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Anzeige aller Musikzimmer Rezensionen von 2000 geordnet nach Monat

Rezensionen Dezember 2000

Wechsel Garland [x>] [D]: Wechsel Garland [F] [P]

CoverLabel: Morr Music MM 016
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 12 04
Genre: Electronica

Die auf dieser CD versammelten Stücke waren in ihrer Urfassung, wie das Cover berichtet, eine Auftragsarbeit für das Arazzo Tanztheater. This very moment lautete der Titel. Diese Musik ist nicht so dicht wie Wunder, das Vorgängeralbum von Jörg Follert..Auch hier glitzert und glänzt es, aber nicht wie Wunder, das eine Schatztruhe voller Goldschmuck, Perlen und Diamanten ist, sondern wie der Sternenhimmel in einer ganz klaren Nacht fern aller Lichter der Grossstadt. Die Klangereignisse stehen wohldefiniert im Raum, wie die Sterne am Himmel, nämlich assortiert in Bildern. Ihre Bewegung ist unmittelbar kaum zu fassen. Den Raum, bilden sie selbst. Denn dies ist Musik, die ihre Bühne allein durch den Sound schafft, genauso wie eine Bühne auch durch die Präsenz eines einzigen Schauspielers entstehen kann.
Wechsel Garland ist also Jörg Follert, der Mann hinter Wunder (Karaoke Kalk, Katalognummer zwei). Na ja, ist oder ist in gewisser Weise auch wieder nicht. Wenn ein Artist einen Moniker verwendet, dann kann das sein, weil sie oder er ästetisch verschiedene Konzepte verfolgt oder weil sie oder er auf einem anderen Label veröffentlicht. Hier scheint eher das zweite der Fall zu sein. Wie auch immer, in beiden Fällen stellt man gerne eine Referenz zum Menschen hinter der Musik her, obwohl uns Techno gelehrt hat, dass Moniker mit Grund vor die Personen geschoben werden, um klar zu machen, dass die Musik im Vordergrund steht, nicht die Macher oder marxistischer: die Produktionsbedingungen (Equipment, Maschinen). Nun, der Moniker Wechsel Garland ist durch den Remix eines der Polka-Trax von Mike Ink auf der letztjährigen WARP-Jubiläums-Compilation (+3) bekannt. Die Musik von Wechsel Garland soll diejenige Problem- bzw. Fragestellung thematisieren, die man dem kurzen Wechselgespräch auf der Innenseite des Covers entnehmen kann. Es geht um die wahre Existenz von Grösse. Stell dir also einen grossen Moment in Deinem Leben vor. Zum Beispiel als du in Schottland diesen ungeheuren Sternenhimmel sahst, in dem die Sterne, so viele Sterne, dermassen hell schienen, als wären sie ganz nahe bei der Erde oder du ganz nahe bei ihnen. Stell dir vor, wie dieser Moment, seit er sich ereignet hat, immerzu in Veränderung befand. Du hast manche hell durch Sterne erleuchtete klare Nacht gesehen. Aber keine war so, wie jene am Loch Ness. Und hier nun die Fragen: Hat der zeitliche Abstand den Moment gross erscheinen lassen? Wächst die Grösse mit der Distanz? Oder ist es nicht genau umgekehrt: ist Grösse je grösser, desto näher man ihr kommt? Mit dem Schönen, meint Jacques im Gespräch mit Wechsel, verhält es sich umgekehrt, das Schöne wird schöner, je näher man ihm kommt. Der Dialog setzt so die Erhabenheit gegen die Schönheit und die Vergangenheit gegen die Zukunft. Wer oder was ausser dieser Musik könnte diese Gegensätze vermitteln?

Trackliste:

1. Falter - 7:42 2. Komm - 3:45 3. Der Vorwand - 4:50 4. Grosse Erwartungen - 4:07 5. Wie Insekten - 2:44 6. Staub im Licht - 4:33 7. Wirklicher - 3:24 8. Wie Also? - 2:45 9. Ohne Stern - 2:23 10. Viertel des Wegs - 2:09

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Rezensionen Novemeber 2000

Håkan Lidbo [x>] [D]: After The End [F] [P]

CoverLabel: April APR 049
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 11 28
Genre: Electronica - DSP

Der Schwede Hakan Lidbo ist durch eine stolze Anzahl von Houseproduktionen während der letzten Monate aufgefallen. Nun legt er bei April After the end vor, eingepackt in ein kontrastarmes diy-konstruktivistisches Booklet, so dass du die CD im Laden glatt übersehen könntest. Um so mehr liegt mir dran, über after the end zu schreiben, denn die Musik ist ist so ganz anders als das Cover …
directed and scatterd / reveiled but never explained / before the beginning and after the end / restless drawn into collissions / a language without a voice / perpetual changes / infer nascents without a choice / the first dissolves the last / the present revolves the past / before the beginning and after the end / before the beginning and after the end. Du befindest dich am Ende der Party. Die Musik geht über zu electronic listening. Es ist also bereits wieder Morgen. Ein neuer Tag. Vielleicht bist Du aber auch Zuhause geblieben und spürst die Knochen, Gelenke und anderen Substanzen, die du bei der Arbeit verbraucht hast. Schaltest dein HiFi an. Auf jeden Fall sitzt Du müde aber wach, satt aber hungrig in einem Sofa oder einem Sessel. Und dann gehst du auf die Reise ins Lidbo-Land. Das ist dort gelegen, wo du zuhause bist, seit du das erste Mal dein Radio, diese klingende Wundermaschine, eingeschaltet hast, in der Welt, die, als sie entstand, die Märchenwelt, in der du damals lebtest, auf einen Schlag uninteressant werden liess. Heute klingt dein Radio dermassen infantil, dass du es nur noch herumstehen lässt als Zeichen einer längst vergangenen Zeit. Nutzloses Erinnerungsstück, Reliquie deines Musikzimmers, in dem wie gesagt Lidbo-Sounds erklingen und dich wegblasen, wie ehedem Dein Radio die Gebrüder Grimm. Die fünf Teile der CD bestehen aus eins bis drei ineinander übergehenden Stücke und werden von Miniaturen mit dem Namen XOR eingerahmt. Entweder oder. Entscheide dich! Entscheide dich mutig und bewahre dir eine Spur Leichtsinn dabei. Anders gesagt. Habe Mut dich leicht deiner Entscheidungskraft zu bedienen. Dies oder das. Man kann nicht beides zugleich haben, das weiss diese Musik ganz genau, weshalb sie sich im Feld der Gegensätze laut-leise, hart-weich, kontinuierlich-gebrochen, kalt-warm, schnell-langsam, links-rechts positioniert, die eingenommene Position aber wieder aufgibt, sich aufmacht um sich im nächsten Moment anders zu entscheiden und so Kontraste setzt. Das ist das leichte Sich-Entscheiden: Die Entscheidungen im und für den Moment. Kontraste in der Folge von Momenten. Lidbo, der im de:bug-Interview mit Sie angesprochen wird (was für eine treffende Geste), ist ein Meister dieser Kontraste. Gekonnt arbeitet er kosmische Ligeti-Chöre in seine konkreten Klangkonstrukte ein oder eine Jazz-Trompete, das einen dünnen Melodiefaden wie der Rauch einer Zigarette in die von Breaks durchsetzte Luft zeichnet, dies alles ist präsent nicht allein als Sound-Ereignis, sondern als eine wohlorganisierte kontrastreiche Textur von aufeinanderbezogenen, d.h. komponierten nicht montierten, Sounds. Lidbos Meisterschaft besteht vor allem im Editieren des Sound-Effektes. Da arbeitet einer wie kein anderer mit dem Stereo-Raum. Und deshalb ist dies eine derjenigen CDs, die du unbedingt aus guten Lautsprechern und nicht aus Ohrhörern hören solltest. Zuweilen scheint mir, dass dies ein Entwurf für den Drum'n'Bass der Zukunft sein könnte. Jedenfalls arbeitet hier noch einer neben Photek an der Bruchstelle zwischen House und D'n'B. Doch solche Zuschreibungen werden gleich wieder durch andere Entscheidungen Lidbos Lügen gestraft. Dann ist er wieder viel näher an dem, was Delay mit Anima macht. Schlicht unfassbar.

Trackliste:

1. Xor4: Hakan Libdo - 1:02 2. Open Circle: Hakan Libdo - 3:37 3. Prewinder: Hakan Libdo - 2:24 4. Ovaloids: Hakan Libdo - 11:39 5. Hypercube: Hakan Libdo - 4:19 6. Undo Undone: Hakan Libdo - 5:18 7. XOR5: Hakan Libdo - 0:37 8. Noise Objects: Hakan Libdo - 3:32 9. After the End: Hakan Libdo - 5:58 10. Dysfunctionalism: Hakan Libdo - 3:33 11. Bi-Angular: Hakan Libdo - 7:38 12. Redo Undone: Hakan Libdo - 3:10 13. XOR6: 16:29

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V. A. (Force Inc.) [x>] [D]: Met@music [F] [P]

CoverLabel: Force Inc. FIM-1-046
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 11 28
Genre: Electronica - DSP, Electronica - Minimaltechhouse - Met@music, Electronica - House - Microhouse

Neben Clicks_+_Cuts ist Met@music eine weitere äusserst relevante Genredefinition, die aus Frankfurt kommt. Met@music vereinigt als Sampler die Musik von Vladislav Delay, Donnacha Costello, Tomas Jirku, Auch, Sutekh, Jake Mandell oder Mike Ink, eine hochpotente Mischung von Hörerlebnissen aus Technohouse, Dub, Ambient, Clicks und Minimaltechno. Aber kein Eklektizismus, sondern ein wohltemperiertes Format, das man von nun an getrost bei seinem Namen nennen darf: Met@music.

Trackliste:

1. Vladislav Delay - Second (7:47) 2. Jasper & Kit Clayton - Surge (5:19) 3. Sutekh - Short Change (6:04) 4. Auch - Sex Is Our Vengeance (8:23) 5. Atlon Inc. - Phoonk (4:24) 6. Tomas Jirku - Booty (4:58) 7. Twerk - Redpill (5:03) 8. Stewart Walker - Opposite Day (5:12) 9. G - Roller (6:17) 10. Auftrieb - Auftrieb Schaffel (4:36) 11. S.R.I. - Auf Die Nachsten Zwei - Hundert (5:40) 12. Heckmann - Wie Die Zeit Verrinnt (5:23) 13. Jake Mandell - Subcutaneous Implant (5:47) 14. Donnacha Costello - B.O.T. (4:27)

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Kandis [x>] [D]: 1996 - 1999 [Compilation] [F] [P]

CoverLabel: Karaoke Kalk kalk 07
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 11
Genre: Electronica

Darf man diese Retrospektive des Kandis-Vinyls zur Musik von 2000 zählen? Ich tus mal, weil ich hier über eine CD schreibe, die im Jahr 2000 erschienen ist. Kandis (= Senking = Fumble) schaffte Sounds, die sich zwischen Ambient und 80er Pop bewegen, darunter Tracks mit Gesang. Das meiste klingt als wären Black Dog noch einmal neu erfunden worden, Black Dog aber, die nicht vom Hip Hop und von den Raves des zweiten Summer of Love her kommen, sondern aus einer verpoppten Rockmusik der 80er. Es fällt schwer, hier Bezüge anzugeben, würde der Musik auch nicht gerecht werden. Eines aber stimmt: Dies ist eine weitere grosse Karaoke Kalk-CD.

Trackliste:

1. Dilldop [a2] (4:58) 2. Rückenschwimmer (5:39) 3. Intro (4:19) 4. Treasure Island (6:09) 5. Claps (5:08) 6. Waiting (6:30) 7. Dilldop [B2] (3:00) 8. Val Wok (5:12) 9. Set Tecker (5:07) 10. Luna Corona (4:30) 11. Moving (3:52) 12. Dilldop [A1] (5:04) 13. Ivy (3:48) 14. Outro (4:25)

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Rezensionen Oktober 2000

Jeff Mills [x>] [D]: Metropolis [Soundtrack] [F] [P]

CoverLabel: Tresor 155
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 10 01
Genre: Electronica - IDM

Sounds from Utopia. Filmmusik zum ersten Science Fiction Streifen der Filmgeschichte. Jeff Mills hat für die Clubs, in denen er auflegt, eine weitere Version von Metropolis editiert, eher an der musikalischen als an der erzählerischen Dramaturgie orientiert, wie du dir vorstellen kannst. Diese Musik zeigt, wie es Techno noch immer vermag, als Soundtrack für Utopia aufzutreten. Sie erweist Mills als Meister der musikalischen Narration, was man allerdings auch vorher schon wusste, und sie klingt sehr nach Blade Runner, ist demnach vielleicht doch mehr epigonal als utopisch. Dies erstaunt nicht so sehr, wenn man weiss, dass Herr Mills ambitioniert ist, zum Komponisten für Hollywood aufzusteigen. Drückst du ihm die Daumen, dass er es schafft?

Trackliste:

1. Entrance To Metropolis (3:18) 2. Perfecture: Somewhere Around Now (5:54) 3. They Who Lay Beneath (3:15) 4. Convicted To Paradise / Maria (Bridgette Helm) (4:45) 5. The Keeping Of The Kept (5:07) 6. Landscape (Utopian Dream) (3:28) 7. Blue Print (4:06) 8. Transformation A (4:19) 9. Transformation B (Rotwang's Revenge) (3:09) 10. Robot Replica (4:57) 11. Revolt (5:07) 12. Flood (5:12) 13. The Storm Among Us (2:29) 14. Silence (1:25) 15. New Beginning (3:13)

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Pub [x>] [D]: Summer [Maxi] [F] [P]

CoverLabel: Vertical Form VFORM 001
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 10
Genre: Electronica - Dubtronica

Dies eine Maxisingle im CD-Format. Ein Stück, fünf Remixes. Das Original klingt, als käme es aus dem Studio von Thomas Fehlmann. Und man fragt sich, wer um alles in der Welt hinter Pub steht? Wer lässt sich je zweimal von Arovane und von Vladislav Delay remixen?
Und dann: hör zu wie! Arovane klingt als hätte er von Mike Oldfields Incantations geträumt, bevor er sich ins Studio setzte (Track 3 - AMX 1). Und Vladislav Delay klingt, als hätte Multila etwas mehr Struktur bekommen. Soundereignisse wie von Schallplatten, die auf neun Umdrehungen pro Minute laufen (ich kenne keinen Sound, der diesem nahe kommt), solides Basswerk mit unglaublicher Präsenz, das tragende und zusammenhaltende Element an Delays Musik und schliesslich die Soundedits als kämen sie alle aus einem Delay, dessen Verzögerungszeit sich nicht mehr konstant einstellen lässt. Wie im schönsten Rausch vermag sich nichts in der Welt gerade zu halten. Und doch stehen die Dinge irgendwie richtig.

Trackliste:

1. Summer (Original) (16:19) 2. Summer (They Can't See Us In The Dark) (Delay Configuration 1) (18:37) Remix - Vladislav Delay 3. Summer (Arovane AMX 1) (7:05) Remix - Arovane 4. Summer (Nick Rapaccioli Remake) (7:18) Remix - Nick Rapaccioli 5. Summer (Later In The Dark) (Delay Configuration 2) (6:19) Remix - Vladislav Delay 6. Summer (Arovane AMX 4) (6:15) Remix - Arovane

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Rezensionen September 2000

Photek [x>] [D]: Solaris [F] [P]

CoverLabel: Science QEDCD 6
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 09 19
Genre: Electronica - Breakbeat, Electronica - House

Rupert Parkes, einst Aushängeschild der Drum'n'Bass Szene macht neuerdings House. Ein Raunen ging durch die Szene.
Terminus lautet der Name des ersten von zwei Drum'n'Bass Tracks auf Solaris. Drum'n'bass ist also am Ende angekommen, so bestätigt die eine oder der andere seine Vorurteile. Doch Photek ist lebendig wie ehemals auf der Ni-Ten-Ichi-Ryn [EP] oder der Modus Operandi CD. Jedes der Stücke, egal welches Genre Photek bedient, ob House, ob Ambient, ob TripHop, trägt seine unverwechselbare Handschrift. Ein Sound-Design zwischen Hi-Tech und Zen. Alles, was Du hörst, zeugt von Weite und Transparenz (siehe das Coverbild). Jedes Klangereignis erscheint an einem wohldefinierten Punkt im offenen Raum.

Trackliste:

1. Terminus - 5:26 2. Junk - 5:27 3. Glamourama - 5:30 4. Mine to Give - 6:41 - Robert Owens (vocals) 5. Can't Come Down - 6:59 6. Infinity - 8:31 7. Solaris - 5:12 8. Aura - 0:47 9. Halogen - 4:38 10. Lost Blue Heaven - 3:13 11. Under the Palms - 2:37
Alle Tracks: Rupert Parkes.

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Two Lone Swordsmen [x>] [D]: Tiny Reminders [F] [P]

CoverLabel: Warp 077
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 09 04
Genre: Electronica - Techno - Leftfieldtechno, Electronica - Techno - Minimaltechno

Two Lone Swordsmen stehen für relativ unprätentiöse rhythmische Ambientsounds. Ich muss ein paar Mal hinhören, bis die detailreichen Klangereignisse zu erzählen beginnen. Unter der unauffälligen und bescheidenen Musikoberfläche verbergen sich dieselben phantastischen Geschichten, wie sie früher von den Sabres of Paradise erzählt worden sind. Weatherall und Tenniswood haben es geschafft, den Intelligent Listening Sound des WARP-Labels (eben Sabres, Black Dog, B12, Beaumont Hannant, Aphex Twin etc.) in Richtung deutscher minimalistischer Sounddesigns (ich meine vor allem den Köln-Sound), englischem Drum`n`Bass-Hi-Tech oder sogar deutsch-amerikanischem Postrock (das Stück: Constant reminder) weiter zu entwickeln. Dabei entstand eine Minimal-Algorhythmik, die überzeugend zeitgemäss daherkommt. Ultra hip!

Trackliste:

1. Tiny Reminder No1 (2:09) 2. Machine Maid (4:44) 3. Neuflex (4:01) 4. Cotton Stains (4:04) 5. Death To All Culture Snitches (5:01) 6. Very Futuristic (2:44) 7. Tiny Reminder No2 (1:52) 8. Brootle (4:35) 9. You Are... (4:16) 10. Akwalek (4:36) 11. Rotting Hill Carnival (5:05) 12. Section (4:33) 13. Tiny Reminder No3 (2:23) 14. C.T.M (4:14) 15. The Bunker (4:07) 16. Solo Strike (5:03) 17. Foreververb (4:20) 18. Its Not The Worst I've Looked.... Just The Most I've Ever Cared (3:03) 19. Constant Reminder (1:30)

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Signer [x>] [D]: Giving It Up To Feel Effected [F] [P]

CoverLabel: Involve 04
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 09
Genre: Electronica - Techno - Dubtechno, Electronica - IDM, Electronica - Dubtronica

Signer ist Bevan Smith ist Aspen kommt aus Neuseeland kommt hochinteressante Musik entsteht nicht nur in Berlin geben sich Techno und Dub die Hand ergibt das interessante Sounds entstehen durch ein plastisches Sounddesign überzeugt Signer ist Bevan Smith ?
Signer gehört zu den ganz Grossen, die Musikgeschichte schreiben. Was er macht ist, die Sounds von Basic Channel und Chain Reaction, die nach dicker Grossstadtluft riechen, so ferfeinern, so verdünnen, so filtern und mit einer frischen, salzigen Meeresbrise anreichern, dass sie unglaublich klar und leicht werden. Das ergibt eine Listening-Spielart des Minimalhouse mit Dub-Bässen, die dich, wenn du sie hörst, durch den neuseeländischen Frühling wandern lässt. Dabei gehst du unter einem zartblauen Himmel dem Meeresstrand entlang, das Grün der Bäume strahlt jugendlich und intensiv und irgendwo über dem Meer verwischt ein leichter Dunst den Horizont.

Trackliste:

1. 85% (8:25) 2. Scooter QB (4:21) 3. Coidal (4:17) 4. Shifting Between Standing And Sitting (4:16) 5. Counter Slave Sync (5:37) 6. Fallover Disco (5:09) 7. Illudite (4:58) 8. My Music Widow (1:31) 9. Shadow Boxing (5:48) 10. When We Drift (3:40) 11. Clear Freeze (4:17) 12. Psyllium Track (2:47) 13. a) Spermicidal, b) Untitled (Clinton Francis Remix), c) Scooter Qua Dub (18:49)
Alle Tracks: Beavan Smith.

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Rezensionen August 2000

Thomas Brinkmann [x>] [D]: Rosa [F] [P]

CoverLabel: Ernst 9
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 08
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno, Electronica - Techno - Koelntechno

Nach der Soulcenter CD nun Brinkmann zum zweiten. Du hältst das Designer-Produkt schlechthin in Händen: Eine CD, die wie eine orangefarbene Schallplattenhülle aussieht, nur eben im CD-Format, das Label rosarot, ganz ohne Trackliste. Zu lesen gibts nur: rosa und zwar auf dem CD-Rücken. Die 12 Tracks dieses Tonträgers sind eine Werkauswahl aus der orangefarbenen Vinyl-Reihe mit den Frauennamen, Anna, Beate, Clara, ? Endlich kommen auch CD-Käufer in den Genuss dieser Tracks.
Der perkussiv geprägte Sound klingt nach Drum-Machine-Ästhetik. Zyklen, Patterns, die sich aufbauen, komplexer werden und die zuweilen transversal ineinander greifen als hätten sie nichts miteinander zu schaffen. Das ist die Handschrift von Brinkmann. Markus Popp von Oval würde sagen, das hatten wir schon vor bald zwanzig Jahren als technische Möglichkeit gegeben, diese Musik ist nichts Neues. Aber diese Zyklus-Ästhetik vermag auch heute noch zu überraschen. Gutes Handwerk eben. Design vom Besten. Und Arbeit an der Abstraktion aufs Wesentliche. Von daher können solche Tracks einen Punkt treffen, dann sagen wir: Er kickt !

Trackliste:

1. Doris 2 (2:59) 2. Olga 1 (6:30) 3. Xenia 1 (6:03) 4. Xenia 2 (7:01) 5. Erika 2 (4:52) 6. Anna 1 (7:37) 7. Clara 1 (7:22) 8. Inge 1 (6:25) 9. Nicola 1 (4:47) 10. Susi 1 (6:50) 11. Ulla 1 (6:25) 12. Yvette 1 (7:06)

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Rezensionen Juni 2000

Geeez 'n' Gosh [x>] [D]: My Life With Jesus [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 090
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 06 27
Genre: Electronica - House - Gospelhouse, Electronica - Funktronica - Glitchfunk

Uwe Schmidt ist ein Wahnsinnskerl, der seit Jahren unter vielen Namen (Senior Coconut, Atom Heart, Atom TM usw.) so ungefähr zwei CDs pro Monat veröffentlicht. Und alles klingt zumindest respektabel, meist hochinteressant. Zweifellos einer der wichtigsten elektronischen Musiker. Ein Schaffenskraftwerk. Ein Experimentierlabor. Hier Gospel-Clickhouse. Unüberlesbarer Bezug zu My Life in the Bush of Ghosts von Byrne und Eno. Genial auch das Cover: Die Jesus-Ikonographie als Zierleiste zu wer weiss was. Jesus loves you! Halleluja!

Trackliste:

1. Salvation - 7:01 2. I Believe In Jesus - 6:05 3. Gotta Pray - 5:43 4. Geeez 4 - 6:18 5. Soul Of Mine - 7:02 6. Jesus Knows - 5:41 7. Talk With God - 5:37 8. Calling Jesus - 7:10
Alle Tracks: Uwe Schmidt.

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Auch [x>] [D]: Kiss Tomorrow Goodbye [F] [P]

CoverLabel: Force Inc. FIM-1-041
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 06 20
Genre: Electronica - Minimaltechhouse, Electronica - House - Microhouse

Musik als hätten Plaid von Farbe auf Monochrome gewechselt und den Beat etwas beschleunigt und verflüssigt. Edel. Klassisch. Gross!
Ekkehard Ehlers von den Autopoieses, der Clickhouse vom Feinsten macht. Ein traumhaftes Cover, das Bände spricht: Zwei schwimmende Häuser, wie Pfahlbauerhütten in einem stillen Gewässer, das derart wellenlos ist, dass es wie die Himmelsdecke wirkt - House in einer unermesslichen Weite, die jeden gegebenen Rahmen sprengt, erst recht ein CD-Cover.

Trackliste:

1. Green Ice (3:19) 2. Black Snow (9:46) 3. Until The Red Fog Rises (9:27) 4. Pick-Up (5:20) 5. Sleeping Dogs (5:27) 6. Forever After (5:56) 7. Double Indemnity (6:19) 8. Fast Run (5:57) 9. Frankfurt Confidential (5:50) 10. The Glass Key (1:46) 11. I Should Have Stayed At Home (5:32) 12. Clandestine (7:38) 13. Nightfall (3:29)

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Tomas Jirku [x>] [D]: Variants [F] [P]

CoverLabel: Alien8 ALIENCD 023
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 06
Genre: Electronica - Dubtronica

Eine Parkhauseinfahrt bei Nacht. Gefilterte und verstärkte Farben lassen die Architektur wie ein Gefängnis mit Antifluchtflutlicht erscheinen. Darüber eine Matrize aus roten Quadraten. Eine Algebra, die sich wie ein Netz über die reale Welt legt und sie beschreibbar macht. Als Bild. Als Text. Als Musik. Jirkus zwölf Stücke sind eine Auswahl von insgesamt 59 Kompositionen in Varianten, die letztes Jahr (1999) in schneller Folge während einem Monat entstanden, ins Netz gestellt und wieder gelöscht worden sind. Die Produktionsbedingungen selbstbestimmt, als Constraints eines medialen Arrangements. Für die Trackliste in Matrizenform wird die Legende noch mitgeliefert (year, month, day, group, variant, edit, minutes, seconds, milli seconds), für die Musik nicht. Hier gilt: selbst hinhören und keinesfalls den Ohren trauen, ohne nachgerechnet zu haben.
Einige der Stücke klingen wie eine Anspielung an das Technohouse-Format. Klar, Jirku gehört zum Umfeld der Force Inc.-Amerikaner (Jake Mandell, Sutekh etc.), die aus den G3 Prozessoren allerlei bisher ungehörte Herrlichkeiten zaubern. Wie durch Geisterhand geführt, passt diese variantenreiche Vielfalt ästhetisch zusammen, so dass man von einer neuen Stilrichtung sprechen kann, die erfolgreich die Hörgewohnheiten der urbanen Gegenwarts-Menschen mitprägen. Met@music.

Trackliste:

1. 99 11 23 01 04 01 05 07 82 (5:07) 2. 99 11 25 02 03 01 06 17 60 (6:17) 3. 99 11 30 03 02 02 05 28 10 (5:28) 4. 99 12 04 04 03 01 05 52 01 (5:52) 5. 99 12 06 05 03 00 06 47 78 (6:47) 6. 99 12 06 06 03 01 03 48 56 (3:48) 7. 99 12 06 07 02 01 04 43 12 (4:43) 8. 99 12 07 09 01 01 03 29 34 (3:29) 9. 99 12 11 10 11 01 06 22 94 (6:22) 10. 99 12 16 11 03 02 05 09 57 (5:09) 11. 99 12 20 12 03 01 05 17 41 (5:17) 12. 99 12 22 14 03 00 11 04 51 (11:04)

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Rezensionen Mai 2000

Luomo [x>] [D]: Vocalcity [F] [P]

CoverLabel: Force Tracks ft 14
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 05 23
Genre: Electronica - House - Microhouse, Electronica - House - Digital-Disco

Vladislav Delay zum zweiten. Delay scheint das gesamte Genre-Inventar mit seinem Sounddesign durchzudeklinieren. Hier Vocalhouse. Wochenlang verging keiner meiner Tage ohne dass ich diese CD rauf und runter hörte. Ich lebe in Delays Musik wie in einer Stadt, in der ich mich niederlasse, weil ich mich in ihr Zuhause fühle.
In Delays Musik kannst du dich reinhängen, du lässt dich hineinfallen wie in ein Wasserbett. Du wiegst dich darin. Doch mehr noch als zum im Bett bleiben oder zum Tanzen ist diese Musik zum Gehen gemacht: Also schnall dir den Discman um und gehe mit Delay deines Weges. Deine Schritte werden getragen sein wie diejenigen eines Models auf dem Laufsteg. Im Flug deiner Gedanken stellst du mit dem Wasserbett und deinem Gefühl des Gehens ein Dreisatz auf: Sich wiegen verhält sich zum Wasserbett wie Gehen zu dem, was du da unter deinem Federgang spürst.

Trackliste:

1. Market - 11:59 2. Class - 12:31 3. Synkro - 13:59 4. The Right Wing - 16:08 5. Tessio - 12:07 6. She-Center - 9:56
Alle Tracks: Sasu Ripatti.

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Curd Duca [x>] [D]: Elevator 3 [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 084
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 05 09
Genre: Electronica - Soundart - Collage

Vielleicht bin ich total verpeilt, aber mit Curd Duca konnte ich bisher einfach nichts anfangen. Diese Musik war mir zu kurz, zu zufällig, sie schien von nirgendwoher zu kommen und nirgendwo hinzugehen. Mit dieser CD wird das alles anders.
Hier scheint mir Duca mit seinen Momentstücken, seinen Klangminiaturen eine Sprache gefunden zu haben. Jedes der 48 Stücke eine schillernde Perle, wie von einem, der auf Reisen ging und der von überall, wo er vorbei kam, etwas mitnahm, wenn es auch nur ein kleines und unbedeutendes Steinchen war, als Erinnerungsstück nämlich, und dann alles zuhause in eine Vitrine gestellt hat - und da schaust du es dir an und du weisst, da ist einer viel herumgekommen und er beweist einen eigenen, sehr persönlichen Geschmack. Du wirst ihn kennen lernen und er wird dir immer wieder von seinen Reisen erzählen.

Trackliste:

1. Car - 0:09 2. Faith One - 1:55 3. Quiet Nights Intro - 0:44 4. Quiet Nights - 1:46 5. Mid 4 - 0:31 6. Stim - 0:50 7. Fl Peak - 0:39 8. Plasma - 0:28 9. Macintosh Suite - 0:20 10. Digital Basics - 0:10 11. Geister - 0:06 12. Laura - 0:16 13. Rev - 0:17 14. Slip & Slide - 0:38 15. Love 3 - 0:34 16. Lalo - 0:06 17. Scream - 0:31 18. Dark Perc - 0:42 19. Tristan - 2:14 20. Sounds In The Night - 0:30 21. Evie Peak - 0:12 22. Fire - 0:19 23. Earth - 0:16 24. Lo - 0:20 25. Mid - 0:26 26. Hi - 0:35 27. Rec 4 - 0:51 28. Giant Swing - 0:41 29. Japan - 0:27 30. Schweb - 0:28 31. Bliss - 1:34 32. Manc - 1:47 33. Syte - 1:24 34. Gunshot - 1:54 35. Schwirr - 0:41 36. Uranus - 1:09 37. Click & Roll - 1:11 38. Misty - 1:02 39. Metal - 0:44 40. Dorf - 0:34 41. Nave - 0:35 42. Alpine Bells - 0:40 43. Walzer - 1:43 44. Serge B1 - 0:24 45. Tubbies - 0:21 46. Soul - 0:50 47. Midnight - 2:01 48. M2 - 2:15
Alle Tracks: Curd Duca.

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Soul Center* [x>] [D]: Soul Center* (= II) [F] [P]

CoverLabel: W.v.B. Enterprises 4
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 05
Genre: Electronica - Techno - Minimaltechno, Electronica - Techno - Leftfieldtechno, Electronica - Funktronica

Stax-Samples nach dem Funktionsprinzip der Drum-Machine zu etwas Neuem verarbeitet, von dem du nicht sagen kannst, ob seine trockene und kalte Machart stört oder die satten und fetten Samples. Da beisst sich etwas. Das ist kalter Schweiss (Cold Sweat). Weckt die Lust auf die Originale mit.

Trackliste:

1. Can I Ask You - 7:39 2. What You're Doin - 3:55 3. Are You Ready - 6:32 4. Artur - 5:04 5. Psycho Set - 6:24 6. Respect - 5:32 7. Boy - 6:21 8. Who in the Funk - 6:10 9. Morningstar - 7:10 10. Psycho Set II - 5:58
Alle Tracks: Thomas Brinkmann.

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Rezensionen März 2000

Gas [x>] [D]: Pop [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 083
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 03 28
Genre: Electronica - Postelectronica

Pop, das steht beispielsweise für Andy Warhols reproduktive Produktion von Versionen: I've drawn 550 different shoes today. You know, it's work, all that matters is work. You won't stay young forever! (aus Songs for Drella von Lou Reed und John Cale). Wolfgang Voigt hat die schwer-deutsche Zauberwaldrhetorik zurückgenommen, die Klänge aufgehellt – das Cover verrät es.
Fichtenzweigwerk in Grossaufnahme als Cover dieser CD, Ersatz für den deutschen Zauberwald von ehedem. Die vielen kreuz und quer laufenden Nadeln sind Oberfläche, sind, was sie sind, was sie sind, nämlich alle sehr gleich, aber sie schaffen grössere Strukturen aus ihrer elementaren Qualität. Und die Tiefe, die Tiefe schafft das Medium, die Fotographie, du als Hörerin oder Hörer, dein Fokus: aber pass auf! Geh nicht zu nah ran, die Nadeln pieksen und das Holz ist vom Harz ganz klebrig … Ambient Musik ist doch oft nach dem Raum benannt, für den die Sounds geschrieben sind, nach dem Muster von Musik für Luftportale. POP, stelle ich mir vor, dröhnt aus allen Gullis aus dem Innern der Erde: Da biegst du um eine Ecke und hörst plötzlich von unten einen magmatischen Sound, der jeden deiner Schritte trägt. Würdest du nachschauen wollen, woher die Klänge kommen, du stiegest hinunter und in endlosen Gängen, hinter dutzenden von Gabelungen, nachdem du hundert Mal gedacht hast, da war ich doch früher schon einmal, und nach tausenden von Stunden (das ist verdammt lang) würdest du begreifen, dass die Dinge es sind, die da klingen, die Dinge, das sind in diesem Fall die Wände, die Rohre, die wässrige Brühe, die Lichtstrahlen, welche hier und da durch die Gusseisen-Ritzen in regelmässigen, parallelen Streifen einfallen. Ob du da nochmals raus kommst, weiss ich nicht. Wenn, dann darfst du dich nicht nach dem Klang umsehen, denn sonst bleibt er auf ewig unten.

Trackliste:

1. Untitled - 5:13 2. Untitled - 8:38 3. Untitled - 7:27 4. Untitled - 9:31 5. Untitled - 10:52 6. Untitled - 9:24 7. Untitled - 14:37
Alle Tracks: Wolfgang Voigt.

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Jeff Mills [x>] [D]: Lifelike [F] [P]

CoverLabel: Music Man MM 007
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 03 19
Genre: Electronica - Techno

Es heisst im Booklet: Lifelike is non-defensive. Optimistic. Understands its motives. Sense of humour. Uses options. Die Imagination. Vom Wunsch nach einem besseren Leben getrieben. Die Arbeit an der Zukunft. Die Zukunft aussen und innen: Aussen im besagten besseren Leben. Innen bei einem selbst.
Jeff Mills suchte einen Psychologen auf, benutzte den therapeutischen Prozess als ästhetisches Beiwerk zu dieser CD. To understand Axis and how it works is to understand who I am and how I think. Elf Ausschnitte aus den Gesprächen sind im Booklet abgedruckt. Da wird über Jeff Mills und seine Kunst philosophiert. Er scheint in diesen Gesprächen etwas gefunden zu haben, was er bei (Musik-)Journalisten nicht finden kann: Mental examination. Die Möglichkeit, in einem interviewartigen Gespräch die Denkensart zu (über-)prüfen. Was wirklich dabei herauskam steht leider nicht im Booklet. Der abgedruckte Dialog dünkt mich eher fade. Sehr deklarativ von Seiten Jeff Mills. Dieser Psychologe ist ihm nicht wirklich eine Herausforderung, sondern fungiert vielmehr als Anstoss für die nimmermüde Textmaschine Mills. Schade. Dafür kannst du dich auf die Musik verlassen! Zwar nicht ganz so gross wie die The Other Day-Compilation. Mais néaumoins ?

Trackliste:

1. Yantra (5:06) 2. Condor To Mallorca (5:36) 3. Global Factor (4:25) 4. Zenith (5:17) 5. Nepta (4:44) 6. Babylon (5:46) 7. Minnia (The Queen's Theme) (7:20) 8. Detached (2:47) 9. Systematic (4:45) 10. Cometh (Only) (0:56) 11. Solara (5:03) 12. Avenger (3:38) 13. Eclipse (4:43) 14. With/Dove (5:23)

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Mira Calix [x>] [D]: One On One [F] [P]

CoverLabel: Warp 073
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 03 06
Genre: Electronica - DSP

Die Vorderseite: acht Sonnenblumen, die Dich anschauen, als wärst du ihre Sonne. Das schmeichelt, nicht wahr? Die Rückseite: eine menschliche Gestalt, ganz Textur und mit dem verängstigten Blick einer soeben gemachten Erfahrung, tritt aus einem dunklen vollmondbeleuchteten Wald. Der Titel: One On One . Das Motto: It's all a matter of numbers, klar, zählen hilft – immer! Eins an eins legen. Zwei erhalten und zugleich – bedenk es recht – doch nur wieder eine weitere Eins heraus bekommen. Du zählst und bleibst doch immer beim selben Material.
Es ist, wie das im geheimen Leben der Zeichen eben ist. Zählen hilft. Die Zeit vertreiben - und die Angst. Die Angst im Wald. Das ist, wie singen. Nun eins ans andere legen: Das Bild der Rückseite an das Bild der Vorderseite, indem du das Begleitheft aufklappst. One On One. Nun bist du noch immer die Sonne, du bist das Licht, dem sich die Sonnenblumen zuneigen, du bist das Licht, das den Mond dermassen gespenstisch hell macht aber du bist gewissermassen auf der anderen Seite der Erdkugel. Du bist da, wo die Szene nicht stattgefunden hat. Du warst nicht da, du hast nichts gesehen, nichts gehört. Vielleicht steigst du gerade auf, wenn die Nacht vorbei ist, legst einen weiteren Tag an den zuvor, aber die andere Seite hast du nicht gesehen. Du warst die Eins am Himmel. Du bleibst die Eins am Himmel. Zählen müssen nur die, die nicht sind wie du bist. Durch den dunkeln Wald bist du nie gegangen. Ebensowenig hast du die vielen Zahlen gehört, die Dir galten oder den Gesang, der die Angst erträglich sein liess. Du kommst zu spät, Sonne.

Trackliste:

1. Ms. Meteo feat. Disjecta (Poolside Mix) - 5:20 2. Skin With Me - 3:32 3. Nostalgia - 1:46 4. Sparrow - 6:03 5. Three Teas Please - 1:36 6. Schmyk - 7:06 7. Ithanga - 1:22 8. Routine (The Dancing Bear) - 4:08 9. The More You Do The More You Do - 2:41 10. Isabella - 5:11 11. Daydreaming At Night - 0:51 12. Simple Friends - 5:13 13. Battery Beach - 1:53 14. Upiyano - 3:45 15. Afrique Du Mal - 1:38 16. Slip Sliding - 3:28
Alle Tracks: Chantal Passamonte.

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Rezensionen Februar 2000

Mathias Schaffhäuser [x>] [D]: Lido Hotel [F] [P]

CoverLabel: Force Tracks ft 06
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 02 29
Genre: Electronica - House - Microhouse, Electronica - House - Digital-Disco

Die CD muss man einfach lieben und oft, ganz oft, anhören. Das Frontcover zeigt dir das Schild des Lido Hotels. Die Einzelbuchstaben als schwarze Zeichen auf weissem Grund bzw. weisse Zeichen auf schwarzem Grund. Aus einer Perspektive, die die ganze Installation gleichsam in der Luft schweben lässt
So blau war der Himmel bei uns schon lang nicht mehr. Und wenn du Dir das Schild genau betrachtest, ziehst du die richtigen Schlüsse: Es ist ein House, das schon in die reifen Jahre gekommen ist. Wie es in ihm drin aussieht, zeigt Dir das Backcover. Pars pro toto. Ein Lavabo mit Kalt- und Warmwasserhahn, eine kleine Seife, ausgepackt und noch unberührt, wie sie in Hotels üblich sind, und eine ganze Menge Spuren, Kratzer, Sprünge, Rost- und Kalkpatina. Kein Zweifel. Dieses Hotel hat schon vieles gesehen. Du magst es zwar für rennovationsbedürftig halten, aber dieses Hotel macht noch Jahre und wird noch viel sehen. Und es verdeckt nicht (wie die vielen neuen Hotels) alle Spuren von den Gästen, die vor Dir hier wachgelegen sind und der rinnenden Zeit und den Geschichten zugehört haben, die das Hotel erzählt. Und manch ein Gast hat in später Stunde das Wort an sich genommen und selbst erzählt.
Das ist die Musik, die täglich im Radio laufen würde, wäre die Welt in Ordnung. Oh das ist nicht von mir, das hab' ich irgendwo gelesen und es hat mir gefallen, wie Schaffhäusers Sound, den ich Dir auch gerne zitieren würde. Aber Sound lässt sich nicht auf Papier bannen. Ein (für die ganze CD untypischer!) Anspieltip: Desaster. Dieser Track sagt, was zu sagen ist. Er bringt es wirklich auf den Punkt: It's a desaster. Sie antwortet: Jaa, jaa . Das ist Kommunikation. Antwort ist immer Kommunikation. Jaa, jaa.

Trackliste:

1. Nice To Meet You - 6:44 2. Prost - 6:16 3. Kurz & Gut (Trancemonstermix) - 8:18 4. Zeit Rinnt - 6:02 5. Ach, Das Glauben Sie Ja Selber Nicht - 7:45 6. Lido Hotel - 7:32 7. Desire - 4:26 8. Teenage Alibi (1st Version) - 5:42 9. 6 Uhr Morgens - 5:38 10. Loom Service (Remastered Edit) - 5:23 11. Desaster (Couch Mix) (Remastered Edit) - 6:11 12. Starship Trooper - 0:22
Alle Tracks: Mathias Schaffhäuser.

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Antipop Consortium [x>] [D]: Tragic Epilogue [F] [P]

CoverLabel: 75 Ark 75007
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 02 22
Genre: Electronica - Breakbeat - Electronic-Hip-Hop

Avant Hip Hop - rekonstruiert auf dem Laptop: Die Samples klingen detailreich und digital, wirken mehr relaxt als massiv, intellektuelle Attitude, Experimentierfreude nach allen Richtungen. Wie langweilig ist Hip Hop schon seit Jahren. Hier der Beweis dafür, dass dies nicht so sein muss. Wir sind gespannt und harren der Dinge, die da noch kommen mögen ?

Trackliste:

1. Laundry (4:13) 2. Nude Paper (3:15) 3. Your World Is Flat (3:09) 4. PSA2 (0:51) 5. 9.99 (2:29) 6. Rinseflow (3:29) 7. Here They Come Now (0:55) 8. Moon Zero X-M (1:02) 9. Lift (2:23) 10. Eyewall (4:56) - feat. Electro Foetus 11. Sllab (4:20) 12. Monster Sex (0:06) 13. Smores (3:09) 14. Driving In Circles (3:28) 15. 3 Digit Wiz (4:15) 16. Antontonebarr NE-0 (0:46) 17. Heatrays (5:29) - Guest-Rap - Aceyalone 18. Disorientation (3:45) - Guest-Rap - Apani B-Fly MC 19. What Am I (3:11) - Guest-Rap - L.I.F.E., Pharoah Monch

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Matrix (UK) [x>] [D]: Sleepwalk [F] [P]

CoverLabel: Virus VRSCD 002
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 02 21
Genre: Electronica - Breakbeat - Drum'n'Bass

Der erste Meilenstein in Sachen Drum'n'Bass this year. Ja, da hast du recht, dazu braucht's nicht viel, nur eine Scheibe, die einer der Jungs schon vor drei Jahren angekündigt hat und nun endlich, endlich, nach Schwierigkeiten, das richtige Label zu finden etc. etc. – du kennst die Redensarten – endlich, endlich auf den Markt wirft und die Zukunftsmusik aus Maschinen endlich, endlich dieser Zukunft entreisst und der Gegenwart überlässt. Matrix, der Bruder von Optical, hat's getan und seine Schlafwandel-CD ist wirklich ein Meilenstein, nicht nur aus Mangel an Releases.
Killertracks. Messerscharf. Jedes bit Beat spaltet eines deiner Haare. Erstaunt kuckst du dich im Spiegel an, reisst aus deiner trägen Kopfhaut eines dieser gespaltenen Haare heraus, legst es vor dir auf den Tisch, richtest ein Licht darauf und schaust es dir verständnislos an. Das Licht schimmert. Der eben noch scharfe Fokus deiner Augen verstellt sich und das geteilte Haar gewinnt einen tiefen Raum in den du eintrittst ?

Trackliste:

1. The Saint (6:17) 2. Temperament (5:50) 3. Gap The Mind (6:52) 4. Asylum (6:32) 5. Angel (4:19) 6. Six (5:29) 7. Airhead (6:59) 8. Destiny (6:44) 9. Sleepwalk (5:58) 10. Junction (5:23) - Coproducer - Ed Rush, Optical 11. Apache (7:14)
Alle Tracks: Matrix (Jamie Quinn).

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Vladislav Delay [x>] [D]: Multila [F] [P]

CoverLabel: Chain Reaction CRD 09
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 02 08
Genre: Electronica - Dubtronica, Electronica - IDM - Glitch-IDM, Electronica - Techno - Dubtechno

Wie sehr der Text auf der Titelseite meine Wahrnehmung der Musik prägt! Ich höre mir Multila an und befinde mich in einem Meer aus Proto-Formen. Kaum je habe ich eine Musik gehört, die dermassen psychedelisch wirkt. Multila ist, was der Text verspricht: Ein Hilfsmittel, um etwas über unsere unintentionalen Zustände zu lernen.
Das Leben zeichnet alles von uns auf. Auf Celluloid. Die Kamera sieht alles. Der Blick des Mediums. Aber UNSERE Erfahrung vom Leben liegt jenseits von Bildern und Beschreibungen. Liegt an der Schwelle des Bewusstseins, da, wo die Dinge noch keine Form haben und so flüchtig sind, dass sie uns ständig abhanden kommen, jetzt und jetzt und schon wieder. Wir machen uns auf die Jagd nach unserem Unbewussten, weil wir denken, dass irgendwer dort zuhause ist, den wir schon lange mal besuchen wollten, aber wir sind doch jedesmal an seinem Haus vorbeigegangen. Auch und gerade heute wieder. Mutila funktioniert nach denselben Prinzipien, wie diese vage und unfassbare reine Objektivität: Fragmente, Momente, Losigkeiten, Protoplastizität, Rhizome in Magma.

Trackliste:

1. Ranta 4:29 2. Raamat 7:16 3. Huone 22:04 4. Viite 7:44 5. Karha 11:47 6. Pietola 16:24 7. Nesso 3:11

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Rezensionen Januar 2000

V. A. (Sub Rosa) [x>] [D]: Substancia 2 [Label-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Sub Rosa SR 180
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 01 04
Genre: Electronica

Sub Rosa ist ein Label, dessen Wurzeln tief in den Boden der Achzigerjahre hinabreichen. Diese Belgier vertreiben Musik zwischen Kunst, Literatur und Philosophie. Sie waren die ersten, die einen Sampler herausgegeben haben, der Electronica der Gegenwart mit der Philosophie von Deleuze in Beziehung setzte, was ja bei Force inc. und Mille Plateaux Programm ist. Mit dem Labelsampler Substancia 2 bringen sie zum günstigen Preis Musik zwischen Jazz und Elektronik, zwischen Hip Hop und Musique Concrète, zwischen Ambient und Sound of Cologne. Crazy, wie diese jazzy Musik, die zwischen verrückten Beat-Fraktalgorithmen hervorbricht, sich einfach, mit dem Anlaufen des Tracks vor dich hinsetzt und dir ins Gesicht schaut. Einige der Sounds klingen, als wäre der HipHop mit 250 Sachen in seine Bleep-Phase hineingecrasht. Da kriegst du Rythmus-Patterns für deinen befreiten Arsch, dein immer schon weites Bewusstsein und für den Homunculus, der diese beiden verbindet. Substanz unter dem Zeichen der Rose.

Trackliste:

1. Tal: Snappy Stuff - 3:19 2. Benge: Dream Of Dreamy - 5:15 3. Rip-Off Artist: Real Scary Story - 6:01 4. Multiphonic Ensemble: A Tasty Choreographer - 5:23 5. Bisk: Walk Along The Road Avoiding The Puddles - 5:49 6. Ensemble: Untitled 2 - 4:37 7. Richard Thomas: Asa Nisi Masa 2 - 3:43 8. Tone Rec / To Rococo Rot: Coucy Pack Démoli - 5:08 9. Atom™: Sort Of Rhythmical - 3:46 10. Scanner: Autopilota: Close Landing - 5:36 11. Bump & Grind: Ring Modulation - 4:08 12. Freeform: Lego Bine - 4:01 13. Calla: Traffic Sound - 3:05 14. Bret Easton Ellis: Neutral Tone - 0:33

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Paul Wirkus [x>] [D]: Mimikry [F] [P]

CoverLabel: Gusstaff GR&M 21
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 01
Genre: Electronica

Der Pole Paul Wirkus macht Minimalmusic in the age of the glitch. Sechs Tracks zwischen 4,5 und 11.5 Minuten Laufzeit. Piano Samples endlos wiederholt und dezent mit Glitches versetzt. Coole Texturen zum Liebhaben.

Trackliste:

1. Himself (10:03) 2. Tulpa (4:22) 3. 566 (11:30) 4. For M (5:51) 5. Geodetta (6:29) 6. Mimikry (7:27)

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Signal [x>] [D]: Centrum [F] [P]

CoverLabel: Raster-Noton 030 (static-series 2)
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 01
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Hinter Signal stehen die drei grossen Namen: Frank Bretschneider a.k.a. Komet, Olaf Bender a.k.a. Byetone und Carsten Nicolai a.k.a. Noto bzw. Alva Noto. Eine CD, die als Release der Static-Series in der grauen Antistatic-Tüte daherkommt. Statisch geladene Musik in der Antistatikpackung. Musik aus Chips, wie Chips, vor sich selbst, der eigenen Neigung zur unkontrollierten statischen Ladung und Entladung, geschützt: Geschützt vor der Selbstzerstörung.
Ihre Spannung bezieht die Musik nicht so sehr durch Anlehnung an irgend einen Dance-Stil, nicht einmal an Ambient: Obwohl loop-orientiert sind hier nicht die Rhythmus-Haken und schon gar nicht Klangereignisse, die im herkömmlichen Sinn als funky gelten könnten, prägend. Jede maschinelle Funkyness entsteht aus Strom. Und so wird bei den meisten Techno-Stilen der Verlauf des Wechselstromes als Sinus-, Sägezahn- oder Rechteck-Schwingung durch Filter etc. gestaltet. Die Maschine kontrolliert den Tanz des Elektronenstroms. Anders bei dieser Musik: Statt aus Strom entsteht sie aus elektrostatischer Ladung. Was du hörst, sind Spannungen, die sich - wiederum durch Maschinen kontrolliert - entladen. Signal arbeiten somit eigentlich hinter dem Strom, nämlich an dessen Bedingung, der Spannung.
Klar, diese Musik will Kunst sein, ist dabei aber sehr überzeugend.

Trackliste:

1. Super-Structure (11:33) 2. Ondu-Lop (5:05) 3. Auto-Numeric (5:06) 4. Multi-Scan (3:41) 5. Light-Pipe (4:33) 6. Crystal-Clear (4:00) 7. Index-Area (5:18) 8. Vibra-Lab (6:00) 9. Tgl 10-5 (4:37)

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V. A. (Mille Plateaux) [x>] [D]: Clicks_+_Cuts [2-CD, Genre-Comp.] [F] [P]

CoverLabel: Mille Plateaux MP 079
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000 01
Genre: Electronica - IDM - Glitch-IDM

Was für eine CD, was für eine Musik! Die repräsentiert - und wird es immerzu, solange ich lebe - den Eintritt ins Jahr 2000, das neue Jahr/hundert/tausend.
Nun, wo wir im neuen Jahrtausend angekommen sind, wo wir als Sprechende, Denkende, Nachdenkende und Nachdenkliche bereits Monate, vielleicht Jahre zuvor waren, nun da sich die Maschinen nicht von uns abgewendet haben, nun, da wir in einer Zeit stehen, die so unbeschreiblich unbeschrieben ist, neu eben, eher aus Programm als tatsächlich erfahrbar, denn, alles erfährst du eigentlich wie zuvor. Doch nun kommt diese Musik und erzählt dir davon, wieviel noch aus den Maschinen herauszuholen sein wird. Danke, sagst du. Und bitte bis bald.

Trackliste:

CD 1 1. Kern (Frank Bretschneider) - 5:02 2. Circa 1509 (SND) - 5:06 3. Raute (Farben) - 7:34 4. Synkopoint (Vladislav Delay) - 10:41 5. Spa (Pole) - 6:29 6. Koilinen (Pansonic) - 4:34 7. Prototype N (Alva Noto) - 5:45 8. Shift (Skist) - x:xx 9. Confuses Bear Thrown into the Sea (Stilluppsteypa) - 2:04 10. Neina (Clairvoyance) - 6:20 11. Unstabile (Sutekh) - 7:14 12. Pop (Carda Duca) - 1:18
CD 2 1. Maschine (Ester Brinkman) - 8:04 2. Überall (All) - 4:59 3. Strange Fruit (Dettinger) - 5:22 4. These Few Minutes (Autopoieses) - 4:25 5. I Won't Lie (Jake Mandell) - 2:33 6. Loads Early Like Normal (Kit Clayton) - 3:52 7. (Esta Gran Humanidad Ha Dicho) ¡Ya Basta! (Ultra Red) - 5:03 8. Matrix (Reinhard Voight) - 3:18 9. Rechannelled from Stereo (Thomas Meinecke Framus Waikiki) - 3:52 10. Sinecore (Panacea) - 4:51 11. Sans Titre No. 2 (Ihan) - 3:56 12. Sonqizzmaster (Kid 606) - 6:10 13. Comp Vier (Goem) - 6:29

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Rezensionen ohne Monatsangabe aus dem Jahr 2000

Es [x>] [D]: Flick [F] [P]

CoverLabel: (K-RAA-K)3 K 019
Erscheinungsdatum (JJJJ MM TT): 2000
Genre: Post-Millennial-Music - Freakfolk - Psychfolk, Post-Millennial-Music - Freakfolk - New-Weird-Finnland

Ein Juwel von Psychfolk-CD. Ich entdecke sie erst mehr als vier Jahre nach ihrem Erscheinen, weil das Nachfolgealbum Kaikkeuden Kauneus Ja Käsittämättömyys zu mir durchdringt. Und wie immer, wenn ich etwas gutes Neues entdecke, muss ch dessen Herkunft und Umfeld kennen lernen. So entdeckte ich Flick.
Die Musik ist mit einfachsten instrumentalen Mitteln gemacht, Zumeist Solo-Gitarre und manchmal etwas elektronische Sounds oder Perkussionsgeräusche beigemischt. Dieses Material mit Effektgeräten stilsicher bearbeitet. In dieser Bearbeitung liegt die Kunst von Sami Sänpäkkilä: Entstanden ist Flick während vier Jahren mit einem Vier- oder Achtspurtaperecorder. Das ist Lo-Fi-Ästhetik pur. Flick beweist, dass man keine cutting-edge Ausrüstung braucht, um neue Sounds zu erfinden. Auch beweist dieses Album, dass mit Folktronica neues Terrain zu erobern ist. Ein Album von intimer unprätentiöser Schönheit, das etwas Zeit braucht.

Trackliste:

1. Rainpipe (2:19) 2. Clink (7:17) 3. Kemialliset Häät (5:38) 4. Flick (8:42) 5. Signal To God (0:49) 6. Klink (2:17) 7. Baureuth-Ulvila In 16h (10:40) 8. Vertex (5:25) 9. Wormhole (8:44)
Alle Tracks: Sami Sänpäkkilä

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