 5:30 8. The Moorlough Shore - 5:30 9. The Parting Glass - 4:36 10. Báidín Fheilimí (sung in Irish) - 3:27 11. My Lagan Love - 4:48 12. Lord Baker (with Christy Moore) - 11:44 13. I'll Tell Me Ma - 2:21

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Ms. John Soda [x>] [D]: No P. Or D. [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 031
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 07
Genre: Postrock - Indietronica

Doch noch mal ein MorrMusic Release, der Spass macht. Mehr Indie als Electronic Listening. Eine Band mit Songs. Frauenstimme natürlich. Passend zum Morr-Sound, doch mehr Gitarrenlastig, ohne das Rhytmusspiel der Saiten in einer Klangfläche aufgehen zu lassen. Danke. Sehr erfrischend.

Trackliste:

1. Technicolor - 4:18 2. Misco - 4:18 3. Go Check - 4:15 4. Solid Ground - 3:27 5. By Twos - 5:50 6. Unsleeping - 4:07 7. Hiding/Fading - 4:56 8. Elusive - 4:51
Alle Tracks: Micha Acher und Stefanie Böhm.

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T. Raumschmiere [x>] [D]: Anti [F] [P]

CoverLabel: Hefty 039
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 05
Genre: Electronica - Techno - Wonkytechno

Ein Doppelgestirn diese beiden Veröffentlichungen von T. Raumschmiere, ein Doppelgestirn. Die eine eher punkig und hingeschmissen, die andere eher arty und durchdacht, die eine ist zuhause im Berliner Shitkatapult-Label rausgekommen, die andere im Chicagoer Hefty-Label, die eine rockt und klingt nach pulsierenden Motoren, die andere klingt nach einem rafinierten Hitech-Produkt, die eine haut dir in die Fresse, ist rotzig, roh, frech, knarzt herum, die andere schmeichelt deinen abgründigen Hörgewohnheiten, ist verspielt, abstrakt und experimentell. Beide aber sind hoch energetisch bei minimalstem Materialeinsatz und jeder Sound ist stets richtig akzentuiert. Mag sein dass du dich für die eine oder andere entscheiden willst, ich betrachte sie als ein Doppelgestirn, in dem das eine um das andere dreht, das andere um das eine, beide um einander. Im Zentrum steht Marco Haas und hält die Sache am Laufen. Seine Haltung kommt in diesem Satz, der im Booklet der Heft-CD steht, klar zum Ausdruck. Recorded dann und dann, da und dort. The situation was normal, it was all fucked up.

Trackliste:

1. Random Noize Musick (7:16) 2. Substrom (4:23) 3. Anti (5:16) 4. R.Ror (0:33) 5. Dual Kanal (7:11) 6. Erloesung Durch Strom (5:03) 7. R.Rorizm (0:13) 8. Leichtes Kratzen (5:38) 9. Variokoppler (2:25) 10. Zero (7:20) 11. Die Nichtigkeit Des Seins (0:52)
Alle Tracks: Marco Haas.

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T. Raumschmiere [x>] [D]: The Great Rock'n'Roll Swindle [Act-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Shitkatapult Strike 32
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 02
Genre: Electronica - Techno - Wonkytechno

Ein Doppelgestirn diese beiden Veröffentlichungen von T. Raumschmiere, ein Doppelgestirn. Die eine eher punkig und hingeschmissen, die andere eher arty und durchdacht, die eine ist zuhause im Berliner Shitkatapult-Label rausgekommen, die andere im Chicagoer Hefty-Label, die eine rockt und klingt nach pulsierenden Motoren, die andere klingt nach einem rafinierten Hitech-Produkt, die eine haut dir in die Fresse, ist rotzig, roh, frech, knarzt herum, die andere schmeichelt deinen abgründigen Hörgewohnheiten, ist verspielt, abstrakt und experimentell. Beide aber sind hoch energetisch bei minimalstem Materialeinsatz und jeder Sound ist stets richtig akzentuiert. Mag sein dass du dich für die eine oder andere entscheiden willst, ich betrachte sie als ein Doppelgestirn, in dem das eine um das andere dreht, das andere um das eine, beide um einander. Im Zentrum steht Marco Haas und hält die Sache am Laufen. Seine Haltung kommt in diesem Satz, der im Booklet der Heft-CD steht, klar zum Ausdruck. Recorded dann und dann, da und dort. The situation was normal, it was all fucked up.

Trackliste:

1. The Great Rock 'n' Roll Swindle (6:24) 2. Bow Down Big Man To Get Your Credit, I Watch Your System And Spit Right At It (6:00) 3. Willkommen Im Strom (3:27) 4. Ravemusick (6:11) 5. Nietenbolzen (4:50) 6. Musick (6:33) 7. Zartbitter (6:34) 8. Monoblock (7:32)
Alle Tracks: Marco Haas.

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Low Res [x>] [D]: Blue Ramen [F] [P]

CoverLabel: Plug Research PR 370205
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10 01
Genre: Electronica - Jazztronica - Futurejazz

Low Res ist zurück, vier Jahre nach Approximate Love Boat. Mistaken alien interpretations of earth music (ebenfalls Plug Research), jenem Meisterwerk mit der phantastischsten aller Geschichten: Eine Eskorte von Aliens, alle Musikologen, besuchen die Erde (die bei ihnen Love Boat heisst), um den gesamten musikalischen Output unseres Planeten - gewissermassen die perfekte Schallplatten- und CD-Sammlung - zu speichern. Auf der Rückreise geschieht während den Datenauswertungen ein Desaster. Alle Files werden gelöscht. - Ist nicht wahr? - Aber … - Nein, es ist kein Backup vorhanden. - Wie kann das nur passieren? Ihr verdammten Idioten. Wer hat das zu verantworten? Dessen Alienarsch werfe ich von Bord! - Nützt alles nichts. Da war es, das grosse Vergessen der Apparate. Die Crew des Raumschiffs aber setzte alles daran, die verlorene Musik zu rekonstruieren. Was dann entstand war: Approximate Loveboat und war etwas vom Unerhörtesten seit Miles Davis' Bitches Brew.
Blue Ramen, nun, ist wiederum Jazz im Gewand von IDM. Die Oberfläche klingt nach Improvisation, Jazztonleitern und allerlei synkopischen Rhythmen, mit einem Wort: nach Fusion. Beim zweiten Mal hinhören entdeckst du einen Pianisten, der gegen den frühen Morgen den Kummer an den Tasten seiner Instrumente abzustreichen versucht, die Mitmusiker vergisst, die dann auch entsprechend verzeifelt nach ihrem Einsatz suchen, und einen Schlagzeuger, dem das alles komplett egal ist, weil er zu allem seinen eigenen Takt zu schlagen vermag.

Trackliste:

1. Shattasia (4:46) 2. Bailamami (Parts 1 & 2) (5:54) 3. Blue Ramen #3 (1:33) 4. Blue Ramen #2 (1:55) 5. Chalky (4:00) 6. Dirty Serenade (1:51) 7. Inverse Shift (6:17) 8. Flatley 'E' (5:13) 9. Veneer (4:21) 10. Heliotropic 5 (3:09)
Alle Tracks: Danny Zelonky.

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Taylor Deupree [x>] [D]: Still. [F] [P]

CoverLabel: 12k 1020
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 10
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism, Electronica - IDM - Glitch-IDM

Diese CD aus New York klingt sehr nach improvisierter Musik, die sich Glitch oder Clicks & Cuts annähert. Klingt mal nach der digitalen Version jener Musik, die mit den Klapper- und Verschlusslauten der Luftklappen an Blasinstrumenten oder Orgeln arbeitet, mal nach Orgeln auf dem LSD-Tripp (Terry Riley lässt aus der Ferne grüssen). Erfrischend daran ist: das Ganze kommt garantiert rhythmusfrei daher.

Trackliste:

1. Snow/Sand (15:46) 2. Recur (10:27) 3. Temper (15:44) 4. Stil. (23:08)
Alle Tracks: Taylor Deupree.

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Rezensionen September 2002

Sybarite [x>] [D]: Nonument [F] [P]

CoverLabel: 4AD CAD 2207
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 09 09
Genre: Electronica - Postelectronica, Postrock - Indietronica

Eines meiner Lieblingslabels der 80er meldet sich zurück und präsentiert mit Sybarite (das ist der New Yorker Xian Hawkins) Indietronics. Instrumente und Laptop. Nicht als Summe, nein, als perfekte Symbiose. Der erste Höreindruck: Unaufdringlich und doch eingängig.
Das zweite Anhören offenbart bei genauerem Hinhören ein ausgeklügeltes unprätentiöses Raffinement, einen Verzicht auf alle Effekthascherei oder auf eine Gefälligkeit, auf die Mum bauen. Musik, technisch auf der Höhe der Zeit, musikalisch beinahe so zeitlos wie unsere Gegenwart. Die Photos auf dem Booklet ebenso raffiniert wie die Musik, feinsinnige Arrangements realer Objekte, vor allem Texturen als Ornamente oder kluge Vexierspiele mit halbdurchsichtigen Objekten im Bildzentrum, die das Hinten spiegeln und das Vorne zeigen - es sind keine Effekte der Nachbearbeitung, es sind die Arrangements des Materials, die uns ein Rätsel aufgeben.

Trackliste:

1. Secropia - 5:32 2. The Fourth Day (Xian Hawkins, Brooke Williams) - 3:55 3. Homegrown Cultures - 4:30 4. Renzo Piano - 4:30 5. Water - 5:24 6. The Accidental Triumph - 3:52 7. Leap Year - 5:25 8. Fresh Kills (Xian Hawkins, Brooke Williams) - 4:16 9. Unica Zurn - 4:25 10. Three Sided - 4:44
Alle Tracks: Xian Hawkins, ausser wo anders vermerkt.

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Random Inc. [x>] [D]: Walking In Jerusalem [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 113
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 09 03
Genre: Electronica - Soundart - Fieldrecording

Eine der CDs, die ein offenes System bilden, wie bereits vergleichbare Werke von Ultra-Red dies taten. Sounds aus der Umwelt finden Eingang in die Klangwelt dieses Systems von Random Inc, neben Ekkehard Ehlers ein Teil der Autopoieses. Walking In Jerusalem ist ein klingendes Reisetagebuch.
Ein Aufzeichnungsmedium. Eingeschrieben haben sich eine Ankunftshalle im ersten Stück, dann die dezentrierte Anfahrt, aus dem Westen, aus dem Osten. Offenbar führen viele Wege nach Jerusalem. Dann natürlich Walking in Jerusalem. In the Mall and on the beach (wo das sein soll, weiss ich allerdings nicht). Aufnahmen auf der Strasse, in Gebäuden und im Bus. Radiostationen werden gescannt. Und andere befreundete Musiker getroffen, darunter The Rip-off Artist, Dub Taylor, Tim Hecker, Bizz_Circuits oder Electric Birds. Vieler Wege führen nach Jerusalem. Gemäss der Mille Plateaux Philosophie: Verbinden, verschalten, Netzwerke bilden. Der Klang einer Stadt ist ein Netzwerk, ein System, ein Plateau aus Klängen. Und auf jeden Fall eine (Kopf-)Reise wert.

Trackliste:

1. Untitled (0:53) 2. Random_Inc Entering Jerusalem (Coming From The West) (2:25) 3. Random_Inc Entering Jerusalem (Coming From The East) (6:02) 4. Walking (0:29) 5. Random_Inc Meets Tim Hecker In Musrara (Morosha) (5:24) 6. Walking In The Old City (0:34) 7. Random_Inc Meets Electric Birds In Mamillah (5:08) 8. Divide And Conquer (0:19) 9. Random_Inc Meets Ran_Slavin In Me-Ah Shearim (6:47) 10. My Best Friend (0:41) 11. Random_Inc Meets The Rip-Off Artist In Har Hazofim (4:02) 12. In The Mall (0:33) 13. Random_Inc In Katamon (4:40) 14. On The Bus (1:16) 15. Random_Inc Meets Dub Taylor In Mahane Yehuda @ 4:34 PM (4:46) 16. Radio Stations (0:55) 17. Random_Inc Searching For Sony Mao (Somewhere In Jerusalem) (3:44) 18. Jerusalem Beach (0:36) 19. Random_Inc Meets Bizz_Circuits In Sheik Jarra (3:55) 20. At Damascus Gate (0:18) 21. Random_Inc Meets Ultra - Red In Deir Yassin (Dayr Yasin) (4:40) 22. Leaving Jerusalem (1:09) 23. Independance Night 16-17.5.2002 by Eran Sachs (3:05)
Videos 1. Random_Inc Meets Ran_Slavin In Me-Ah Shearim (Video) 2. Random_CNN (Video)

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V. A. (Smalltown Supersound) [x>] [D]: Smalltown Supersampler [F] [P]

CoverLabel: Smalltown Supersound STS 050
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 09
Genre: Electronica - IDM, Postrock, Electronica - Jazztronica - Futurejazz

Smalltown Supersound aus Norwegen, das sind Kim Hiorthoy, Martin Horntveth, Jaga Jazzist und superviele mehr.
Dieser Supersampler ist total der Supersample-Wahnsinn: Die meisten der Supersamples sind so kurz und spitz, werden dermaßen superrhythmisch eingesetzt, dass du kaum mehr mitkommst (Ausnahmen: Die Stücke gegen das Ende der Super-CD. Diamant von Monopot und T02 von Electronova - das ist superreiner Postrock). Das klingt superunglaublich digital und spricht ein superindividuelles Idiom aus Laptopsupersprache und Improvisationsszenensuperdialekt.
Du findest so viele Superlative verdächtig? Superselberschuld!

Trackliste:

1. Kim Hiorthøy: Door Opens Both Ways - 4:04 2. Jaga Jazzist: Digital Carrot - 5:19 3. Alexander Rishaug: Svolvær - 4:26 4. Sir Dupermann: Buss Igjen - 5:11 5. Martin Horntveth: Comic - 4:05 6. Lasse Marhaug: Polar - 4:22 7. Jazzkammer: I Don't Want It To Go That Far 1-12 v.3 - 4:06 8. Continental Fruit: Tiq Riley - 3:12 9. Monopot: Diamant - 6:08 10. Elektro Nova: T02 - 6:17

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Rezensionen August 2002

V. A. (Morr Music) [x>] [D]: Blue Skied An' Clear: A Morr Music Compilation [2-CD, Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 030
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 08 26
Genre: Postrock - Indietronica, Electronica - IDM

Eine Compilation des Morr-Labels mit allen üblichen Verdächtigen plus Verstärkung vom Monika-Label (B. Fleischmann, Komeit) und von CCO (Ulrich Schnauss). Was für eine gute Idee ein Tribute-Album zu machen: Die Doppel-CD enthält auf der ersten Disc Covers der englischen Dreampop-Band Slowdive, auf der zweiten Disc Tracks, die von ebendieser Band inspiriert sind.
Schön, wie hier soundmässig alles zusammenstimmt. Die barocken aber klaren Melodien, die verhalltenen, dicksupigen Harmoniewände, die leichten und verspielten Rhythmen, die dich nie herausfordern, die introvertierten Stimmen, auf die aber bei den meisten Tracks verzichtet wird. Es sei mir noch ein kritischer Nachsatz erlaubt: Etwas ausgereizt ist dieser Morrmusic-Sound allerdings schon. Ich glaube, nächstes Jahr werden hier keine Morr-Platten mehr rezensiert werden müssen – es sei denn die Leute lassen sich was einfallen. Das haben wir jetzt langsam gehört hat mein Freund Daniel kürzlich dazu gesagt. Er hat wirklich nicht unrecht. Klingt mir etwas zu sehr nach Weltflucht.

Trackliste:

CD 1: Slowdive Covers 1. Future 3 - Alison - 3:11 2. ISAN - Waves - 6:54 3. Lali Puna - 40 Days - 3:51 4. Ulrich Schnauss - Crazy For You - 6:31 5. B. Fleischmann & Ms. John Soda - Here She Comes - 4:24 6. Limp - Souvlaki Space Station - 5:18 7. Solvent - When The Sun Hits - 3:59 8. Styrofoam - Altogether - 3:57 9. Skanfrom - Here She Comes - 2:29 10. ISAN - Celia's Dream - 4:42 11. Komëit - When The Sun Hits - 3:04 12. Manual - Blue Skied An' Clear - 5:32 13. Herrmann & Kleine - Dagger - 4:43 14. Múm - Machine Gun - 3:50
CD 2 1. Manual - Summer Haze - 5:11 2. ISAN - My Last Journey (Weather Balloon) - 5:56 3. Guitar - House Full Of Time - 4:46 4. Ulrich Schnauss - Wherever You Are - 6:38 5. Styrofoam - Fade Out Your Eyes - 5:25 6. Populous - Clijster - 4:22 7. Future 3 - Stuff - 3:50 8. Solvent - Discontinued Parts (Instrumental Mix) - 4:02 9. Herrmann & Kleine - Leaving You Behind (Without Knowing Where To Go) - 6:32 10. B. Fleischmann - Take A Day Off - 5:56 11. Icebreaker International & Manual - Into Forever - 5:06 12. Komëit - Same, Same - 4:03 13. Ms. John Soda - Solid Ground - 3:27 14. Limp - Silent Running - 4:34

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Digitalverein [x>] [D]: Zu Hause² (Variationen) [Netaudio EP] [F] [P]

CoverLabel: Thinner THN 018
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 08 23
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechhouse

Es gibt nicht wenig Musik, die im Netz zum Download angeboten wird. Vieles ist nicht schlecht aber zum warm werden ist das Zeug nur selten, Begeisterungsstürme bleiben zumeist aus. Mir ist als klängen alle Tracks ein wenig nach IDM wie ich sie vor einigen Jahren beim Warp-Label gehört habe. Musik von den Jüngern des Aphex Twin. Und warum soll ich mir heute noch einmal die x-te Variante des Sounds von damals runter- und reinziehen müssen? Da gibt's nur eines! Da sag ich einfach nur: Nein! Schade um die benötigte Prozessorzeit und um die schöne Übertragungsrate. Oder im Ernst: Schade um meine knappe Lebenszeit. Aufmerksamkeit ist ein knappes und kostbares Gut.
Aber eines Tages kommt dann ein Label daher und macht ein überzeugendes Netaudio-Angebot: Das Thinner-Label, bei dem es sich auch lohnt, mal reinzuhören. Zu Hause, part 2 versammelt Remixes früherer Digitalverein-Releases vom dänischen Astronomiestudenten Danny Kreutzfeldt. Da bleibt mir der Atem stehen und ich sage mit der letzten Luft: Guck nicht in die Sterne, Junge, mach' Musik!

Trackliste:

1. Abends Am Gasometer (Dupont Casablanca Variation) - (4:16) 2. 3rd Und 6dis (Danny Kreutzfeldt Dub Variation) - (10:21) 3. 3rd Und 6dis (Danny Kreutzfeldt Ambient Variation) - (8:14) 4. Abends Am Gasometer (Rktic Endlos Variation) - (12:20) 5. 3rd Und 6dis (Danny Kreutzfeldt Deep Variation) - (8:54)

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Radian [x>] [D]: Rec.Extern [F] [P]

CoverLabel: Thrill Jockey thrill 113
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 08 20
Genre: Postrock, Improvisation - Kollektivimprovisation - Wiener-Szene, Electronica - Jazztronica - Futurejazz

Das Cover zeigt die Sicht von weit oben herab (von einem Hochhaus oder Wolkenkratzer) auf eine grossflächige Asphaltlandschaft. Die Textur des Asphalts ist nicht allein durch die Spurenführung der Strasse geprägt. Es gibt etwas in diesem Bild, das dieser offensichtlichen Textur entgegenläuft. Das Bild sagt viel über die Musik aus.

Trackliste:

1. Nahfeld - 7:22 2. Jet - 5:41 3. Kilvo - 5:49 4. Bioadapter - 5:30 5. Unje - 3:27 6. Etage 3 / Flur - 6:41 7. Ulan - 3:37 8. =Elot - 2:10

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Iquinn [x>] [D]: Seed [F] [P]

CoverLabel: Traum Schallplatten TRAUM 08
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 08
Genre: Electronica - Ambient

Traumtexturen von Steven Quinn, Klänge prismatisch durch manchmal einen Edelstein, manchmal eine Träne gebrochen. Dann noch auf eine Mattscheibe projiziert, auf der sie nachleuchten und wiederflackern. Brian Eno 1982 Revisited. Einstiegsdroge in die Welt von Traumschallplatten.
Im gelungenen Leben, so heisst es, soll man ein Haus gebaut haben, einen Baum gepflanzt und ein Kind gross gezogen. Auf dem Cover sind Haus und Baum schon vorhanden. Und unter dem Baum zeigt es die zwei Liebenden. Saat eines Talents, dessen Frucht noch reifen wird.

Trackliste:

1. In - 2:28 2. Hope - 6:28 3. Grace - 2:50 4. Nus - 4:52 5. Brief Moment - 5:42 6. Counterbalance - 5:11 7. Carn (Save) - 5:41 8. Fall - 3:06 9. Release - 8:09 10. Exit - 0:29
Alle Tracks: Stephen Quinn.

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Rezensionen Juli 2002

Scion [x>] [D]: Arrange And Process Basic Channel Tracks [Mix] [F] [P]

CoverLabel: Tresor 200
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 07 23
Genre: Electronica - Techno - Dubtechno

Der Mythos lebt. Basic Channel Tracks waren die erste eigenständige Antwort aus Kontinentaleuropa auf Techno. Basic Channel war ebenso wie der Detroit-Sound ein Sound einer von der Geschichte gezeichneten Stadt. In jedem Track von Marc Ernestus und Moritz von Oswald höre ich Klänge, die mir aus Berlin vertraut sind: Ich höre meine S-Bahn, meine U-Bahn, meine breiten Strassen und deren weiter Raum. Genügend Platz für den Sound, zuviel Raum, um mich ganz zu Hause zu fühlen. Denn die Stadt überragt mich. Sie überragt uns alle, wie die Heroen der alten Zeit uns überragen. In den Händen der Söhne lebt der Mythos fort. Das ist, wie es sich gehört. Das Wissen geht weiter, geht von den Vätern auf die Söhne über. Es ist eine alte Geschichte, die man uns hier erzählt. WIr sind zufrieden mit ihr, wir kennen sie. Aber so gut wie Scion erzählt sie uns wohl keiner: Nenne mir, Muse, den Mann, den vielgewandten, der vielfach wurde verschlagen … Es ist so: Die Basic Channel Tracks taugen auch im Zeitalter des Laptops noch bestens und werden in der Maschine zu extrem kickenden dichten Mix verarbeitet. Tolle Idee für den zweihundertsten Tresor-Release. Und vorbildlich in der Umsetzung bzw. Ausführung.

Trackliste:

1. pt.01 (7:48) - a) Cyrus - Inversion, b) Paperclip People - The Climax (Basic Reshape), c)Basic Channel - Mutism, d) Basic Channel - Radiance III 2. pt.02 (4:08) - a) Cyrus - Presence, b) Basic Channel - Q 1.2, c) Basic Channel - e2e4 (Basic Reshape), d) Basic Channel - Radiance I, e) Quadrant - Infinition 3. pt.03 (6:17) - a) Quadrant - Infinition, b) Rhythm & Sound - Music A Fe Rule (Part 2), c) Basic Channel - Octaedre, d) Basic Channel - Octagon 4. pt.04 (6:09) - a) Basic Channel - Octagon, b) Basic Channel - Phylyps Trak II/I, c) Basic Channel - Q 1.1/IIII 5. pt.05 (4:39) - a) Basic Channel - Phylyps Trak II/I, b) Basic Channel - Q Loop 6. pt.06 (6:41) - a) Basic Channel - Phylyps Trak, b) Basic Channel - Phylyps Rmx, c) Cyrus - Enforcement 7. pt.07 (5:20) - a) Cyrus - Enforcement, b) Basic Channel - Phylyps Trak II/II 8. pt.08 (5:13) - a) Basic Channel - Phylyps Trak II/II, b. Paperclip People - The Climax (Basic Reshape) 9. pt.09 (8:51) - a) Paperclip People - The Climax (Basic Reshape), b) Basic Channel - Octagon, c) Cyrus - Recall

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Camper Van Beethoven [x>] [D]: Tusk [2 CD] [F] [P]

CoverLabel: Pitch A Tent Pitch 122
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 07 13 (Ed.), 1997 03 (Rec.)
Genre: Alternativerock - Powerpop, Alternativerock - Alternativecountry - Neo-Americana, Indiepop

Etwas vom Grössten für mich, der beide Phasen der Rockmusik miterlebt und mitgeliebt hat – klassischer Rock und Punk. Hinzu kommt, dass dies hier die perfekteste Hybride ist, die ich kenne: Rock, Songs, Punk, Folk, Antifolk, LoFi, Country, Dub, Postrock, Electronica – alle diese Stile sind vertreten und miteinander verkittet. Ich möchte der grösste Fan dieser Platte sein.
Schräg. Drei Mal schräg. Die Geschichte wie es zu diesem Album kam: Die Band geht 1997 in eine Skihütte in Mammoth Kalifornien und macht Ferien bzw. Musik. Nur so zum Spass. Dann hat der Drummer Chris Pedersen einen Unfall und muss zum Arzt. Man bringt ihn in eine anderhalb Stunden Fussmarsch entfernte Klinik. Auf dem Weg zurück zur Hütte frisst die Band seine Schmerzmittel auf und als man Zuhause ist, glaubt man, verladen wie man ist, Stück für Stück das in der Hütte herum liegende Tusk Album von Fleetwood Mac nachspielen zu müssen, jenes Hightech-Werk vom Ende der Siebziger – Kalifornien nach dem Drogenrausch, das Hippietum gescheitert, alle Illusionen zerstört, die Hinterbliebenen im Elend, ohne Beziehung (ausser zu Anwälten, Banken und Dealern), das Hotel Californa im grossen Kaputt. Und wie klingt das, wenn Camper van Beethoven, eine Country-Folk-Punkband, dieses Album covert? Lustig? Ironisch? Zynisch? Oder nur gelangweilt, wie viele Rezensent/-innen hören wollen? Für mich klingt dieses Album nach der selten perfekten Mischung zwischen Ernst und Unernst, nach Humor gepaart mit Ambition. Beispielsweise überraschen mich (wie immer bei dieser Band) die Instrumentierung (Dudelsack auf Not that funny, Schlagzeugmaschine auf Brown Eyes), die Arrangements, die Postproduktion, die allerlei Effekte aus den Vierspuraufnahmen heraus zaubert. Die noch immer tollen Songs blühen erneut auf, der makellos reinen Produktion von Fleetwood Mac's Tusk setzten Camper van Beethoven eine Lo-Fi-Ästhetik entgegen, die aber auf keinen Gimmik verzichtet, um mit dem ursprünglichen Tusk mithalten zu können. Die Produktion bei Fleetwood Mac bestach durch ihre Digitalität, die damals noch einen ganz surrealen Eindruck hinterliess und die die Zeit nach dem grossen unbeschwerten Drogenrausch, die Zeit des Katzenjammers, bestens zum Ausdruck brachte. Die hier bei Camper van Beethoven hörbaren Lo-Fi-Gimmicks sind atemberaubend: Der Sohn des Arztes (derjenige, der den Drummer kuriert hat?) wird angeheuert, um eine verschrobene Violine zu spielen (Storms). Am Ende von That's All For Everyone wird das Ende von I am the Walrus von den Beatles in die Coda-Textur eingearbeitet. Der Titeltrack Tusk entwickelt dubbige Klangkaskaden, die die Songstruktur auflösen.
Noch einmal zurück zur Entstehungsgeschichte dieses Albums: Campers Tusk-Bänder wurden dann nach den Ferien erst einmal liegen gelassen und kommen nun postum heraus. Zum Glück – was wäre uns entgangen! Dieses Album beweist, dass auch im Punk-Kontext Songs, die vor Punk entstanden sind und zu Beginn von Punk zur feindlichen Front gehört haben, Sinn machen können. Diese Songs voller Kraft geben hier ein Metameisterwerk ab: Ein Meisterwerk über einem Meisterwerk!

Trackliste:

CD 1 1. Over and Over (Christine McVie) - 4:48 2. The Ledge (Lindsey Buckingham) - 2:06 3. Think about Me (Christine McVie) - 2:48 4. Save Me a Place (Lindsey Buckingham) - 3:23 5. Sara (Stevie Nicks) - 4:56 6. What Makes You Think You're the One (Lindsey Buckingham) - 3:30 7. Storms (Stevie Nicks) - 6:01 8. That's All for Everyone (Lindsey Buckingham) - 3:13 9. Not That Funny (Lindsey Buckingham) - 1:55 10. Sisters of the Moon (Stevie Nicks) - 4:00
CD 2 1. Angel (Stevie Nicks) - 5:27 2. That's Enough for Me (Lindsey Buckingham) - 1:55 3. Brown Eyes (Christine McVie) - 3:39 4. Never Make Me Cry (Christine McVie) - 2:16 5. I Know I'm Not Wrong (Lindsey Buckingham) - 3:13 6. Honey Hi (Christine McVie) - 2:39 7. Beautiful Child (Stevie Nicks) - 5:35 8. Walk a Thin Line (Lindsey Buckingham) - 4:00 9. Tusk (Lindsey Buckingham) - 10:15 10. Never Forget (Christine McVie) - 3:41

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Hans Appelqvist [x>] [D]: Tonefilm [F] [P]

CoverLabel: Komplott Escudre 01
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 07 06
Genre: Electronica - Soundart

Wieder einer dieser Skandinavier (ein Schwede), dem jedes Mittel recht ist, hervorragende Musik zu machen: Akustische Instrumente (das Piano vor allem, die Gitarre), Mikrophonaufnahmen (zum Beispiel von einem laufenden Filmprojektor, der hier das Leitmotiv bildet, oder im Breakbeat-Takt ins Mikro hineingestossene Luft, die dieses natürlich übersteuert) und Samples (Tonspuren von schwedischen (?) Filmen). Alle Mittel sehr bewusst eingesetzt, atmosphärisch in Szene gesetzt, minimal.
Du sitzst im Kino. Und zwar im Vorführraum. Hinter dem Projektor. Du bist allein. Der Film läuft. Jeden Abend ist das so. Du sitzt deine Stunden hier ab. Den Film, die Abfolge seiner Szenen, kennst du schon längst auswendig. Das Publikum lacht immer an den selben Stellen. Du kannst es voraussagen. Dabei hat sich der Gag für dich aufgebraucht. Hinter deiner Glaswand, diesem Einwegfenster von Licht und Sicht, begelitet deine eigene Musik die Bilder des Films. Schade, dass es beim Tonfilm keinen Pianisten mehr braucht, denkst du, sonst wärst du hier der Pianist und spieltest deine innere Musik dem Publikum vor. Das Publikum - es lacht wieder wie ferngesteuert ?

Trackliste:

1. ... (1:21) 2. Grammofonnummer (3:00) 3. Ser Ni Lena Jag Ser Lena Och Ola (6:30) 4. Bakfylleoro (3:34) 5. Frihet (4:09) 6. Bortom Haven (7:13) 7. De Förgyller Varandras Slut (5:08) 8. Ty Störst Av Allt Ã?r Kärleken (5:36) 9. Crescendo (2:10) 10. Efterspel (4:24)

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V. A. (Punkt Music) [x>] [D]: The Love We Share ... [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Punkt Music PUNKT 011
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 07
Genre: Electronica - Minimaltechhouse

Den Minimaltechhouse auf den Punkt gebracht. Lies: Punkt. Der Punkt, der den Satz abschliesst. Punkt. Zu Ende bringen. Punkt setzten. Der Punkt, der dich atmen lässt. Der Punkt, der dem Denken Zeit lässt. Der Punkt, der Raum für das Neue öffnet. Der Punkt, der als Ort der Liebe. Der Punkt, als Verbindungsstück zwischen einzelnen Teilen. Der Punkt, als Ort der Verbindung zwischen zwei geschriebenen Sätzen. Ein geschriebener Satz bist du und du und du und du und ich. Der Punkt, das unendlich Kleine aber Ganze und Unteilbare. Du, dein Leben. Remember: Dying is not an option_it's forever. Punkt.

Trackliste:

1. L'usine: Push (Jeff McIlwain) - (5:22) 2. High Tide: Paluka Pir (Christian Beißwenger, Lukas Bacsoka) - (4:46) 3. Richard Davis: Breathe (Richard Davis) - (7:30) 4. Telebox: Easy Dub (Telebox) - (6:13) 5. L'usine: Haze (Jeff McIlwain) - (5:20) 6. Jacek Sienkiewicz: A Way To Know Things (Jacek Sienkiewicz) - (5:13) 7. High Tide: Condi's Dream (Christian Beißwenger, Lukas Bacsoka) - (5:27) 8. Rechenzentrum: Planet Janet (Christian Nikolaus Conrad) - (6:16) 9. Richard Davis: More Of You (Richard Davis) - (6:31) 10. Timlin: Psychedelic Love Affair (Marko Timlin) -(4:39) 11. Nikakoi: Mtavary (N. Machaidze) - (4:28)

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Einóma [x>] [D]: Undir, Feilnótum [F] [P]

CoverLabel: Vertical Form VFORM 019
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 07
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - Dubtronica

Hörst du sie leise, dann klingt die Einóma gläsern, du gehst in einer Welt aus Gas und Metall spazieren. In Echoräumen verdampft und sublimiert Einóma Klangsubstanzen, lässt sie nach Windhauch klingen, nach metallischem Reiben und Kratzen,
Einóma zerdehnt die Klänge, dass dir die Zeit still zu stehen scheint (Track 7: Brot). Alles ist in Bewegung, nur die Beats geben dir etwas Halt im Fluidum, die Beats, zwischen denen du hindurchschaust wie durch einen Lattenzaun, bei dem du nicht weisst, ob du den Zaun siehst oder das Dahinter. Deshalb schaut dein Blick auf die reine Textur. Ein Spiel, was du siehst, ein Spiel aus Substanz und Zwischenraum. Ein Spiel zwischen dem festen und dem luftigen Element.
Drehst du die Lautstärke auf, wird alles an dieser Musik magnetisch: Es zieht dich in einen tiefen Schlund hinein, du schwebst und wirst in ein imaginäres Zentrum der Musik hinein gezogen.
Einstiegsdroge in die Welt der Musik von Autechre oder Richard Devine.

Trackliste:

1. Beltral Square (6:07) 2. Glerborgir (4:26) 3. Hringlögun (5:31) 4. Amonie (6:15) 5. En Route (2:09) 6. Celvoir (5:36) 7. Brot (2:34) 8. Undir Engu (6:16)

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Rezensionen Juni 2002

Tim Hecker [x>] [D]: My Love Is Rotten To The Core [EP] [F] [P]

CoverLabel: Substractif SUBSF 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 06 25
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Tim Hecker bleibt auch mit diesem 25 min kurzen Release mithin einer der gegenwärtig besten Musikern dieses Planeten. Auf My love …befindet sich Hecker im Kampf mit dem amerikanischen Rock der 80 Jahre, speziell mit einem seiner Vertreter: Eddie Van Halen. Aus dessen Gitarren-Riffs, aus Interviews und Live-Aufnahmen von dessen Band nimmt Hecker sein Klangmaterial und prozessiert den Teufel aus diesem gesammelten Materialhaufen dieses Scheiss-Kerls mit seinem Scheiss-Gehabe und seiner Scheiss-Gitarre heraus. Der Kampf gegen das fremde Element wird einmal mehr nicht von aussen geführt. Es geht nicht darum, Van Halens Penis-Artefakt zum Verstummen zu bringen, sondern in seinen Klang einzutauchen und sich zu eigen zu machen (Die CD heisst: My Love …!). Das ist der eigentliche Kampf, der gegen sich selbst. Das Klangmaterial wird so lange digital prozessiert, bis es das eigene geworden ist: Durch Tim Hecker wird sogar Eddie zu einem Helden.

Trackliste:

1. Introducing Carl Cocks - 8:31 2. Sammy Loves Eddie Hates David - 2:50 3. Hello Detroit - 7:24 4. Midnight Whispers - 0:59 5. The Return Of Sam Snead - 5:02

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Arto Lindsay [x>] [D]: Invoke [F] [P]

CoverLabel: Rightous Babe RBR 027
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 06 25
Genre: Electronica - Breakbeat - Illbient, Latin - Bossanova - Hyperbossa

Arto taucht an so manchen Stellen in meinem CD-Regal auf: Zuerst als D.N.A. im legendären No New York Sampler, der damals am Ende der Siebziger Jahre auf Brian Enos Betreiben hin entstanden ist, um der Szene in Soho eine Plattform zu geben. Letztlich schafften es einzig vier Bands auf den Sampler: Neben D.N.A. die Contortions, Teenage Jesus and the Jurks (mit Lydia Lunch) und Mars. Dann hat Arto bei Lounge Lizards erstem, selbstbetiteltem Album gespielt, hat mit Fred Frith musiziert, hat ein Trio gegründet, sang im Duett mit Laurie Anderson (bright Red) und gibt schliesslich seit 1996 unter seinem eigenen Namen eine Reihe vorzüglicher Platten heraus, auf denen er sich als erstklassiger Songwriter und cleverer Arrangeur von allerlei musikalischen Elementen zwischen Bossanova und Illbient erweist. Der Name Arto Lindsay steht damit für eine Reihe von Verwandlungen.
Auf Invoke werden diese Verwandlungen zum Grossteil hörbar. Arto spielt seine Gitarre mal melodisch herzerwärmend, mal zersplittert und kaputt. Die Stücke haben die unerhörteste Bandbreite: Sie gefallen teils meiner Oma, dass diese ihr Taschentuch auspackt, dann wieder hält sie sich die Finger in die Ohren und beginnt zu schreien. Stilistisch ist die CD ständig unterwegs zwischen den vorherrschenden brasilianischen Latino-/Bossa-Elementen (Delegada), arabischen Streicherverzierungen (Invoke, Unseen), rhythmischen Krautrockanleihen (In the city that reads) und funkigen New Yorker Illbient-Splittern (Predigo, Clemency). Indem Invoke um Konsolidierung eines vielgestaltigen Musikantenlebens bemüht ist, ist die CD eine gelungene Hybride, ist darüber hinaus eine Ethno-CD im besten Sinne, nämlich ohne jeden Authentizitäts- und Ursprungs-Kitsch. Wie jede Art Lindsay-CD seit 1996 ist Invoke ein Wunderwerk, das Intellektulität und Sinnlichkeit so miteinander vermittelt, dass sie beide keine Rolle mehr spielen. Dass nämlich Invoke intellektuell und sinnlich ist, kommt einem nur dann in den Sinn, wenn man Artos Musik mit anderen, weniger gelungenen Versuchen vergleicht.

Trackliste:

1. Illuminated (Gibbs, Levin, Lindsay) - (3:39) 2. Predigo (Gibbs, Lindsay, Zumbi) - (3:47) 3. Ultra Priviledged (Levin, Lindsay) - (4:29) 4. Over/Run (Levin, Lindsay) - (4:32) 5. Invoke (Gibbs, Lindsay) - (4:26) 6. You Decide (Ceppas, Kassin, Lindsay, Moraes) - (4:25) 7. In The City That Reads (Bear, Deaken, Geologist, Lindsay, Tare) - (3:31) 8. Delegada (Lindsay, Mendes, Monte) - (3:06) 9. Uma (Lindsay, Santana) - (3:24) 10. Clemency (Gibbs, Lindsay, Moraes) - (3:40) 11. Unseen (Cantuária, Lindsay) - (3:58) 12. Beija-Me (Martins, Rossi) - (2:19)

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V. A. (Source) [x>] [D]: Opensource.code [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Source 020541
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 06 17
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Der Release zum zehnjährigen Jubiläum des Heidelberger Labels. Ein Sampler mit grossartigen Leuten, mit Akufen, mit Jan Jelinek, mit Sutekh, mit Monolake, mit Thomas Brinkmann, mit Smyglyssna und natürlich mit Move D – David Moufang, dem Labelbetreiber. Zumeist hochabstrakte Sounds, nicht selten mit einer Prise Jazz. Als Sampler äusserst stimmig, alle Tracks wie aus einem Guss.

Trackliste:

1. Akufen: Synthaxis 2 (Marc Leclair) - (7:31) 2. Jan Jelinek: Music To Interrogate By (6:08) 3. S.E. Berlin: Toninas (Max Loderbauer, Tom Thiel) - (5:50) 4. Robert Lippok: 6 A.M. (5:18) 5. Bton: Nocturne (Jonas Grossmann) - (4:11) 6. Sutekh: Asscr (Seth Horovitz) - (6:30) 7. Thomas Brinkmann: Momoklick (4:43) 8. Smyglyssna: Microholiday (Henrik Johansson) - (4:39) 9. Move D: µst (David Moufang) - (7:01) 10. Alex Cortex: Laconic Track 1 (Tom Thiel Remix) (4:14) 11. Monolake: White II (9:27) 12. Studio Pankow: Linienbusse (David Moufang, Kai Kroker) - (7:08)

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Kreidler [x>] [D]: Eve Future [F] [P]

CoverLabel: Wonder WON 07
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 06
Genre: Postrock - Indietronica

Damals 1998 war Kreidlers Appearence and The Park eine meiner Lieblings CD. Rauf und runter hab ich die gehört. Danach schmeckten mir die Düsseldorfer zu sehr nach to rococo rot. Als hätten sie sich verloren. Nun aber kommt Eve Future als Neubeginn oder als Entwurf zu einem Neubeginn.
Sieben Tracks, die klingen als hätten Phil Glass und Steve Reich zusammen eine Filmmusik geschrieben. Es sind kaum noch Rockelemente auszumachen: Dafür schaffen Snaredrums Anklänge an Ravels Bolero (L'autre Mai), versetzen dich warmsaitige Klänge von Harfen (Solaris) oder Streichern (La Casa II) an die Filmschauplätze deiner Phantasie. Ich halte diese Musik für äusserst eigenständig, wenn sie mich zeitweise auch an F.S. Blumms Mondkuchen erinnert, eine CD, die mir aber introvertierter als Eve Future scheint. Bitte bald mehr davon in Langspiellänge.

Trackliste:

1. La Casa I (2:53) 2. L'Autre Main (3:32) 3. Reflectuum (3:38) 4. Clockwerk (2:01) 5. Circulus (6:18) 6. Solaris (3:51) 7. La Casa II (3:20)

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Rothko [x>] [D]: A Continual Search For Origins [F] [P]

CoverLabel: Too Pure PURE 127
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 06
Genre: Postrock

Die Too-Pure-Band Rothko (Label von Laika oder Seefeel) waren von Anfang an eine ungewöhnliche Erscheinung: Eine Band bestehend aus drei Bassisten. Nach einer personellen Reduktion auf Mark Beazley präsentiert sich Rothko nun nochmals wie neu, als Einmannprojekt mit einer Reihe von Gastmusikerinnen und -musikern, verpflichtet sich namensmässig auf einen abstrakten Expressionismus mit mystischem Einschlag, scheint mir aber in Wirklichkeit eher mit einem abstrakten Realismus zu spielen, was schon das Bild auf dem Cover zeigt: eine natürliche schuppige Struktur (Tannzapfen, Pilze, …?) zweifarbig wiedergegeben, vier Mal dargestellt mit jeweils variierenden Farben und Bildausschnitten.
Ein paar erklärende Sätze vom Musiker bestärken die Vermutung: Er war im Tessin in den Ferien und hat dort die klimatischen und geografischen Stimmungen dieser südlichen Alpenwelt aufgefangen und in Musik umgesetzt. Damit ist klar gemacht, worin der Ursprung liegt, der gesucht wird. <br />Soundmüssig exploriert Rothko den akustischen Raum verzögert ausklingender Gitarrensaiten, der mit dem Effektgerät erzeugt, weit in die Welt hinausreicht, in der dann die programmatischen realen Naturklänge hörbar werden: Gewitterregen, Bäche, Eisenbahnzüge, Grillen, Kuhweiden usw. - vergessen wir die Kirchenglocken nicht. <br />Die Tonmeditationen allerdings gehen dann doch in Richtung abstrakter Expressionismus. Und so schafft sie Musik ein spannendes Gleichgewicht zwischen Realismus und Expressionismus, sie konstruiert ein Wurmloch zwischen zwei Welten (Tessin und London, Natur und Kultur, profan, sakral, offenes Feld und Kirchenraum). In der Tat eine eigenwillige und ungewöhnliche Verbindung, meisterhaft durchgeführt und nie die kritische Grenze zum sakralen Kitsch überschreitend.

Trackliste:

1. On the Day We Said Goodbye (1:09) 2. This Lake Of Hope (4:18) 3. Fragile Strands of Time (4:51) 4. Bloodtied (6:20) 5. St. Giorgio (2:27) 6. Memories Of Zurich (7:41) 7. Sense You Fading Away (5:43) - Drums - Tom Page; Percussion - Ben Page; Trumpet - Jo Wright 8. Crossing To Gandria (3:35) 9. To Other Horizons (6:42) - Trumpet - Jo Wright 10. Deepest Shadows Have Light (5:25) - Keyboards - Keith Burstein 11. Words Melt Away (5:41) - Bells [Sleigh], Bodhran - Ben Page

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Rezensionen Mai 2002

Super_collider [x>] [D]: Raw Digits [F] [P]

CoverLabel: Rise Robot Rise RRR 002
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 28
Genre: Electronica - Techno - Wonkytechno

Eines muss noch einmal deutlich gesagt sein: Die erste Super_Collider, die Head On ist eine der allergrössten CDs dieses Universums. Und wer bei dieser Musik überfordert ist, der scheidet aus dem Spiel aus. Ach ja, und Lippenbekenntnisse werden mit Modern Talking bis zum Ende der Tage bestraft. Nun also Nummer zwei, Raw Digits.
Raw Digits kommt im Digipack mit drei Klappdeckeln, damit wir was tun müssen, um an die Musik heran zu kommen. Die Schwarz-Weiss-Fotos und und die Lyrics sind umgeben von gestalterischen Elementen, die in ihrer Gesamtheit eine Struktur auf höherer Organisationsebene schaffen: So werden aus Buchstaben Texte, aus Wellenlinien ein Relief, aus einfachen geometrischen Figuren beginnen Ornamente zu wuchern, aus Punkten und Linien werden Flüchen, aus Fasern wird eine Maserierung. Dann aber erklingt Messagesacomin, der programmatische Track dieser CD: Are there messages comming to you that you just cannnot decipher? Time points to make up an unknown thing from the future. And we got the raw digits to build it. Die Zukunft entsteht im Computer und besteht aus den beiden raw digits: 1/0. Und so kommt diese Musik denn aus der Zukunft, und deshalb ist sie schwer zu verstehen. Das beginnt bereits bei der Wahrnehmung! Was hörst du? Hörst du die Idee, hörst du die Struktur? Oder nimmst du nur das Gewirr von Tänen und Klängen war, weisst du womöglich nicht, wo die Worte der Musik beginnen und wo sie enden? Ist das alles nur Klangsuppe für dich, hektisch und nicht zu entziffern. Dann schreib ein noch in den vorigen Satz, sag: noch nicht zu entziffern. Aliens sind sie diese Tracks, von anderso, der Zukunft, zu uns kommend, von dort, wo Formen herrschen, die wir noch nicht einmal wahrzunehmen vermögen.
Der Sound auf raw digits noch immer aus Holz, an der Oberfläche aber geschliffen, weniger Späne, die sich dir bei Berührung unter die Haut bohren. Noch immer der funky space soul unter Strom, sogar dann, wenn sich in Gravity rearranging (treffender Titel!) Jamie Lidell zum smoothen Soulsinger verwandelt. Falls diese Scheibe jetzt nicht einschlägt, ist Super_Collider zu gut für unser Universum. Aber echt.

Trackliste:

1. Messagesacomin (5:27) 2. Closetails (4:36) 3. Bug Trackin (5:46) 4. Gravity Rearrangin (5:07) 5. Soily Soul (4:40) 6. Spillin Visions (4:41) 7. In The Beams (5:23) 8. Radianations On The Rise (7:10) 9. Collide N Conquer (4:46)

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The Streets [x>] [D]: Original Pirate Material [F] [P]

CoverLabel: 679 L 003
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 25 (UK), 2002 10 22 (US)
Genre: Post-Millennial-Music - Digital-Underground - Grime

Eine neue britische Stimme, direkt aus Süd-London, Mike Skinner, eine musikalische Hybride mit genug Eigenständigkeit eine neue Stilrichtung loszutreten, irgendwo in der Leere zwischen HipHop und 2-Step-Garage, vor allem aber die Mischung zwischen besagten Musikstilen und Slam Poetry.

Trackliste:

1. Turn the Page - 3:15 2. Has It Come to This? - 4:04 3. Let's Push Things Forward (feat. Kevin Mark Trail) - 3:51 4. Sharp Darts - 1:33 5. Same Old Thing (feat. Kevin Mark Trail) - 3:22 6. Geezers Need Excitement - 3:46 7. It's Too Late - 4:11 8. Too Much Brandy - 3:02 9. Don't Mug Yourself - 2:39 10. Who Got the Funk? - 1:50 11. The Irony of It All - 3:30 12. Weak Become Heroes - 5:33 13. Who Dares Wins - 0:34 14. Stay Positive - 6:18
Alle Tracks: Mike Skinner.

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Ekkehard Ehlers [x>] [D]: Plays [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 030
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 23
Genre: Electronica - Postelectronica

Noch einmal Ekkehard Ehlers. Lese die Linernotes des deutschen Schallplattenkritikers Neger Negersen, die dir gründlich auseinandersetzen, dass der Schwanz der Referenz ausgelutscht ist, dass heute im Zeitalter des Samplings die Referenz im sozialen Sinn die letzte Art der funktionierenden Referenz ist:, die sich verbeugende Bezugnahme auf Personen und ihre Werke auf konkrete Leben und Schicksale nämlich. In der sozialen Praxis, ein beträchtliches Mass an anerkennende Aufmerksamkeit einer schaffenden Person und ihrem Werk zu widmen, sieht der Kritiker den Ursprung von Referenz schlechthin. Und dafür setzt Ehlers seinen Titel plays. D.D. alias N.N. sieht E.E sich verbeugen vor C.C., vor Cornelius Cardew, dem Englischen Komponisten, vor Hubert Fichte, dem deutschen Schriftsteller, vor John Casavetes, dem amerikanischen Filmemacher, vor Albert Ayler, dem amerikanischen Freejazzer, und vor Robert Johnson, dem Bluessänger.
Herauskommen dabei klingende Soundinstallationen, die stellenweise ein wenig an GAS erinnern, die aber frei sind von Pop- und Glamreferenzen. Die Reihe der verehrten Personen hatten im Leben und im Werk kaum die Option, den Glamour zu wählen. <br />Wenn Ekkehard Ehlers sich heute vor Robert Johnson verbeugt, kommt dabei etwas ganz anderes heraus, als wenn die Rolling Stones dies in den Sechzigerjahren tun. Die Stones haben von Johnson und anderen amerikanischen Bluesern eher die Haltung zur Form übernommen, das schnelle Spiel, das prägnante Riff, das Spiel des Abgeklärten und mit allen Wassern Gewaschenen mit dem Bösen und dem Teufel, … Ehlers hingegen übernimmt, wie vor ihm vielleicht am ehesten Sonic Youth, tendenziell die Haltung zum Medium. Die Haltung zum Medium: Das ist nicht leicht zu fassen, das hat hier aber mit dem Wissen um die Offenheit des medialen Raumes zu tun. Es geht darum, neue Formskalen zu finden, Skalen des variierbaren, abgesteckte Felder zum bearbeiten. Ob es dann nach House klingt oder nach einer Drohne ist eine Frage der Form und so gesehen sekundär.

Trackliste:

1. Ekkehard Ehlers Plays Cornelius Cardew 1 (4:01) 2. Ekkehard Ehlers Plays Cornelius Cardew 2 (4:03) 3. Ekkehard Ehlers Plays Hubert Fichte 1 (10:01) 4. Ekkehard Ehlers Plays Hubert Fichte 2 (9:59) 5. Ekkehard Ehlers Plays John Cassavetes 1 (9:58) 6. Ekkehard Ehlers Plays John Cassavetes 2 (9:57) 7. Ekkehard Ehlers Plays Albert Ayler 1 (10:01) 8. Ekkehard Ehlers Plays Albert Ayler 2 (9:45) 9. Ekkehard Ehlers Plays Robert Johnson 1 (4:04) 10. Ekkehard Ehlers Plays Robert Johnson 2 (4:00)

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Z'ev [x>] [D]: Sapphire Nature [F] [P]

CoverLabel: Tzadik TZ 7161
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 21
Genre: Electronica

Der Untertitel dieser CD lautet: 16 metaphonic meditations based on the mystical text known as The Book of Formation. Meta heisst für ein Mal nicht über - es wird also keine Metaposition bezogen – sondern nach Webster's: changed in position or form, altered and transposed. Wasser auf die Mühlen des Musikzimmers.
Jüdisches Weltverständnis und jüdische Auffassung von Bewusstsein und Geist. Dann aber doch zu viel Mystisches. Diese 16 Tracks werden als heilige Musik angepriesen und (mit einer Höranweisung) im Gegensatz zu säkularer Musik verkauft. Schade. Nicht nur für den Begleittext auch für die Musik, der du diese Intention anmerkst. Beim Anhören wirst du in eine Klangwelt aus nichteuropäischer und nichtafrikanischer Perkussion eingeführt. Das geht hervorragend bis nach dem dritten oder vierten Track, bei dem dich dünkt, dass du in diese Welt hineingeführt worden bist, um dort ANGEKOMMEN zu sein. Alles an der musikalischen Bewegung führt auf ein Zentrum hin (dies ist das Mystische daran), anstatt immer neue Welten zu öffnen, wie aufgrund der Auslegung von meta erwartet. Die erwarteten Transpositionen sind solche des Materials (sachte eingesetzte Effekte, Dehnungen und Umkehrungen des Zeitverlaufs der Klänge), was die CD dann auch spannend macht. Aber keine Transposition in der kompositorischen Bewegung (in der Komposition des Materials), was dann auch verhindert, die Musik wirklich wertvoll zu machen. Schade. Seltsam genug, dass die Gebrauchsanweisung darum weiss, wenn sie empfiehlt nie mehr als vier Tracks auf's Mal gleichsam wie ein Haiku anzuhören.

Trackliste:

1. Metaphonic Meditations (5:46) 2. Metaphonic Meditations (Continued) (2:48) 3. Metaphonic Meditations (Continued) (3:58) 4. Metaphonic Meditations (Continued) (3:41) 5. Metaphonic Meditations (Continued) (3:02) 6. Metaphonic Meditations (Continued) (3:10) 7. Metaphonic Meditations (Continued) (3:34) 8. Metaphonic Meditations (Continued) (7:08) 9. Metaphonic Meditations (Continued) (4:46) 10. Metaphonic Meditations (Continued) (2:46) 11. Metaphonic Meditations (Continued) (2:49) 12. Metaphonic Meditations (Continued) (3:10) 13. Metaphonic Meditations (Continued) (3:52) 14. Metaphonic Meditations (Continued) (2:12) 15. Metaphonic Meditations (Continued) (3:37) 16. Metaphonic Meditations (Continued) (2:42)
Files 1. Liner Notes (PDF File) 2. Text (PDF File)

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Múm [x>] [D]: Finally We Are No One [F] [P]

CoverLabel: Fat Cat Records FATCD 018
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 20
Genre: Electronica - Folktronica, Postrock - Indietronica

Diese Musik stellt den diesjährigen Konsens dar. Niemand, die oder der diese CD nicht lieben könnte. Niemand. Auch du nicht. Mehr muss dazu noch nicht gesagt werden.

Trackliste:

1. Sleep/Swim - 0:43 2. Green Grass Of Tunnel - 4:49 3. We Have A Map Of The Piano - 5:16 4. Don't Be Afraid, You Have Just Got Your Eyes Closed - 5:43 5. Behind Two Hills,,,,A Swimmingpool - 1:06 6. K/Half Noise - 8:41 7. Now There's That Fear Again - 3:54 8. Faraway Swimmingpool - 2:53 9. I Can't Feel My Hand Any More, It's Alright, Sleep Still - 5:29 10. Finally We Are No One - 5:04 11. The Land Between Solar Systems - 11:58

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Lawrence [x>] [D]: Lawrence [F] [P]

CoverLabel: Ladomat 2000 2137, Dial [Hamburg] dialCD 02
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 13
Genre: Electronica - Minimaltechhouse, Electronica - House - Microhouse

Lawrence heisst in Wirklichkeit E. C. Nerwal, auch wenn die Linernotes lügen: all tracks written by Peter M. Kersten. Dies ist eine CD voller rückwärtslaufender Sample-Schleifen im Harmonie- und Rhythmusbereich. Ich bin sicher, die Tracks sind randvoll mit verborgenen Botschaften, Suggestionen, die ich nicht verstehen kann und bewusst nicht verstehen soll.
Was ich ausserdem festgestellt habe: Die Zeit beim Anhören läuft rückwärts und das macht auch dich jünger beim Hören, echt. Du legst die CD, sagen wir, um 10.00 Uhr ein und du gehst um 9.00 aus dem Haus. Ein unglaubliches Phänomen! Ein Angriff auf das Elementare deiner Seele, das nichts anderes als Zeit ist. Parental Advisory: Don't trust this record!

Trackliste:

1. Untitled (4:20) 2. Untitled (5:56) 3. Untitled (4:09) 4. Untitled (5:27) 5. Untitled (3:59) 6. Untitled (4:14) 7. Untitled (5:00) 8. Untitled (4:11) 9. Untitled (3:33) 10. Untitled (5:47) 11. Untitled (6:14) 12. Untitled (3:24) 13. Untitled (5:20) 14. Untitled (0:17) 15. Untitled (6:48)
Alle Tracks: Peter M. Kersten.

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Manual [x>] [D]: Ascend [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 027
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05 06
Genre: Electronica - IDM, Postrock - Indietronica

Und wieder einer dieser melanchotronischen Morr-Releases. Schau dir das Cover an (ein ungebrochenes Endless Summer von Fennesz), lies den Titel des ersten Tracks: Midnight Is Where The Day Begins, dann hör die Musik und du weisst Bescheid: Das Bild lügt. Nicht an den Palmenstrand im Abendlicht wirst du beim Hören versetzt. Nein, nein, in den hohen Norden vielmehr, an einen Strand, an dem im Sommer die Mitternachtssonne 24 Stunden lang nicht unter geht. Dann beginnt der Tag nämlich 24 Stunden lang und er endet 24 Stunden lang. Darum geht es hier: über die Schönheit und Unschuld des jungen Morgens, aber auch darum, die Melancholie, dass etwas zu Ende geht, ganz und gar auszukosten. Lass uns auf immer schön und traurig sein!

Trackliste:

1. Midnight Is Where The Day Begins (5:54) 2. Astoria (4:42) 3. Out For The Summer (3:52) 4. Cassy (6:51) 5. The Distance (4:50) 6. A.M. (2:18) 7. As The Moon Spins Around (7:15) 8. Keeps Coming Back (5:55)

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Mitchell Akiyama [x>] [D]: Temporary Music [F] [P]

CoverLabel: Raster-Noton 046 (Post)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - Dubtronica

Von Jetzt an. Befindet sich die Musik, die man als Köln-Sound bezeichnet, auf einem höheren Niveau. Die Kanadier Jetone (Tim Hecker) - hier als Produzent tätig - und Désormais (Mitchell Akiyama), der Komponist, holen die Soundloops aus dem Hintergrund wieder in die Unmittelbarkeit deiner Stube hervor, sie verwandeln Vergangenheit (Brian Enos Ambient-Konzept) in die Hypergegenwart, an den Punkt nämlich, an dem die Zukunft die Gegenwart berührt, an die Spitze des Zeitpfeils Richtung Zukunft. Diese Loops quellen vor Dynamik, du musst einfach zuhören, weil ständig etwas passiert, was dich unvermittelt anspricht. Vor allem die ungeheuren Kontraste in der Soundwahl, die nicht einfach die Klangsuppe aus Glockenklängen ergeben, sondern ein komponiertes Ganzes aus bekannteren und unbekannteren Klängen, zumeist aus Rauschen und Knacken, das in allen erdenklichen Dimensionen plastisch gestaltet wird.
Jeder Track wird so zu einem Kalkül oder einer Erzählung. Ungewöhnlich, genau wie die gelungene Verpackung aus einem gefalzten starken Papierbogen, darin eingenäht ein Umschlag für die CD aus dünnem Papier. Die climate variations sind mir ein Märchen aus 1001 Auslaufrillen.<br />Ebenfalls sehr hörenswert ist der andere Release von Mitchell Akiyama in der neuen Raster-Post-Reihe. Temporary Music erzählt vom Zeitpunkt, der sich an der besagten Spitze des Zeitpfeils befindet: die Bruchstelle zwischen Gegenwart und Zukunft, mein Wohnort, die Spitze der sich brechnenden Welle, von der ich mit meinem Surfbrett weitergetragen werde, fast aber gerade noch nicht überspült und hinter ihr gelassen, ständig abwärts gleitend und doch noch nicht unten angekommen, ein labiles Gleichgewicht aus dem man die Balance haltend, versucht nicht heraus zu fallen … <br />für einen Raster-Noton-Release haben diese Klänge ungeheuer viel Fleisch am Knochen. Es sind viele Feldaufnahmen zu hören, Aufnahmen, die in elektronischer Form in den Editor gelangt sind und dort als Akiyamas Komposition einen temporären Status einnnehmen, weil die Parameter, mit denen die Aufnahmen gefiltert und bearbeitet werden, sich jederzeit wieder verändern können. Dieselben Aufnahmen werden morgen in neuen Kompositionen und Klang-Installtionen verwendet. Und auf diese Kompositionen warte ich bereits mit Vorfreude. Mehr davon, mehr!

Trackliste:

1. Big Sur (6:07) 2. Thaw (5:38) 3. Arterial (4:32) 4. Rain No Water (5:49) 5. Tied To The Mast (6:56) 6. Alongé (4:21) 7. Intravene (6:00) 8. Sun No Heat (6:39) 9. Empêcher L'Océan (3:52) 10. Temp.est Past (8:18)

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März [x>] [D]: Love Streams [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 13
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 05
Genre: Electronica - Folktronica

Du kannst stehenbleiben, durchatmen, aber das Leben geht weiter, das Leben der Zeichen. Davon handelt das erste, das einführende Stück dieser CD Introductory. Da heisst es: Die Geschichtenerzähler machen weiter, die Autoindustrie macht weiter, die Arbeiter machen weiter, die Regierungen …, die Roch'n'Roll Sänger …, die Preise …, das Papier …, die Tiere und Bäume …, Tag und Nacht machen weiter. Der Mond geht auf, die Sonne geht auf, die Augen gehn auf. Türen gehen auf. Der Mund geht auf. Man spricht. Man macht Zeichen. Zeichen an den Häuserwänden. Zeichen auf der Strasse. Zeichen in den Maschinen, die bewegt werden. … Die Verbote machen weiter. Die Fahrstühle machen weiter, die Häuserwände machen weiter, die Innenstadt macht weiter, die Vorstädte machen weiter.
März ist super! Auch März ist eine dieser Wieder-Explorationen des Folk unter den Vorzeichen elektronischer Musik (vergleiche Greg Davis oder Jim O'Rourke) - ebenso feinsinnig und sensibel wie durchdacht und intellektuell. So musste Folk früher sein. So ist Folk heute. Albrecht Kunze und Ekkehard Ehlers breiten akustische und visuelle Zeichen vor uns aus: Schau dir das Cover an: Piktogramme, die meisten funktional, einige ornamental, vor allem eines rhizomatisch wuchernd. Die archivierten Zeichen werden als Stoff aufgenommen und wiederbearbetet. Die versammelten Motive sind: die Sonne als erstes, geradewegs hinter einer Wolke verschwindend, Blumen, ein Singvogel, eine Klaviatur aus 12 Tönen, sieben Weiss, fünf schwarz, ein Atommodell, ein Schmetterling, wartende Menschen als Wartesaal-Piktogramm, das Euro-Symbol, ein Plattenspieler, eine Diskette als Repräsentantin der Familie der Datenträger, ein Reisekoffer, ein Lippenstift, ein Mikrophon, zwei Büroklammern, ein Repeat-Symbol, um wieder von vorne zu beginnen und die Liebenden natürlich, mit ihren Flügeln und den ineinander verschlungenen Gliedern., ein Tropfen, um stetig den Stein zu höhlen. Die versammelten Klänge sind: Die gezupften Gitarren, die Mundharmonika in vielen Intonationen, Glocken, Xylophon, die Erzählerstimme, das Zirpen der Zikaden und Grillen, das unruhige Kratzen und Schaben wie aus dem Kontaktmikrofon, das an der Sohle des Barden angebracht ist, wenn er an der Strassenecke spielt und den alten Beatles-Blues I've got a feeling als Folk-Weise anstimmt, aber an John Lennons Everybody-Stelle einsetzt, hängen bleibt und schleifen zieht, als würde er traurig mit Samples spielen. Tut er! Tut er, genau wie in Chelsea Boys, wo der Track aus Samples immer weiter aufbaut und dichter und dichter wird. Eine sehr, sehr melancholische CD, es ist wahr! Kein Wunder, die Referenz zur letzten, posthumen Beatles-Platte Let it be, auf der John Lennon die Weise anstimmt: Oh Danny Boy, the fields, the fields are calling mit den Worten: Oh Danny Boy, you're oh so melancholy.

Trackliste:

1. Introductory (4:35) 2. Things Can Only Get Better (2:55) 3. The Cricket Song (4:32) 4. The Help Song (6:12) 5. Interlude #1 (1:06) 6. Chelsea Boys (6:17) 7. The Hysteric Song (5:19) 8. The Rain Rains (3:38) 9. Interlude #2 (1:16) 10. Love Streams (4:54) 11. Everybody Had A Hard Year (4:08) 12. Bars 1, 2, 3, 4 (5:20)

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Rezensionen April 2002

Flim [x>] [D]: Given You Nothing [F] [P]

CoverLabel: Tomlab tom 018
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 29
Genre: Electronica - Folktronica

Aufnahmen bzw. Kompositionen von Enrico Wuttke, die zwischen 1993 und 2001 entstanden sind. Ein beinahe klassisches Klavier, dessen Klang durch elektronische Soundverarbeitung dezent bearbeitet wird. Vielleicht vergleichbar mit Arbor von Greg Davis, der mit einer Folk-Gitarre arbeitet. Wuttke hingegen arbeitet mit einem anderen traditionellen Instrument, dem Klavier. Wo Davis fragil ist ist Wuttke subtil, wo Davis introvertiert, fast scheu scheint, da ist Flim unbefangen verspielt. Toller Release eines der zur Zeit lebendigsten Labels.

Trackliste:

1. Hell (2:11) 2. Plural (4:31) 3. Linker (3:35) 4. April (3:05) 5. My Czesko Guitar (3:04) 6. Linker2 (7:21) 7. This Is A Lush Life (3:23) 8. Am Rande Gesehen (2:33) 9. Paspell Unten (3:00) 10. The Crass (6:06) 11. Given You Nothing (3:46)

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Burnt Friedman & Jaki Liebezeit [x>] [D]: Playing Secret Rhythms [F] [P]

CoverLabel: Nonplace NON 09
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 26
Genre: Electronica - Dubtronica, Electronica - Jazztronica

Jaki Liebezeit, Ex-Can-Drummer, Krautrocker, vielleicht der beste Drummer aller Zeiten, wie jede Can-CD mit Leichtigkeit erweist, meets Genius Burnt Friedman, Partner von Atom Heart im Flanger-Projekt.
Nach Clash von Holger Czukay und Dr. Walker (1998) wieder eine Zusammenarbeit zwischen einem Can-Veteran und einem jungen Musiker der Dance-Szene. Heraus kommt eine der interessantesten Jazztronica-CDs der Gegenwart. Jeder Track ist sowohl soundmässig ein Erlebnis als auch rhythmisch Interessant: Oft entwickeln sich Rhythmen gemächlich, indem ein zusätzliches Element dazu kommt, ein Schlag nur, der urplötzlich zu einem neuen Referenz- bzw. Nullpunkt wird, so dass sich das Beat-Schwergewicht von einem Moment zum anderen verlagert.

Trackliste:

1. Rhein Rauf (6:27) 2. Rechter Winkl (4:23) 3. Royal Roost (5:46) 4. Shades Of Soddin Orion (4:18) 5. Rastafahndung (3:40) 6. Gulli Verreisen (4:59) 7. Wirklich (3:14) 8. Obscured By 5 (3:48) 9. Obscured By 5 (Burnt Friedman, Joseph Suchy Remix) - (4:50) 10. Obscured By 5 (Extended) (13:26)

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Derek Bailey [x>] [D]: Ballads [F] [P]

CoverLabel: Tzadik TZ 7607
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 23
Genre: Jazz - Freejazz - European-Freejazz

Jazz Balladen, Standards wie Stella by Starlight, Body and Soul, Georgia on My Mind u.v.a., gespielt vom grossen Improviser Derek Bailey – zum herzerwärmen und zum hirnverbrennen. Diese CD verstört die Puristen auf allen Seiten, weil zu zugänglich, weil zu unzugänglich. Bailey verärgert die eine oder den andern, weil sein Auge wärend dem atemberaubenden Spiel vielleicht in Richtung Kommerz blinzelt. Ich meine: Wenn der Mann während dem Spielen Zeit findet zu blinzeln, dann soll er doch. Meister dürfen blinzeln.

Trackliste:

1. Laura (2:58) .Written-By - David Raksen. 2. What's New (1:40) .Written-By - Robert Haggart., Johnny Burke 3. When Your Lover Has Gone (3:18) .Written-By - E. A. Swan. 4. Stella By Starlight (7:21) .Written-By - Victor Young 5. My Melancholy Baby (3:13) .Written-By - Ernie Burnett 6. My Buddy (1:12) .Written-By - Walter Donaldson 7. Gone With The Wind (2:06) .Written-By - Allie Wrubel, Herbert Magidion. 8. Rockin' Chair (1:56) .Written-By - Hoagy Carmichael 9. Body And Soul (5:33) .Written-By - John Green. 10. Gone With The Wind (2:28) .Written-By - Allie Wrubel, Herbert Magidion. 11. Rockin' Chair (2:04) .Written-By - Hoagy Carmichael 12. You Go To My Head (1:47) .Written-By - J. Fred Coots 13. Georgia On My Mind (4:57) .Written-By - Hoagy Carmichael 14. Please Don't Talk About Me When I'm Gone (0:50) .Written-By - Bee Palmer, Sam E. Stept, Sidney Clarke

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Wilco [x>] [D]: Yankee Hotel Foxtrot [F] [P]

CoverLabel: Nonesuch 7559-79669
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 23
Genre: Alternativerock - Alternativecountry


Was ist doch gleich wieder das Thema, dieses Jahr, worum dreht es sich (unter anderem)? Ach ja, Annäherung der zwei Traditionen: Techno und Rock / Pop / Indie, hier in der Version: Rockband meets Electronica-Wizard Jim O'Rourke. Dieser spielt mit jener, produziert sie Dabei entsteht eines der liebenswürdigsten Resultate. Die Songs von Jeff Tweedy, die mich stellenweise an Crowded House-Songs erinnern, bleiben Songs, fransen aber hier und da zu Tracks aus, zumeist an ihrem Anfang oder Ende. Eine dieser Electronica-Fransen gab dem Album seinen Namen (Ende von poor places).

Trackliste:

1. I Am Trying to Break Your Heart (Jeff Tweedy) - 6:58 2. Kamera (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 3:30 3. Radio Cure (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 5:09 4. War on War (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 3:49 5. Jesus, Etc. (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 3:52 6. Ashes of American Flags (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 4:45 7. Heavy Metal Drummer (Jeff Tweedy) - 3:08 8. I'm the Man Who Loves You (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 3:57 9. Pot Kettle Black (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 4:00 10. Poor Places (Jay Bennett, Jeff Tweedy) - 5:18 11. Reservations (Jeff Tweedy) - 7:25

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Pan American [x>] [D]: The River Made No Sound [F] [P]

CoverLabel: Kranky KRANK 051, Vertical Form VFORM 017
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 15 (US), 2002 05 (UK)
Genre: Electronica - Ambient, Postrock

Eine unglaublich stille CD, die stellenweise etwas an Rechenzentrum erinnert, aber viel stiller daher kommt. Du bemerkst diese Musik kaum, sie ist wie aus Glas, durch das hindurch du in die Welt hinaus siehst.

Trackliste:

1. Plains (3:36) 2. For A Running Dog (8:22) 3. Settled (4:38) 4. Place Names (6:44) 5. Redline (9:12) 6. Raised Walk (3:06) 7. St. Cloud (7:09) 8. 2-Sided (2:19) 9. Right Of Return (9:29)
Alle Tracks: Marc Nelson.

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Angelika Köhlermann [x>] [D]: Care [F] [P]

CoverLabel: Tomlab tom 017
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 08
Genre: Postrock, Electronica, Newpop - Artpop - Naivemusic

Diese CD ist eine Reise mit dem Bummelzug. Wie in der Zeit, als du dir das schöne Wochenendticket gekauft und dich in den Regio gesetzt hast, um zwei Tage lang in einer anderen Welt als in deiner zu sein, um dich in dieses zugleich alltägliche und künstliche Ambiente hinein fallen zu lassen: Die Bummelzüge und ihre ständig wechselnden fremden Gesichter, Stimmen, Gesten – unterwegs sein, nicht zwischen Bahnhof und Bahnhof, sondern zwischen Station und Station.
In dieser kleinen Welt ist nichts gerade, du findest alles verdreht und verstaucht, sogar der Zug schlängelt sich runden Hügeln entlang durch die Pampa – im Schildkrötentempo, versteht sich. Die Leute, die dich im Abteil ansprechen, scheinen zwei Nasen zu haben und ein drittes Auge. Es ergeben sich nette kleine Gespräche, aber es ist eine Freakshow zugleich. Das ist wie ein Jahrmarkt in der Provinz, den du nicht vergisst.

Trackliste:

1. Bain Bain (2:44) 2. Qu'Est Ce Que Tu T' Souviens (0:07) 3. German Lesson (2:09) 4. Krokadiu (0:09) 5. You And Me (2:36) 6. Donde Vas (0:27) 7. If I Won't, I Wish (1:56) 8. Where Are You (2:32) 9. Ilya (2:43) 10. Felix (0:15) 11. Kiss (3:05) 12. Train (0:35) 13. I Still Do (1:22) 14. Train (1:00) 15. I I've To Go (2:07) 16. I Felt In Love (1:24) 17. Land Escapes (2:17) 18. Oiseaux (0:05) 19. Sad (2:30) 20. My Real Name (0:14) 21. Souvenir (1:21) 22. Tonight (2:17) 23. Need To Find (0:53) 24. Vent (0:26) 25. I Find You Again (1:07)

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Herrmann und Kleine [x>] [D]: Our Noise [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 026
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04 02
Genre: Postrock - Indietronica

Nach langem Warten auf eine Nachfolger-CD ist es nun soweit: Die zwei Indietronic-Frickler aus Berlin sind zurück mit ihren leichten fast kitschig-schönen Klangräumen und den immerzu leicht kratzigen Breakbeats, die die Herbstmelancholie, die sie verbreiten, zu jeder Jahreszeit erträglich macht. Neu und interessant ist ihr Unternehmen in blue flower mit dem Laptop wie die Noisebands am Anfang de Neunziger zu klingen (daher der Titel der CD?). Ein ungeheuer spannungsgeladener Kontrast zwischen leisen Gitarrenpassagen und Klangwänden. Spannend auch Wonder, wo die Schweizerin / der Schweizer in dir den Naturjodel hört, der als wall of sound in Szene gesetzt wird. Eine CD voll schwelgerischer Sounds. Eine Wonne in Herbstbraun und Abendrot.

Trackliste:

1. Drop (5:28) 2. Her Tune (6:33) 3. Kissing You At 120 BPM (2:55) 4. Still Tired (5:07) 5. Shuttle (4:39) 6. Blue Flower (A. Moore, P. Blebvad) (5:28) 7. Headlights (4:35) 8. Wonder (4:38) 9. Catch A Snowflake (4:52) 10. Don't Look Back (1:59)
Alle Tracks: Thaddeus Herrmann & Christian Kleine

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V. A. (Tresor) [x>] [D]: True Spirit [3-CD, Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Tresor 185
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 04
Genre: Electronica - Techno

Tresor ist das deutsche Techno-Label schlechthin. Und die Geschichte selbst. Rechtzeitig vor dem angekündigten Buch nun also die drei CDs mit je 70' Musik, teilweise mit nicht mehr erhältlichem Material, die du laut, sehr laut hören musst. Von Clock DVA's The Hacker, einem der grossen Einflüsse auf Jeff Mills, über die Detroit-Familie der ersten Stunde, Atkins, Baxter und Fowlkes, zu besagtem Jeff Mills und zu Robert Hood und dann rüber nach England zu Vogel, Landstrumm und Schmidt, verdammt, wer war nicht bei diesem Label?
Beim Wiederhören kommen dir garantiert all die Erinnerungen an die Neunziger wieder hoch. Und der Eindruck, dass hier Musik gelebt und geschaffen worden ist, die sowohl paradigmatischer Ausdruck ihrer Zeit ist, als auch als ein solcher über diese Zeit hinauswirken kann. Du findest hier keinen verbrauchten, langweilig oder gar lächerlich gewordenen Moment, keinen Hype, nichts, was nicht auf eine herausragende Weise für dieses Jahrzehnt stehen könnte und also bleibend wäre. Ein Monolith der Tresor.
Nachtrag zu CD1: Hör dir die Melodiephrasen dieser frühen Detroit-Techno-Stücke an! Sie sind unvergleichlich zu allem, was du sonst gehört hast. Das war eine radikal neue Musik! Die Phrasen haben die Lieblichkeit von Polizei- oder Alarmsirenen (die dann erklingen, wenn die Aliens landen, um die Welt einzunehmen, oder wenn der Supergau abgegangen ist und alle Lebewesen in resistente Mutanten verwandelt). Die Lieblichkeit von allem, was nicht ästhetisch genossen werden will, sondern unmittelbar auf den Körper wirken soll, dich zur Flucht aktivieren oder zum Ausweichen zwingen will. Alarm-Zeichen. Und zu dieser Musik wurde im Tresor Club auf engstem Raum getanzt, so dass die verschwitzte Feuchtigkeit an den Wänden herunterlief, unglaublich! Und du weisst, was passiert, wenn zur Flucht kein Raum ist. Entweder du gerätst in Panik oder du weichst ins imaginäre aus, wo du in schneller und intensiv erlebter Abfolge alle Reaktionen durchmachst: du versteinerst, du mutierst, du hast Visionen, du ergibst dich und hältst der Musik bzw. dem DJ deinen Hals zum Biss hin, du verspürst Liebe zu allen, die da einen Körper bilden, es ist wie beim Sex, wenn man mal auf heftig statt auf zärtlich macht.

Trackliste:

CD 1 1. X-101: Sonic Destroyer (4:57) 2. Jeff Mills: Hypnotist (4:33) 3. Eddie Flashin Fowlkes
: 420-Low (5:27) 4. Blake Baxter: Ghost (5:24) 5. Maurizio: Ploy (Strategic Mix) (5:39) 6. Bam Bam: Where's Your Child? (5:13) 7. Vainqueur: Lyot (Maurizio Mix) (7:03) 8. Vision: Projectile Darts (5:05) 9. 3 Phase: Der Klang Der Familie (6:28) 10. System 01: Drugs Work (4:43) 11. Ingator: Skyscratch (Mano Mano) (UR Mix) (5:32) 12. Clock DVA: The Hacker (7:26)
CD 2 1. Jeff Mills: Late Night (Mills Mix) (4:49) 2. Joey Beltram: Ball Park (DJ Rush First Bass Mix) (6:13) 3. Cristian Vogel: Absolute (7:04) 4. Advent: Sketch O Matic (5:09) 5. Fumiya Tanaka: Drive #5 (Edit) (5:16) 6. James Ruskin: Version (4:16) 7. Karl O'Connor: Guiltless (4:55) 8. Sterac: Liteon (5:17) 9. Transllusion: Transmission Of Life (4:27) 10. Drexciya: Lost Vessel (5:52) 11. Surgeon: Intro (Version II) (4:51) 12. Neil Landstrumm: Tension In New York (4:05) 13. Tobias Schmidt: Wagging Tail (4:05) 14. Cristian Vogel: General Arrepientase (5:45)
CD 3 1. Blake Baxter: One More Time (Red Planet Mix) (5:54) 2. Marshall Jefferson: Floating (8:32) 3. MB: Die Kosmischen Kuriere (5:39) 4. K. Hand: Mystery (4:38) 5. Tiny Robot: Theme From Tiny Robot (5:08) 6. Blake Baxter & Eddie Flashin Fowlkes
: Wisdom (5:52) 7. Model 500: Light Speed (7:19) 8. Optic Nerve: Premonition (6:11) 9. Infiniti: Raindrops (5:06) 10. Robert Hood: Quartz (6:31) 11. Santonio: Deep Cover (House Mix) (5:16) 12. Eddie Flashin Fowlkes
& 3MB: Illuminisim (Sun Electric Edit) (6:21) 13. Joey Beltram: Game Form (Mike Dearborn Mix) (4:16)

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Rezensionen März 2002

Frank Bretschneider & Taylor Deupree [x>] [D]: Balance [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 109
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 03 28
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism


Bei Frank Bretschneider geht es immer irgendwie um das minimalisieren von Sinuswellen-Sounds und bei Taylor Deupree geht es immer irgendwie um Architektur, was dann auch auf dem Digipack abgebildet ist, wiederum wie bei Hecker eine Schnittstelle zwischen Form und Medium: die Stelle in der Konstruktion, wo der Festbau in eine offene Bauweise übergeht, wo mit Trägern und Glas gearbeitet wird statt mit Mauern und Wänden, um Räume zu schaffen. Es geht also um die Stelle, an der geschlossene Räume sich auftun und (fast) medial werden. Oder vergleiche das Ganze mit der gepflegten Küche: Die Kunst des Kochens besteht darin, das Schnitzel bis just zu dem Punkt zu braten, an dem das Blut gerinnt ohne dass der ganze Saft verdampft. Die Kunst des Anrichtens besteht darin, vom Weiss des Tellers Gebrauch zu machen, nicht zu viel auf ihm anrichten zu wollen, Kräutchen da, Sösschen dort, mit Farben arbeiten, Leerstellen lassen, Weissraum als Auszeit der Sinne. Eine Einladung an die Imagination, den Raum mit Phantasie zu füllen. So sind diese Sounds zubereitet und angerichtet. Mit einem Wort: Perfekt. Perfekt ausgewählt, perfekt abstrahiert, perfekt gesetzt. Ein Fest für deinen Gaumen. Bevor die beiden Küche nach Hause gehen, schauen sie sich drei mal um, ob der Backofen auch wirklich ausgeschaltet ist.

Trackliste:

1. Interlock (6:15) 2. Moving Light (5:45) 3. Dug In (5:09) 4. Vertical Invader (5:25) 5. Freeze Frame (4:15) 6. Autodrive (4:31) 7. Concrete (5:26) 8. Half-Mute (4:42) 9. Bluetime (4:29)

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Geeez 'n' Gosh [x>] [D]: Nobody Knows [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 111
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 03 19
Genre: Electronica - House - Gospelhouse, Electronica - Funktronica - Glitchfunk

Atom says: Pray, Atom says: Sing you children!, Atom says: Oh, precious lord (I'm thankful). Und Atom agiert von der Kanzel aus mit Bibel und Schwert, sozusagen, will sagen mit einem Kompendium heiliger Lieder und mit den Waffen der Technologie. Atom nennt sich zum zweiten Mal Geeez'n'Gosh und lässt Samplefragmente als Klicks auf der Stelle hüpfen und ihm gelingt damit eine kulturelle Aussage. Amen würd ich darauf entgegnen und: Wer Ohren hat, der gehe hin in Frieden.

Trackliste:

1. Nobody Knows... - 0:37 2. We Call On Him - 4:18 3. Pray - 3:32 4. Mother Showed Me (The Way To Go) - 6:12 5. It's No Secret (What God Can Do) - 4:07 6. The Love Of God - 6:20 7. Sing You Children - 4:04 8. Swing Down Sweet Chariot - 4:12 9. Body And Soul - 4:17 10. Oh, Precious Lord (I'm Thankful) - 4:04 11. I'm Determined (Jesus Changed My Soul) - 4:02
Alle Tracks: Uwe Schmidt.

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Désormais [x>] [D]: Climate Variations [F] [P]

CoverLabel: Intr_version INTR 004
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 03 06
Genre: Electronica - Postelectronica

Von Jetzt an. Befindet sich die Musik, die man als Köln-Sound bezeichnet, auf einem höheren Niveau. Die Kanadier Jetone (Tim Hecker) - hier als Produzent tätig - und Désormais (Mitchell Akiyama), der Komponist, holen die Soundloops aus dem Hintergrund wieder in die Unmittelbarkeit deiner Stube hervor, sie verwandeln Vergangenheit (Brian Enos Ambient-Konzept) in die Hypergegenwart, an den Punkt nämlich, an dem die Zukunft die Gegenwart berührt, an die Spitze des Zeitpfeils Richtung Zukunft. Diese Loops quellen vor Dynamik, du musst einfach zuhören, weil ständig etwas passiert, was dich unvermittelt anspricht. Vor allem die ungeheuren Kontraste in der Soundwahl, die nicht einfach die Klangsuppe aus Glockenklängen ergeben, sondern ein komponiertes Ganzes aus bekannteren und unbekannteren Klängen, zumeist aus Rauschen und Knacken, das in allen erdenklichen Dimensionen plastisch gestaltet wird.
Jeder Track wird so zu einem Kalkül oder einer Erzählung. Ungewöhnlich, genau wie die gelungene Verpackung aus einem gefalzten starken Papierbogen, darin eingenäht ein Umschlag für die CD aus dünnem Papier. Die climate variations sind mir ein Märchen aus 1001 Auslaufrillen.<br />Ebenfalls sehr hörenswert ist der andere Release von Mitchell Akiyama in der neuen Raster-Post-Reihe. Temporary Music erzählt vom Zeitpunkt, der sich an der besagten Spitze des Zeitpfeils befindet: die Bruchstelle zwischen Gegenwart und Zukunft, mein Wohnort, die Spitze der sich brechnenden Welle, von der ich mit meinem Surfbrett weitergetragen werde, fast aber gerade noch nicht überspült und hinter ihr gelassen, ständig abwärts gleitend und doch noch nicht unten angekommen, ein labiles Gleichgewicht aus dem man die Balance haltend, versucht nicht heraus zu fallen … <br />für einen Raster-Noton-Release haben diese Klänge ungeheuer viel Fleisch am Knochen. Es sind viele Feldaufnahmen zu hören, Aufnahmen, die in elektronischer Form in den Editor gelangt sind und dort als Akiyamas Komposition einen temporären Status einnnehmen, weil die Parameter, mit denen die Aufnahmen gefiltert und bearbeitet werden, sich jederzeit wieder verändern können. Dieselben Aufnahmen werden morgen in neuen Kompositionen und Klang-Installtionen verwendet. Und auf diese Kompositionen warte ich bereits mit Vorfreude. Mehr davon, mehr!

Trackliste:

1. World Remains (4:59) 2. Ruin Her Slowly (7:48) 3. Devant Et Dessus (5:50) 4. Failure For Every Flavour (7:07) 5. Violent Feelings Often Pass (6:25) 6. Just In Case We Lose (3:07) 7. Suspense De Vent (4:31) 8. As Though (6:22) 9. Alex Zinobar (7:46) 10. Gaza Strip (6:34)

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Req [x>] [D]: Sketchbook [F] [P]

CoverLabel: Warp 089
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 03 04
Genre: Electronica - Techno - Wonkytechno

Britischer Hip Hop aus Brighton von Req. Hip Hop? Weiss nicht. Metahiphop eher. Eine Breakbeat-Bombe jedenfalls.
Req hat mit Oldscool-Beats angefangen. Das war 1997 beim Skint-Label. Später dann, mit Frequency Jams weitergemacht, einem Album, bei dem die Breakbeats bereits vielem Geräuschmaterial haben weichen müssen. Das war 1998. Auf Sketchbook nun erwarten dich Soundminiaturen, Haikus, Sketches, wie der Name es ganz richtig verkündet. Näher an den Kreationen von Cristian Vogel oder Jamie Lydell als an dem, was du aus den Schwarzenvierteln New Yorks oder Los Angeles' hören kannst, obwohl sehr auf wenige interessante computergenerierte oder prozessierte Klänge reduziert, was für Brighton dann doch wieder auch neu ist. Dieses Sketchbook bietet mit seiner Reduziertheit eine Schau von Resultaten aus der kreativen Entwurfsphase eines künftigen Produkts - vielleicht die nächste CD von Req für Warp. Ich bin gespannt.

Trackliste:

1. Loop Bass (5:08) 2. Something (4:40) 3. l Seek (5:17) 4. Sketchies Death Track (4:00) 5. Colours (5:00) 6. Ampeg 18 Khz (4:07) 7. Upstairs (5:19) 8. Dolby C (4:30) 9. Symbolic 3 (5:31) 10. Java Bytes (4:23) 11. Love Ache (4:17) 12. 3 Of 4 (5:20) 13. Wasp Zither (5:28) 14. Gap Clothing (4:08)

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Rezensionen Februar 2002

Sandoz [x>] [D]: Afrocentris [F] [P]

CoverLabel: Intone 001
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 26
Genre: Electronica - IDM, Electronica - Dubtronica

Sandoz (Richard H. Kirk) gibt dir klingende Medientheorie.
Die Klang- und Wortereignisse von Kirks Musik treten als Botschaften auf, als Inhalte von Medien, sie werden, wie bereits damals bei Cabaret Voltaire, zu einer dichten und rhythmischen Soundtextur verarbeitet, indem Kirk Fragmente und Einheiten dieser Medienbotschaften gesteuert von Sequenzern auf eine zirkuläre Reise durch Effektgeräte schickt. Dabei werden sie (nicht nur in den besten Momenten der Tracks, aber dort besonders) flüssig, etwa auf die Art, wie das Bild auf dem CD-Booklet flüssig ist. Du hast schon recht, Richard Kirk macht, strukturell betrachtet, seit seinen beiden WARP-Releases (Virtual State und The Numbers of Magic von 1993 bzw. 1995) nichts entschieden Neues mehr, dennoch möchte ich keinen seiner Arbeiten verpassen. Seit über 20 Jahren (!) begleiten mich seine Tracks und das kann ich von keinem anderen Act behaupten.

Trackliste:

1. Spooks Inna Congo (9:31) 2. Nye (We Are Silent) (6:09) 3. I'm Not Afraid (6:15) 4. Dissolved (In Acid) (4:23) 5. Beaucoup De Gris Gris, Beaucoup De Talisman (5:34) 6. Terminator Chop & Clean (5:40) 7. Na Panza (8:00) 8. Bring Me Joy (5:38) 9. Nye (....Mix) (6:04) 10. O Technique Of Transformation (3:27) 11. Panza (5:21) 12. Phaseur (5:29)
Alle Tracks: Richard H. Kirk.

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Michael Mayer [x>] [D]: Immer Mix CD [Mix] [F] [P]

CoverLabel: Kompakt 015
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 26
Genre: Electronica - Minimaltechhouse, Electronica - House - Microhouse

Da ist er wieder, der Kölnsound, da ist sie nun, die neue Volksmusik, die Wolfgang Voigt konzipiert und propagiert, Michael Mayer 70 Minuten lang für dich aufgelegt hat. Loops aus dem Destillat von Boogie, Kraut, Disco, Achzigerpop, House, Techno. Alles drin hier aus der Popmusikgeschichte. Die Tracks (die wenigsten von ihnen vom Kompakt-Label selbst!) allesamt das Maximum, was man aus Loops herausholen kann, damit sie dich taumeln machen. Der Mix: Gross und Supergut. für immer, mein Schätzchen, für immer. Eine andere Zeitrechnung kennen wir nicht. Hier müssen wir durch und gleich nochmal: hier durch, und wieder: hier durch. Endlosbetrieb. Grosse Gefühle: Momente zwischen Extase und Melodram. Hollywood aus Deinem CD-Player.

Trackliste:

1. Auch: Tomorrow Goodbye (Farben Remix) (3:36) 2. Audision: Gamma Limit (5:49) 3. A Rocket In Dub: Rocket No. 3 (5:48) 4. M. Rahn: Toaster (5:30) 5. Carsten Jost: Krokus (Superpitcher Remix) (6:13) 6. Stargazer: Deeper (Ewan Pearson Ping Pong Beats) (3:55) 7. Phon.o: Palersam The Cat (4:01) 8. Thomas Fehlmann: Gratis (5:10) 9. Akufen: Psychometry Vol. 3.0 (4:32) 10. Phantom/Ghost: Perfect Lovers (Unperfect Love Mix by Tobias Thomas & Superpitcher) (9:24) 11. Selway: Flying Far (5:47) 12. Paul Nazca: Surface (5:52) 13. Frank Martiniq: Adriano (M. Mayer Remix) (5:56)

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Laub [x>] [D]: Filesharing [F] [P]

CoverLabel: Kitty-Yo KY 2057
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 22
Genre: Electronica - Poptronica, Electronica - Breakbeat - Triphop

Wenn es so etwas wie deutschen Triphop gibt, dann repräsentieren Laub dieses Genre wie niemand anders. Diese Band wird von Album zu Album besser. Der All Music Guide (Jack LV Isles) mutmasst, dass Vladislav Delay bei der Produktion dieser CD seine Hand im Spiel hatte ?
Ach Antye, Deine gehauchten, mit bescheidene Pathos geladenen Worte (vielleicht Strass, ja, Strass im Getriebe der Welt), die mich als dein seit je ergebener Hörer angehen, von vorn, hinten, links, rechts, oben und unten, weisst du, schön, wie schön du bist, weiss gekleidet, das steht Dir gut, dieses Weiss, das mit dem Hintergrund verschmilzt, genau wie Deine Texte zuweilen, wenn sich in ihnen die Syntax bricht und so Sprache zu Geräsch wird, und das Ungesagte deiner Texte, die Fortsetzung der abgebrochenen Sätze, ungeschrieben auf weissem Papier verbleibt. Wie das zu Deiner Stimme passt und wie zu Eurem weissgewaschenen Sound, verwaschen die Farbe der sperrholzigen Breakbeats von: Unter anderen Bedingungen als Liebe, das Album, das mich heute noch erstarren lässt, wie ein Tier, das plötzlich vom hungrigen Feind überrascht wird. Verwaschen ist nun auch die wilde Farbpalette vom überdrehten Erstling: Kopflastig, in dem ich oft ertrunken bin, doch beides, Kopflast und andere Bedingungen noch als Spurenmenge vorhanden. Ach ja, Antye: Lebenswert ist beispielsweise täglich über deinen Satz nachzudenken: Weise werden erscheint mir lebenswert.

Trackliste:

1. Mofa (4:03) 2. Temporaries (4:04) 3. Wortspur (4:31) 4. Neulich (4:17) 5. Reichlicher (4:13) 6. Getriebe (7:08) 7. Morgen (5:25) 8. Fadenseiden (3:03) 9. Unbeholfen (5:06)
Alle Tracks: Laub (Musik), Antye Greie (Text).

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Xiu Xiu [x>] [D]: Knife Play [F] [P]

CoverLabel: 5 Rue Christine GER 016, Tomlab tom 033
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 19 (US), 2003 11 11 (D)
Genre: Post-Millennial-Music - Postpunk-Revival - Synthpunk

Wir könnten stundenlang darüber diskutieren, ob Knive Play hörbar ist oder nicht. Das hat aber gar keinen Wert. Ihr versteht das sowieso nicht, ihr erkennt es nicht - völlig hoffnungslos!
Ich stelle mir Horden von euch vor, die diese Musik nicht ertragen. Ich ertrüge sie auch nicht, wenn ich sie mit euch zusammen anhören müsste. Ich fürchtete mich vor vor den vernichtenden Urteilen, vor euren ätzenden Gesichtsausdrücken, von euren Phrasen über diese schreckliche Musik, über diese Unmusik. Ich will euren Schrott nicht hören, Leute, denn dies ist grosse Musik. Und ich muss solche wahrhaft grosse Musik vor euren bösen Mäulern, vor euren unverständigen Gedanken schützen. Ich muss sie retten, diese Musik. In meinem Kopf einsperren, damit ihr sie nicht hören könnt.

Trackliste:

1. Don Diasco - 2:54 2. I Broke Up (SJ) - 2:20 3. Luber - 4:02 4. Hives Hives - 3:42 5. Dr. Troll - 3:54 6. Over Over - 4:05 7. Anne Dong - 4:51 8. Suha - 4:57 9. Poe Poe - 3:40 10. Homonculus - 3:20 11. Tonite and Today (What Chu' Talkin' 'Bout) - 5:22

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Greg Davis [x>] [D]: Arbor [F] [P]

CoverLabel: Carpark CRPK 012
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 19
Genre: Electronica - Folktronica, Electronica - DSP


Gitarre und Laptop. Ist es Postrock? Indietronica? Eher wohl Folk für unser Jahrzehnt. Die Gitarre spielt trackartig Folkklischees, evoziert stellenweise Jim O'Rourkes Eureka, bleibt aber ohne Gesang und der Computer umspielt die einsamen und minimalistisch anmutenden melodischen Figuren mit sparsamen, grösstenteils unauffälligen Ornamenten. Die Ruhe, die Stille, die diese introvertierte Musik ausstrahlt, ist einfach schön, schön und melancholisch. Sie ist für die ruhigeren Momente im Leben gemacht, für einen arbeitsfreien Morgen, an dem Du langsam in Deinen sonnigen Tag hineingleitest. Dann aus dem Haus, deinen Blick stets nach oben, auf und über die Löcher, in den blauen Himmel hinein, wo die Vögel ihre Kreise ziehen.

Trackliste:

1. Submersion Tank Part One (V.2) 2 Coventry 3. Eleven Eight 4. Cumulus 5. Nicholas 6. Walking Home 7. Sea Green And Cyan (V.2) 8. Thirteen Eight B (V.3) 9. Arbor

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Boards Of Canada [x>] [D]: Geogaddi [F] [P]

CoverLabel: Warp 101
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 18
Genre: Electronica - Breakbeat - Downtempo, Electronica - IDM

Mehr psychedelische Miniaturen als Tracks, nicht wegen ihrer teilweisen Kürze. Kaleidoskopmusik - war boc schon immer. Jetzt, da ich das Artwork auf dem Cover sehe, verstehe ich es besser. Das Kaleidoskop: Ein kleiner Wirklichkeitsausschnitt durch ein Rundloch in einen Dunkelraum gebracht, in dem sein Licht an verschiedenen drehbaren Spiegeln gebrochen wird. Was du hörst ist ein Spiegeltanz von Soundereignissen um virtuelle Punkte. Das Kaleidoskop – ein früher Bild-Editor mit eingebautem Plug-in-Filter. Das Kaleidoskop auf konkretes Klangmaterial gerichtet, auf Stimmen, auf das Schreien von Babys, auf das Spielen von Kindern auf Spielplätzen und Schulhöfen. Schau durch und dreh es sachte im Takt deiner innern Musik.

Trackliste:

1. Ready Lets Go - 0:59 2. Music Is Math - 5:21 3. Beware the Friendly Stranger - 0:37 4. Gyroscope - 3:34 5. Dandelion - 1:15 6. Sunshine Recorder - 6:12 7. In the Annexe - 1:22 8. Julie and Candy - 5:30 9. The Smallest Weird Number - 1:17 10. 1969 - 4:19 11. Energy Warning - 0:35 12. The Beach at Redpoint - 4:18 13. Opening the Mouth - 1:11 14. Alpha and Omega - 7:02 15. I Saw Drones - 0:27 16. The Devil Is in the Details - 3:53 17. A Is to B as B Is to C - 1:40 18. Over the Horizon Radar - 1:08 19. Dawn Chorus - 3:55 20. Diving Station - 1:26 21. You Could Feel the Sky - 5:14 22. Corsair - 2:52 23. Magic Window - 1:46 24. From One Source All Things Depend - 2:10 (Japanese edition only)

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Murcof [x>] [D]: Martes [F] [P]

CoverLabel: Static STA 002, Leaf BAY 023
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 14 (MEX), 2002 05 13 (UK)
Genre: Electronica - Postelectronica - Neo-Klassik

Wow, diese unglaublich schöne Spielart der Electronic Listening Musik hast du noch nie gehört! Knister-Minimalismus plus Samples aus dem E-Musik-Bereich: Orchester, sowie glasklare Frauenstimmen. Das Fading dieser Samples als Stilmerkmal verwendet. Dies alles miteinander zu einer epischen Mischung vermengt, zu Erzählungen, die von der mexikanischen Wüste handeln. Hier knistern nicht nur funky Clicks, hier knistert es vor Spannung.

Trackliste:

1. Memoria (5:53) 2. Marmol (5:29) 3. Maiz (6:06) 4. Mo (4:27) 5. Mes (5:51) 6. Mapa (5:40) 7. Mir (6:42) 8. Muim (6:52) 9. Unison (4:53)

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Vladislav Delay [x>] [D]: Naima [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 023
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02 05
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - Techno - Dubtechno, Electronica - Dubtronica

Für seine Soundinstallation im Klangpark der ars electronica 2001 ging Delay vom Klangmaterial seines letztjährigen Albums Anima aus, setzte diesem die Sprechstimme seiner namenlosen Freundin hinzu (Voice: Girlfriend!) und tauschte die zwei ersten Buchstaben im Titel aus. Mit der Sprechstimme macht er sodann genau das, was er mit den Sounds tut. Er schichtet die Worte und Phrasen quer und hoch durch den Klangraum. Vergleichbar mit jenen kubistischen Gemälden, die von lauter Arbeit an der Form kaum mehr die Gestalt des Gegenstandes erscheinen lassen. Protoplastisch wie eh und je ist das Hör-Resultat. Ein Flow von rhizomatisch sich verästelnden Klang- und Wortereignissen. Das ist die Musik der Gegenwart. Bitte mehr davon!

Trackliste:

1. Naima (42:08)

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V. A. (Force Lab) & Algorithm [x>] [D]: The Forcelab Edition-Composure Mixed By Algorithm [Mix] [F] [P]

CoverLabel: Force Lab FLAB 010
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 02
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno, Electronica - House - Microhouse

Eine Rezension zu dieser CD müsste eigentlich so lauten: 0011 1010 1100 1101 0110 1001 0010 1011 1010 1101 1010 1011 1101 0101 1010 1101 1011 0110 1101 1011 0110 1010 1010 0101 0110 1010 1010 1010 1001 0101 1011 0110 1101 1111 1000 0100 0100 0001 0001 0010 1010 1010 1010 0100 1010 1101 0101 1011 0110 1011 0101 1011 1011 0101 0101 0000 1010 1010 0010 1010 1000 1011 0101 0101 0101 0101 0101 0101 1110 1011 0110 1110 1101 1011 0111 1101 1101 0110 1011 0110 1101 1101 1011 1010 1010 1010 1011 1010 1011 1101 1010 1010 1011 0110 1101 1011 0110 1010 1001 0101 0101 1010 1010 1010 1011 1101 0110 1010 1010 0101 0110 1010 1010 1010 1010 1010 1010 0101 0101 0011 0101 0100 1010. Denn hier liegt Postsampling vor. Die Arbeitseinheit dieser Musik sind nicht die wiedererkennbaren Soundereignisse, sondern die Mikrobits, aus denen Jeff Milligan eine Textur strickt, was ein Klanggewebe ergibt, das um ein Vielfaches dichter ist als das von Richie Hawtin auf seinem DE9-Release. So mixt man heute. Grossartig!

Trackliste:

1. Untitled (0:33) 2. Untitled (6:24) 3. Untitled (2:08) 4. Untitled (1:36) 5. Untitled (2:04) 6. Untitled (3:32) 7. Untitled (4:32) 8. Untitled (8:47) 9. Untitled (3:44) 10. Untitled (2:23) 11. Untitled (3:16) 12. Untitled (3:07) 13. Untitled (1:36) 14. Untitled (2:41) 15. Untitled (3:40) 16. Untitled (4:50)

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Rezensionen Januar 2002

Static [x>] [D]: Eject Your Mind [F] [P]

CoverLabel: City Centre Offices TOWERBLOCK 006
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2002 01 31
Genre: Postrock - Indietronica

Die CD beginnt mit typischen Sounds aus der Indietronica-Küche von CCO bzw. Morr Music. Sehr prägend Ronald Lippoks Stimme bei den Titeln Headphones und A Black of Dirty White, du glaubst Tarwater zu hären. Doch die zweite Hälfte der CD offenbart dann den ehemaligen Drum'n'bass-Produzenten Static, der der intelligenten Zuhör-Musik etwas ganz Neues abgewinnt.
Entdecke statics Sensibilität für interessante Soundgebilde! Wirft da einer seinen Denkapparat hinaus, um dem unbefangenen Herzen Platz zu machen (man könnte es beinahe meinen), oder markiert der Titel einmal mehr, dass das Bewusstsein als etwas denkbar sein muss, das in einem Datenträger-Medium aufgeht? Anspieltipp: Das grosse Sometimes I'm Sad For A Few Seconds mit der unnahbar unterkühlten und zugleich höchst melancholischen Stimme von Justine Electra.

Trackliste:

1. Static: Crusing (7:37) 2.. Headphones (Starring Ronald Lippok) (5:05) 3. Tsim Sha Tsui (6:17) 4. A Black Of Dirty White (Starring Ronald Lippok) (5:33) 5. O+A Resonance (Static Remix) (7:34) 6. Northrop (7:01) 7. Sometimes I'm Sad For A Few Seconds (Starring Justine Electra) (6:42) 8. Spawn (6:24) 9. Resistance: Resistance (Static Remix) (6:45)
Videoapplication 1. Static: Video Application (Macintoch Data)

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