Forschungsbericht: Powerpop & Newwave

Power Pop & New Wave (ma)

Power Pop ist ein Musikstil, der Pop-Melodien mit lauter Power-Akkorden kombiniert. Seine wichtigsten melodischen Einflüsse können bis auf die Beatles, die Byrds und dem Gitarrensound von The Who zurückverfolgt werden. Der Stil dieses Genres charakterisiert sich durch relativ kurze Songs, eingängige Melodien und prominente E-Gitarren.[1]

Big Star

Big Star

Power Pop kann in drei verschiedenen Perioden aufgeteilt werden:

Die erste Phase liegt in den 1970er Jahren und beinhaltet Bands wie Badfinger, Strawberries, Cheap Trick und Big Star[2]. Die meisten dieser Gruppen orientierten sich an den Strawberries, da sie damals die einzige Power Pop Gruppe waren, die erfolgreiche Hit-Singles produzierten. Das Gemeinsame zwischen all diesen Bands ist ihre Liebe zu den Drei-Minuten-Pop-Songs.[3]

Die zweite Phase, die auch als kommerzieller Höhepunkt des Power Pops gilt[4], beginnt in den späten 1970er-Jahren und dauert bis zu den frühen 1980er-Jahren. Zu den typischen Vertretern dieser Zeit zählen Bands wie The Knack, The Beat und The Romantics. Ein spezielles Merkmal dieser Gruppen ist ihre Bekleidung, bei der häufig der Einfluss der British Invasion (einfarbige Anzüge, Kurzhaarfrisuren, schmale Krawatten) oder der Mod-Szene (maßgeschneiderten Anzügen und teurer Markenkleidung) zum Ausdruck kommt.[5]

In den frühen 80er Jahren erlebte der Power Pop seinen Niedergang, indem mehrere Bands ihr Ende fanden. Doch war dies nicht von langer Dauer und in den späten 1980er-Jahren begann sich eine neue Generation von Power-Pop-Bands zu bilden.[6]

The Posies

The Posies

Die dritte Periode beginnt offiziell in den 1990er-Jahren. Während dieser Periode zeichnet sich die Musik stark durch alternative Rock-Einflüsse aus. Künstler wie Matthew Sweet, Superdrag und The Posies gewinnen zu dieser Zeit an Popularität[7]. Viele der ursprünglichen Power-Pop-Gruppen beginnen mit der Aufnahme neuer Songs und dem Loslassen auf Independent-Labels.[8]

Power-Pop gehört zu den Trends, die sich am Längsten innerhalb der Popmusik gehalten haben. Seine Wirkung auf verschiedene Gruppen und auf verschiedenste Genres wie Alternativ Rock, Britpop, Post-Punk und Indie-Pop ist unbestritten[9].

Was der Power-Pop aus den früheren 70er Jahren und der New Wave in Verbindung setzt, sind die kurzen und eingängigen Lieder. New Wave (Neue Welle) ist eine dominierende Strömung in der britischen und amerikanischen Rockmusik, welche Mitte der 70er Jahren entstand. Ursprünglich gehörte New Wave zum Punk Rock, etablierte sich aber später als eigenständiges Genre.[10] Beeinflusst wurde dieses Genre von Pop

Musik, R&B und britischer Beat Musik. New Wave charakterisiert sich durch seine kurzen und druckvollen Songs, wie auch durch seine Sänger, die oft einen spiessigen Gesang haben.[11] (ma)

Quellen:

 

http://rateyourmusic.com/genre/Power+Pop/ (Abgerufen am 03.11.2013)
http://www.allmusic.com/subgenre/power-pop-ma0000002793 (Abgerufen am 03.11.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/Power_Pop (Abgerufen am 03.11.2013)
http://www.musicfilmweb.com/wp-content/uploads/2012/06/Big_Star2.jpg (Abgerufen am 03.11.2013)
http://internationaljukebox.net/img/bands/Posies(The)_01.jpg (Abgerufen am 03.11.2013)
http://www.ohfancy.de/blog/2011/05/28/specials-alles-zur-entstehung-und-geschichte-der-new-wave-musik/ (Abgerufen am 03.11.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave (Abgerufen am 03.11.2013)

Bedeutende Bands (Power Pop / New Wave) (mj)

Pioniere und Interpreten des Power Pop und New Wave waren u.a. Bands wie The Beatles, The Move, Nick Lowe, Blondie und XTC.

The Beatles [1]

The Beatles sind eine Rock-Band aus Liverpool, gegründet 1960. Anfangs noch im Rock’n’Roll verwurzelt, wurden sie später Wegbereiter für Richtungen wie Power Pop oder New Wave. Vor allem ihr achtes Album, „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ brachte in der Musik eine Unterscheidung zwischen Pop und Rock hervor [2].

Als Hörbeispiel das erste Lied der Platte „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ mit gleichnamigen Song (Stand 05.11.2013):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7gwg_d3XZ5A[/youtube]

Bandmitglieder waren John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, and Ringo Starr.

The Move [3]

The Move, gegründet 1965 in Birmingham, waren britische Vertreter des Rocks. Ähnlich zu den Beatles, waren auch sie Inspiration für Power Pop. Bands wie Utopia übernahmen gleich ein ganzes Lied („Do Ya“) auf eines ihrer Alben. Das Original ist auf der B-Seite der 1972 erschienen Single „California Man“ zu finden.

Ein Eindruck zum Lied „Do Ya“ gibt das folgende Video (Stand 05.11.2013):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=kuRvumUxMMI[/youtube]

Die Gründungsmitglieder waren Roy Wood, Bev Bevan, Chris Kefford, Carl Wayne und Trevor Burton.

Nick Lowe [4]

Nick Lowes erstes Album war „Jesus of Cool“ (1978). Für den Release der Platte in den USA wurde sie auf „Pure Pop for Now People“ umgetauft. Als bekannter Interpret des Power Pop und New Wave, ist er vor allem auch in der Pub Rock Szene gross geworden. Als Songwriter hat er auch Hits komponiert, wie „What’s so Fun about Peace Love and Understanding“ (für Elvis Costello), die heute noch von Künstlern [5] neu interpretiert werden.

Der Song „Tonight“ von der Platte „Jesus of Cool“ (Stand 05.11.2013):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=c3dTc4kyIOU[/youtube]

Blondie [6]

Diese amerikanische Gruppe machte Power Pop und New Wave bekannt. 1974 gründeten Chris Stein und Deborah Harry die Band. Ihr zweites Album, „Plastic Letters“ (1978), legte auch das Fundament für eine erfolgreiche UK-Tour, womit sie auch in Europa Fuss fassen konnten. 1982 löste sich die Gruppe auf, wobei sie 1997 ein erfolgreiches Comeback feiern durften.

Das Video zeigt das Lied „(I’m Always Touched by Your) Presence, Dear“ vom Album „Plastic Letters“ (Stand 05.11.2013):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Bv_id8iEzUM[/youtube]

XTC [7]

Wenn auch nicht die bekannteste Band im Bereich New Wave konnten XTC doch Zeichen setzen. Mit „Drums and Wires“, inklusive der Single „Making Plans for Nigel“, fassten sie in den UK album und U.S. Billboard album charts Fuss. 1976 einigten sich die Mitglieder auf den Namen XTC; die Band war geboren.

„Making Plans for Nigel auf Drums and Wires“, ein schönes Beispiel für XTC und New Wave (Stand 05.11.2013):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=s29RKnB7l7o[/youtube]

(mj)

Quellen:

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/The_Beatles

[2] Simon Reynolds (2012): Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. Faber & Faber. 259.

[3] http://en.wikipedia.org/wiki/The_Move

[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Nick_Lowe

[5] http://www.youtube.com/watch?v=Sk0zmMN2J9M

[6] http://en.wikipedia.org/wiki/Blondie_(band)

[7] http://en.wikipedia.org/wiki/Xtc

Literaturen (lb)

Allmusic liefert allgemeine Definitionen für die beiden Genres;

Power Pop wird als Hybridstil bezeichnet, der den Hardrock-Klang von The Who, die Melodizität der Beatles und Beach Boys mit den “ringing guitars” von den Byrds verkörpert, dessen Höhepunkt in den späten 70’s und frühen 80’s erlebte:
http://www.allmusic.com/style/power-pop-ma0000002793

New Wave, in derselben Zeit, war ein Oberbegriff für die Musik die dem Punk Rock direkt folgte, die weniger artsy und unkonventioneller als Post-Punk und mehr als Pop-Musik stand:
http://www.allmusic.com/style/new-wave-ma0000002750

Obwohl man beide Begriffe in vielen Artikeln findet, gibt es grundsätzlich nicht allzuviel Literatur, die sich direkt mit Power-Pop oder New-Wave als Musikstil befasst.
1997 wurde «Power Pop: Conversations with the Power Pop Elite» publiziert, das hauptsächlich Interviews mit wichtigen Vertretern des Stils beinhaltet. Zehn Jahre später wurde «Shake Some Action: The Ultimate Power Pop Guide» publiziert, das ausserdem noch eine Essaysammlung beinhaltet.
Online findet man auch den Blog “PowerPop”(1), der sich dem Power-Pop und seinen Derivaten widmet.

(1) http://powerpop.blogspot.ch (11.11.13)
http://en.wikipedia.org/wiki/Power_pop

Borack, John M. (2007). Shake Some Action: The Ultimate Power Pop Guide. Not Lame Recordings. p. 8. ISBN 0979771404. Retrieved November 26, 2012.

Dodd, Philip (2005). The Book of Rock: From the 1950s to Today (Paperback ed.). Thunder’s Mouth Press. pp. 36, 109. ISBN 978-1-56025-729-5.
http://powerpopoverdose.blogspot.chhttp://powerpop.blogspot.chhttp://www.lastfm.de/tag/powerpophttp://www.poptanke.dehttp://www.avclub.com/articles/a-beginners-guide-through-the-heyday-of-powerpop-1,86527/http://power-pop.tumblr.comhttp://ericcarmen.com/forums/index.php?/topic/23974-power-pop-documentary/

Chabon, Michael. „Tragic Magic: Reflections on Power Pop“. Retrieved 30 March 2013.
http://michaelchabon.com/uncollected/musical/tragic-magic/ 
(lb)

 

Fazit

Power Pop und New Wave sind Musikgenres, die sich bereits in ihren Anfängen auf frühere Stile beriefen und massiven Einfluss bis in die Gegenwart haben. Power Pop und New Wave können als entgegengesetzt Musikgenres beschrieben werden. Während Power Pop von kurzen schnellen Stücken lebt, die nur schlicht instrumentalisiert sind, geschieht im New Wave gewissermassen das Gegenteil. Bedeutende Interpreten des Power Pop sind zum Beispiel viele Bands der 1990er-Jahre, die Elemente des Power Pop in den Indie übernommen haben: Guided by Voices, Dinosaur Jr. oder Pavement. Der New Wave hingegen zeichnet sich durch komplexe Songstrukturen, den Einsatz von Synthesizern und allgemein durch längere Stücke aus. Die Rechereche hat ergeben, dass wissenschaftliche Literatur nur selten zu finden ist und der Schwerpunkt auf mehr oder weniger professionellen Blogs und historisierenden Bildbänden/Coffetable-Books liegt. Die Theoretisierung der Popmusik ist rudimentär ausgeprägt, was eventuell an dem vergleichsweise jungen Alter der modernen Popmusik liegen mag. (THE)

 Literaturverzeichnis (THE):

[1] http://rateyourmusic.com/genre/Power+Pop

[2] http://rateyourmusic.com/genre/Power+Pop

[3] http://www.allmusic.com/subgenre/power-popma0000002793

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Power_Pop

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Power_Pop

[6] http://www.allmusic.com/subgenre/power-pop-ma0000002793

[7] http://rateyourmusic.com/genre/Power+Pop

[8] http://www.allmusic.com/subgenre/power-pop-ma0000002793

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Power_Pop

[10] Reynolds, Simon (2012): Retromania. Pop Culture‘s Addiction To its Own Past. Faber & Faber, 259.

 

Forschungsüberblick: Nuggets

Nuggets

Im Jahre 1972 erschien bei Elektra Records ein Compilation-Album mit dem Titel: „Nuggets: Original Artyfacts from the First Psychedelic Era, 1965-1968“. Darauf waren zahlreiche, zum Teil vorab erschienene Garage Rock – Singles zu einem bahnbrechenden Album vereint worden. Es vereinte die raue Kraft der Garage Rock-Szene, deren Exponate oft nur lokal bekannt waren oder nicht mehr als einen guten Song beinhalteten. Das Album gilt als Wegbereiter und Frühform des Punk-Rock, denn auf der Rückseite des Doppel-Albums wurde das Wort Punk-Rock in einem Begleittext von Lenny Kaye erstmals erwähnt. So hatte das Album auch einen grossen Einfluss auf die Entstehung der Punk Rock Szene im Vereinten Königreich.

Das Album erschien 1998 erneut auf CD mit zwei zusätzlichen Bonus-CD’s die insgesamt 91 weitere Tracks enthielten, welche nicht auf der originalen LP enthalten waren.

YouTube-Playliste mit allen Songs der Originalausgabe des Releases (12″ Vinyl Doppelalbum)

  1. The Electric Prunes: I Had Too Much to Dream (Last Night) – 3:02
  2. The Standells: Dirty Water – 2:50
  3. The Strangeloves: Night Time – 2:35
  4. The Knickebockers: Lies – 2:46
  5. The Vagrants: Respect 2:17
  6. Mouse and the Traps: A Public Execution – 3:02
  7. Blues Project: No Time Like the Right Time – 2:49
  8. The Shadows of Knight: Oh Yeah – 2:51
  9. The Seeds: Pushin’ Too Hard – 2:39
  10. The Barbarians: Moulty – 2:37
  11. The Remains: Don’t Look Back – 2:45
  12. The Magizians: An Invitation to Cry – 2:59
  13. The Castaways: Liar, Liar – 1:56
  14. The 13th Floor Elevators: You’re Gonna Miss Me – 2:31
  15. Count Five: Psychotic Reaction – 3:09
  16. The Leavs: Hey Joe– 2:53
  17. Michael and the Messengers: Romeo & Juliet – 2:02
  18. The Cryan’ Shames: Sugar and Spice – 2:33
  19. The Amboy Dukes: Baby Please Don’t Go– 5:41
  20. Blues Magoos: Tabacco Road – 4:44
  21. The Choccolate Watchband: Let’s Talk About Girls – 2:45
  22. The Mojo Men: Sit Down, I Think I Love You – 2:25
  23. The Third Rail: Run, Run, Run – 1:57
  24. Sagittarius: My World Fell Down – 3:52
  25. The Nazz: Open My Eyes – 2:47
  26. The Premiers: Farmer John – 2:29
  27. The Magig Mushrooms: It’s-a-Happening – 2:47


(Stg)

Biografien und biografische Einträge Lenny Kaye in Nachschlagewerken

Folgende Biografien zu Lenny Kaye sind online abrufbar: AllMusic (Steve Huey, 05.11.13), Wikipedia (en) (05.11.13), Wikipedia (de) (05.11.13) sowie die Biografie der offiziellen Homepage lennykaye.com. Hier wird Lenny Kaye sowie unter anderem das 1972 veröffentliche Kompilationsalbum Nuggets erwähnt und auch, dass dieses seit langem als ein Werk angesehen wird, welches das Genre des Garage-Rocks definierte. Jedoch fokussiert sich die Biografie vor allem auf Lenny Kayes Leben als Musiker und seine spätere Autorentätigkeit als free-lance Schriftsteller.

(bw)

Erwähnungen in sonstiger Fachliteratur

Steven Lee Beebers bechreibt in seiner Anthologie The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk Lenny Kaye als den Gründer der Zehn Gebote des Punks (nachzulesen im Kapitel über The Ten Nuggets – Lenny Kaye and the Compilation of the Ten Punk Commandments, S. 63-76).

In Roy Shukers Key concepts in popular music, einer Art Wörterbuch der Popmusik aus dem Jahre 1998, wird unter dem Begriff Garage Bands respektive Garage Rock auch auf die Nuggets-Serie sowie auf Lenny Kaye eingegangen.

Auch John Covach und Andrew Flory erwähnen die Nuggets im Zusammenhang mit Garage-Bands. Diese hatten oft nur einen Hit, der zudem nur regional bekannt wurde. Auf den Nugget-Compilations wurden dann viele solcher Aufnahmen, die niemals weitbekannt waren oder schon wieder vergessen wurden, zusammengetragen.

(bw)

Diskographien zu Nuggets: Original Artyfacts from the First Psychedelic Era 1965-1968

Umfassende Diskographien sind in den dafür üblichen Quellen einsehbar. Die folgenden Quellen beziehen sich jeweils auf die Edition des Labels Elektra im Jahr 1972.

AllMusic (Abgerufen: 05.11.2013)

Discogs (05.11.13)

RateYourMusic (05.11.13)

Oldman’s Doors Blog (erweiterte Diskographie) (05.11.13)

Der folgende Audiotrack dient als Beispiel. Weitere Nuggets findet man auf YouTube.

The Electric Prunes – I Had Too Much to Dream Last Night

(ys)

Webseiten zu einigen Bands

The Cryan’ Shames (05.11.13)

The Electric Prunes (05.11.13)

The Standells (05.11.13)

The Vagrants (wikipedia) (05.11.13)

The Remains (05.11.13)

The Chocolate Watchband (05.11.13)

(ys)

Fazit

Die Compilation Nuggets bietet einen guten Überblick über die Blütezeit des Garage-Rocks und der damit verbundenen Entstehung von Punk. Eine Vielzahl an Bands, welcher an der Garage-Rock-Szene beteiligt war, ist auf dem Album vertreten. Darunter befinden sich neben namhaften Künstlern, welche in den Charts erfolgreich waren, auch völlig unbekannte Bands. Massgeblich beteiligt an dem Projekt war Lenny Kaye, der später Gitarrist der Patti Smith Group wurde. Lenny Kaye erwähnt in einem Begleittext zum Album bereits den Begriff »Punk Rock«.

(gi)

Quellenverzeichnis

Biografie Lenny Kaye.  URL: http://lennykaye.com/bio.html (05.11.13).

Covach, John & Flory, Andrew: What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co. 2012; S. 212f.

Shuker, Roy: Key concepts in popular music. London [etc.] : Routledge. 1998.

Beeber, Steven Lee: The Ten Nuggets – Lenny Kaye and the Compilation of the Ten Punk Commandments. In: The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk (englisch), S. 63–76. Chicago Review Press, Chicago 2006.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lenny_Kaye (Abgerufen: 05.11.2013).

http://de.wikipedia.org/wiki/Nuggets:_Original_Artyfacts_from_the_First_Psychedelic_Era,_1965–1968 (Abgerufen: 05.11.2013).

Forschungsüberblick: Ramones

„Eine Gruppe von vier ‚Brüdern’ aus Queens die zurecht als Gründer des Punks bezeichnet werden dürfen. Ihr Sound ist so einfach, wie effektiv: schnelle Tempi, eingängige Melodien und provokative, politische Songtexte, stets gepaart mit einer Prise Ironie und stilisierter Stupidität.“ (vgl. RollingStone) (pl)

Musik

Bezüglich der Musik der Ramones wird der Aspekt der Einfachheit und des Minimalismus in allen kürzeren oder längeren literarischen Abhandlungen immer wieder aufs Neue betont. Stefan Hentz beschreibt dies sehr treffend in einem Artikel, der in ZEIT ONLINE (1. 11. 2013) erschien: „Die Ramones spielten einen urwüchsigen Rock ohne jeden Schnickschnack, ohne jede Verfeinerung.“
Eine sehr umfassende wenn auch etwas verschachtelte Einbettung deren musikalischen Stils wird ausserdem von Christian Böhm vorgenommen. Seine Ausführungen sind in einem Online-Magazin erschienen und sind als PDF (4.11.2013) im Internet einsehbar.
Da die Ramones als Wegbereiter des Punk bezeichnet werden, sind weiter zahlreiche kurze Abschnitte zu deren musikalischem Schaffen in verschiedenen Lexika und Enzyklopädien erschienen. Brauchbare Kurzbeschreibungen sind beispielsweise in den folgenden Büchern zu finden:

  • Faulstich, Werner: Zwischen Glitter und Punk. Tübinger Vorlesungen zur Rockgeschichte. Teil 3: 1971-1984, 1986. Rottenburg-Oberndorf, Wissenschaftler-Verlag.
  • Logan, Nick / Woffinden, Bob: The Illustrated New Musical Express Encyclopedia of Rock, 1978: London
  • Graf, Christian: Rockmusik-Lexikon. Amerika, 1989: Hamburg, Verlag populärer Musik-Literatur, Bd. 2.

Auch Reynolds bietet in seinem Buch Retromania (2011, S. 256ff.) eine Erläuterung dazu, welche wichtige Rolle die Ramones in der Geschichte der modernen Musik spielen, deren Stil als entscheidend angesehen werden kann.

Weitere Informationen zum musikalischen Schaffen der Band und besonders ausführliche Diskografien lassen sich auch in den üblichen Onlinequellen finden: (jo)

Biografien/ biografische Einträge in Nachschlagewerken und Datenbanken

Online sind folgende Band-Biografien greifbar:

Bücher:

Biografien über die Ramones gibt es zuhauf und über die Authentizität dieser Bücher lässt sich streiten. Es gibt aber einige Veröffentlichungen, bei denen der Verfasser hautnah dabei war und aus dem Nähkästchen plaudern kann:

Monte A. Melnick, Tour-Manager der Ramones, verfasste das Buch „On The Road With The Ramones“. Hier verrät er einige delikate Insider Informationen: von den Liebesgeschichten der Ramones bis zum Ende der Band im Jahr 1996. Das 312-seitige Buch ist gefüllt mit Interviews und mit über 250 Fotografien illustriert.

Im Jahr 2000 veröffentlich Dee Dee Ramone eine Autobiographie über das Bandleben der Ramones. Der Leser erfährt hier Details über lange Nächte im legendären Club CBGB’s und die Konflikte zwischen den Bandmitgliedern.

McNeil hat mit „Please Kill Me“ einen schonungslosen Blick auf die Punk-Geschichte geschaffen. Der Autor beschäftigt sich vornehmlich mit der New Yorker Szene Mitte der 70er Jahre, Zeitzeugen wie Patti Smith und Iggy Pop kommen zu Wort. Allen voran spricht Dee Dee Ramone aus seiner Zeit mit den Ramones.

Justin Go beschreibt in der Nationalpost Johnny Ramone, als einen der untypischsten Punkrocker: Er setzte sich selber eine Alkoholgrenze von zwei Bieren und sparte eifrig auf seine erste Million. Nichtsdestotrotz hat Johnny den Punk durch seinen Gitarrenstil geprägt und war eine Inspiration für nachfolgende Generationen1. In seiner Autobiographie erzählt Johnny über das Altwerden als Punk und seine prägende Lebenserfahrungen in den 70ern. (sf)

 

Literatur:

  • Melnick, Monte A; Meyer, Frank: On the road with the Ramones. London: Bobcat Books Verlag 2007.
  • Ramone, Dee Dee: Lobotomy: Surviving the Ramones. New York: Thunder’s Mouth Press 2000.
  • McNeil Legs: Please Kill Me: The Uncensored Oral History of Punk. New York: Grove Press 1996.
  • Ramone, Johnny: Commando: The Autobiography of Johnny Ramone. Harry N. Abrams, 2012.

Selbstdarstellung/ Stil/ Persönlichkeit

Die Ramones zeichneten sich nicht nur durch ihre schnelle, nervöse Musik aus, sondern (und vor allem auch) durch ihr Auftreten, ihre Performance und ihr Stil. Während lange Haare, Lederjacken, ausgewaschene Jeans und Sneakers zu ihren äusserlichen Markenzeichen zählten, stachen sie an ihren Auftritten meist durch exzessive Darstellungen heraus. Tommy entwarf das Image der vier Ramone-Brüder und den Identikit Look der Band. So stehen sie vor der Backsteinwand voller Graffiti, ein Bild für die Ewigkeit, ikonisch vom ersten Moment an (siehe Abbildung 1).

Abb. 1: Bandportrait der Ramones

 

Der Bildband ‚Ramones Photography’ von Chip Dayton zeigt wunderbare, imagetypische Bilder der vier Typen. Ihr Stil ist schlicht und einfach unverkennbar – und sie bleiben dem auch ihre ganze Karriere hindurch treu.

Die Verkleidung, die neuen Namen und die gespielte Naivität, all dies formte eine Kulturtechnik zum Überleben. Mit dem Aspekt der Religion und der Zugehörigkeit der Ramones haben sich viele Autoren beschäftigt.

Wie viele jüdische Künstler rückten die Ramones dem Horror der Shoah mit Spott und Sarkasmus zu Leibe, wenn sie im Titel die Nazi-Parole verballhornten: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“, so in einem Artikel der ZEIT ONLINE (4.11.2013). Den Antisemitismus erlebten Tommy und Joey Ramone auch in der eigenen Band. Die Gruppe verzeichnete eine spezielle Chemie: den beiden jüdischen Ramones standen Johnny und Dee Dee gegenüber, republikanische, katholische Jungs aus der Arbeiterklasse (vgl. Bignoisenow). Diese Spannungen kommen im Buch ‚On the Road with the Ramones’ an manchen Stellen sehr gut zur Geltung. Die Lektüre besteht aus zahlreichen Interviews und Photographien, was dem Lesenden einen tiefgründigen Einblick in die Welt der Ramones ermöglicht.

Auch konzertmässig sind die Ramones kein leichtes Pflaster: die Auftritte der Band waren stets geladen, elektrisierend und lebendig. Auf der Compilation DVD ‚Ramones. It’s Alive 1974-1996’ sind zahlreiche Highlights der Ramones zu sehen. Die Fans gehen fantastisch zu den Ohrwurm-Songs mit, die Übergänge sind stets von der berühmten Schlachtruf-zeile One, two, three, four (4.11.2013) geprägt, bis der nächste Kracher startet.
Die vier Jungs machten bei jedem Lied Stimmung, als würde es kein Morgen geben. Und die Fans zogen stets mit.

Literatur zur Selbstdarstellung der Ramones ist nicht im Übermaß vorhanden. Die unzähligen Interviews, Fotografien, Live-Konzert-DVDs, Fan-Berichte und schliesslich die Songs selbst, geben aber sehr viel her. Unter genauer Analyse kann sich der interessierte Musikliebhaber so ein ziemlich genaues Bild der Ramones machen. (pl)

Literatur:

  • Bessman, Jim: Ramones: An American Band, St. Martin’s Press, 1993.
  • Dayton, Chip: Ramones Photography. London: Omnibus Press, 2004.
  • Johansson, Anders: Touched by Style in The Hand of the Interpreter: Essays on Meaning after Theory, ed. G. F. Mitrano and Eric Jarosinski, pp. 41–60, 2009.
  • Melnick, Monte A., and Frank Meyer. On The Road with the Ramones, Sanctuary, 2003.
  • Ramone, Dee Dee, and Veronica Kofman: Lobotomy. Surviving the Ramones. New York: Thunder’s Mouth Press, 2000.
  • Taylor, Steven: False Prophet. Field Notes from the Punk Underground. New York: Wesleyan University Press, 2003.
  • Savage, Jon: England’s Dreaming: Anarchy, Sex Pistols, Punk Rock, and Beyond, St. Martin’s Press, 1992.

Internet:

DVD:

  • Ramones. It’s Alive 1974-1996. The Ultimate Double Live DVD.

Bilder:

Label/ Management/ Produzent

Während ihres langjährigen Bestehens als Band standen die Ramones bei diversen Plattenlabels wie Sire, Philips, Beggars Banquet, Radioactive und Chrysalis unter Vertrag. Eine umfassende Auflistung der Labels findet sich auf Wikipedia und auf Allmusic.
Zu Beginn der Karriere der Ramones fungierte der spätere Schlagzeuger Tommy Ramone (eigentlich Tom Erdelyi, geboren 1952) als Manager der Gruppe (1977 und danach ab 1984 war er auch als Produzent der Ramones tätig).
Die wichtigste Figur im Management der Punkband war jedoch Danny Fields (geboren 1941 als Daniel Feinberg), der den Ramones einen Plattenvertrag bei Sire beschaffte und die Gruppe darauf (zusammen mit Linda Stein) ab 1975 managte. Zu Fields’ Person und seinem Einfluss auf die Band finden sich insbesondere in den beiden Dokumentarfilmen „End of the Century“ und (dem bald erscheinenden) „Danny Says“ sowie aus den Büchern „Please Kill Me“ und „The Heebie-Jeebies at CBGB’s“ Biographien, Interviewbeiträge und andere Beobachtungen.

Ramones-Manager Danny Fields

Abb. 2: Manager Danny Fields

 

Den Sound der Ramones massgeblich beeinflusst hat auch der legendäre Produzent der 60er-Jahre, Phil Spector, mit dem sie um 1979/1980 zusammenarbeiteten. Weitere wichtige Produzenten waren Ritchie Cordell und Glen. Einschlägige Seiten wie Wikipedia und Allmusic bieten dazu einige Informationen, eine umfangreichere Darstellung des prägenden Zusammenwirkens von Spector und den Ramones sind dem Buch „Wall of Pain. The Biography of Phil Spector“ zu entnehmen. (kbr)

Literatur:

  • McNeil, Legs/McCain, Gillian: Please Kill Me: The Uncensored Oral History of Punk, New York 1996 (Mit zahlreichen Interviewbeiträgen von Danny Fields).
  • Beeber, Steven Lee: The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk, Chicago 2006 (Biographisches Kapitel „A Nice Jewish Boy“ über Danny Fields):
  • Ramone, Dee Dee: Lobotomy – Surviving the Ramones, New York 2000.
  • Melnick, Monte A./Meyer, Frank: On the road with the Ramones, London 2007.
  • Thompson, Dave: Wall of Pain. The Biography of Phil Spector, London 2003.

Film:

Internet:

Bilder:

  1. Go, Justin (2012): Book Review: Commando, by Johnny Ramone. In: Nationalpost: http://arts.nationalpost.com/2012/06/08/book-review-commando-by-johnny-ramone/ (Abgerufen 31.10.2013)

Forschungsüberblick: Malcolm McLaren

Allgemeine Informationen zu Malcolm McLaren

Malcolm McLaren wurde 1946 geboren. Er studierte eine Zeit lang Kunst und eröffnete 1971 zusammen mit seiner damaligen Freundin Vivienne Westwood einen Kleiderladen, in welchem man Kleidung kaufen konnte, die bisher eigentlich der S&M-Szene vorbehalten war. 1972 war McLaren für eine kurze Zeit der Manager der  amerikanischen Band New York Dolls, welche eine der ersten Vertreter der frühen Punkrockszene waren.1 Inspiriert von dieser neuartigen Attitüde, die die New York Dolls vertraten, kehrte McLaren nach England zurück und gründete 1975 die Punkgruppe Sex Pistols, welche sich aus vier jungen Männern, die in seinem Laden verkehrten, zusammensetzte. Diese Band schien den Nerv der damaligen Zeit zu treffen und feierte bald grosse Erfolge. Nach dem Ende der Sex Pistols gründete und managte Malcolm McLaren Bow Wow Wow, eine britische New Wave Band. Einige Jahre später profilierte er sich dann auch selbst als Solokünstler, wobei er in seiner Musik Einflüsse aus Afrika und Amerika, darunter auch Hip-Hop vermischte. Er trat später noch in diversen Fernsehshows auf und machte kurz vor seinem Tod eine Ausstellung mit seinen „musikalischen Gemälden“ zum Thema Sex.2

Er starb 2010 in einem Krankenhaus in der Schweiz an Krebs.3

(dm)

Biografien und Infos zu Malcolm McLaren in Büchern

  • In seinem Buch Punk Rock – Die Geschichte einer Revolution erzählt John Robb die Geschichte des britischen Punks. Dazu bedient er sich der Stimmen der Leute, die einen Einfluss in dieser Geschichte hatten, bzw. sie miterlebt haben. So kommt unter anderem auch Malcolm McLaren zu Wort. Er und weitere Protagonisten erzählen, wie der Punk erfunden wurde von McLaren, wie sie den Punk alle erlebt/gelebt haben und was er für sie bedeutet.
    Robb, John (2013): Punk Rock – Die Geschichte einer Revolution. (S.I.): Heyne.
  • In London Calling: A countercultural History of London since 1945 von Barry Miles wird die Geschichte Londons aus der Perspektive von Leuten, die die Zeit miterlebt und -geformt haben, erzählt. Dazu erzählt der Autor zum Beispiel von Musikern, Autoren und Künstlern, die ihrerseits das Angesicht Londons verändert oder geprägt haben. Wenn es um Punk geht, werden Malcolm McLaren und die Sex Pistols thematisiert.
    Miles, Barry (2010): London Calling. A countercultural history of London since 1945. London: Atlantic.
  • In seinem Buch The Sex Revolts: Gender, Rebellion, and Rock’n’Roll erzählt Simon Reynolds die Sicht auf die Veränderung des Rocks und Punks durch die Linse der Gender-Problematik. Im ersten Teil seines Buches widmet er Malcolm McLaren ein Kapitel, welches den Namen Careers in Misogyny: The Strangers and Malcolm McLaren trägt.
    Reynolds, Simon and Press, Joy (1996): The Sex revolts. gender, rebellion and rock’n’roll. Cambridge, Mass: Harvard University Press.
  • Der britische Pop-Musikjournalist und Publizist Jon Savage, schrieb 1991 sein Buch England’s Dreaming. Es gilt als eines der Standardwerke des Punk-Phänomens. Der Autor selbst war Teil dieser Bewegung und kann somit auch aus eigener Erfahrung schreiben. In seinem Buch erzählt er unter anderem die Geschichte der Sex Pistols, die untrennbar mit Malcolm McLaren verbunden ist.
    Savage, Jon (1991): England’s Dreaming. London: Faber and Faber.
  • Das Werk Impresario: Malcolm McLaren and the British New Wave von Paul Taylor analysiert das Zusammenspiel von populärer Kultur, das von McLaren orchestriert wird, sowie der höheren Kulturen. Das Buch möchte unter anderem mit vielen Bildern den Werdegang und die Karriere McLarens darstellen, um seine Arbeit als Designer, Musiker, Filmemacher und Kulturtheoretiker zu erfassen, aber dies gelingt nicht.
    Taylor, Paul D. (1988): Impresario: Malcolm McLaren and the British New Wave. New York: New Museum of Contemporary Art.
  • Eher ein biografisches Werk ist The Wicked Ways of Malcolm McLaren von Craig Bromberg. Es werden die Art und Weise aufgezeigt, wie McLaren zum Teil mit rücksichtslosen Methoden seinen Erfolg erkämpfte, und ausserdem werden darin viele seiner Bekannten interviewt, unter ihnen Vivienne Westwood, Boy George und John Lydon.
    Bromberg, Craig (1991): The Wicked Ways of Malcolm McLaren. London: Omnibus Press.
  • In seinem Werk Apathy for the devil schreibt Nick Kent über seine Beziehung zu Malcolm McLaren und ganz allgemein darüber, wie dieser als Person gewesen war.
    Kent, Nick (2010): Apathy for the devil: A `70s Memoir. London: Faber and Faber.

(nana)

Musik, Videos und Dokus zu Malcolm McLaren

Verzeichnis mit Angaben zu Chartplatzierungen einzelner Songs und Alben

Klassische Wikipedia-Seite mit chronologisch geordneten Infos zur Diskographie inkl. jeweiligen Chartplatzierungen

Interessant könnten hierbei auch die References unten auf der Wikipediaseite selbst sein.

Umfassende Diskographien

Weiterführende Seite mit Ratings

Sehr interessante Doku über Malcom McLaren. Nach dem aktuellen Recherchestand eine BBC Two Produktion (oder dort ausgestrahlt). Produziert von Alan Yentob. Titel: Malcom Mc Laren: The Artful Dodger. (weitere Hintergrundinfos müssten recherchiert werden…)
Film kann auf Youtube gesehen werden.

[youtube width=“500″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=r6OKPQpSHAA[/youtube]

Einige dieser Quellen heben folgende Werke besonders hervor:

Album: „Duck Rock“

Songs: „Buffalo Gals“ und „ Double Dutch“

(mr)

Biografien und Infos zu Malcolm McLaren im Web

Im Web finden sich unendlich viele Informationen zu Malcolm McLaren. Die folgende Linksammlung stellt also nur eine kleine Auswahl an interessanten Informationen über das Leben und Schaffen des Malcolm McLaren dar.

Online sind u.a. folgende Biografien greifbar:

McLarens offizielle Website enthält lediglich den Songtext des Liedes Revenge of the Flowers und einen Youtube Link zu diesem.

Es finden sich im Internet auch viele Interviews mit Malcolm McLaren, z.B.

Ebenfalls findet man im Web folgenden Artikel, in dem seine Ex-Partnerin Vivienne Westwood sehr negativ über McLaren spricht. Es geht ihr vor allem darum aufzuzeigen, wie McLaren versucht haben soll, ihr eigens und das Leben ihres Sohnes zu zerstören.

  • Dailymail: Vivienne Westwood über Malcolm McLaren (3.11.13)

Nachrufe sind online ebenfalls zahlreiche greifbar, so z.B.

(Lh)

Fazit

Malcolm McLaren war Musiker, Manager, Ladenbesitzer, Künstler, Designer und Revolutionär in einem. Vermutlich war es diese Vielseitigkeit, die ihm überhaupt solche grosse Erfolge mit seinen diversen Projekten bescherte. Was wäre wohl aus Punk, den Sex Pistols und Vivienne Westwood ohne ihn geworden?

(dm)

  1. Simpson, Dave: Malcolm McLaren obituary.
    http://www.theguardian.com/music/2010/apr/09/malcolm-mclaren-obituary (Abgerufen: 5.11.13)
  2. BBC: Former Sex Pistols manager Malcolm McLaren dies at 64.
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/8610423.stm (Abgerufen: 5.11.13)
  3. Wikipedia: Malcolm McLaren.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Malcolm_McLaren (Abgerufen: 5.11.13)

Forschungsüberblick: Pub Rock

1 Einleitung (mwa)

Es wurde abgerissen, das „Tally Ho“ Pub in Kentish Town. Lange war es als Jazz Pub bekannt, bis es 1970 durch die amerikanische Band Eggs over Easy zur Geburtsstätte des Pub Rock wurde1. Eigentlich war es wie jedes andere Pub in Grossbritannien. Die Frau hinter dem Tresen schenkte Ale und Whiskey aus, wenn man sich nach Feierabend traf und über die Arbeit, Fussball oder Jazz redete. Man hörte und spielte auch Jazz und das wohnzimmerhafte Pub verwandelte sich in einen Club. Im Jahr 1970 spielte die Band Eggs over Easy im „Tally Ho“, da sie wegen Problemen bei Musikaufnahmen für einige Zeit in London weilte2. Die Bandmitglieder bewohnten ein Haus gleich um die Ecke des „Tally Ho“ und traten, wie aus Amerika gewohnt, im nahen Pub auf3. Vom Musikstil angesteckt gründete Barry Richardson, welcher im „Tally Ho“ Jazz spielte, die Gruppe Bees Make Honey4. Auch die Gruppe Brinsely Schwarz verkehrte und spielte im „Tally Ho“. Die neue Musik war einerseits einfach und nahe am Rhythm and Blues, andererseits entstand im Pub eine Atmosphäre der Nähe zwischen den Musikern und den Zuhörern, wie sie in grossen Rockkonzerten vermisst wurde5. Bald spielte man die Musik aus dem „Tally Ho“ auch in anderen Pubs wie dem „Hope and Anchor“6. Dieses bot etwas grössere und höhere Räumlichkeiten für weitere Bands wie The 101ers und Dr. Feelgood.

2 Dr. Feelgood (lc)

Dr Feelgood ist eine englische Rockband, gegründet 1971 auf Canvey Island in der Nähe von Southend, Sussex. Sie gehört laut Reynolds (2011) zu den einflussreichsten Pub Rock Bands, die den Grund für Punk ebneten7. Typisch für Pub-Rock-Bands wurde Dr Feelgood  hauptsächlich durch Live-Auftritte bekannt8Mit ihrer Hingabe zum einfachen Rock’n’Roll, Blues und R’nB konnte sich die Band eine treue Fan-Gemeinde erarbeiten9Trotz zahlreicher Umbesetzungen geben Dr. Feelgood bis heute ununterbrochen Konzerte.

Gruppenmitglieder (siehe RateYourMusic [Abgerufen: 01.11.13])

Gründer der Gruppe waren 1971 Lee Brilleaux (Gesang, Mundharmonika, 1971-1994) und Wilko Johnson (Gitarre, 1971-1977), die bald darauf durch John B. Sparks (Bass, 1971-1982) und The Big Figure (bürgerlich: John Martin) (Schlagzeug, 1971-1982) ergänzt wurden. Diese Gründungsbesetzung hielt bis 1977, als Wilko Johnson die Band aufgrund interner Differenzen verliess10 und durch Henry McCulloch (Gitarre) ersetzt wurde. Nach diesem Mitgliederwechsel wurde die Band ständig umbesetzt:

  • 1977 John „Gypie“ Mayo (Gitarre) für Henry McCulloch.
  • 1981 Johnny Guitar (Gitarre) für John „Gypie“ Mayo.
  • 1982 Pat McMullen (Bass) für John B. Sparks.
  • 1982 Buzz Barwell (Schlagzeug) für The Big Figure.
  • 1983 Gordon Russel (Gitarre) für Johnny Guitar.
  • 1983 Phil Mitchell (Bass) für Pat McMullen.
  • 1983 Kevin Morris (Schlagzeug) für Buzz Barwell.
  • 1989 Steve Walwyn (Gitarre) für Gordon Russel.
  • 1991 Dave Bronze (Bass) für Phil Mitchell.
  • 1991 Craig Rhind (Bass) für Dave Bronze.
  • 1992 Dave Bronze (Bass) für Craig Rhind.
  • 1994 Pete Gage (Gesang) für Lee Brilleaux.
  • 1995 Phil Mitchell (Bass) für Dave Bronze.
  • 1999 Robert Kane (Gesang) für Pete Gage.

Biografien und biografische Einträge in Nachschlagewerken und Datenbanken
Online sind folgende Band-Biografien abrufbar:

  • Stephen Thomas Erlewine: AllMusic.com (Abgerufen: 01.11.13)
  • Wikipedia (de) (Abgerufen: 01.11.13)
  • Wikipedia (en) (Abgerufen: 01.11.13)
  • Nic Clacy (2008): Drfeelgood.org (Abgerufen: 01.11.13)
    Clacys Text stellt eine ausführliche Dokumentation des Werdegangs der Band von ihrer Gründung 1971 bis heute dar. Es wird auf die zahlreichen Umbesetzungen der Band eingegangen, sowie Erfolge und Misserfolge besprochen.
  • Ira Robbins: Trouserpress.com (Abgerufen: 01.11.13)

Es erschienen bisher keine gedruckten Biografien zu Dr. Feelgood.

Veröffentlichungen
Umfassende Diskografien sind in vielen Online-Quellen verfügbar:

In den Quellen werden folgende Veröffentlichungen mehrfach genannt oder empfohlen:

  • Dr Feelgood: Down by the Jetty. Grand Records, 1975.
  • Dr Feelgood: Malpractice. Grand Records, 1975.
  • Dr Feelgood: Stupidity. Grand Records, 1976.
  • Dr Feelgood: Be Seeing You. Grand Records, 1977.
  • Dr Feelgood: A Case of the Shakes. Grand Records, 1980.

Ein Vergleich zwischen den früheren Jahren (1979) und der jetzigen Besetzung der Band (2011) lassen folgende Mitschnitte von Live-Auftritten des Stückes Milk And Alcohol zu:

Eine Auswahl an Songbeispielen:

Weitere Webseiten zur Band

3 Joe Strummer and the 101ers (mwu)

Die Band wurde im May 1974 gegründet11. Sie tourten zwei Jahre lang durch Pubs und hatten kleinere Auftritte, wobei einmal sogar die Sex Pistols als ihre Vorband auftraten12. Dies ging so lange, bis zu dem Zeitpunkt, als ihr Frontman Joe Strummer von Mick Jones und Paul Simonon im Juni 1976 gefragt wurde, ob er mit ihnen eine Band gründen wollte. Er sagte ohne zu zögern zu und damit waren The Clash geboren13. Während der zwei aktiven Jahre gab es keine offiziellen Veröffentlichungen ihrer Songs: Das erste Album „Elgin Avenue Breakdown“ erschien erst fünf Jahre später14. Am 22. Dezember 2002 starb dann Joe Strummer, welcher für viele eine Ikone des Punk war15.

Gruppenmitglieder (detaillierte Infos: Wiki [Abgerufen: 2.11.13])
Letzte Konstellation:

  • Joe Strummer (Gesang, Gitarre)
  • Martin Stone (Gitarre)
  • Dan Kelleher (Bass, Gesang)
  • Richard Dudanski (Schlagzeug)

Ehemalige Mitglieder:

  • Alvaro Peña-Rojas (Saxophon)
  • Simon „Big John“ Cassell (Saxophon)
  • Clive Timperley (Gitarre, Gesang)
  • Patrick Nother (Bass)
  • Marwood „Mole“ Chesterton (E-Bass)
  • Antonio Narvaez (Schlagzeug)
  • Julian Yewdall (Mundharmonika, Gesang)
  • Tymon Dogg (Violine, Gesang)

Biographische Informationen und Details zur Band
Details zur Band sind online verfügbar unter:

Veröffentlichungen
Eine Übersicht über die Alben steht online zur Verfügung unter:

Einige Songbeispiele (Auswahl) stehen auf Youtube zur Verfügung:

Eine Rezension des neu gemasterten ehemalig ersten Albums Elgin Avenue Breakdown findet sich auf Pitchfork.com (2.11.13).
Zusätzlich gibt es eine Filmdokumentation über Joe Strummer und sein Lebenswerk mit dem Titel The Future is unwritten16. Der Trailer dazu findet sich hier. Die ganze Dokumentation kann hier angesehen werden.

Ebenfalls erschien 2012 ein Buch über die musikalische Karriere Joe Strummers mit dem Titel: A Permanent Record: Joe Strummer (with The 101’ers/Clash/Latino Rockabilly War/The Slits).

4 Brinsley Schwarz (jas)

Die Band Brinsley Schwarz (BS) wurde im Oktober 1969 (in England) gegründet und ist nach dem Leadgitarristen der Band benannt. Sie entstand aus der Band Kippington Lodge, die zwischen 1967 und 1969 einige wenig erfolgreiche Singles veröffentlichte. BS spielte in ihren Anfängen neo-psychedelischen Folkrock, später – mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums Brinsley Schwarz – wandelten sie sich zu einer bodenständigen und bescheidenen Rock’n’Roll Band, die Kultstatus in der englischen Pub Rock Szene besass. BS drehte zwischen 1971 und 1974 mehrere musikalische Runden durch das Vereinigte Königreich, spielte zu Beginn in Pubs und später auch an Universitäten. 1970 spielten sie als Eröffnungs-Act von James Morrison an seinem Konzert in New York und nach der Veröffentlichung ihres Albums Nervous on the Road im Jahr 1972, gingen sie mit Paul McCartney als dessen Vorband auf Tour. Nachdem sich ihre weiteren Alben als nicht sehr befriedigend bezüglich ihrer Verkaufsstärke entpuppten, löste sich die Band im Jahr 1975 auf. Die Mitglieder von BS stiessen darauf zu anderen Bands, mit der Ausnahme von Nick Lowe, der sich zu einem erfolgreichen Produzent und Soloartist entwickelte. Obwohl der weltweite Erfolg für die Band ausblieb, spielt Brinsley Schwarz eine entscheidende Rolle als Mitbegründende Band der Pub Rocks und ist aus der Szene in keinster Weise wegzudenken17.

Gruppenmitglieder (Für detailierte Infos siehe: Wiki)

  • Brinsley Schwarz (Gitarre, Piano, Gesang)
  • Nick Lowe (Bass, Gitarre, Gesang)
  • Billy Rankin (Schlagzeug)
  • Bob Andrews (Keyboard)
  • Ian Gomm (ab 1970; Gitarre, Gesang)

Biografien und biografische Einträge in Nachschlagewerken und Datenbanken
Die Webseiten

bieten einen biografischen Überblick zur Band Brinsley Schwarz. Gedruckte Biographien zur Band sind bis heute keine erschienen.

Veröffentlichungen
Diskographien zu den Brinsley’s finden sich in folgenden Online-Quellen:

Die oben genannten Quellen nennen oder empfehlen mehrfach folgende Veröffentlichungen:

  • Brinsley Schwarz: Brinsley Schwarz. Capitol Records, 1970.
  • Brinsley Schwarz: Despite It All. Capitol Records, 1970.
  • Brinsley Schwarz: Silver Pistol. United Artists Records, 1972.
  • Brinsley Schwarz: Nervous on the Road. United Artists Records, 1972.
  • Brinsley Schwarz: Please Don’t Ever Change. United Artists Records, 1973.
  • Brinsley Schwarz: The New Favourites of… Brinsley Schwarz. United Artists Records, 1974.

Eine Auswahl an Songbeispielen:

 Weitere Webseiten zur Band

  • Die Facebook-Seite zum Debutalbum Brinsley Schwarz der gleichnamigen Band bietet allgemeine Informationen zum Album.
  • Im Online Archiv des Rolling Stone Magazins wird die Band BS im Zusammenhang mit Graham Parker erwähnt, bei dessen Backgroundband die Gruppenmitglieder Brinsley Schwarz und Bob Andrews nach der Auflösung der Band mitgespielt haben.
  • Zur der den Brinsley’s vorausgehenden Band Kippington Lodge gibt AllMusic Auskunft.

5 Fazit (mwa)

Der Pub Rock, der in den 1970er Jahren in den Pubs von London und Essex entstand18 war durch die Nähe, die zwischen der Band und den Zuhörern entstand gekennzeichnet. Die Band spielte direkt vor den Zuhörern leidenschaftlich Musik, alle tranken das gleiche Bier und nach dem Gig rauchte man gemeinsam Zigaretten. Ein Aufnahme der Ducks Deluxe veranschaulicht diese Atmosphäre detailgetreu. Wer dieses Gefühl heute noch erleben möchte, geht ins Hope and Anchor“. Dort werden seit den 70 Jahren Konzerte veranstaltet und man kann die Geschichte des Pub Rock und des Punks hautnah miterleben. Auch Zürich bietet Konzerte, die mit einer Atmosphäre wie bei Pub Rock Gigs auftrumpfen. Die Hafenkneipe beispielsweise veranstaltet regelmässig Konzerte verschiedenster Musikrichtungen. Wer hingegen lieber zu Hause auf seinem Sofa bleibt, ist mit einer Dokumentation von BBC über Punk bereits gut bedient. Denn draussen ist es kühl und der Wind fegt über den Asphalt. Wer sich hinaus wagt kann Lärm hören, der durch matte Fenster und schwarze Vorhänge auf die Strasse drängt. Eine schwere schwarze Tür geht auf, und der Lärm wird zu Stimmengewirr und Musik.

.

Quellenverzeichnis

  1. Reynolds, 2011, 247
  2. http://www.allmusic.com/artist/eggs-over-easy-mn0000938358/biography (Abgerufen: 4.11. 13)
  3. http://en.wikipedia.org/wiki/Eggs_over_Easy (Abgerufen: 4.11.13)
  4. http://en.wikipedia.org/wiki/Bees_Make_Honey (Abgerufen: 4.11. 13)
  5. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture’s Addiction to Its Own Past. London: Faber and Faber Ltd. 2011; 247
  6. http://en.wikipedia.org/wiki/Eggs_over_Easy (Abgerufen: 4.11.13)
  7. Reynolds 2011; 248
  8. http://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Feelgood#Karriere (Abgerufen: 1.11.13)
  9. Erlewine, Stephen Thomas: Dr. Feelgood. Artist Biography.http://www.allmusic.com/artist/dr-feelgood mn0000204708/biography (Abgerufen: 1.11.2013)
  10. Dr. Feelgood.  http://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Feelgood#Karriere  (Abgerufen: 01.11.13)
  11. http://www.urbandictionary.com/define.php?term=101ers (Abgerufen: 2.11.13)
  12. http://de.wikipedia.org/wiki/The_101’ers  (Abgerufen: 2.11.13)
  13. http://www.sputnikmusic.com/bands/The-101ers/3638/ (Abgerufen: 2.11.13)
  14. http://www.allmusic.com/artist/the-101ers-mn0000791982/biography (Abgerufen: 2.11.13)
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Strummer (Abgerufen: 2.11.13)
  16. http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Strummer:_The_Future_Is_Unwritten (Abgerufen: 02.11.2013)
  17. http://www.allmusic.com/artist/brinsley-schwarz-mn0000620121/biography (Abgerufen: 4.11.13)
  18. http://de.wikipedia.org/wiki/Pub_Rock (Abgerufen: 3.11.2013)

Forschungsüberblick: Patti Smith

Biografie

Patti Smith, live, 2007

Patti Smith, 2007.Biographie

Patricia Lee „Patti“ Smith (geb. 30.12.1946) gilt als eine der einflussreichsten weiblichen Rock’n’Roller überhaupt. Smiths Musik wurde als die aufregendste Fusion von Rock und Poesie seit Bob Dylan gehandelt: ehrgeizig, unkonventionell und herausfordernd. Ihre avantgardistischen Ausflüge beinhalten Improvisationen wie wir sie vom Jazz kennen, doch ihre eigentlichen Wurzeln liegen im lärmenden, primitiven Drei-Akkord Rock’n’Roll. Wenige Rock’n’Roller waren so sehr mit der Rockgeschichte verbunden wie Patti Smith. Ihr Debütalbum „Horses“ (1975) verdeutlicht, wie ihre Musik paradoxerweise rückwärts in die Zukunft galoppiert: als brillante Umgestaltung von Rock. Die künstlerischen sowie die amateurhaften Elemente ihrer Musik hatten beide einen grossen Einfluss auf die Punk- und New-Wave-Bewegung. Smith wurde zur Ikone für Rockerinnen, nicht weil sie besonderen Wert auf Sexappeal gelegt hätte, sondern weil sie Intellektualität und Kreativität in einer schlanken und androgynen Musikerin vereinte.

Berufsbezeichnungen
Singer-Songwriterin, Lyrikerin, Schriftstellerin, Essayistin, Ikone… Künstlerin – nicht Musikerin „… ich definiere mich zumindest nicht als Musikerin, eher als Amateur. Vielleicht auch als eine Künstlerin, die gerne Texte schreibt. Von all den Fertigkeiten, die man als Musiker haben sollte, besitze ich nichts.“1

Band: Patti Smith Group – Gruppenmitglieder nach RateYourMusic (04.11.2013)

  • 1974: Lenny Kaye (guitar, 1974-79, 1996-present)
  •           Richard Sohl (keyboards, 1974-79, 1988)
  • 1975: Ivan Král (bass, 1975-79)
  •           Jay Dee Daugherty (drums, 1975-79, 1988, 1996-present)
  • 1978: Bruce Brody (keyboards, 1978)
  • 1988: Fred „Sonic“ Smith [Frederick Dewey Smith] (guitar, 1988)
  • 1996: Tony Shanahan (bass, keyboards, 1996-present)
  •           Oliver Ray (guitar, 1996-2004)
  •           Jackson Smith (guitar, bass) – Patti Smiths Sohn
Assoziierte Musiker nach Allmusic und RateYourMusic (04.11.2013)
  • Back in Spades (Die Band von Patti Smith‘ und MC5s Fred Smith‘ Sohn Jackson Smith).
  • Eastern Bloc (Projekt von Ivan Kral, der als Bassist an vier Patti-Smith-Alben mitwirkte)
  • Hilly Kristal (Gründer des New Yorker Club CBGB, wo Patti Smith‘ Karriere startete)
  • Lenny Kaye (Patti Smith‘ Gitarrist)
  • MC5 und Sonic’s Rendezvous Band (Patti Smith‘ Ehemann Fred „Sonic“ Smith war Gitarrist dieser beiden Bands).
  • Tom Verlaine (Frontmann der Band Television, datete Patti Smith in den Siebzigerjahren; arbeitete auch mit Fred Smith zusammen.)

Viele Künstler von Patti Smiths Generation, Freundeskreis und Familie sind bereits verstorben, jüngst Lou Reed von The Velvet Underground. Hier ihr Nachruf veröffentlicht am 28.10.2013: http://www.timescolonist.com/entertainment/magic-and-loss-patti-smith-reflects-on-her-late-friend-fellow-poet-musician-lou-reed-1.675065 (Abgerufen: 04.11.2013).

Bibliographische Hinweise für Biographie
online

print
  • Bockris, Victor: Patti Smith. London: Fourth Estate, 1988. – Umfassende Biografie des berühmten Rock-Biografen und ehemaligen Verlegers von Patti Smith‘ Poesie.
  • Noland, Carrie Jaurès: Rimbaud and Patti Smith: Style as social deviance / Carrie Jaurès Noland.  S. 581-610. In: Critical inquiry. No. 21, 1994/1995. – Artikel zur Beziehung von Smith und Rimbaud, der entscheidenden Einfluss auf ihre Poesie hatte.
  • Smith, Patti: Just Kids. Die Geschichte einer Freundschaft. Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verl., 2011. – Patti Smith‘ Erinnerungen an die Freundschaft mit dem Fotografen Robert Mapplethorpe. FAZ-Rezension zu diesem Buch (17.03.2010).
  • Stefanko, Frank: Patti Smith. American-Artist. Berlin: Schwarzkopf und Schwarzkopf, 2006. – Fotografisches Portrait von Patti Smith zwischen 1970 und 1980, ca. 150 Abbildungen, Vorwort von Lenny Kaye
  • Thompson, Dave: Dancing Barefoot: The Patti Smith Story. Chicago: Chicago Review Press 2011. – Umfangreiche Biografie, basierend auf Aussagen von Patti Smith‘ sowie Interviews ihrer Weggefährten.

Einen weiteren Überblick über Patti Smith Bücher befindet sich hier: http://www.oceanstar.com/patti/bio/refs.htm (04.11.2013).

Veröffentlichungen

Smiths erstes Studio-Album „Horses“ (1975) mit der Patti Smith Group gilt als das erste seiner Art, ein Art-Punk Album und ermöglichte ihren Aufstieg zur Godmother of Punkrock. Auf dem Album ist eine Fusion aus lyrischem Sprechgesang, viel Improvisation und Rockmusik zuhören, mit einem Van Morrison Cover als Einstieg. Der Auftakt von „Gloria“ mit den Worten „Jesus died for somebody’s sins but not mine“2 verweist auf den unorthodoxen Charakter des Albums. Das Albumcover von Horses erreichte Symbolstatus in der Punkszene.

Patti Smith, Horses, 1975, Albumcover

Patti Smith Horses – Albumcover.

Albumrezensionen diverser Webseiten sind hier aufgelistet

Umfassende Diskografien sind in den dafür üblichen Onlinequellen einsehbar:

Direkter Draht zur Künstlerin hier:
http://www.pattismith.net/ (Abgerufen: 04.11.2013).

Ihre Schriften und ihre Kunst (Ausstellungskataloge) wurden in unterschiedlichen Sprachen veröffentlicht im Druck.
  • Smith, Patti: Patti Smith – written portrait. Vitoria-Gasteiz: Artium, Centro-Museo Vasco de Arte Contemporáneo, 2008. Online: http://www.artium.org/English/TheCollection/Loans/tabid/329/articleType/ArticleView/articleId/388/language/en-US/Patti-Smith-Written-portrait.aspx (Abgerufen: 04.11.2013)
  • Smith, Patti: camera solo / edited and with an interview by Susan Lubowsky Talbott with the   assistance of Erin Monroe. Hartford, Conn.: Wadsworth Atheneum Museum of Art, c2011. – Camera Solo: Ausstellung von siebzig Fotografien, einer Installation („Arthur Rimbaud’s Litter“) und einem Film.
  • Smith, Patti: Land 250. Paris: Fondation Cartier pour l’art contemporain, 2008. – Ausstellung von Patti Smith‘ Polaroid-Aufnahmen.
  • Smith, Patti: Patti Smith complete. London: Bloomsbury , 2006.
  • Smith, Patti: The coral sea / Patti Smith. New York: Norton, 2012. – Buch, das gemeinsam mit einem Live-Album veröffentlicht wurde. Unter Mithilfe von Kevin Shields (My Bloody Valentine). Hommage an Robert Mapplethorpe.
  • Smith, Patti: Woolgathering / Patti Smith. New York, N.Y.: New Directions Publishing, 2011.

Weitere Werke über ihre Werke
Faulstich, Werner: Patti Smith, „Land“ (1975) : Beschreibung, Analyse, Deutung / Werner Faulstich. Siegen: Forschungsschwerpunkt Massenmedien und Kommunikation an der Universität-Gesamthochschule, 1982.
Heatley, Michael und Frank Hopkinson: We Three – Patti Smith. In: The Boy in the Song. The True Stories Behind 50 Rock Classics. Chicago, I.L.: Chicago Review Press, 2012.

Fazit

Es war vor allem das Image von Patti Smith, das nachfolgende Musikerinnen-Generationen beeinflusste und dazu führte, feministische Überzeugungen in die Musik einfliessen zu lassen. Patti Smith war ein Star, der erst durch die Selbstreflexivität von Rock möglich wurde. Punk startete zunächst als Zeitschleife durch und war als Restauration, nicht als Revolution gedacht. Der Antrieb Rockmusik zu machen, war ein anderer, als in den Fünfzigern und Sechzigern: es ging nicht mehr darum, sich oder die Gesellschaft zu verändern, sondern darum die Rocktradition weiterzuführen. Smiths Bandkollege Lenny Kaye sagte zu diesem Phänomen, „Sometimes I think of us as the last of the sixties bands. We liked those long rambling songs, we liked twenty minutes of improvisation.”3

Anlass für Forschungsbericht und Quelle

Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture′s Addiction To Its Own Past. London: Faber and Faber Ltd, 2011, 250-259.

  1. Dallach, 2012.
  2. SongMeanings: http://songmeanings.com/songs/view/139500/ (Abgerufen: 04.11.2013).
  3. Reynolds, 2011: 252.

Kult statt Trip. Ein kurzer Forschungsbericht zu den Flamin‘ Groovies

Die Flamin‘ Groovies1 wurden 1965 in San Francisco gegründet. Das war die Zeit als und der Ort wo die Karriere vieler Grössen der Pop- und Rock-Geschichte begann, zum Beispiel von den Grateful Dead, Santana, Janis Joplin und vielen mehr. Die Gruppe spielte nicht wie die meisten Bands der Haight-Ashbury-Szene Psychedelic- bzw. Acidrock, sondern eine Mischung von Garagerock und Rhythm’n’Blues, wodurch sie verschiedentlich mit den Rolling Stones verglichen wurden. Seit vielen Jahren gelten die Flamin‘ Groovies als Wegbereiter von Punk. Ihr Amphetamin-geladener Powerpop aus den frühen 70er-Jahren wird musikhistorisch oft mit der Musik von den MC5 aus Detroit verglichen. Die Band löste sich 1992 auf, ist aber gegenwärtig wieder am Touren.

Gruppenmitglieder
Der Motor der Gruppe war Cyril Jordan (Gitarre, Gesang). Zusammen mit George Alexander (Bass) ist er das einzige Langzeitmitglied der Band.
Die Gründungsbesetzung der Band hielt bis 1971. Zu ihr gehören Danny Mihm (Schlagzeug, 1966-73, 1981-84), Roy Loney (Gitarre, Gesang, 1966-71) und Tim Lynch (Gitarre, Gesang, 1966-71).
ab 1971 wurde die Band ständig umbesetzt:
– 1971 kamen Chris Wilson (Gitarre, Gesang, 1971-81) und James Ferrell (Gitarre, Gesang, 1971-76) für Loney und Lynch.
– 1973 David Wright (Schlagzeug, 1973-80) für Mihm.
– 1976 Mike Wilhelm (Gitarre, Gesang, 1976-84) für Ferrell.
– 1980 Mark Dunwoody (Keyboards, 1980-84) als Ersatz für den Gitaristen Wilson und Brittly Black (Schlagzeug, 1980-81) für Wright.
– 1982 Autumn Eyles (vocals, 1982-84) als Frontmann
– 1984 Jack Johnson (guitar, vocals, 1984-92) für Wilhelm und Paul Zahl (Schlagzeug, 1984-92) für Black.
– 1989 Bobby Ronco (guitar, vocals, 1989-90)2

Biografien und biografische Einträge in Nachschlagewerken und Datenbanken
Online sind folgende Band-Biografien greifbar:
John Dougan, der die Biografie für AllMusic schrieb, betont den Kult-Status der Band und dass sie erfolgreicher im UK als in den Staaten waren.3
Während der englischsprachige Artikel in der Wikipedia4 nicht besonders auffällt unterteilt der deutsche Artikel der Wikipedia5 den Abschnitt über die Bandgeschichte in drei Phasen: die Gründungsjahre, die Power-Pop-Jahre und  die 80er Jahre.
Ira Robbins (1997) verfasste den Eintrag zu den Flamin‘ Groovies im Trouser Press Guide To ’90s Rock.6 Hier liegt der Schwerpunkt bei empfohlenen Veröffentlichungen. Besprochen werden vor allem die Releases: Sneakers (EP, 1968), One Night Stand (1987), Groovies‘ Greatest Grooves (1989) und Rock Juice (1992). Der Eintrag zu den Flamin‘ Groovies von Trouserpress ist online greifbar.7

Gedruckt erschien die 36-seitige illustrierte Biografie von Jon Storey und John Bottomley «Bucketfull of Groovies».8

Alwyn W. Turner (1998) schrieb den Artikel zu den Flamin‘ Groovies im Rough Guide to Rock.9 Er betont den «mangelnden Erfolg» der Band und stellt diesen als die Folge zweier ästhetischer Fehlentscheidungen dar. Die Band habe sich jeweils gegen den Geschmack der Zeit gestellt und sich zugunsten ihrer «hoffnungslos unangesagten Musik, die nur Minderheiten interessierte» entschieden.10 Es war zuerst in San Francisco, wo sie nicht wie die anderen Bands Acidrock spielten, später, 1966, ging die Band mit den Ramones auf Europatournee, wo sich ihnen die Gelegenheit geboten hätte, auf den Punk- und New-Wave-Zug aufzuspringen, was sie aber auch nicht getan haben. Sie hielten am Powerpop der 60er-Jahre fest, statt die neue Attitüde aufzunehmen und verpassten so zum zweiten Mal ein potentielles Publikum.

Erwähnungen in sonstiger Fachliteratur

Wolfgang Doebeling erwähnt die Flamin‘ Groovies in einem Aufsatz über die Malaise der US-amerikanischen Rock-/ bzw. Popszene, der er «ästhetische Unbeweglichkeit» attestiert. Die Flamin‘ Groovies dienen hier als Beispiel einer Band, die den Erfolg verdienen würde, die aber nur in England und nicht in der Heimat zu Ehren käme.11
Curt-Albert Schweitzer und Peter Holluch erwähnen die Flamin‘ Groovies in einem Aufsatz zur San Francisco Szene nach den Hippiejahren. Sie würdigen die Flamin‘ Groovies als Band, die entgegen dem Trend der Zeit simple Pop-Klänge pflegen und «von Platte zu Platte versuchten […] authentischer zu klingen und die Stilvielfalt dieser Gattung zu einem Ganzen zusammenzuschmelzen».12
Im selben Sammelband von Tibor Kneif mit dem Titel «Rock in den 70ern» (Kneif, 1980), werden die Flamin‘ Groovies ein drittes Mal in einem Rückblick auf die New Wave von 1975-79 genannt.13

Im Rahmen einer geschichtlichen Abhandlung von Powerpop und New Wave werden die FG zusammen mit den Wackers und Big Star genannt – das sind Bands, deren musikalischer Erfolg viel grösser sei als der kommerzielle. Der musikalische Erfolg besteht im Einfluss auf die entstehende New Wave Szene, wie Doebeling schreibt.14

Veröffentlichungen

Umfassende Diskografien sind in den dafür üblichen Onlinequellen einsehbar: bei AllMusic15, RateYourMusic16, Discogs17.

In den Quellen werden folgende Veröffentlichungen mehrfach erwähnt oder empfohlen:
Flamin‘ Groovies: Sneakers. Snazz Recording R 2371 [10″ Mini-LP], 1968.
Flamin‘ Groovies: Supersnazz. Epic 32273, Sundazed SC 6130, 1969.
Flamin‘ Groovies: Flamingo. Kama Sutra KSBS 2021, Buddha Records 74321 71691, 1970.
Flamin‘ Groovies: Teenage Head. Kama Sutra KSBS 2031, 1971.
Flamin‘ Groovies: Shake Some Action. Sire SASD 7521, 1976.
Flamin‘ Groovies: This Band Is Red Hot 1969-1979. Raven Records RVCD 291 (Australische Compilation), 2008.

Einen Eindruck der Band vermittelt der Mitschnitt aus einer französischen Fernsehsendung vom Stück Slow Death vom 23. 10. 197218 

Weitere Videos oder Audiotracks lassen sich auf Youtube finden.

Fazit

Die Flamin‘ Groovies waren von Anfang an nostalgische Anachronisten. Sie waren eine Band, die partout nicht mit der Zeit gehen wollte, sondern am Ideal von 60er-Jahre-Powerpop-Musik festhielt, einem «greasy, bluesy, rock & roll dashed with a liberal sprinkling of British Invasion panache» wie John Dougan in der AllMusic-Biografie schreibt.

  1. Den Apostroph erhielt die Band erst 1971 – sie waren zunächst die Flamin Groovies
  2. Rate Your Music, http://rateyourmusic.com/artist/flamin_groovies (aufgerufen 25.10.13)
  3. AllMusic Biografie, http://www.allmusic.com/artist/flamin-groovies-mn0000180263/biography (25.10.13)
  4. Wikipedia (en) Flamin‘ Groovies, http://en.wikipedia.org/wiki/Flamin%27_Groovies (Aufgerufen: 25.10.13)
  5. Wikipedia (de) Flamin‘ Groovies, http://de.wikipedia.org/wiki/Flamin%27_Groovies (Augerufen: 25.10.13)
  6. Robbins, Ira A.: The Trouser Press Guide To ’90s Rock. 1997, Simon & Schuster
  7. Trouserpress, http://www.trouserpress.com/entry.php?a=flamin_groovies (Aufgerufen: 25.10.13)
  8. Storey, Jon, Bottomley, John: Bucketfull of Groovies, http://de.scribd.com/doc/111662014/Bucketfull-of-Groovies-The-Flamin-Groovies-Story (download kostenpflichtig, abgerufen: 25.10.13)
  9. Turner, A.W.: Flamin‘ Groovies. In: Rough Guide to Rock, engl.: 1996, dt.: 1998
  10. Turner, A.W.: Flamin‘ Groovies. In: Rough Guide to Rock, zitiert nach der deutschen Ausgabe von 1998, S. 239
  11. Doebeling, Wolfgang: No Expectations. Das Elend der US-Pop-Scene. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 129
  12. Curt-Albert Schweitzer und Peter Holluch: Where Have All The Flowers Gone? San Francisco nach den Hippiejahren. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 142
  13. Doebeling, Wolfgang: Good Times Bad Times. Ein Rückblick auf die New Wave 1975-79. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 149
  14. Robbins, Ira A.: Flamin‘ Groovies. In: Robbins, Ira A.: The Trouser Press Guide To ’90s Rock. New York: Fireside, 1997
  15. AllMusic Discography, http://www.allmusic.com/artist/flamin-groovies-mn0000180263/discography (Abgerufen: 25.10.13)
  16. Rate Your Music Flamin‘ Groovies, http://rateyourmusic.com/artist/flamin_groovies (Abgerufen: 25.10.13)
  17. Discogs Flamin‘ Groovies, http://www.discogs.com/artist/Flamin’+Groovies,+The (Abgerufen: 25.10.13)
  18. Flamin‘ Groovies: Slow Death, 10.05.11. http://www.youtube.com/ watch?v=G1R5PhReY5k (Abgerufen: 25.10.2013)