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Rezensionen – Musiktipps aus dem Musikzimmer

Die neuste Rezension: Alex Chilton [>]  [x>]: Free Again. The '1970' Sessions [Compilation (Act)] [R] [F] [P]

Genre: Rock - PowerpopCover
Datum: 2012 01 10 (Ed.)
Label: Omnivore OVCD 13

Nach der Auflösung der Box Tops und vor der Gründung von Big Star ging der eben volljährig gewordene Alex Chilton ins Studio, um eigene Tracks aufzunehmen. Nun war er zum ersten Mal frei vom Druck der Industrie auf einen jugendlichen Popstar, der einem Bild, das an ihn herangetragen wurde, entsprechen sollte, anstatt dass er sein Talent hätte frei entfalten können. So kamen diese wunderbaren Aufnahmen zu Stande, landeten aber in den Archiven, um erst 1996 das Licht der Welt zu erblicken. Ardent brachte sie damals mit dem wenig sagenden Titel 1970 auf den Markt. Nun kommen die Tracks mit teilweise Mono-Mixen neu heraus, unter einem angemessenen Titel: Free Again. (veröffentlicht: 2012 01 15) [→ R]

Zum Sinn dieser Rezensionen

Dietmar Dath schreibt in einem kuzen Beitrag in der «de:bug» (Nr. 100/März 2006, S. 55) eine im wesentlichen kantianische Antwort auf die Frage, warum wir überhaupt etwas mit Musik anfangen können: Die Liebe zur Musik ist wie jede Liebe zu einem ästhetischen Gegenstand (zur Kunst, zum Schönen) das Ergebnis der Vorstellungskraft, jenes Vermögens, das zwischen Wahrnehmung und Denken vermitteln kann. Diese Vermittlung ist nun aber nicht einfach eine ominöse Synthese von Ohr und Kopf. Die Vorstellungskraft ist das Vermögen, ein Urteil über Musik (oder eine andere Kunstform) zu finden, das auf der Wahrnehumung beruht, dabei aber möglichst alles, was man weiss, mit in Betracht zieht. Wer eine Rezension schreibt, wer einem Sinnesverwandten erklärt, weshalb eine Musik toll ist, der lebt in und mit dem Vorstellungsvermögen. Sie oder er versteht es, den ästhetischen Gegenstand einem andern vorzustellen. Das ist in etwa, was ich hier zu unternehmen trachte.