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Rezensionen Dezember 2001

Jim O'Rourke [x>] [D]: I'm Happy, And I'm Singing, And A 1, 2, 3, 4 [F] [P]

CoverLabel: MEGO 050, Edition Mego eMego 050
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 12, 2009 04 10 (Reed.)
Genre: Electronica - DSP, Electronica - IDM - Glitch-IDM

Dies ist Jim O'Rourkes Antwort auf Endless Summer von Fennesz. Drei längere Stücke (8', 10' und 22'), mol-temperiert. Zuerst I'm happy, das wie ein Shanty klingt, dann I'm singing, das wie eine Tinguely-Maschine zu klimpern beginnt und schliesslich als Folk-Song endet. Zuletzt ein Stück Musik A1, 2, 3, 4, das sich wie ein O'Rourke-Remix einer Arvo Pärt Komposition anhört, herrlich aus ihrer innern, letztlich zu tiefst langweiligen Stabilität gerissen, wobei aber ihre kontemplative Ruhe nie verloren geht. Aber hör doch selber!

Trackliste:

1. I'm Happy - 11:14 2. And I'm Singing - 8:12 3. And A 1, 2, 3, 4 - 21:19
CD 2 der CD Ausgabe von 2009 1. Let's Take It Again from the Top - 4:09 2. Getting the Vapors - 39:01 3. He Who Laughs - 17:57
Alle Tracks: Jim O'Rourke.

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Richard Devine [x>] [D]: Aleamapper [F] [P]

CoverLabel: Schematic SCH 019
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 12
Genre: Electronica - IDM

Der Aleamapper, das ist der, der den Zufall kartografiert (vergleiche: kartografieren, aufzeichnen, verzeichnen), die Dimensionen des (akustischen) Raumes und seiner Objekte vermisst und verzeichnet, im Soundformat abbildet. In diesem ersten Langspiel-Release von Herrn Devine ist verhältnissmässig wenig von den zerkratzten Breaks auf Lipswitch, das letztes Jahr auf Warp erschienen ist, übriggeblieben. Der Glaskritzel-HipHop ist etwas gewichen, um einer vieldimensionalen Klangkunst Platz zu machen.
Dass Devine eine eigene Sprache gefunden hat hast du bereits auf Lipswitch gehört, nun fängt er mit dieser Sprache an zu sprechen. Und das klingt umwerfend, wenngleich die Aufnahme- und Wiedergabetechnik für diese Musik noch erfunden werden muss. Sehr gut kommt es, wenn du dich mit deinem Kopfhörer in einen langen und engen Gang stellst. Die Musik passt gut zu den atemberaubenden Bildern aus einer anderen Galaxie, die die Astronomen mit dem Hubble-Teleskop vor Kurzem aufnehmen konnten.

Trackliste:

1. Insil Segment (2:09) 2. Vecpr (5:02) 3. Foci Duplication (7:18) 4. Partition Refinement (4:20) 5. Step Focus (2:22) 6. Freeze Fracture (4:55) 7. Model (3:10) 8. Cr Scope (2:22) 9. Dock Inversion (4:23) 10. Float 82 (5:35) 11. Horizontal Deflection Plate (1:34) 12. Veolic Revolving (4:19) 13. Retrace Feeder (0:53) 14. Error Trapping (5:47) 15. Mtr Method (1:53) 16. Carry Completion Sensing (3:55)

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V. A. (Traum Schallplatten) [x>] [D]: Elektronische Musik Interkontinental [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Traum Schallplatten TRAUM 07
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 12
Genre: Electronica - Ambient

Stolz hält der Pinguin seinen Schnabel in die Höhe, hinein in die kalte Luft der Antarktis. Elf Tracks hat er auf der CD versammelt und ein Line-up, das zwar gar nicht so interkontinental ist wie der Titel verspricht (mit dabei sind: Brighton (Process), Toronto (Fairmont, Thomas Jirku), Le Havre (Philippe Cam), N.Y. (Dinky), Köln (M.i.a.), Montreal (Akufen), Turin (Oxtongue), Moskau (Anton Kubikov), Frisco (Broker/Dealer) und Tokyo (Waki)) – ein Line-up, das aber fast so interkontinental ist, wie elektronische Musik sein kann – abgesehen von Südamerika, das total fehlt: Wo ist Buenos Aires, wo Santiago de Chile? Und eigentlich fehlt auch Australien / Ozeanien.
Doch vielleicht geht es hier gar nicht um diese Art der Interkontinentalität, sondern vielmehr um den mythischen Interkontinent, nicht das sagenumwobene, prächtige, strahlende Atlantis, nein, dessen Gegenmodell: den kalten, vereisten, abweisenden, schwer bewohnbaren, südlichsten aller Kontinente, der politisch am Reissbrett aufgeteilte, der Ort, wo die Weltgesellschaft ihren Ausgang nehmen könnte, weil fast niemand um ihn streiten mag, die wahre Interzone. Die Interzone zwischen Ambient und Listening, zwischen weghören und hinhören, Träume zwischen Wachen und Schlafen. Hier wird weit durch klare Luft geschaut. Hier wird in Blau geträumt.

Trackliste:

1. Process: Disp (5:40) 2. Fairmont: Traum (4:44) 3. Philippe Cam: Unicef Christmas Card (6:23) 4. Miss Dinky: Distance (3:39) 5. M.I.A.: De-Frost (7:45) 6. Akufen: Train To Barcelona (6:22) 7. Oxtongue: Elba Life (8:26) 8. Anton Kubikov: End Of Space (4:18) 9. Broker/Dealer: Stormy (7:34) 10. Tomas Jirku: Sen (5:32) 11. Waki: Woods (4:57)
Video 1. Yvette Klein: Zoo

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Rezensionen Novemeber 2001

To Rococo Rot [x>] [D]: Kölner Brett [F] [P]

CoverLabel: Staubgold 022
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 11 26
Genre: Postrock - Indietronica


Noch eine klingende Architektur-Metapher, bei der sich Statik und Dynamik exakt die Wage halten (oder wurde gar der altehrwürdige goldene Schnitt wieder einmal angewendet? - die längere Seite würde dann doch das statische Moment an der Musik repräsentieren, das etwas überwiegt). Kölner Brett so hei?t ein Gebäude der Kölner Architekten b&k+, das aus zwölf gleich gro?en aber verschieden dimensionierten Räumen besteht. Jeder Raum kann gleicherma?en dem Wohnen oder dem Arbeiten dienen. to rococo rot nehmen mit ihrer Musik auf dieses Konzept Bezug und machen aus den zwölf Räumen zwölf Tracks. Die einen sind statisch, die anderen flie?en, einige sind dicht, andere verdünnt, einige hoch, die anderen tief, die einen breit, die andern weit. Aber alle dauern genau drei Minuten.

Trackliste:

1. Untitled 3:00 2. Untitled 3:00 3. Untitled 3:00 4. Untitled 3:00 5. Untitled 3:00 6. Untitled 3:00 7. Untitled 3:00 8. Untitled 3:00 9. Untitled 3:00 10. Untitled 3:00 11. Untitled 3:00 12. Untitled 3:00

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Tim Hecker [x>] [D]: Haunt Me, Haunt Me Do It Again [F] [P]

CoverLabel: Substractif SUBSF 03
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 11 20
Genre: Electronica - Ambient - Glitchambient, Electronica - DSP

Ein weiter Himmel, in den Dächer, Antennen, Stangen mit Strassenleuchtern, Kirchtürme hineinragen, eine Musik wie der Himmel: in ihn hineinragend: Klangquellen: Gitarre, Piano, Stimmen, Radiogeräusche: Meisterhaft abstrahiert und zusammengesetzt: Die 20 Tracks gehen ineinander über: Sind dabei von ganz medialer Qualität: Aus ihnen wird ein Ganzes: dessen Wirkung von geradezu epischer Grösse ist: eine waltende Grösse, wie der Himmel, eben. Sounds von der Schnittstelle zwischen Form und Medium. Und ausser einem Superdanke an Tim Hecker finde ich keine weiteren Worte mehr. Ich verstumme. Ich höre.

Trackliste:

1. Music For Tundra, Part 1 - 5:13 2. Music For Tundra, Part 2 - 1:57 3. Music For Tundra, Part 3 - 0:39 4. Arctic Lover's Rock, Part 1 - 5:34 5. Arctic Lover's Rock, Part 2 - 0:56 6. The Work of Art in the Age of Cultural Overproduction - 7:35 7. October, Part 1 - 3:35 8. October, Part 2 - 1:08 9. Ghost Writing, Part 1 - 4:29 10. Ghost Writing, Part 2 - 1:20 11. City in Flames (In Three Parts), Part 1 - 2:58 12. City in Flames (In Three Parts), Part 2 - 2:46 13. City in Flames (In Three Parts), Part 3 - 0:54 14. Border Lines, Part 1 - 4:56 15. Border Lines, Part 2 - 0:21 16. Boreal Kiss, Part 1 - 3:28 17. Boreal Kiss, Part 2 - 0:32 18. Boreal Kiss, Part 3 - 1:59 19. Night Flight to Your Heart, Part 1 - 2:28 20. Night Flight to Your Heart, Part 2 - 1:02

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Hood [x>] [D]: Cold House [F] [P]

CoverLabel: Domino WIGCD 102
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 11 12
Genre: Postrock - Indietronica

Hood ist nun endlich, endlich die Indieband von der Insel (aus Leeds), die den Laptop in ihre Arbeitsweise und in ihr Spiel eingebaut hat. Natürlich klingen die Stücke teils sehr nach Postrock. Sie kommen aber im Indierocksong-Format daher und mir kommt beim Anhören wieder und wieder die legendäre Codeine-CD The White Birch von 1994 in den Sinn, die mich die kalten Wintertage in Berlin hat aushalten lassen.
Habe ich nicht das ganze Jahr auf diese CD gewartet ohne zu wissen, dass ich warte? Das hier ist die CD, die mich durch die kommenden Wintertage tragen wird. Stücke heissen: Branches bare, The Winter hit hard oder Lines low to frozen ground. Gut. Und als Wintermusik natürlich melancholisch. Muss so sein. Musik für das holzbeheizte und mandarinenschalen-duft-geschwängerte Wohnzimmer, aber nicht rustikal, nein, in keinem Moment rustikal. Das Wohnzimmer ist beheizt, der Rest des Hauses kann meinetwegen kalt sein, aber das Wohnzimmer, nein, das Wohnzimmer ist beheizt. Denn hier macht eine Musikgattung einen Schritt vorwärts, die Jahre lang tief gefroren und still gestanden ist. Wenn Gefrorenes auftaut, ist Wärme im Spiel.

Trackliste:

1. They Removed All Trace That Anything Had Ever Happened Here (5:20) 2. You Show No Emotion At All (5:13) 3. Branches Bare (5:55) 4. Enemy Of Time (3:22) 5. The Winter Hit Hard (5:42) 6. I Can't Find My Brittle Youth (3:11) - Drums [Additional] - Matt Robson 7. This Is What We Do To Sell Out(s) (3:05) 8. The River Curls Around The Town (3:23) 9. Lines Low To Frozen Ground (5:15) 10. You're Worth The Whole World (5:43)

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Carsten Jost [x>] [D]: You Don't Need A Weatherman To Know Which Way The Wind Blows [F] [P]

CoverLabel: Ladomat 2000 2125, Dial [Hamburg] dialCD 01
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 11 05
Genre: Electronica - Minimaltechhouse

Ein schwergewichtiges Dylan-Zitat als CD-Titel. Das kommt aus der Zeit der sozialen Mobilmachung für eine andere Welt, aus den goldenen 60ern. Das Booklet voll von verpixelten Riot-Pictures in schwarz-weiss, gewiss neueren Datums. Was Du in Händen hältst erinnert an Underground Resistance, steht allerdings statt in einem Techno- in einem House-Kontext. Bedrohlich-militante Sounds im Format des minimal-hysterischen Kölnsounds. Ein Titel wie Make Pigs Pay als Eröffnungsstück. Yeah! Das versöhnt dich ein wenig mit der Welt.
Sag, darf eine CD-Besprechung privat werden? Wenn es nicht zur Regel wird - also gut! Ich hörte diese CD zum ersten Mal an jenem Samstag Abend, als mich eine nicht richtig ausgebrochene Grippe müde und matt in meinem Wohnzimmer festhielt. Kopfweh plagte mich, Licht ertrug ich nicht, aber Musik musste sein. So löschte ich alle Lichter aus, packte meinen fröstelnden Körper in die Decke und hörte dieser Scheibe zu. Was ich da in meinem Zustand so erlebte, war absolut beeindruckend. Das war der richtige Ort, die richtige Zeit, offenbar der richtige Zustand für diese Musik. Düster, bedrohliche Sounds in unüberschaubar weiten Räumen wie auf gro?städtischen Plätzen wo mein Feind in allen Winkeln hinter einer Ecke hervor schiessen kann. Mit einer Wut im Bauch, die lähmt, renne ich in alle Richtungen, doch finde keinen Schutz. Die Bassdrum ist plötzlich ganz mein pochendes Herz. Die Gegend wechselt dann und wann ihre Szenerie, wird aber mit jedem Szenenwechsel nur noch offener, ich schutzloser und als sie gerade wieder im Begriff ist, noch weiter, noch offener, noch gefährlicher zu werden, schreckte ich jäh aus meinem Schlaf auf und finde mich in einem Garten wieder, in dem Vögel singen. Mein Aufatmen währt nicht lange, schon wieder finde ich mich inmitten einer Strasse. In derselben Strasse rennen Leute, die ich nicht kenne, von Haustür zu Haustür. Sie schützen sich vor etwas, suchen Deckung. Ich rufe sie an, frage sie, was hier los sei. Doch sie scheinen mich nicht zu hören oder wollen mich nicht hören. Mir geht durch den Kopf, dass sie vielleicht vor mir fliehen, aber sie beachten mich ja gar nicht und au?erdem schauen sie stets hinter sich, als käme die Gefahr von hinten. Dann wäre aber auch ich, der inmitten der Strasse läuft, in Gefahr, denke ich. Bloss ich spüre jetzt keine Gefahr. Ich spüre überhaupt nichts mehr, nehme nur noch wie durch Glas die schutzsuchenden Leute wahr. Dann wird mir schlagartig klar, dass ich bereits getroffen bin und aus dem Spiel ausgeschieden, das ich wie von ferne noch betrachte. Ich denke: Ich bin nicht alt geworden und trotzdem zu alt. Dann muss ich wohl in einen tiefen Schlaf gefallen sein ?

Trackliste:

1. Make Pigs Pay (5:01) 2. New Morning / Changing Weather (10:06) 3. Described As White (4:04) 4. Juliane (4:51) 5. Hermès (11:46) 6. W.U.O. (6:16) 7. Krokus (6:39) 8. Youth Brigade (7:28) 9. Elmenreich (8:47) 10. 7To5Factory (7:46)

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V. A. (Mille Plateaux) [x>] [D]: Electric Ladyland Clickhop Version 1.0 [2 CD Compilation] [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 106
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 11
Genre: Electronica - Breakbeat - Cliphop

Viele Monate, Jahre gar dürfte es wohl her sein, seit die letzte Electric Ladyland Frankfurt verliess, um die (Tanz-)Welt in schnellen, wilden und militanten Breaks zu erschlagen. Die neue Electric Ladyland Doppel-CD von der Mille-Plateaux-Possee (Delay, Tilliander, Jetone, Alva Noto, Kid 606, Rip-Off-Artist, Bretschneider, Auch usw. usw.) ist das Modell, wie man heute ein neues Format schafft:
Labelmanager Achim Szepanski hat eine Zielvorstellung und kommuniziert diese. Das Netzwerk aller wohlgesinnten Acts setzt sich dann ins Studio und konstruiert aus dem Konzept einen Sound. Oder so ähnlich. Wie genau es gelaufen ist, spielt nicht so eine grosse Rolle. Wichtig ist allein, dass eine Idee ein Netzwerk antreibt (die Idee ist natürlich selbst Bestandteil des Netzwerks), das an allen Ecken und Enden Sounds auswirft, die ein neues Format ausmachen können: Laptop-Breakbeats unterwegs zwischen HipHop, Drum'n'Bass und R'n'B. Es werden nächstes Jahr mindestens zehn CDs auf uns zukommen, die fortsetzen (und vollenden), was mit Clickhop Versons 1.0 beginnt (nomen est omen). Ein Versprechen also, diese CD. Wir werden bestimmt nicht enttäuscht werden. Anspieltipp: M.R.I. hoch 3. As a child I could fly without wings. Kommt dir der Text des Stücks nicht irgendwie bekannt vor? Genau! Anne Clark an, was sowieso noch immer Spass macht. Mit dem Titel: This be the verse waren die Lyrics bei ihr überschrieben: They fuck you up your mom an' dad / they may not mean to - but they do! / they fill you with the faults they had / and add some extra just for you ?

Trackliste:

CD 1 1. Agf/Dlay: The Return Of Us (Edit) (4:02) 2. Safety Scissors: Mr. Blister Is Connected To My Fingers (4:23) 3. MRI³: As A Child I Could Fly Without Wings (4:04) 4. Monophace: Rogue (6:01) 5. Captain Comatose: Chin-Chin Stroaker (4:49) 6. Spectre: Infra-Red (Danse Of The Dead Pt. 2) (4:42) 7. High Priest: Soma 1128 (4:20) 8. Andreas Tilliander: Hastjobb (4:35) 9. Jetone: Data: Party (4:00) 10. Graphit.E: Five-11-West (4:02) 11. Deltidseskapism: Dax Att Sticka Ut (7:36) 12. Log: Out 1 (3:39) 13. Open Source: _Fullclip (4:43) 14. Akufen: Little Hop Of Horror (5:37)
CD 2 1. Alva Noto: M 06 Short (3:18) 2. Kid606 Vs. Dälek: Circuit Burners Rmx (4:54) 3. Sophie Rimheden: Don't Follow (4:32) 4. Rip-Off Artist: Hydrocracking (4:42) 5. Beige: Runkelrübe Blau (3:11) 6. Frank Bretschneider: Holt (4:48) 7. Auch: All That Pretty Horses (3:55) 8. DJ Spooky + Yasunao Tone: Another Forensic Charade (4:38) 8. Kerosene: Super-Mercato-Digits (4:19) 10. Errorsmith: Rubbercement (3:20) 11. I-Sound: Press On (3:16) 12. DSP: Step Back (3:48) 13. M. Singe: Ghost Breaks (5:01) 14. m² feat. Chief: Fabulous (3:44)

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Rezensionen Oktober 2001

Bogdan Raczynski [x>] [D]: Myloveilove [F] [P]

CoverLabel: Rephlex CAT 115
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 30
Genre: Electronica - IDM

Dieser Junge ist definitiv krank! Das sind die schrägsten Liebeskummerlieder, die du je gehört hast. Für seinen Gesang bekommt er die schlechteste Punktzahl und wir beginnen darüber zu streiten, ob dies eine eins oder eine null sei. Dann werfen wir die Mitleidmaschine mit dem Bedroomproducer an, der sein Studio vor Trauer über die wilde Tragik der Verschiedenheit der Geschlechter und der Unmöglichkeit der glücklichen Liebe zwischen ihnen nicht mehr verlässt, der sich in einen Frosch verwandelt und als solcher und von allen guten Geistern Verlassener seine Lieder vorträgt für niemanden als für sein eigenes gebrochenes Herz! Superkrank!

Trackliste:

1. Myloveilove (2:01) 2. Myloveilove (3:01) 3. Myloveilove (1:49) 4. Myloveilove (2:48) 5. Myloveilove (1:03) 6. Myloveilove (6:35) 7. Myloveilove (0:32) 8. Myloveilove (1:51) 9. Myloveilove (2:31) 10. Myloveilove (0:51) 11. Myloveilove (2:23) 12. Myloveilove (1:36) 13. Myloveilove (2:18) 14. Myloveilove (3:03) 15. Myloveilove (2:12) 16. Myloveilove (3:22) 17. Myloveilove (4:05)

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V. A. (WMF) [x>] [D]: [Komfort.Labor] Presents Ocean Club [Mix] [F] [P]

CoverLabel: WMF WMFREC 004
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 29
Genre: Electronica - IDM, Alternativerock - Lo-Fi-Rock

Der Oceanclub ist eine Veranstaltung im Berliner WMF-Club, dem angesagtesten Club der Stadt. Das Konzept für die Oceanclub-Veranstaltung stammt wie dieser Mix von Gudrun Gut (ex Malaria!) und Thomas Fehlmann (ex Palais Schaumburg), von Leuten die bereits in den 80er Jahren auf der Neuen Deutschen Welle ritten und mit diesem Mix einigen musikhistorischen Tiefgang beweisen. Da wird Pop aus vielerlei Strömungen gespielt: vor allem natürlich aus Köln und Berlin, aber auch aus New York und aus den Fünfzigern. Herzallerliebst. Für tausendundeine Nacht.

Trackliste:

1. Thomas Fehlmann: I Wanna Be A Little Fishy - 2:40 2. Malaria! vs. Wassermann: Kaltes Klares Wasser (Wassermann Kkw Mix) - 4:34 3. Jetzmann/L.Ski: Retro - 3:00 4. Contriva: Stuck (Superpitcher Mix) - 6:38 5. Erik Satin: Light Music (Part 1) - 5:18 6. Marie Bryant: Don't Touch Me Tomato - 2:56 7. Ocean Club: Fische Zählen - 2:46 8. Closer Musik: One Two Three (No Gravity) - 6:52 9. Meinrad Jungblut/Peter Licht: Lied Gegen Die Schwerkraft - 1:48 10. Barbara Morgenstern And Robert Lippok: 37 Degrees - 4:11 11. Arto Lindsay: Ridiculously Deep - 4:08 12. S.E. Berlin: Shuttle - 5:03 13. Cluster: Hollywood - 4:19 14. Soul Center: J.B. - 4:08 15. Round Three feat. Tikiman: Acting Crazy - 4:01 16. Thomas. / Mayer: Stereolove - 6:30 17. Wolfgang Betke: Der Umfasser - 3:33

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Kuchen [x>] [D]: Kids With Sticks [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 10
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 26
Genre: Postrock - Indietronica

Meriel Barham war Gitarristin bei den Pale Saints und spielte mit den Boo Radleys. Jetzt arbeitet sie am Computer und macht wunderbare elektronische Musik, die flickert und flunkert, Musik, die es geradewegs auf dein Herz abgesehen hat.
Anfangs mögen alle sieben Tracks nur nett und etwas belanglos wirken, aber schon beim zweiten und dritten Mal hören fühlst du dich, als wär nach langer Zeit ein wirklich alter Bekannter zu Besuch, mit dem du einen schönen Teil deiner Gechichte teilst. Ihr lässt euch Zeit, wenn ihr euch sieht, die Dinge entwicklen sich gemächlich, weil beide wissen, dass ihr miteinander dort ankommen werdet, wo ihr schon zuvor wart.

Trackliste:

1. Mauri The Pugilist (6:58) 2. When I Watched Basketball (5:33) 3. Steamboat Travels (4:04) 4. Kids With Sticks (5:44) 5. Painter Antics (7:03) 6. Steamboat (4:13) 7. Photo Love (3:34)

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Dntel [x>] [D]: Life Is Full Of Possibilities [F] [P]

CoverLabel: Plug Research PR 320106, Sub Pop SP 0955
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 25, 2011 10 24 (Reed.)
Genre: Electronica - Poptronica - Glitchpop, Postrock - Indietronica

Das ist nun gleich nochmals der Zauberjunge aus L.A. namens Jimmy Tamborello, der bereits mit Figurine Schönes in die Welt gebracht hat. Dort aber vergleichsweise dick aufgetragen, hier dermassen introvertiert, dass das eigentlich gar nicht geht.
Scheu wie die Songs von Tim Hardin oder Alex Chilton zu Zeiten von Big Star. Auf dem Cover das Modell eines Krankenwagens mit dem Schriftzug des Albumtitels. Die Möglichkeiten des Lebens als Unglücksfall oder Herzatacke. Mitten rein ins Leben. Bitterböser, faustdicker Pessimismus hier? Oder etwas anders interpretiert: DNTL ist ein Kürzel für Don't tell!. Also heisst es: Don't tell, life is full of possibilities. Auch diese Interpretation ist, wenn sie richtig wäre, ein Prunkstück aus der Schmuckkiste eines Zynikers. Die behagliche Bettdeckenwärme, die von dieser Musik ausgeht, passt eigentlich gar nicht so recht zu solchen Interpretationen des Covers, ebensowenig wie die Stimmen im Tonfall von Kopfkissengesprächen, der Gestus des zögerlichen Hinundhers der Glieder im Halbschlaf kurz vor dem Aufwachen. Ich glaube, um solche zarten und unentschiedenen Gesten geht es und natürlich um leise Töne (nicht um alarmierende Ambulanz-Sirenen). Es stimmt doch: Die Möglichkeiten des Lebens werden bereits im frühmorgendlichen Halbschlaf entschieden, wenn man sich noch nicht bei vollem Bewusstsein fragt, ob man sich nochmals umdrehen, ob man die Haut des warmen Körpers nebendran suchen, ob man mit ihr oder ihm ein Gespräch über den Tag, das Licht, die Wärme, das Wir oder das Sie beginnen oder ob man aufstehen soll. Was immer du noch ganz schlaftrunken wählst, dein Tag danach ist ein anderer.

Trackliste:

1. Umbrella (Dntel, Gunst) - 4:43 2. Anywhere Anyone (Melnick, Todd) - 4:37 3. Pillowcase - 3:30 4. Fear of Corners - 5:26 5. Suddenly Is Sooner Than You Think (Dntel, Figurine) - 5:43 6. Life Is Full of Possibilities - 6:30 7. Why I'm So Unhappy (Dntel, Haden, McMahan) - 7:00 8. Fireworks - 6:48 9. (This Is) The Dream of Evan and Chan (Dntel, Gibbard) - 5:45 10. Last Songs - 4:43
CD 2 der Deluxe Ausgabe von 2011 1. (This Is) The Dream Of Evan And Chan (Safety Scissors Spilled My Drink Mix) - 4:13 2. (This Is) The Dream Of Evan And Chan (Barbara Morgenstern Remix) - 4:06 3. (This Is) The Dream Of Evan And Chan (Superpitcher Kompakt Remix) - 7:08 4. (This Is) The Dream Of Evan And Chan (Lali Puna Remix) - 3:41 5. Your Hill - 5:38 6. This Is How It Will All Be Over - 4:55 7. Anywhere Anyone (Nobody Remix) - 6:42 8. Umbrella (Version 1) - 4:46 9. Footprints - 6:01 10. Last Songs (Vocal Version) - 4:23 11. Sorry_ - 5:41 12. Anywhere Anyone (Silent Servant & Regis Sandwell District Remix) - 5:10 13. Anywhere Anyone (Pearson Sound Beatless Reduction) - 6:03
Alle Tracks: Dntel, ausser wo anders vermerkt.

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Ulf Lohmann [x>] [D]: Because Before [F] [P]

CoverLabel: Kompakt 013
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 25
Genre: Electronica - Ambient

Mit ihren geschichteten und warmen Sounds, die von Gustav Mahlers Tonwerken gesampelt sein könnten, klingt Lohmanns CD wie Gas ohne diese untergründige Bassdrum von hinter zehn schweren Vorhängen.
Deshalb stellt sich mir die Frage, ob wir hier ein Redukt oder eine Essenz vor uns haben. Die fehlende Bassdrum spricht für Redukt, das Fehlen der deutschen Wald-Symbolik für wohlige Essenz. Vorsichtig, mit dem Skalpell bewaffnet stochere ich in diesem Gewebe herum und versuche meine Frage zu beantworten. Nun schlage ich frustriert vor, die Frage nicht zu entscheiden, mich auf das sichere Sowohl-als-auch zu stellen. Ich atme durch. Versuche meinen gewohnten sicheren Stand wieder zu gewinnen. Danke! Inzwischen läuft der sechste Track. Mahler wurde verlassen und wir gelangen in die Nähe des vom Cover-Bild evozierten Balinesischen Tempel. Toll, dieses auf den ersten Blick etwas handgestrickt anmutende Bild der Tänzerin, das alle Merkmale der Musik transportiert: Die Layertechnik (durch die Layer Hintergrundfläche, Tänzerin, grobkörnige Pixel) oder das Spannungsfeld analog-digital (durch die heterogenen Bildbestandteile). Die Tänzerin trägt grobe Bildpixel wie einen Schleier um ihren Körper, der - ganz Speichermedium für Bewegungen - die Zeit bzw. den tanz in Funktion der Zeit sichtbar werden lässt. Darüber ein virtuelle, nicht aktualisierte Kreisbewegung des rechten Arms der Tänzerin. Drei Layer also: Flächen, Pixel und Kreisvektoren (Loops). Genau so funktioniert diese Musik. Jetzt, da meine Gedanken angelaufen sind und ich wohl im Klanggemenge dieser CD liege, jauchze ich vor Begeisterung. Tolle CD!

Trackliste:

1. Untitled (5:48) 2. Untitled (4:16) 3. Untitled (4:31) 4. Untitled (4:28) 5. Untitled (3:11) 6. Untitled (2:10) 7. Untitled (3:25) 8. Untitled (5:14) 9. Untitled (3:25) 10. Untitled (1:40) 11. Untitled (4:29)
Alle Tracks: Ulf Lohmann.

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Aphex Twin [x>] [D]: Drukqs [F] [P]

CoverLabel: Warp 092
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 10 22
Genre: Electronica - Techno - Leftfieldtechno, Electronica - IDM, Electronica - Breakbeat - Drill'n'Bass


Es gibt Musik, die hörst du zum ersten Mal und wei?t: die wird bleiben und dich begleiten. Die neue AFX gehört zu dieser Musik. Drukqs ist dabei gar nicht so sehr eine der CDs des Jahres, vielmehr eine für die Ewigbestenliste. Nach der mehrjährigen Veröffentlichungspause waren die Erwartungen an diese CD riesig. Sie konnte eigentlich fast nur sacken. Dass sie das nicht tut, hat einige Gründe. Beispielsweise die tolle Aufnahmequalität, die das Sounduniversum plastischer erscheinen lässt als bei den früheren Veröffentlichungen. Dann dieser gelungene Kontrast zwischen den eher besinnlichen Klavier-Stücken und den wirbelnden Breakbeat-Tracks aus klingendem Elektroschrott. Aphex Twins Stücke für wohlpräpariertes Klavier klingen, als hätte John Cage die Gnossiennes von Satie umgearbeitet. Der Rest kommt im Drum'n'bass-Format daher und kombiniert gekonnt die Klänge von gefilterten Kirchenorgeln mit meist ultraschnellen, sich überstürzenden Breakbeats. Wenn dein Gehör annähernd so schnell geworden ist wie diese Musik (und wahrscheinlich erst dann), beginnst du zu hören, dass viele der Beats aus den interessantesten Klängen gemacht sind und nicht einfach aus der Fertigteilekiste herausgeklaubt wurden. Und du hörst, wie kontrastreich Aphex Twin sie zu Taktläufen zusammenbastelt hat, zu Weirdo-Tracks, alle wohnhaft an der Strasse, die Spa? und Ernst verbindet. Nun, was die in der Machart doch sehr verschiedenen Tracks zusammenhält, ist die gelungene Kombination von Konkretion und Abstraktion. Was du hörst, ist abstrakte musique concrète. Neubauten im Zeitalter des Laptops. Selbstgebaute und selbstgebastelte Sounds zwischen Junk und Delikatesse. Prädikat: Das sind 101 Minuten aller erster Richard.

Trackliste:

CD 1 1. Jynweythek [Jynweythek Ylow] - 2:14 2. Vordhosbn - 4:42 3. Kladfvgbung Micshk - 2:00 4. Omgyjya-Switch7 - 4:46 5. Strotha Tynhe - 2:03 6. Gwely Mernans - 5:00 7. Bbydhyonchord - 2:21 8. Cock/Ver10 - 5:17 9. Avril 14th - 1:55 10. Mt Saint Michel + Saint Michaels Mount - 8:02 11. Gwarek2 - 6:38 12. Orban Eq Trx4 - 1:27 13. Aussois - 0:07 14. Hy A Scullyas Lyf A Dhagrow - 2:09 15. Kesson Dalef [Kesson Daslef] - 1:18
CD 2 1. 54 Cymru Beats - 5:59 2. Btoum-Roumada - 1:56 3. Lornaderek - 0:30 4. QKThr [Penty Harmonium] - 1:20 5. Meltphace 6 - 6:14 6. Bit 4 - 0:18 7. Prep Gwarlek 3b - 1:13 8. Father - 0:51 9. Taking Control - 7:08 10. Petiatil Cx Htdui - 2:05 11. Ruglen Holon - 1:45 12. Afx237 V.7 - 4:15 13. Ziggomatic 17 [Ziggomatic V17] - 8:28 14. Beskhu3epnm - 1:58 15. Nanou2 - 3:22

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Rezensionen September 2001

John Coltrane [x>] [D]: The Olatunji Concert: The Last Live Recording [Live] [F] [P]

CoverLabel: Impulse! 589120
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 09 25 (Ed.), 1967 04 23 (Rec.)
Genre: Jazz - Freejazz

Von jenseits aller musikalischen Grenzen her kommend, atemberaubend schnell und mühelos kraftvoll. Das letzte Konzert von John Coltrane.

Trackliste:

1. Introduction - 0:35 2. Ogunde - 28:25 3. My Favorite Things - 34:38

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Alva Noto [x>] [D]: Transform [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 102
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 09 04
Genre: Electronica - DSP - Digitalminimalism


Jetzt hat alva noto (Carsten Nicolai) sein Kommerzalbum gemacht. Was du hörst sind Loops, als hätte einer seine Schlagzeugmaschine statt mit Drumsounds mit seiner Sounddatenbank aus digitalen Partikeln gefüttert, die er von seinen kaputten CDs oder von CD-Spielern mit einem Frame-Loop Modus gesampelt hat. Aber Achtung! Was für die einen Kommerz, ist klingt für die anderen mit den uneingeübten Ohren immer noch ungewohnt, immer noch nach einem fremden, ja neuen Sound. Jedes Soundpartikel ist wie ein Stern im klaren Nachthimmel. Motto: Feine Töne machen Unterschied.

Trackliste:

1. m 01 (5:50) 2. m 02 (3:37) 3. m 03 (10:09) 4. m 04 (6:26) 5. m 05 (4:43) 6. m 06 (5:36) 7. m 07 (4:58) 8. m 08 (5:27) 9. m 09 (7:45) 10. m 10 (2:41)

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Kit Clayton [x>] [D]: Lateral Forces (Surface Fault) [F] [P]

CoverLabel: Vertical Form VFORM 006
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 09
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - DSP, Electronica - Dubtronica

Das Digipack dermassen mit einem Minimalkontrast gestaltet, dass die Schrift kaum lesbar ist. Die unmerkliche Spur. Das kaum wahrnehmbare, unterschwellige Zeichen. Man muss diese Zeichen wahrnehmbar machen, muss tätig werden: sie in ein geeignetes Licht halten, Scannen oder Kopieren und dann den Kontrast vergrössern, erst dann zeigt sich die spärliche Information.
Die Information lautet: Joshua Kit Clayton hat eine CD mit dem Namen Lateral Forces (Surface Faults) beim Londoner Vertical Form Label gemacht. Eine Kontaktadresse steht noch da und das ist es. Punkt. Kein Wort darüber, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, das 39 Minuten lang auf der materialen Basis von hörbargemachten, aufgezeichneten tektonischen Kräften abstraktesten Dub vorführt. Unebenheiten, Brüche and er Oberfläche der Materie bzw. des Materials. Dabei ist diese Musik so eigen, mit nichts, was du schon mal gehört hast vergleichbar (und du hast vieles gehört, so dass dir selbstverständlich Pole entfernt in den Sinn kommt). Diese Musik schafft es glatt beim ersten Anhören in die Ewigbestenliste aufgenommen zu werden. Seismische Kräfte aus der Bay Area in Kalifornien klingen wie angekratzte, verstaubte und abgenützte Auslaufrillen rumpelnder (nicht geerdeter) Plattenspieler. Zerknistertes protoplastisches Kratzen und Schaben, formlose, kognitive Klänge aufgenommen, rhythmisiert, geschichtet, gefiltert, Substruktur an die Oberfläche in eine nicht-statische, fliessende Form gebracht. Ein Entwurf für eine erste Musik des 21. Jahrhunderts. Von Kit Clayton wird man noch viel hören.

Trackliste:

1. Untitled (4:38) 2. Untitled (7:20) 3. Untitled (3:30) 4. Untitled (3:58) 5. Untitled (5:00) 6. Untitled (9:33) 7. Untitled (4:11)

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Orchestra Terrestrial [x>] [D]: Here And Elsewhere [F] [P]

CoverLabel: Die Stadt DS 40
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 09
Genre: Electronica - IDM

Richard H. Kirks Orchestra-Terrestrial-Arbeit für das kleine aber exquisite Label die Stadt kommt in einer besonderen Klangfarbe daher, die ich von Kirk bisher nicht kenne: In einer nur mit Wagner vegleichbaren eindringlichen Wuchtigkeit werden nur sachte sich weiter entwickelnde gewichtige symphonische Streicherklänge übereinander geschichtet, der Rhythmus sehr herabgeschraubt. Die Flüssigkeit der Textur ist mit einer Säure vergleichbar, die sich durch deine Ohren in dein ZNS frisst, dich hypnotisiert, dich bis fast zur Lähmung bewegungsunfähig macht. Mit offenem Mund stehst du hier und lauschst den Klängen die von anderswo kommen, nämlich aus dem Raum, der sich jedesmal, wenn du gute Musik hörst, unter und über dir eröffnet.

Trackliste:

1. Low Definition Alpine D r if t (10:35) 2. Einflug (8:23) 3. Kristall (6:25) 4. Abends (8:53) 5. Glitzerstrahl (8:16) 6. Near Earth Object (7:02) 7. Senses + Functions (5:36) 8. Uniform Spaces (6:26)

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Figurine [x>] [D]: The Heartfelt [F] [P]

CoverLabel: Monika Enterprise monika 23
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 09
Genre: Postrock - Indietronica, Electronica - Poptronica - Glitchpop

Wir sind Figurine, wir spielen mit der Zukunft der Vergangenheit. Da ist kein Ton, der dich nicht kennt.
Let's make our lovesong. Jeden Tag einen. Mit Melodie und Melancholie. Lass uns Pop sein. Ganz. Wir nehmen viel Gelb. Ja, von dem der Zitrone. Und Rot für das Herz. Intensiv muss es sein! Und Melodien muss es haben! Wir zitieren die Geschichte elektronischer Musik seit Kraftwerk, vor allem die Achtziger und tun es mit einem kräftigen Schuss Neunziger. So leben die Achtziger zu neuer, wirklicher Grösse auf. Denn gross ist, was 1000 Mal durch unsere Herzen geströmt ist. Unser Sequencer schlägt den Takt und spielt mit der Melodie-Linie wie bei Kraftwerk. Unsere Stimmen singen im Wechselgesang zwischen Mann und Frau wie bei Human League. Wir bearbeiten das mittlere Klangspektrum, das, wo die Stimme sitzt und die kommt von über dem Herzen, wir stellen die Bassdrum nicht zu laut, denn wir machen nicht Musik für eure Beine und unsere Beats sind selten unaufgeräumt, wir zerschlagen nicht die Barrikaden in euren Köpfen. Wir wollen nur, dass ihr uns mögt, wie wir euch mögen. Anspieltipp: International Space Station II. In diesem Stück sind wir, eure alten Freunde, seit drei Jahren auf einer wichtige Mission im All. Da ist dieser grosse, leere Raum, wie ein Wunder, in den hinein wir einen klickenden Beat und ein glitzerndes Glockenspiel aus Märchenträumen legen bis ein heftiger Glissando-Akkord die Sache ernst werden lässt: Jetzt sprechen wir, noch immer wie im Traum, zu euch und versprechen bald wieder zurück bei euch zu sein. Bestimmt. Ja, einige unserer Songs (IMpossible, way too good) klingen wie New Order geklungen hätten, wenn sie nicht diese existenzialistischen Altlasten von Joy Division mitgeschleppt hätten. Selber Schuld, dass sie diese Lasten hatten.

Trackliste:

1. International Space Station II - 3:48 2. Impossible - 4:10 3. Pswd:stdum - 1:28 4. Rewind - 4:04 5. Way Too Good - 2:12 6. Stranger - 5:01 7. Time (His mix) - 2:09 8. Instrumental - 4:02 9. Pswd:natur - 1:29 10. Our Game (Is Over) - 6:14 11. So Futuristic - 2:08 12. Pswd:pttrn - 1:27 13. Heartfelt - 5:08 14. Let's Make Our Love Song - 4:20

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Rezensionen August 2001

PeterLicht [x>] [D]: Vierzehn Lieder [F] [P]

CoverLabel: Modul 74321 88143
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 08 22
Genre: Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground - Electronicpop, Post-Millennial-Music - Lo-Fi-Underground - Singer-Songwriter

Schräg ist sicherlich das richtige Wort für diese Veröffentlichung. Das Motto dieser CD, die vierzehln deutsch gesungene Lieder (das nennt man Schlager, nicht wahr?) enthält, lautet: Kunst ist schön – Alltag ist schöner.
Die Musik klingt billig gemacht (das ist natürlich gewollt), die Texte haben den Charme eines genialen Dilettanten. Besonders der erste Track, das Lied gegen die Schwerkraft, das mich mit seiner Kürze und Machart sehr an Captain Beefhearts The Dust Blows Forward N'the Dust Blows Back erinnert. In ein paar Zeilen, die an ein Haiku erinnern (dafür ist es freilich etwas zu lang), wird die Welt auf den Kopf gestellt. Genialer Einstieg in diese CD. Du bleibst erst einmal entwaffnet und ohne Boden stehen (das nennt man fallen, nicht wahr?). Shiva, das zweite Lied bringt dich an den Rand eines Swimming Pools und dort ist alles in Ordnung, so sagt es dir Peter Licht. Aber ob du's glauben sollst? Das dritte Lied Popkultur/Meide gibt dir den Rat, alles zu meinden, was mit Popkultur zu tun hat: Damit räumt Peter Licht sich selbst ab. Just bevor ersich als Wolf im Fuzzipelz outet, der gar nicht so ist, wie er ist. Damit hast du schon halb gerechnet und wunderst dich auch schon nicht mehr darüber, dass es hier nicht heisst, Ich bin nicht wie ich scheine. Sein und Schein machen hier keinen Unterschied. Was ist scheint (strahlt) und was scheint ist. Schön ist dann auch das Lied gegen die lieben 68erBitte ruft uns nicht an / wir rufen an. Das zehnte Lied mit dem Titel Wir sind jung und machen uns Sorgen über unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt schwankt gekonnt zwischen totaler Unterkodierung (das finden wir nicht gut) und einer journalistischen Sprechweise mit Formeln, die abgestanden wirken (wenn man sich erst einmal an einen Lebensstandard gewöhnt hat, dann ist es schwierig später wieder mit weniger auszukommen). Mit entwaffnender Einfachheit werden hier ohne jeden Klage(unter)ton eigene Bedürfnisse in schlechter Sprache bzw. der Sprache der anderen vorgetragen – wie kann das was ändern?, fragst du dich und kommst zum Schluss, dass da gar nichts verändert werden soll, denn, du erinnerst dich, es ist alles wie es ist bzw. ist gar nicht so, wie es ist. Einerlei. Und dann kommt als zwölftes Lied: Sonnendeck, der kleine Sommerhit von Peter Licht. Sonnendeck ist wichtiger als Sorgen um die Zukunft und den Platz in der Gesellschaft. Man kann heute auf dem Sonnendeck sein ohne einen (sichern) Platz in der Gesellschaft zu haben.
Dieses Album von Peter Licht ist ein vielversprechender Anfang von einem, der ein Sprachrohr seiner Generation werden könnte. Das sag ich jetzt auch einmal so daher, weil man das so sagt. Erfrischend finde ich vor allem, dass hier Deutschrock gemacht wird, der sich nicht an den Diskursrock (Tocotronic und Blumfeld) anlehnen muss. Mal was anderes. Die Bedeutung in den Rhein geschüttet. Denn die macht das Leben schwer. Die schweren Sätze von heute, wirst du noch morgen mit dir herumtragen müssen. Und dann werden sie dir vielleicht im Weg stehen. Nicht diese leichtsinnigen Sätze von Peter Licht – leichtsinnig im besten Sinn gesprochen. Leichtsinning und charmant. Denn: Charmant muss es sein, so fordert Lied Nummer vier: Heiterkeit.

Trackliste:

1. Lied Gegen Die Schwerkraft - 1:49 2. Shiva - 4:06 3. Popkultur/Meide - 4:03 4. Fuzzipelz - 1:29 5. Heiterkeit - 5:06 6. Frauen Mit Meerblick - 3:30 7. Mutter Aller Parties - 5:41 8. Ihr Lieben 68er - 3:50 9. Die Transsylvanische Verwandte Ist Da - 4:59 10. Wir Sind Jung Und Wir Machen Uns Sorgen Über Unsere Chancen Auf Dem Arbeitsmarkt - 5:53 11. Ich Hatte Einen Parkplatz Am Fuße Der N'Gong-Berge - 2:52 12. Sonnendeck - 5:38 13. Ich War Mal Cowboy - 3:01 14. Elektroreise - 3:14
Alle Tracks: Peter Licht.

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Rezensionen Juli 2001

Pub [x>] [D]: Do You Ever Regret Pantomine? [F] [P]

CoverLabel: Ampoule ampcdms 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 07
Genre: Electronica - Ambient, Electronica - Dubtronica


PUB sind bekannt von der Summer EP mit den Remixen von u.a. Vladislav Delay und Arovane. Nach dem Sommer kommt nun das naheliegende Thema: Sonne. PUB beobachten die Sonne und setzen diese Beobachtungen in Musik um. Das ist kein einfaches Unternehmen. Entweder man kuckt durch ein stark getöntes Glas oder wartet bis zum Abend, wenn ihre Strahlkraft durch die Atmosphäre gebrochen wird. Wie es PUB gemacht haben, weiss ich nicht, aber was dabei herausgekommen ist, kann ich hören. Ein Soundtrack über die Bewegungen, die Aktivitäten und die Wirkungen der Sonne, vor allem ihr beinahe Stillstand in der heissen Mittagszeit, wenn sie dir auf der Haut beisst, wenn ihr gleissendes Licht dir den Kopf dumpf und müde macht und die Zeit verlangsamt. Dies alles kannst du in der Musik dieser Sonnenforscher hören und du bemerkst den interessanten Titel dieser CD: Pantomime ist eine Umschreibung dessen, was elektronische Musik leistet: Reduktion auf den rein gestischen, Verzicht auf sprachlichen Ausdruck.

Trackliste:

1. In The Meantime (4:53) 2. Paper Aeroplane (14:47) 3. Heavy Metal (Hand Over Fist) (3:40) 4. This Can't Be Happening (4:59) 5. Vilees Wideoo (8:46) 6. Luddite (2:09) 7. Faggy Trax (2:00) 8. Dilemma (6:27) 9. Optimistic In Wonderland (8:01) 10. Overcome (11:17) 11. Slide Show (5:48)

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Rezensionen Juni 2001

Fennesz [x>] [D]: Endless Summer [F] [P]

CoverLabel: MEGO 035, Editions Mego eMEGO 035
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 06 26, 2006 12 06 (Reed.)
Genre: Postrock - Indietronica, Electronica - DSP

War Brian Wilson eigentlich der erste Postrocker? Fenneszs Endless Summer, gewiss ein künftiger Klassiker, könnte diese These nahe legen.
Postrockklänge von der Gitarre, dem Keyboard und dem Vibraphon werden von Algorithmen bearbeitet, bis diese deren digitalen Sound-Partikel disseminieren, verströmen oder herausstottern. Endless Summer thematisiert die Zeit, in der du dir wünschst, dass der Spätsommer nie vorbeigehen möge. Freilich kommt dieser Wunsch genau dann auf, wenn die Sonne ihre Kraft verliert und die Tage kürzer werden. Du sitzt also abends am Wasser (Meer, See, Fluss, egal) und dich befällt die alte Melancholie, die auch aus der Lust besteht, den Lauf der Dinge herauszuzögern. Schon gestern als du hier sa?est dachtest du, dieses könnte der letzter Sommertag sein und heute sitzt du mit dem selben Gedanken wieder hier. Und so möchte es noch Tage weiter gehen. Einfach schön.

Trackliste:

1. Made in Hong Kong - 4:22 2. Endless Summer - 8:35 3. A Year in a Minute - 6:01 4. Caecilia - 3:53 5. Got to Move On - 3:48 6. Shisheido - 2:58 7. Before I Leave - 4:06 8. Happy Audio - 10:55
Bonustracks der CD Ausgabe von 2006 1. Badminton Girl - 4:06 2. Endless - 2:01
Alle Tracks: Christian Fennesz.

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Kim Hiorthøy [x>] [D]: Hei [F] [P]

CoverLabel: Smalltown Supersound STS 046 (CD), Vertical Form VFORM 020 (Vinyl)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 06 11
Genre: Electronica

Feine Töne und Klänge aus Norwegen. Minimalismus zu einer Leichtigkeit gesteigert wie sie der kurze Anfangsdialog repräsentiert, der Anfansdialog in der mir unbekannten Sprache, die klingt als wäre sie das Französisch des Nordens, musikalisch, sinnlich, ein lebendiges Spiel von Atem, Melodie und Kunstfertigkeit der Zunge und der Lippen.
Die musikalische Sprache dieser CD erinnert teils an John Cages Toypiano- oder Preparedpiano-Kompositionen. Aber die rhythmische Offenheit weicht einem Format - ist es IDM ist es Drum'n'Bass, beides? Die Töne und Klänge tanzen auf einer überschaubaren Anzahl von Layern einen niemals überdrehten Breakbeat. Dies alles kommt in seiner sachten Sperrigkeit, zuweilen Hölzernheit, unglaublich leicht daher. Hatte nicht Wittgenstein diese Hütte in Norwegen, in welcher der Traktat entstanden ist?

Trackliste:

1. Politiska Dikten Återvänder (4:30) 2. Forskjellige Gode Ting (9:24) 3. Den Fula Skogen Bakom Köket (1:01) 4. Torture Happiness (3:06) 5. Jag Finns Inte Mer (0:51) 6. Juli (4:56) 7. Teckningar Och Folk (1:27) 8. Det Uigjenkallelige Ved Det Som Er Gjort (0:55) 9. Giving And Taking Book (9:58) 10. Det Uigjenkallelige Ved Det Som Er Gjort Og Makten Til Å Tilgi (2:55) 11. Hängar Långsamt I Luften (0:47) 12. Untitled (2:00) 13. Hip Hop Is A Way Of Life (3:19) 14. Han Brydde Sig Inte Om Att Stiga Upp, Hela Dagen Lät Han Nya Bilder Och Funderingar Komma Och Gå Som De Ville, Sov Lite Ibland Och Vaknade Igen Och Visste Inte Alls Vem Han Var. Det Var En Fridfull Ock Mycket Spännande Dag (2:00)

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Prefuse 73 [x>] [D]: Vocal Studies And Uprock Narratives [F] [P]

CoverLabel: Warp 083
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 06 11
Genre: Electronica - Breakbeat - Electronic-Hip-Hop

Scott Herren aus Miami ist Prefuse und hat dieses Jahr bereits etwas ähnliches getan wie Mille-Plateaux. Er, der ehemalige HipHop Produzent, hat HipHop mit dem Laptop fragmentiert und neu zusammengesetzt. Raus aus dem virtuellen Schredder kam eine epochemachende CD, der gelungene Versuch, HipHop in eine neue, eine digitale Dimension zu erheben.

Trackliste:

1. Radio Attack - 5:15 2. Nuno - 2:59 3. Life Death - 3:23 4. Smile in Your Face - 2:28 5. Point to B - 4:01 6. Five Minutes Away - 3:15 7. Living Life - 2:43 8. Eve of Dextruction - 3:22 9. Last Night - 3:40 10. Cliché Intro - 1:48 11. Back in Time - 2:10 12. Hot Winter's Day - 2:12 13. Black List - 3:50 14. Untitled - 1:23 15. Afternoon Love In -4:01 16. 7th Message - 3:52
Alle Tracks: Guillermo Scott Herren.

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Herbert [x>] [D]: Bodily Functions [F] [P]

CoverLabel: Studio !K7 097, Accidental AC 66
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 06 05, 2012 09 18 (Reed.)
Genre: Electronica - House


Matthew Herbert gehört zweifellos zu den Musikschaffenden im Feld der elektronischen Musik, denen es nicht an persönlicher Originalität fehlt. Herbert - das ist nicht einfach ein House-Act unter vielen bei einem bestimmten Label. Herbert ist Herbert und sonst nichts. Dig it. Komm, nennen wir Herbert einen Meister. Und schauen wir uns nochmals seinen PCCOM an, den Personal Contract for the Composition of Music (incorporating the manifesto of mistakes). Ein Schriftstück zur Selbstverpflichtung auf Originalität im fortgeschrittenen Zeitalter des Samplers, das den Einsatz von drum-machines, samples und preset-sounds (selbst-)verbietet. Vielleicht findest du es unlocker von ihm, sich derma?en einzuschränken, doch wer sich Einschränkungen leisten kann, weil sie oder er mit Leichtigkeit immer noch andere, neue Wege findet, kommt auf diese Weise zu Höchstleistungen. Den Beweis kennst du aus dem Kino. Erinnere Dich an Vesten oder einen der anderen tollen Dogma-Filme. Oder hör dir Bodily Functions an, diese Umsetzung des PCCOM - Bodily Functions, dieses Konzeptalbum über Körperfunktionen, über die Haut, über Augen, Ohren, Lippen, den Atem, gemacht aus den Klängen der Knöchel, der Haare, der Haut, der Zähne, der Knochen - und nicht zu vergessen das schlagende Herz, das immer mit den Sinnen ist, meine Platte des Jahres. Musik, gleicherma?en der Zeit wie der Zeitlosigkeit übergeben. Musik für dich wie für alle, die sonst keine elektronische Musik hören. Denn hier klingt es nach Jazz, nach Liedern und natürlich nach House. Aber keine dieser Ingredienzien schafft ein Überma?. Das macht Bodily Functions so sehr klassisch. So sehr zauberhaft - und nicht zu vergessen: Dani Sicillianos Stimme - auch eine Körperfunktion: Der kontrollierte Atem, der glasklare Töne hervorbringt. Zum berühren nah.

Trackliste:

1. You're Unknown To Me - 2:13 2. It's Only - 7:21 3. Foreign Bodies - 5:37 4. Suddenly - 6:29 5. I Know - 4:24 6. Leave Me Now - 6:36 7. The Last Beat - 4:20 8. You Saw It All - 7:04 9. On Reflection - 4:29 10. About This Time Each Day - 3:44 11. Addiction - 6:44 12. I Miss You - 4:52 13. It's Only A Reprise - 1:57 14. The Audience - 6:15
CD 2 der Ausgabe von 2012 1. Back to the Start [Mr.Oizo 'Non' Mix] 2. You Saw it All [DJ Koze Mix] 3. The Audience Vs. Jamie Lidell and the Famous Szizlas 4. Foreign Bodies [Plaid Mix] 5. Leave Me Now [Recloose Mix] 6. Foreign Bodies [Dave Aju Mix] 7. Back to the Start [Herbert Remix] 8. Suddenly [Phil Parnell's Pianissimo Play Through] 9. Addiction [Nobukazu Takemura Mix] 10. Leave Me Now [Richard Devine Mix] 11. The Audience (Matmos Shifted My Tongue) 12. Addiction [Perry Farrel Version] 13. It's Only [DJ Koze Mix]

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Rezensionen Mai 2001

Four Tet [x>] [D]: Pause [F] [P]

CoverLabel: Domino WIGCD 094
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 05 28 (UK), 2001 10 09 (US)
Genre: Electronica - Folktronica

Kieran Hebden beweist mit diesen Tracks eine unglaubliche Sensibilität für feine Rhythmen und schöne, warme Melodien.
Kieran gehört zu den Eingeweihten, die Zugang zur gesamten Musik-Bibliothek bzw. Mediothek haben, in der alle Musik und alle Klänge dieser Erde aufbewahrt werden. Er bedient sich dort mit Samples wie ich mich im Supermarkt mit Gemüse, Samples, die er kaum bearbeitet, die erkennbar bleiben. Das habe ich doch schon mal irgendwo, ich meine, diese Tomate, die habe ich doch schon mal eingekauft - und auch diese Gurke. Ich gehe nach Hause und koche mein Gemüse, Kieran hingegen geht nach Hause und zaubert ein Track nach dem andern aus seinem Laptop - Tracks, aus allerlei bekanntem Soundmaterial (kaum etwas wird unkenntlich gearbeitet), aus langsamen Breakbeats und aus da und dort verwendeten Schnipseln aus mir unbekannten balinesischen oder nigerianischen Aufnahmen. Das ist Ethno für meine Ohren, IDM für mein elektronenfreundliches Gehirn, Post-Weissichnichtwasalles für mein ästhetisches Wohlbefinden. Ein Dankeschön an die grosse Soundbibliothek und ihre Gelehrten, an die Gemüsebauern und an die reine Gegenwart.

Trackliste:

1. Glue of the World - 5:02 2. Twenty Three - 3:24 3. Harmony One - 1:41 4. Parks - 6:03 5. Leila Came Round and We Watched a Video - 1:39 6. Untangle - 4:36 7. Everything Is Alright - 2:31 8. No More Mosquitoes - 3:39 9. Tangle - 3:44 10. You Could Ruin My Day - 7:03 11. Hilarious Movie of the 90's - 3:29
Alle Tracks: Kieran Hebden.

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Oval [x>] [D]: Ovalcommers [F] [P]

CoverLabel: Form & Function F&F 032
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 05 22
Genre: Electronica - Soundart - Conceptual-Glitch

Commers. Kommerz. Handel. Verkehr. Transport. Datenverkehr. Datenaustausch. Nach dem Zufallsprinzip jagen Daten durch die Leitungen. Du legst dein Ohr an die Kabelschächte und hörst das Rauschen, das die Datenströme in den Drähten verursachen. Bilder huschen vorbei, Texte, Sounds auch. Du erkennst in den besten Momenten kaum das Format all dieser Daten. Dann nimmst du Formationen aus Nullen und Einsen wahr, hörst wie der Datenverkehr einmal dichter wird und ein ander Mal wieder abnimmt - ständig wechselnde Datenübertragungsraten. Erstaunlich ist es dann, dass es zwischen den Tracks Pausen gibt, Pausen, damit dein Ohr durchatmen kann. Dann auf einmal dauert die Stille fast eine halbe Stunde. Das kann ich nicht verstehen. Diese Stille kommt mir nostalgisch vor. Ich finde wirklich nicht, dass der Datenstrom angehalten werden soll.

Trackliste:

1. Untitled - 2:54 2. Untitled - 3:38 3. Untitled - 3:18 4. Untitled - 4:29 5. Untitled - 4:29 6. Untitled - 4:53 7. Untitled - 3:49 8. Untitled - 5:02 9. Untitled - 3:06 10. Untitled - 4:30 11. a) Untitled - 38:51, b) Untitled - 6:18
Alle Tracks: Markus Popp

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V. A. (Perlon) & Zip [x>] [D]: Superlongevity 2 [2-CD, Label-Comp., Mix] [F] [P]

CoverLabel: Perlon PERL 23
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 05 21
Genre: Electronica - Minimaltechhouse, Electronica - House - Microhouse

Labelschau Perlons. Doppel-CD als Mix. Soweit nichts Aussergewöhnliches. Perlon hat genug gute Platten verlegt, dass man schon mal zwei CDs ohne Hänger füllen kann, um auch die CD Käufer in den Genuss der Tracks kommen, von denen die meisten bisher nur auf Vinyl zu haben waren. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Labelschauen wohnt in diesen zwei Scheiben das Glück. Du kannst dich davon überzeugen: Lege eine von ihnen ein - welche ist egal, es funktioniert mit beiden – und schau, während die eine läuft – das ist für dieses kleine wissenschaftliche Experiment entscheidend -, die andere genau an, dort auf der Seite, wo die Information eingeschrieben ist, dort strahlt dir das Glück entgegen. QED.

Trackliste:

CD 1 1. Pile - The Spirit (Innervision Mix) (4:18) - Remix - Bernd Maus 2. Markus Nikolai - Dimbied.Shake (Dimbiman Remix) (5:50) 3. Copacabannark - Tomatenmark (2:37) 4. Pile - 1 Of Those Days (5:53) - Vocals - Keith Denis 5. Luciano - Indio Muerto (4:19) 6. Baby Ford & Zip - No Milk Today (5:32) 7. Ricardo Villalobos - Frank Mueller Melodram (6:13) 8. Benjamin Wild - Verschiebungen (4:19) 9. Ricardo Villalobos - Damm3 (3:22) 10. Soulphiction - Computer Scared?! (4:14) 11. Pantytec - You Are So 99 (3:46) 12. Melchior Productions - Feel Sensual (4:10) - Co-producer - Annalisa Blake, Baby Ford 13. Dimbiman - King Salmon (4:57) - Vocals - Sara (3) 14. Hombre Ojo - Manejando Un Carrito Rapidito Por Santiaguito (6:16) 15. Narcotic Syntax - Muff Diver (4:59)
CD 2 1. Markus Nikolai - Chitchat On Sunset Cliff (7:04) - Vocals - Stephanie D. Chico 2. Markus Nikolai - Workout (4:19) 3. Pile - Worldrecord Holder (3:18) 4. Baby Ford & Zip - Windowshopping (5:21) 5. Akufen - The Unexpected Guest (6:23) 6. Pantytec - Instant Orient (5:36) 7. Dimbiman - Hokule'a (3:21) 8. Dimbiman - Köppchen (Matthew Herbert's D-D-D-Dazzle Dub) (4:00) 9. Pantytec - Doubledip Uuh.. (4:35) 10. Markus Nikolai - Chickflick (4:32) 11. Narcotic Syntax - Merenguerilla (4:06) 12. Ricardo Villalobos - Panpot Spliff (5:46) 13. Stephan Laubner - Portside Waves (6:15) 14. Ric Y Martin - Sini Est (8:13)

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Process [x>] [D]: Pattern Recognition [F] [P]

CoverLabel: Traum Schallplatten TRAUM 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 05
Genre: Electronica - Ambient, Electronica - Funktronica - Glitchfunk

Also, ich liebe sie, diese Tracks, die wie etwas staksige Maschinen zirpen, schruppen und klappern. Es überrascht immer wieder, dass Musik, die aufgrund eines Konzepts erzeugt wird, wonach Sound-Objekte oder objektgleiche Sounds geschaffen werden sollen, einen eigenartigen Flow entwickelt haben - ganz entgegen der Erwartung, dass mit diesem Konzept im Hinterkopf alles zum Stehen kommt.
Ich meine nicht den Maschinenfunk von Kraftwerks Sequencer-Sounds, die von ihrer Natur her flissen, oder gar Cristian Vogels dreist und dreckig hingeworfene Funk-Partikel, die dich zum Tanzen geradezu aufwiegeln. Ich denke an Stewart Walkers Stabiles oder an den Erstling von Process Shape-Space. Hingegen kommen die an der Architektur Toyo Itos orientierten Sounds von Savvas Ysatis und Taylor Deupree auf dem Album Tower Of Winds in der Architettura-Reihe vom Caipirinha-Label wirklich statisch daher.
Würde Tenguely heute jung sein und käme er auf den Geschmack, elektronische Musik zu machen, ich glaube, seine Tracks klängen wie die von Process. Wie von Process. Cess. Cess. Pro. Cess. Cess. Cess. Pro. Pro. Process. Cess. Cess. Pro. Cess. Cess. Cess. Von Pro. Von Pro. Cess. Cess. Cess. Pro. Cess. Cess. Cess. Pro. Pro. Pro. Cess. Cess. Cess. Pro. Cess. Cess. Cess. Pro. Cess. Cess. Cess.

Trackliste:

1. Chug (5:53) 2. Casual Causal (6:40) 3. Not Humid (5:23) 4. Estero (Remix) (5:05) - Written-By - Fantasias Animadas 5. Floe (Remix) (4:01) - Written-By - Yuxtapose 6. Trace Transfer (6:27) 7. Integ (5:40) 8. Contain (5:43) 9. Linear Edge (8:51) 10. Funkshun (8:00)
Video 1. Recognizer (3:04) - Video By] - Yvette Klein

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Rezensionen April 2001

Autechre [x>] [D]: Confield [F] [P]

CoverLabel: Warp 128
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 04 30
Genre: Electronica - Soundart - Conceptual-Glitch

Diese Musik teilt keine Welt mit, sie teilt die Welt ein. Da gibt es diejenigen, die sich irritiert, ja angewidert von den Klängen dieses Albums abwenden, und die anderen, mit denen du zumindest eines gemein hast: die weit aufgesperrten Ohren für die Musik der Gegenwart und der Zukunft. Es ist doch so: Nur ganz grosse Platten können solche Frakturen und Fraktionen zustande bringen, beispielsweise White Light / White Heat von Velvet Underground (da hast du die Fraktion gleich im Titel!), Metal Machine Music von Lou Reed, Trout Mask Replica von Captain Beefheart, ½ Mensch von den Neubauten (hier wirst du gleich selbst gespalten!), Mix-up von den Cabs oder Vakio von Panasonic (die mussten sich dann vom gleichnamigen Konzern spalten!).
Da wird Musik mit solcher Kraft und Wucht an ihre Grenze getragen, dass sich diese Grenze ausweitet. Aber dabei zieht sich kein (Un-)Verstand wohlverdiente Beulen zu, sondern die musikalische Sprache wird um ein Register erweitert. Dieses Register hat sich freilich in den letzten Veröffentlichungen von Autechre angekündigt, aber wer ist schon sicher, dass das Verkündigte auch eintreffen wird? Trau keinem Propheten über dreissig!
Mit Confield ist Sean Booth und Rob Brown etwas gelungen, das alle ihre bisherigen Arbeiten in den Schatten stellt: das vielschichtige Incunabula, eines der intelligentesten CDs aus WARPs Artificial Intelligence-Reihe, das einst so grosse Tri Repeatae, dieses Wunderwerk aus kollidierten Beats bzw. aus dem, was nach der Kollision als Gran, als Splitter von den Beats noch übrig geblieben ist. Diese grossartigen Platten werden sich künftig nicht mehr gleich anhören. Beide sind nunmehr Versuche auf dem Weg zu Confield, Tri Repeatae wird von nun an zudem wie Old School Hip-Hop klingen, denn die Welt hat sich mit der Veröffentlichung dieses Albums verändert.
Confield beginnt mit VI scose ponse. Eigenartige Namen, die da verwendet werden, aber das kennst du bereits. Wenn die musikalische Sprache von ihren Elementen her verändert wird, dann muss ein Gleiches auch mit den Titeln passieren, dann ist Arbeit an den Buchstaben gefordert. Du hörst gezähmte Holzkugelschläge auf glas-kupfernen Zymbeln. Ein Rhythmuspattern ist irgendwo auszumachen, auch wenn es von den Schlägen kaum eingehalten wird. Nach zwei Minuten erklingt aus der Ferne ein Kontrastprogramm. Eine gefilterte Morton-Feldman-Piano-Remineszenz gibt der Komposition diesen weiten Raum. Du kennst dieses Mittel, das Autechre schon immer gern eingesetzt haben. Es sind diese zwei Elemente, juckende, an dir kratzende Beats und wohlige glasklare abstrahierte Klangflächen, die dann noch fünf weitere Minuten lang miteinander spielen. cfern. Nummer 2. Gleiches Prinzip: ein Beat, der in Variationen daher kommt, so dass kein Takt dem andern gleicht – und doch sind alle Takte die Varianten eines stets präsenten hintergründigen Prototypen, den du dir als einem schweren und eindrücklichen Breakbeat vorstellst, der steif, aber absichtlich hinkt wie ein silly walk, der sich mit jedem einzelnen Schritt verändert. Der flächige Hintergrund klingt diesmal mehr nach einer gefilterten Kirchenorgel. Am Autechre-Konzert in Zürich rief jemand nach diesem Stück ver/entzückt aus: Das ist ja krank. Ja. Genau. Ich gerate schon jetzt ins Fieber. Mit pen expers wird das Programm schneller und dichter. Das Stück erinnert an die Sachen aus ep7. Aber wieder diese in den Bann ziehende Unordnung. Du bekommst nichts als die Varianten eines Typen, einer Idee zu hören. Alles bewegt sich, du bist im Grund ohne Boden, du vermutest ihn dort unten, aber nein, das war er gar nicht, jedenfalls nicht so wie du es zunächst dachtest. Der Boden liegt anders, weil du dein Bezugssystem anders wählen musst, unten ist oben und links ist rechts. Jetzt hörst du so etwas wie Schritte auf dem Boden, jedenfalls meinst du zu wissen, wo der Boden ist, doch im selben Moment entzieht er sich wieder und nun ist oben links und unten rechts, und dieses Spiel geht weiter bis du allmählich merkst: Du lebst in einer virtuellen Reihe von Kippfiguren und die Figuren kippen ganz von selbst, schnell und leicht. Sie kippen in Kaskaden. Besessen vom Zufall wäre eine andere Formel, um diesen Zauber zu bannen. sim gishel hört sich ein wenig an wie eine Arabeske, aber darum geht es hier nicht. Diese Musik besteht nicht aus fremden, nicht dechiffrierbaren Ornamenten (das ist zu einfach), sondern ist ein Raum, der sich gerade vor deinen Augen aufgelöst hat, um in ein ganz proteisches Medium überzugehen. Die Parameter eines Opart-Werkes verschieben sich! Es ist Meta-Opart. Oder es ist wie damals in jenem berühmten Wahrnehmungsexperiment: Der rote Punkt im ganz dunkeln Raum, dessen Bewegung durch die eigene Wahrnehmung zustande kommt, durch diese Konstruktionsmaschine, wenn sie ihren Boden, ihre Grundlage, das Bezugssystem verliert. parhelic trangle klingt wie eine imaginäre Figur, irgend eine quasi-eschersche Rauminstallation. Und immerhin nimmst Du wahr, dass im Mass eines Taktes die Elemente miteinander spielen: ein metallisch-melodischer Hohlkörperklang und ein zerkrugelter, schabender Beat. Jetzt steigen Bilder auf, Ausschnitte aus Bildern, als wenn Du durch ein Loch in einen andern Raum blicktest. Dort drüben spielt sich was ab, das du nicht als Ganzes erkennen kannst, nur Teile Und die bewegen sich. Und du hast deine Sinn-Konstruktionsmaschine nun ganz aus gemacht und fragst nicht mehr nach dem Ganzen. Jetzt siehst du richtig. Du siehst die Musik. Du siehst, was du hörst. Hier dir wird klar, dass es nicht der Raum und das Sehen ist, auf das es ankommt. Du musst hören. Schliess die Augen! Knirsch.Schab.Knirsch.Nirsch.Sch.Knab. Du bist ganz Steven Daedalus am Sandymount-Beach im Ulysses. Bine. Jetzt bist du ganz drin. Nun gehst du auf im Klang. Hören wie in eidetic casein die metallischen Schuhe der Aliens beim Stepptanzen klingen. Tap. Tap. Tan. Tap. Tap. Tan. Tap. Tap. Tap. Tap. Tan. uviol dann klingt wie Mnmlhous von Jrku oder Abrms aus der Klck-Mschine vn Autechre. Und nun zuletzt: lentic catachresis. Der Blick auf die Realität: Was wenn wir krank sind, du und ich? Und Autechre die, die richtig ticken?

Trackliste:

1. VI Scose Poise - 6:57 2. Cfern - 6:41 3. Pen Expers - 7:08 4. Sim Gishel - 7:14 5. Parhelic Triangle - 6:03 6. Bine - 4:41 7. Eidetic Casein - 6:12 8. Uviol - 8:35 9. Lentic Catachresis - 8:29
Alle Tracks: Sean Booth und Rob Brown.

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Hazard [x>] [D]: Wind [F] [P]

CoverLabel: Ash International ASH 6.5
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 04
Genre: Electronica - Ambient - Concrete-Ambient

Chris Watson, ja der von den frühen Cabaret Voltaire, reist mit seinem Mikrophon in der Welt herum und fängt Geräusche ein, aus denen er elektronische Ambientmusik macht. Benny Nilsen bearbeitet mit seinem Album Wind Aufnahmen des Windes, die von Watson stammen. Du bist verblüfft, wie viele klangliche Aspekte in etwas so Elementarem stecken, wie der Wind es ist.
Ich stelle mir vor, wie Chris Watson irgendwo das Wachsen einer Blume aufgenommen hat. Plötzlich kam Wind auf und störte seine Aufnahme. Statt sich vom Wind stören zu lassen, verkehrt Watson als alter Situationist den Störfaktor zum Material seiner Kunst. So kommt er dazu, den Wind musikalisch einzufangen. Diese Strategie kennst du auch von System Error, die aus den Stör- und Restgeräuschen ihres Samplers ein Album gemacht haben (Nothing von 1998). Hazard (= Benny Nilsen) bearbeitete Watsons Windaufnahmen zu den hier auf diesem Album versammelten acht Tracks, die in ein wunderschönes Digipack mit den Landschaftsaufnahmen von Jon Wozencroft verpackt sind. Dies ist eine Art akustische Enzyklopädie der Winde bzw. ein erster Entwurf dazu. Du hörst: die Luft des Windes kann dick oder dünn sein, das Fliessen ein konstantes Strömen oder ein eruptives Stossen, die Tonlage liegt zwischen eine tiefen Wälzen bzw. Grollen und einem hohen Pfeifen bzw. Stechen. Du wirst frieren und Dich dann wieder wohlig weich in einen warmen Wind hineinlegen. Du erfährst, dass der Wind die Regungen der Seele bedeuten, der Seele des Organismus mit dem Namen Erde. Leute wie Watson oder Nilsen sind die Geografen dieser Regungen.

Trackliste:

1. Stream - 5:38 2. Barrier - 3:58 3. Downslope - Foehn(5:12 4. Village - 4:54 5. Shear Line - 4:54 6. Anemo - 11:56 7. Sough - 5:23 8. Landmass - 8:01
Alle Tracks: Benny Nilsen.

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Gimmik [x>] [D]: Slow Motion Process [F] [P]

CoverLabel: Worm Interface wi 025
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 04
Genre: Electronica - IDM


Kann Frickel-Elektronik, wie sie die Warp-Schule geprägt hat, so klingen als hättest du sie noch nie gehört? Sie kann. Das hat Arovane vor kurzem bewiesen und das beweist der Österreicher Martin Haidinger nun noch einmal. In seinem slow motion process steckt die Intelligenz von Autechre, das Gespür für Melodie und Harmonie von Plaid, die Professionalität eines Thomas Fehlmann, wenn es darum geht, ein Sounddesign zu konstruieren. Wie bei Lidbo bilden die Stücke der CD eine Gesamtkomposition, nicht weil sie gemischt sind, sondern weil sie so komponiert sind. Da passt alles zusammen, da ist alles aus einem Guss. Und du hast beim Anhören dieser Musik das Gefühl, dich in langsamen Bewegungen durch virtuelle Welten zu bewegen. Es ist wie ein visionärer Traum von dem du nach dem Erwachen sagst: Ich hab' die Zukunft gesehen und die war stark.

Trackliste:

1. Wavefiles (5:50) 2. Powder Puff (4:04) 3. Crak (6:42) 4. Rc Units (4:13) 5. Form2 (2:45) 6. Low Fridge (3:57) 7. Monitor (4:10) 8. Cyclic Redundancy (4:35) 9. Sarah (4:09) 10. Resonance (3:39) 11. Cabcrab (3:59) 12. Slowdive (4:33)
Alle Tracks: Martin Haidinger.

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Rezensionen Februar 2001

Anywhen [x>] [D]: The Opiates [F] [P]

CoverLabel: Clearspot CS 033, Samadhisound SOUND ss 0013
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 02, 2008 06 18 (Reed.)
Genre: Indiepop

Dieses Album des Schweden Thomas Feiner und seiner Gruppe Anywhen kam vor sieben Jahren beim Frankfurter Label Clearspot heraus, ohne Beachtung beim Publikum zu finden. Nun aber wurde es von David Sylvian auf dessen Label Samadhi Sound wiederveröffentlicht. Damit werden wir vor die Frage gestellt, wie uns diese Musik hat durch die Latten gehen können.
Diese tiefmelancholischen Songs werden von einer prägnanten Bariton-Stimme vorgetragen, die am ehesten noch an diejenige des Tindersticks-Sängers Stuart Staples erinnert, aber eigentlich sehr, sehr eigen klingt. Trotz reicher Arrangements, teils mit ganzem Orchester (zum Beispiel im Eröffnungsstück The Siren Songs ist da viel Raum für klangliche Details. Die Zeit läft langsam. Dein Körper entspannt sich, sobald deine Sinne in die Musik einsteigen. Mach das: Hör hin und tauch ein!

Trackliste:

1. The Siren Songs (6:06) 2. Dinah And The Beautiful Blue (5:27) 3. Scars And Glasses (4:43) 4. Where's The High? (4:11) 5. Postcards (4:01) 6. Mesmerene (5:11) 7. Toy (4:49) 8. Betty Caine (3:44) 9. All That Numbs You (4:21)
Bonustrack der CD Wiederauflage von 2008 (The Opiates - Revised) 1. For Now (4:54)

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Rezensionen Januar 2001

Vladislav Delay [x>] [D]: Anima [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 095
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 01 23
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - Dubtronica, Electronica - Techno - Dubtechno

Das Jahr mit Vladislav Delay beginnen. Ja. Eine Emulsion von deepen Dub-Elementen, die miteinander zu einer mehr als einstündigen Ambient-Komposition verschaltet werden.
Lege die Scheibe ein: Hey! - Hey! What? Are you awake or not? I dunno. Damit ist das, was Du hörst, nach wenigen Sekunden bereits im Zwischen zwischen Traum und Wachen verortet. You? die Rückfrage. Wer wei?, ich glaube, du wirst es bis ans Ende dieser CD nicht erfahren, ob du schläfst oder nicht. It?s over! wird dir dann in dieser Sequenz aus einem Film, aus einem simulierten Traum - woher nur? - zugerufen. Ist das, was du hören wirst, am Anfang bereits zu Ende? Die Gegensätze werden in dieser Musik gleich Reihenweise hingestellt. Das ist eben die Anima, die Seele. Sie ist ganz Lebendigkeit, ganz Fluss, ganz Plasma. Dir wird eine unerhörte Dichte von Andeutungen an mögliche Tracks von Uusitalo oder Luomo vorgetragen. Andauernd hast du den Eindruck, dass jetzt gleich der Beat einsetzt, dass diese Nummer abrockt und du flussabwärts fortgetragen wirst, aber schon zieht dich wieder ein Strudel in eine ganz andere Richtung, meist in die Tiefe und nicht flussabwärts. Und so wird jede Andeutung bald wieder fallen gelassen und macht einem anderen Entwurf Platz. Dir wird der Tag versprochen, aber dies hier ist wie ein Rausch, es bleibt Dämmerung. Ein beeindruckend träumerisches Cover-Bild auch: Es haucht Dir die Frage zu: Bin ich Rose, bin ich Frau? I dunno.

Trackliste:

1. Anima - 61:00
Alle Tracks: Vladislav Delay.

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Kante [x>] [D]: Zweilicht [F] [P]

CoverLabel: Kitty-Yo KY 55234
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 01 08
Genre: Alternativerock - Diskursrock - Hamburger-Schule


Eine Hamburger-Band aus dem Blumfeld-Umkreis (teils Personalunion). Grosse Musik gleicherma?en intellektuell und sensibel, intensiv und zart. Da hat eine Band eine eigene Sprache gefunden. Sie verdient es, in der Fachpresse und der Feuilletons gefeiert zu werden. Sie hei?t: Kante. Das meint die Kante des Tisches, an dem Menschen zusammen sitzen, der Tisch, der versammelt und trennt zugleich - Schnittstelle zwischen Menschen, die an ihm sitzen, und zwischen Menschen und dem, was zwischen ihnen passiert, beispielsweise das Essen, das Spielen, das Sprechen und hier natürlich vor allem das Musizieren. Kante meint aber auch: die Kante einer geometrischen Figur, beispielsweise des Dreiecks - nochmals das, was zugleich verbindet (die Eckpunkte nämlich) und trennt (Figur und Hintergrund). Zweilicht also, nicht Zwielicht: In der Popmusik und der Alltagssprache ist Zwielicht ein Topos des Übergangs zwischen Zuständen (der Tageszeit oder der Emotionen), das Wort steht für undefinierbare und verunsichernde Situationen: man sieht Dinge und Menschen nicht im rechten Licht, man sieht keine Tages- und keine Nachtwesen, vielmehr sieht man zwielichtige Gestalten, man wei? nicht so recht bei ihnen. Bei Kante hingegen geht es nicht um dieses Zwielicht, sondern um Zweilicht. Damit spricht das Wort, falls es überhaupt das selbe Wort ist, einen anderen Topos an. Du wei?t, Licht lässt sehen. Zweilicht lässt also doppelt sehen. Die Figur und den Hintergrund, die Gestalt und die Textur, den Song und den Track. Erst wenn Du beides siehst, siehst Du, wie schön es ist. Dies also ist es, worum es bei Kante unter anderem geht: Um die Bruchstelle zwischen Rock (Song) und Postrock (Track). Die Songtexte künden von einem multiperspektivischen Bewusstsein, der Erzähler scheint immer zu wissen, dass hier er ist, dort der andere und an einem dritten Ort eventuell ein Gemeinsames entsteht. Ich schreibe eventuell, weil dieses Gemeinsame immerzu gefährdet ist, zwar entsteht es, wo Menschen zusammenkommen, doch ebenso schnell ist es wieder weg. Und natürlich lebt man im Glauben an dieses Dritte, auf dass es auch in der Zukunft weiter entstehen möge. Und zwischen diesen Positionen sitzt der stille Schmerz, von dem in zwei Liedern die Rede ist.

Trackliste:

1. Im Ersten Licht - 5:26 2. Die Summe Der Einzelnen Teile - 4:50 3. Ituri - 7:46 4. Best Of Both Worlds - 10:06 5. Zweilicht - 10:36 6. Live On The Electric Avenue - 6:41 7. My Love Is Still Untold - 5:24

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Robert Lippok [x>] [D]: Open Close Open [F] [P]

CoverLabel: Raster-Noton 037 (clear series)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 01
Genre: Electronica


Ein Raum. Eine Türe. Öffne diese Türe! Tritt ein! Schliess die Türe hinter dir! Öffne deine Ohren weit, ganz weit! Lausche! Ein pulsierender Loop, digital zitternde Fläche. Schwer verarbeitete Samples als Klangereignisse auf diese Fläche gesetzt. Dann ein weiteres zyklisches Element, melodisch, ein Kontrastprogramm zum Hintergrund, der persistiert. Dieses Element verschwindet schell wieder. Und lässt Raum, offenen Raum, in den nun vereinzelte Tupfer Klangereignisse eingeführt werden. Höre! Das fliesst durch dich hindurch. Spürst du? Allmählich wirst du eins mit der Musik, mit dem Raum. Das ist dein Raum. Dein Zimmer. Deine Welt. Jetzt, in der Mitte des Stücks ein Rhythmus, der zum dominanten Element aufsteigt, der sich in deinem Kopf einhakt, sich dann entwickelt, verliert, wieder kommt. Dann eine ausgedehnte Coda. Am Ende: Schritte. Schritte, die den Raum verlassen. Deine? Seine? Schon fast neun Minuten vergangen. Im offenen Raum verliert sich die Zeit. Der zweite Track close verwendet ein Sample von Gustav Mahler. Schliesst dich darin ein. Du haftest an diesem Stück kulturellem Erbe. Schon irgendwo einmal gehört? Spielt keine Rolle. Du hörst es jetzt wieder und wieder. Es klingt schnell wie etwas alt Bekanntes. Die Ohrwurmqualität. Der Haken des Klanganglers: Fängt dich. Schliesst dich ein. Isst dich auf. Dann das dritte Stück, trägt wie das erste den Titel open. Leise. Wieder Mahler geloopt. Kein Melodiebogen. Kein Ohrwurm. Vielmehr Leinwand dieses Mal. Medium. Hintergrund für die Klangereignisse, die da kommen. Ein Rhythmus. Sanft. Tief. Organisch. Erotisch. Du liegst im Raum. Hast kein Gespühr wo oben und unten ist. Total schwerelos treibst du dahin. Offen für die Klänge, die mit dir spielen, wie der Wind mit einem Plastikball.

Trackliste:

1. Open (8:51) 2. Close (7:10) 3. Open (4:03)

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Rezensionen ohne Monatsangabe aus dem Jahr 2001

Kaada [x>] [D]: Thank You For Giving Me Your Valuable Time [F] [P]

CoverLabel: EMI 07243 536088, Ipecac IPC 037
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 (UK), 2003 02 25 (US)
Genre: Electronica - Breakbeat - Triphop, Postrock - Indietronica


Sowas hast du noch nie gehört. Ein nordischer Sample-Zauberer verwendet Elemente, die nach frühem Stax-Soul klingen und unterlegt sie mit einem Basswerk, das nach Voodoo klingt, nach Missisippi-Delta-Kultur-Mixtur. Und unglaublich schräg sind die Samples gelayert, dass mein Kopf sich verdreht und verrenkt. Kaada hat bei einem Voodoo-Priester gelernt, Songs bei lebendigem Leib das Herz rauszureissen, dieses Herz in die von ihm gemachten Puppen einzupflanzen, die so zum Leben erwachen und tanzen
Komm setz mir meinen Kopf wieder zurecht!

Trackliste:

1. Care (3:42) 2. Mainframe (4:03) 3. Black California (4:50) 4. Burden (3:52) 5. No You Don't (4:13) 6. Go Brown (4:11) 7. All Wrong (3:00) 8. Honk (3:45) 9. I Need You (3:16) 10. Thank You For Giving Me Your Attention (4:11)
Bonustrack 1. Volkswagen

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V. A. (Suojain) [x>] [D]: Suojain 002 [F] [P]

CoverLabel: Suojain SUOJAIN 002
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001 (Ed.), 2002 10 04 (Netaudio)
Genre: Electronica - IDM, Electronica - Ambient

Der Suojain-Sampler bestehend aus zwei CDs voller überraschender Tracks, digitale Musik, die ziemlich rockt und wie aus einem Guss ist, obwohl sie von Drum'n'Bass über IDM bis Ambient alle Genres bedient. Die Webseite informiert: Suojain002 was originally released in 2001 by Suojain Records,consisting of two handmade CD-Rs made with love for all the friendsof Suojain. The release was limited to 100 copies worldwide, but withrequests for a copy coming even today, it was decided to put thealbum online for everyone to listen.The music on the album is electronic, but with a human touch andfeeling. With styles varying from the ambient of CNCD to the drum& bass of Krii, from a ballad with a lush piano intro by Juippi to thetrip-hop beats of Xhale, the two hour set of tracks is arranged foryour smooth sunday pleasure. (www.tpolm.org/suojain002).

Trackliste:

CD 1 1. Joil - Running With Scissors (3:37) 2. Xhale - Environmental Protection (5:15) 3. 4T Thieves - Timelines (Original) (8:48) 4. Vesuri - Joulurauha (4:40) 5. Tero - Suo (6:04) 6. Proswell - Jimmy Had Done Said (4:09) 7. Lackluster - Rumk8 (9:49) 8. Esem - Cee (6:43) 9. Krii - New Level (8:08) 10. Sense - View From Another Place
CD 2 1. Phonex - Snow (5:38) 2. Mosaik - Plateau (5:18) 3. Ceniq - Coan2 (2:50) 4. MD - The Fall (4:48) 5. Aisth - Our Spacestation Dallas (1:35) 6. Vae - 31 Amiable (Live) (6:30) 7. Ilkae - 100600 (4:02) 8. Mantra (8) - Paper Towels (2:36) 9. K. Ylikulju - Numerical [07E] (5:32) 10. CNCD - Kirkas Tie (2:55) 11. H. Kyllönen
- Domew (7:20) 12. Jlo - Bambi (5:30) 13. Crankshaft - Pistons Moving (5:33) 14. Juippi - Untitled (5:20)

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Surgeon [x>] [D]: Counterbalance Collection [Act-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Counterbalance 01
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2001
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno

Ein Techno-Mix mit eigenem Material aus den ersten fünf Releases des eigenen counterbalance-Labels legt der Herr Doktor aus England, der die europäische Antwort auf Jeff Mills ist, hier vor. Techno, der, wie immer bei ihm, aus minimalen Stückwerk konstruiert ist, aber zu einem satten und dichten digitalen Samba zusammengeschnitten wird. Die Wirkung dieser Operation? Schiere tanzwütige Energie bist du narkotisiert zu Boden fällst.

Trackliste:

1. CBX 001.3 (Diametric - B2) (3:20) 2. CBX 001.2 (Diametric - B1) (1:54) 3. CBX 001.1 (Diametric - A1) (2:30) 4. CBX 002.1 (La Real - A1) (4:17) 5. CBX 002.2 (La Real - B1) (2:37) 6. CBX 003.1 (Waiting For Me - A1) (4:03) 7. CBX 004.1 (Midnight Club Tracks 1 - A1) (5:43) 8. CBX 003.2 (Waiting For Me - B1) (1:25) 9. CBX 002.3 (La Real - B2) (3:49) 10. CBX 003.3 (Waiting For Me - B2) (3:34) 11. CBX 005.1 (Midnight Club Tracks 2 - A1) (3:06) 12. CBX 005.1 (Midnight Club Tracks 2 - A1) (3:13) 13. CBX 005.3 (Midnight Club Tracks 2 - B2) (4:53) 14. CBX 005.2 (Midnight Club Tracks 2 - B1) (5:00) 15. CBX 004.3 (Midnight Club Tracks 1 - B2) (4:03) 16. CBX 004.2 (Midnight Club Tracks 1 - B1) (5:31)

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