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Factsheet zu On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik (Musikgeschichte) von Martin Büsser

Factsheet

Martin Büsser [>] [D]: On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik [Musikgeschichte] [Embed] [PDF]

Kerninformationen zur Erstausgabe
Datum (JJJJ MM TT):
– 2004 09  [>] [D]
Verlag:
– Europäische Verlagsanstalt [>] (Hamburg)

Bemerkungen
Büsser verfolgt die Rock- und Popgeschichte entlang der wilden Seite, geht den Traditionslinien des Untergrunds und der Alternativen nach. Ob das die wahre Geschichte ist sei dahingestellt, jedenfalls ist es nur ein Teil von ihr.
Den Anfang setzt der Autor 1966 bei Revolver von den Beatles und Pet Sounds von den Beach Boys. Mit diesen beiden Alben ist Rock als ernste und dringende Musik im Albumformat entstanden, der Soundtrack zu den sozialen und künstlerischen Experimenten der 60er Jahre. Dabei spricht Büsser aber nicht von Rock, sondern konsequent von (modernem) Pop, Damit folgt er der den meisten relevanten deutschsprachigen Autoren, die seit den 80er Jahren über Musik schreiben (prominenterweise die Spex Autoren, z.B. Diedrich Diederichsen). Rock wird dabei unter Pop subsummiert und die Musikgeschichte eng an die Kunst- und Sozialgeschichte gekoppelt: Die Zeitumstände machen Musik nicht nur spannend, sondern überhaupt erst verständlich (S. 10). So kommt es, dass Büsser nicht nur viel auslässt, was zur Musikgeschichte gehört, sondern dass er oft gar nicht über die Musik spricht, sondern über Kontexte, vor allem über Diskurse, die in der Fachpresse über Musik geführt wurden. Prominent sind dabei alle Krämpfe, die die linke Subkultur mit der Frage ausgestanden hat, ob eine bestimmte Musikrichtung oder Band politisch noch vertretbar sei oder nicht (Industrial, Laibach beispielsweise), oder mit der Frage, was mit einer Musik geschieht, mit der man sich indentifiziert hat und die nun plötzlich auch von Rechts erklingt (Punk-Oi!).
Das Buch ist über weite Strecken spannend zu lesen und stellt alternative Musikströmungen verständlich dar. Es handelt sich vielleicht um die beste deutschsprachige Musikgeschichte der Gegenwart. Auch empfehlenswert sind die Plattentipps, die sich am Ende des Buchs über fast 30 Seiten ziehen.

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