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Die «Glen Campbell» Diskografie [Embed]

Glen Campbell – Fakten und Links

Portrait von Glen CampbellRecording Artist aus Flagge AR, Billstown; Flagge CA, Los Angeles [Ort]; Flagge TN, Nashville
Lebensdaten: Geboren: 1936 04 22, verstorben am: 2017 08 08
Aktiv: von 1958
Auch bekannt als: Glen Travis Campbell [>]
Mitgliedschaft in: Champs [D] & Folkswingers [D] & Fleas [D] & Trophies [D] & T-Bones [D] & Wrecking Crew [D]

Ähnlichkeitsbeziehungen zu: Bobbie Gentry [D] & Bobby Goldsboro [D] & Charlie Rich [D] & Jerry Reed [D] & Anne Murray [D] & Conway Twitty [D] & Jackie DeShannon [D] & José Feliciano [D]

Vorläufer: Django Reinhardt [D] & Hank Williams [D] & Chet Atkins [D] & Charlie Louvin [D] & Merle Travis [D] & Elvis Presley [D] & Roy Orbison [D] & Johnny Cash [D] & Merle Haggard [D] & Willie Nelson [D] & Beach Boys [D] & Charlie Rich [D] & George Jones [D] & Ray Price [D] &

Nachfolger: Kenny Rogers [D] & Bellamy Brothers [D] & Ronnie Milsap [D] & Bobbie Gentry [D]

Labelzugehörigkeit: Capitol [D], Starday Records [D], Customtone Records [D], Ember Records [D], RCA, Atlantic [D], MCA [D], Surfdog Records [D]

Genrezugehörigkeit: Country - Bluegrass [D], Rock'n'Roll - Beat - Surfbeat [D], Pop - Baroquepop [D], Rock - Folkrock [D], Rock - Countryrock [D], Country - Countrypop - Nashvillesound [D], Country - Countrypop - Countrypolitan [D]

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Links zu Online-Discografien:

Bemerkungen
Glen Campbell war zunächst ein Mann im Hintergrund anderer Acts. Als Tour- und Studiomusiker in Los Angeles und Teil der legendären Wrecking Crew gehörte er zu den Sessionmusikerinnen und -musiker, die auf unzähligen Aufnahmen der 60er Jahre gespielt haben. Glen Campbell schaffte, was die wenigsten dieser Musiker schafften: Er hatte eine Karriere unter eigenem Namen, war erfolgreich als Sänger, TV-Showmaster und Schauspieler.
Seine Jugend in Arkansas war schwer und entbehrungsreich. Kent Hartman hat in seinem Buch über die Wrecking Crew darüber berichtet. Als junger Mann konnte er mit seinem Onkel auf Tournee gehen. Er blieb mausarm dabei. Erst das Angebot eines anderen Onkels, Dick Bills, der ein etablierter Radiomann in Albuquerque war, half dem Sechzehnjährigen, mit gesichertem Einkommen zu überleben und nun täglich an seinem Traum zu arbeiten: Er wollte der beste Gitarrist der Welt werden. In den frühen 60er Jahren versuchte er sein Glück in Los Angeles und wurde zunächst Tourmusiker der Champs, d.h. er war nicht offiziell ein Bandmitglied, spielte aber auf deren Tourneen Gitarre. Als Studiomusiker war er für fast alle prominenten Musikerinnen und Musiker tätig, die in Los Angeles aufgenommen hatten (siehe Namensdiskografie). Die eigene Aufnahme-Karriere startete er zwar schon früh (1958), doch das waren noch Gelegenheitsaufnahmen. Ab 1967 ging es dann mit eine Reihe von Adult Contemporary Hits richtig los. Diese Songs hatten gewiss wenig mit dem damaligen Rock-Boom zu tun und werden daher nicht in jedem Geschichtsbuch der Rock- und Popmusik erwähnt. Doch sechs seiner Songs sind längst Standards geworden, wobei seine Versionen die definitiven sind: Gentle on My Mind (geschrieben von John Hartford), By the Time I Get to Phoenix, Wichita Lineman, Galveston (alle von Jimmy Webb), Rhinestone Cowboy (von Larry Weiss) und Southern Nights (von Allen Toussaint).
Wichita Lineman ist für mich einer der grössten Songs, die je aufgenommen worden sind, Top ten, vielleicht der beste überhaupt. Es ist ein Song über die Einsamkeit eines Linemans, das ist ein Arbeiter, der die Telegraphen-, Telefon- oder Stromleitungen in Stand hält. Man muss sich die weiten Landschaften des amerikanischen mittleren Westens vorstellen, den Lineman hoch auf den Masten, Wind und Wetter ausgesetzt und allein, einsam in dieser Weite des überwältigenden Nichts zwischen Himmel und Erde. In dieser grandiosen Einöde sehnt sich der Lineman nach seiner Freundin. Violinen und Keyboards mimen die Klänge, die in dieser Szene zu hören sind: das ätherische und gespensterhafte Pfeifen des Windes an den Kabeln. Ein Morse-Kode gleitet bedeutungslos durch die Weiten zwischen Ost- und Westküste. Das ist «kosmische amerikanische Musik» (der Begriff stammt von Countryrocker Gram Parsons).
Bei Glen Campbell wurde 2011 Alzheimer diagnostiziert. Er verlebte seine letzten Jahre in einem spezialisierten Heim. Vorher hatte er noch genügend Zeit für eine Abschiedstournee und für letzte Aufnahmen, die seither sporadisch erschienen sind, zuletzt gerade im Juni Adiós. Unter den späten Liedern von Campbell fällt vor allem der ergreifende Song I'm Not gonna Miss You auf: Es ist ein Abschiedslied an seine Ehefrau, mit den Worten: «Ich bin immer noch da und doch weg. Gitarre spiele ich nicht mehr, singe auch meine Lieder nicht mehr. Du bist die letzte Person, die ich liebe, und das letzte Gesicht, an das ich mich erinnere. Ich werde nicht mehr wissen, was du durchmachst – nur eines bleibt: Ich werde dich nicht vermissen!»
Mit Glen Campbell ist einer der wichtigsten Musiker des 20. Jahrhunderts verstorben.

Modus: Act-Discog Namens-Discog

Releases (11)

Songs (7) [P]

Medien (1)

Literatur (1)

News Einträge (1)

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