Musikerbiografie fürs Schulbuch

Roger McGuinn Gründungs- und Langzeitmitglied  bei den Byrds sagt in einem Interview, das Mojo Magazine in der April-Ausgabe 2017 abdruckt: «I didn’t pay much attention to music until I heard Heartbreak Hotel. The transistor radio had just come out and I’d ride my bike around Chicago and listen to it. It was the drama of the song – and that really fabulous echo. I asked for a guitar after I heard it and got one.» (p. 44).

Es klingen gleich mehrere Themen in dieser Aussage an, die aus dem Geschichtsbuch zur Populären Musik, dem Kapitel «Rock ’n‘ Roll» stammen könnten:

  1. Von Elvis Presley geht eine magnetische Kraft aus: Wer ihn als junger Mensch hört, wird mitgerissen. Einige greifen selbst zu einer Gitarre und aus diesen Jungs rekrutieren sich die Rock-Musiker der nächsten Generation.
  2. Man hört Rock ’n‘ Roll im Transistorradio. Dieses neue Gadget gibt Teenagern ein eigenes Medium (während die Familie vor dem TV versammelt ist) und dieses ist mobil, d.h. es kann im Auto und unter der Bettdecke gehört werden, an Orten, die entweder ganz privat sind oder an denen Jugendliche unter sich sind.
  3. Das Echo von Heartbreak Hotel war ein Sound-Merkmal, das viele Rock-’n‘-Roll-Stücke gemeinsam hatten. Slapback-Echo, erzeugt durch eine zweite Tonbandmaschine oder das Echo aus dem Echo-Raum des Aufnahmestudios, ergaben einen «Signature Sound» von Rock ’n‘ Roll.

JD McPherson: North Side Gal (2012)

McPherson's howling vocals hail from a nitty, gritty, bygone era

Wenn sämtliche Gesetze der Biologie ausser Kraft wären und  es sich zugetragen hätte, dass Chuck Berry mit Little Richard ein Kind gezeugt hätte, dann würde dessen Stimme vermutlich so klingen wie die von JD McPherson.

In Wirklichkeit ist JD McPherson 1977 in Broken Arrow, Oklahoma geboren und kam dank seinem Vater bereits früh in Kontakt mit der Musik der Rock’n’Roll-Grösse Buddy Holly.1
Allerdings machte McPherson erst einen Abstecher in die Punkmusik und versuchte sich danach noch in der Kunstszene Tulsas bis er schliesslich zu der Musik kam, die er heutzutage macht.2

Das Lied „North Side Gal“ erschien 2010 auf JD McPhersons Debütalbum „Signs and Signifiers“. Der Song klingt, als hätte er in den 50er Jahren laut aus den Autoradios der coolen Kids gedröhnt. Durch den bluesigen Rhythmus, kreiert durch Schlagzeug, E-Gitarre und  Bass, entsteht ein Rock-’n’-Roll-Stück, das stark an die Wurzeln dieses Genres erinnert, an Begründer wie Fats Domino, Little Richard und Elvis Presley.

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Das Lied erweckt das Gefühl, in eine Zeitmaschine gestiegen und zurück in die 50er Jahre gedüst zu sein und ist somit ein aktuelles Beispiel für das ‚ewige‘ Rock-’n’-Roll-Revival der letzten fünfzig Jahre.

(dm)

  1. Danton, Eric R: Album Stream: JD McPehrson, ’Signs & Signifiers’.

    http://www.rollingstone.com/music/news/album-stream-jd-mcpherson-signs-signifiers-20120417 (Abgerufen: 28.10.13)

  2. Bowers, Paul: JD McPherson heats up ’50s rock ’n‘ roll in a punk pressure cooker.

    http://www.charlestoncitypaper.com/charleston/jd-mcpherson-heats-up-50s-rock-n-roll-in-a-punk-pressure-cooker/Content?oid=4642696 (Abgerufen: 28.10.13)