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Postrock (Genrediskografie)

Die Postrock Diskografie

Postrock (Genre)

Beschreibung: Postrock ist Indie-Musik der frühhen 90er Jahre, die ihren Akzent eher auf Textur als auf Struktur legte und dies ging in eine komplementäre Richtung zur zeitgleichen Grunge-Bewegung. Postrock-Bands orientierten sich eher an Krautrock, elektronischer Musik (Electronica - IDM, Electronica - Ambient) und an Musik von Produzenten wie Brian Eno, Lee 'Scratch' Perry oder Phil Spector, die im Studio am Sound ihrer Musik herumtüftelten. Wesentliche Einflüsse stellten Loveless von My Bloody Valentine oder die Alben von Public Enemy dar, die eine neue Klangwelt aus Samples offenbarten. Nitsuh Abebe betont, dass damals in den Zeiten von Postrock alles mondhaft und höflich war (moony and polite) und dass das Wort «Soundscape» in aller Munde war. Vor allem die frühen britischen Bands wie Laika, Moonshake oder Stereolab thematisierten den Mond und dessen Konnotationen: im Raum schweben, schwerelos sein, die Zukunft, Traum und Schlaf, unbegrenztes, unbekanntes, noch nicht eingeteiltes Territorium (blank space).
Zum Unterschied zwischen englischem und amerikanischem Postrock schreibt Nitsuh Abebe: The English kids sounded like rockers trying hard, working without a net, pushing from shoegazing and art-rock into chilly, moony sound. The Americans were less moon and more rainforest: Their records have a rich, immaculate sound and sheen, one that’s constantly reminding you just how much they know exactly what they’re doing.

Subgenres Genremap
– Postrock - Ambientrock - Analogambient [D]
– Postrock - Chamberrock - Montreal-Postrock [D]
– Postrock - Dronerock [D]
– Postrock - Electronicrock [D]
– Postrock - Indietronica [D]
– Postrock - Indietronica - Neo-Spaceage [D]
– Postrock - Indietronica - Wohnzimmer-Musik [D]
– Postrock - Mathrock - Neo-Krautrock [D]

Vorgänger
– Rock - Progrock - Mathrock [D]
– Postpunk [D]
– Postpunk - Ambient [D]
– Caribbeana - Dub [D]
– Electronica - Synthtronica [D]
– Pop - Instrumentalpop - Exotica [D]
– Pop - Instrumentalpop - Easylistening [D]
– Pop - Instrumentalpop - Spaceage [D]
– Pop - Instrumentalpop - Easylistening [D]
– Indiepop - Noisepop - Shoegaze [D]
– Akademica - Elektronische-Musik - Tapemusic [D]
– Akademica - Minimalismus [D]
– Electronica - IDM [D]

Nachfolger:

Weblinks: [→ Link] Logo Logo

Name: Es war der englische Musikjournalist Simon Reynolds, der den Begriff in Umlauf brachte. Zuerst verwendete er ihn in einer Rezension zu Hex, dem Bark Psychosis Album, dann in einem Aufsatz für The Wire (Nr. 123, Mai 1994). Wesentlich an Postrock-Bands sei, dass sie im Studio eine andere Welt aus Sound kreieren wollten. Reynolds schrieb von ruckartigen Taktarten und von einem Mangel an melodischer Schönheit (jerky time signatures and a dearth of melodic loveliness). Wie jeder Genre-Begriff mit «Post-» ist «Postrock» schwierig zu fassen, weil bei diesen «Post-...»-Genres ein komplexes zeitliches Verhältnis zum Davor betont wird. Das Danach («post») verhält sich ambivalent zum Davor. Es überwindet das Davor, will keinesfalls mehr so sein wie es und kann doch nicht ohne existieren. Um es an Hegel zu exemplifizieren (es ginge auch mit dem vermittelnden Wirken der Urteilskraft bei Kant, oder der skeptischen Variante der Urteilsfindung bei Joni Mitchell im Song Both Sides Now, wo sie zum Schluss kommt: «I Really don't Know Clouds/Love/Life at all»): Der Wechsel von der These zur Antithese ist ein Übergang vom einen zum anderen (in den Strophen von Both Sides Now). Das andere ist einfach anders, braucht nicht mit der These vermittelbar zu sein. Beide dürfen herrlich blind sein. Doch der Übergang zur Synthese muss alles, was blind gesetzt wurde, vermitteln. Es kann nicht eine neue Setzung sein.
Der Begriff «Post-» wird oft in seiner eher naiven Bedeutungsdimension des «Danach» in einer zeitlichen Reihenfolge von Ereignissen oder Phasen gebraucht. Post-Britpop zum Beispiel (für Bands wie Travis, Coldplay, Stereophonics, Radiohead, die «nach» dem Britpop-Hype kamen). Bei Postrock ist der Begriff dezidiert nicht naiv gemeint.

Instrumente: Gitarren werden im Postrock eher als Textur- und Timbre-, statt als Riff- und Powerchord-Instrument eingesetzt.

Ende: Am Ende der 90er Jahre lief sich Postrock tot. Alternativerock wartete mit Bands wie den White Stripes und anderen Postpunk- und Garagerock-Revival-Bands auf.

Labels: Too Pure [D], Darla [D], Morr Music [D], Thrill Jockey [D], Drag City [D], Temporary Residence [D], Rock Action [D]

Wichtige Acts: Stereolab [D], Seefeel [D], Pram [D], Moonshake [D], Disco Inferno [D], Laika [D], Long Fin Killie [D], Th' Faith Healers [D], Slint [D], Tortoise [D], Gastr Del Sol [D], Sea And Cake [D], Moonshake [D], Mogwai [D]

Relevante Quellen
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Relevante Listen
Treblezine: 10 Essential Post-Rock Albums [F]
Stereogum: 30 Essential Post-Rock Songs [F]


Releases (985)

Songs (103) [P]

Medien (49)

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